Mit 40 neu gestartet: vom Radio zur Ordnungscoachin

Shownotes

Mehr zu Katrin Miseré:

https://www.katrin-schafft-platz.at

Mehr zu den Ordnungsberatern Österreich: https://ordnungsberater-oesterreich.at office@ordnungsberater-oesterreich.at Facebook: @Ordnungsberater Österreich

Die erwähnte Podcastfolge mit Regina Halbauer auf "Baba Hamsterrad, Servus Berufung" Folge 37: Von der Schneiderei zur Ordnungsberaterin https://open.spotify.com/episode/5yMWQpy5dXAnxGfhTNXef8?si=KfeCkfN8RCubCkRfmWSHpw

Mehr zu Claudia Scheer: Wenn du auf dem letzten Stand meiner Angebote und Inhalte bleiben möchtest, dann trage dich gerne in meinen Newsletter https://www.claudiascheer.at/news-gratis-tool/ ein.

Schreibe mir gerne, wenn du Fragen hast oder mir von deinem Weg berichten möchtest über meine Mailadresse oder meine sozialen Medien und abonniere meinen Account.

Mail: office@claudiascheer.at Webseite: https://www.claudiascheer.at/ Facebook: https://www.facebook.com/claudiascheer.berufsundentscheidungscoach Instagram: https://www.instagram.com/claudia.scheer67/ LinkedIn: https://at.linkedin.com/in/claudia-scheer-berufscoach YouTube: https://www.youtube.com/results?search_query=baba+hamsterrad%2C+servus+berufung

Transkript anzeigen

00:00:00: Weil ich war 40, ich hatte eben, ich habe es ja gerade erzählt.

00:00:06: Eine sehr unstete Erwerbsbiografie und hatte natürlich auch Ansprüche.

00:00:13: Also es sollte nicht Vollzeit sein, weil ich Zeit mit meinen Kindern verbringen wollte.

00:00:20: Es sollte aber ein Beruf mit Sinn sein und er sollte gut entlohnt sein, entsprechend.

00:00:29: Baba, Hamsterrad, Servus Berufung.

00:00:33: Hallo und herzlich willkommen beim Podcast für berufliche Veränderung, Erfüllung und Sinn.

00:00:41: Ich bin Claudia Scheer, deine Expertin für den Neustart mit all seinen Facetten.

00:00:47: Wenn du gerade merkst, dass du dich in deinem Job nicht mehr wohlfühlst,

00:00:51: du um oder wieder einsteigen möchtest, dann erfährst du hier alles über berufliche

00:00:56: Perspektiven und Karrierewege.

00:00:59: Hallo und herzlich willkommen wieder zu einer neuen Folge von Baba Hamsterrad. Servus Berufung.

00:01:05: Und heute habe ich wieder einen sehr,

00:01:07: sehr lieben Gast. Hallo und herzlich willkommen, liebe Kathrin Miserie.

00:01:13: Ja, danke. Danke für die Einladung, Claudia.

00:01:16: Sehr gerne. Liebe Kathrin, möchtest du dich mal bitte in groben Zügen vorstellen?

00:01:21: Ja, also ich bin Ordnungscoach seit 2012. Ich lebe in Wien.

00:01:30: Ja, man hört, ich komme ursprünglich aus Deutschland, lebe aber schon seit 1995

00:01:36: in Wien, also schon sehr lange und lebe hier mit meiner Familie.

00:01:41: Ich habe zwei Teenager-Söhne und ja, ich weiß nicht, was ist noch interessant,

00:01:50: für deine Hörerinnen? Alles gut, alles gut.

00:01:54: Gut, liebe Katrin, wenn du meinen Podcast schon mal gehört hast,

00:01:58: weißt du, die erste Frage lautet, kannst du dich erinnern, was du als Kind werden wolltest?

00:02:05: Ich weiß, dass ich lange Zeit das werden wollte, was ich so aus meinem Umfeld

00:02:10: kannte. Also als ich im Kindergarten war, wollte ich Kindergartenpädagogin werden.

00:02:16: Damals hieß es noch Kindergartentante.

00:02:19: Als ich in die Volksschule ging, wollte ich Volksschullehrerin werden.

00:02:24: Im Gymnasium wollte ich auf gar keinen Fall mehr Lehrerin werden.

00:02:27: Das hat sich dann sehr schnell geändert.

00:02:30: Und dann hatte ich eigentlich so einen richtigen Herzensberufswunsch,

00:02:36: hatte ich eigentlich nie.

00:02:39: Als junge Erwachsene wollte ich gerne in die Entwicklungshilfe gehen.

00:02:45: Das war mal so eine Zeit lang eine Vorstellung von mir,

00:02:49: Und dann bin ich so in ein Studium reingerutzt. Okay, da sprechen wir nachher noch im Detail drüber.

00:02:56: Jetzt nur eine kurze Frage. Wie hast du nach der Grundschulzeit quasi dann eine

00:03:04: Entscheidung getroffen? Oder in welche Richtung ist dann die Entscheidung gegangen?

00:03:08: Wie es beruflich von der Schule her weitergehen soll?

00:03:14: Ich habe,

00:03:17: das stimmt, das habe ich vergessen also ich habe nach der Schule eine Lehre

00:03:21: als Verlagskauffrau gemacht ich habe,

00:03:24: schon immer sehr, sehr, sehr gerne gelesen und das wäre das war ein Feld,

00:03:33: wo ich mir gedacht habe, da könnte ich das könnte mir gut gefallen und ich habe

00:03:37: dann eben die Lehre gemacht,

00:03:40: in einem sehr guten, aber sehr konservativen Verlag und dann war die Frage,

00:03:51: was mache ich eigentlich so richtig keine Ahnung.

00:03:58: Ich war nicht sehr zielstrebig, was mein Beruf, oder ich hatte keine ganz klare

00:04:03: Vorstellung, was in meinem Leben passieren soll, beruflich.

00:04:09: Und wie ist es dann weitergegangen? Bist du bei der Firma geblieben oder bist

00:04:14: du ausgestiegen? Hast du da jemand was anderes?

00:04:17: Ja, ich habe dann ein Jahr in London gelebt. Ich habe als Au-pair gearbeitet

00:04:21: und dann später in der Gastronomie gejobbt.

00:04:27: Und habe dann nochmal versucht, im Verlag anzudocken. Aber es sollte schon auch

00:04:33: ein Studium sein. Das war irgendwie von zu Hause. Ich bin so aufgewachsen.

00:04:37: Man studiert halt. Meine Schwestern haben studiert. Und Studium war auch eine

00:04:42: gute Möglichkeit, nochmal ein bisschen Zeit zu schinden.

00:04:46: Und ich habe dann Publizistik angefangen und Anglistik.

00:04:52: Mit der Idee, da habe ich viele Möglichkeiten. Also ich kann in einen Verlag

00:04:56: gehen, ich kann vielleicht in die Werbebranche gehen.

00:05:02: Ich kann einfach nochmal schauen, was da so auf mich zukommt.

00:05:06: Ja, also das Phänomen, dass viele dann mit 18 auch noch nicht wissen,

00:05:13: was sie machen möchten, das ist ja weit verbreitet.

00:05:18: Immer noch die Vorstellungen von der Welt nicht sehr klar sind.

00:05:22: Und ich habe übrigens auch Publizistik studiert. Ich wollte eigentlich Journalistin werden.

00:05:31: Aber ich habe dann auch gemerkt, dass es auch noch viele andere Möglichkeiten

00:05:35: gibt und dass es insofern ein ganz praktisches Studium und Sprachen ist natürlich immer.

00:05:40: Genau, ja. Kann man immer brauchen.

00:05:44: Gut, dann hast du also Publizistik studiert und im Gegensatz zu mir hast du

00:05:49: es auch fertig gemacht. Ja, habe ich.

00:05:56: Und wie ist nach dem Studium weitergegangen? Nach dem Studium habe ich hier

00:06:00: in Wien angefangen bei der Messe. Ich habe,

00:06:07: als Messekoordinatorin gearbeitet für zwei große Messen.

00:06:11: Und habe dann auch sehr engagiert und das hat mir auch wirklich Spaß gemacht,

00:06:17: aber leider nur anderthalb Jahre oder zwei.

00:06:21: Und dann war für mich wieder die Frage, was mache ich, was will ich,

00:06:25: wo will ich hin und habe dann eine größere Asienreise gemacht.

00:06:33: Von der bin ich zurückgekommen, wusste immer noch nicht, was ich machen will,

00:06:37: Habe dann lange Zeit wieder in der Gastronomie gearbeitet und habe dann.

00:06:49: Gemerkt, ich würde gerne im Radio arbeiten, also Radiobeiträge machen.

00:06:53: Ich habe viel Ö1 gehört und fand einfach diese Radiobeiträge ganz toll und habe

00:07:00: mich dann bei Ö1 beworben oder beim ORF. Das war damals so.

00:07:06: Man hat sich halt nicht beim Radio beworben, sondern beim ORF.

00:07:10: Und dann hat man mir damals gesagt, mit meiner bundesdeutschen Hochlautung würde

00:07:15: das beim österreichischen Radio nichts für mich werden.

00:07:20: Und das war 2003,

00:07:24: muss das gewesen sein, 2002, 2003.

00:07:28: Und,

00:07:31: habe dann ein Praktikum in Berlin mir gesucht bei einem Privatsender und habe

00:07:38: dann dort auch angefangen. Das war auch super. Ich habe wirklich total viel

00:07:41: gelernt und habe relativ schnell auch eigene Beiträge gemacht, so mit allem.

00:07:44: Also mit Einsprechen, Interviews machen, die Sachen schneiden.

00:07:50: Also quasi von Anfang bis Ende den ganzen Beitrag, bis er dann fertig war und

00:07:54: gesendet werden konnte.

00:07:56: Und nach drei Monaten war dann das Praktikum zu Ende und ich habe mich dann auf den Weg gemacht, als.

00:08:06: Freie Redakteurin Beiträge anzubieten bei den Sendern.

00:08:11: Das war aber sehr schwierig, also komplett ohne Connections,

00:08:15: kein Network, gar nichts und habe auch schon immer mal wieder was verkauft,

00:08:24: Aber ich habe dann doch relativ schnell gemerkt, an meinem Konto auch,

00:08:30: dass das nicht funktionieren wird finanziell.

00:08:35: Und ich wollte dann auch wieder zurück nach Wien.

00:08:39: Also ich war nicht sehr glücklich in Berlin, war eigentlich sehr unglücklich

00:08:42: in Berlin und wollte zurück nach Wien und habe dann hier in Wien eine Stelle

00:08:48: gefunden bei einem Online-Reiseführer als Reiseredakteurin.

00:08:54: Und bin dann zurück nach Wien und habe dann dort drei Jahre angefangen.

00:09:00: Der ist dann leider in Konkurs gegangen.

00:09:03: Das war von der Idee her im Grunde genommen das, was man heute so mit Apps bedient,

00:09:09: aber damals noch alles über SMS gelaufen.

00:09:12: Und ja, aus welchen Gründen auch immer, das hat halt nicht funktioniert und

00:09:19: der ist in Konkurs gegangen und ich war zu dem Zeitpunkt schwanger mit unserem zweiten Sohn.

00:09:24: Und das war dann der Zeitpunkt, wo ich gemerkt habe, okay, jetzt kommen ganz

00:09:29: viele neue Parameter und jetzt muss ich wieder überlegen, wie soll es denn weitergehen.

00:09:40: Warte mal ganz kurz, ich möchte an der Stelle gerne mal halten und noch ein

00:09:43: bisschen was dazu fragen.

00:09:45: Und zwar diese Reise nach Asien.

00:09:52: Da bist du ja, ich nehme mal an, Reisen gehört zu deinen Hobbys oder das ist

00:09:57: etwas, was du gerne machst.

00:10:00: Da hast du ja quasi auch schon so ein bisschen eine Grundlage für das Thema,

00:10:06: beruflich im Zusammenhang mit Reisen gelegt.

00:10:10: Aber was hast du für dich aus dieser Zeit in Asien mitgebracht?

00:10:17: Ich war allein unterwegs und ich war auch in teilweise schwierigen Gegenden.

00:10:22: Also ich habe in China angefangen und bin da vor allem in den ganz ländlichen

00:10:28: Gegenden unterwegs gewesen und halt mit Nullsprachkenntnissen.

00:10:32: Und das Wichtigste, was ich mitgenommen habe, ist.

00:10:37: Ich muss vor nichts mehr Angst haben,

00:10:41: weil ich da vor so vielen kleinen Problemen gestanden bin, die ich halt alle

00:10:51: irgendwie lösen musste.

00:10:53: Und ich habe mir gedacht, also wenn ich das alles hingekriegt habe und da auch

00:10:58: eigentlich keine Angst hatte immer, also ich bin da, ich habe mich da sehr gut

00:11:02: gefühlt auf diesen Reisen, dann,

00:11:07: Also das hat mir eine große Sicherheit gegeben, für mich, für meine Lösungskompetenz

00:11:12: und auch darauf, dass ich mich auf mich selber sehr gut verlassen kann.

00:11:19: Das ist ja ganz spannend, weil ich meine so, die Probleme, wenn man vor einem

00:11:25: Schild steht und nicht weiß, in welche Richtung geht man jetzt.

00:11:31: Das sind ja kleinste Probleme normalerweise, aber jede ist eine große Hürde,

00:11:36: wenn man in einem Land ohne die entsprechenden Sprachkenntnisse unterwegs ist

00:11:40: und die Schrift auch nicht lesen kann. Ja.

00:11:43: Und was ich auch gelernt habe, ist, anderen zu vertrauen.

00:11:48: Weil wenn mir jemand im Bus sagt, ja, ich fahre dahin, wo du hin willst,

00:11:52: also ich habe halt viel mit so einem Reiseführer und da waren dann die Schriftzeichen für die Orte,

00:11:58: dann bin ich da eingestiegen und habe halt gehofft, dass wenn er sagt,

00:12:02: jetzt musst du aussteigen, dass ich dann bin an dem Ort, wenn du nicht willst.

00:12:06: Oder wenn ich in einem Restaurant war und gesagt habe, ich möchte kein Hundefleisch

00:12:11: essen, dass ich darauf vertrauen muss, dass die mir dann wirklich kein Hundefleisch,

00:12:16: servieren. Also ein Vertrauen in andere Leute.

00:12:22: Und dazu braucht es ein bisschen auch Menschenkenntnis auf der einen Seite und

00:12:27: ein gutes Bauchgefühl, oder?

00:12:31: Ja, ja, wahrscheinlich, wahrscheinlich. Also es gab schon so ein,

00:12:35: zwei Situationen, wo ich gegen mein Bauchgefühl tatsächlich gearbeitet habe

00:12:39: und die waren dann auch nicht so lustig, sind aber auch gut ausgegangen.

00:12:45: Ja, genau. Und auch dieses, ich brauche eigentlich nicht viel.

00:12:49: Also das, was ich brauche auf Reisen, ist, ich brauche was zu essen,

00:12:52: ich muss irgendwie von A nach W kommen und ich brauche am Abend ein Bett zum Schlafen.

00:12:57: Und auf das habe ich mich immer konzentriert, auf diese ganz essentiellen,

00:13:03: wichtigen Bedürfnisse zu kommen.

00:13:06: Ja, und insofern versteht man auch, warum viele so diese,

00:13:12: ein paar Monate aussteigen wollen in eine andere Kultur und so weiter,

00:13:16: weil sie dann wirklich auf ihre essentiellsten Bedürfnisse reduziert werden. Und.

00:13:24: Das gibt ein ganz anderes Weltbild, wenn man wieder zurückkommt.

00:13:29: Ich war auch mal sechs Wochen in Asien, sind wir als Rucksack-Touristen herumgereist und Mann und ich.

00:13:37: Und das hat uns auch viele Einsichten gelehrt, muss ich sagen.

00:13:41: Und auch sehr viel Dankbarkeit, also dass man hier einfach im Wasserhahn auftreten

00:13:46: kann und sauberes, trinkbares Wasser rauskommt, das ist einfach nicht selbstverständlich.

00:13:50: Das stimmt, das stimmt, ja. Ja, okay, also das heißt, und eins muss man auch

00:13:58: noch sagen, die Welt war ja damals noch nicht so digitalisiert,

00:14:02: wie sie heute ist, wo ein Handy alles konnte.

00:14:05: Also man war immer auf der Suche nach Informationen, oder? Ja, genau. Genau.

00:14:12: Okay, und dann hast du dein zweites Kind bekommen und dann hat sich die Frage

00:14:17: nochmal gestellt, neben der Sache, dass man Eltern ist, aber du hattest schon ein Kind.

00:14:22: Aber trotzdem, zwei Kinder ist dann auch nochmal was anderes,

00:14:25: wieder ein kleines Kind, wie es weitergehen soll.

00:14:29: Genau, ja. Und wie bist du da zu einem Entschluss gekommen oder zu einer Idee

00:14:34: oder wie hast du das gemacht?

00:14:39: Also die Ausgangslage war für mich, habe ich für mich empfunden,

00:14:44: schwierig, weil ich war 40. Ich hatte eben, ich habe es ja gerade erzählt,

00:14:51: eine sehr unstete Erwerbsbiografie,

00:14:54: Und hatte natürlich auch Ansprüche.

00:14:58: Also es sollte nicht Vollzeit sein, weil ich Zeit mit meinen Kindern verbringen wollte.

00:15:05: Es sollte aber ein Beruf mit Sinn sein und er sollte gut entlohnt sein,

00:15:14: entsprechend dem zeitlichen Einsatz.

00:15:17: Und da war ich schon eigentlich allein aufgrund dieses Anforderungsprofils ziemlich demotiviert.

00:15:27: Ich habe mir gedacht, das wird sehr schwierig bis unmöglich und ich habe mich

00:15:35: schon ein bisschen davor gefürchtet, Und auch, dass ich Kompromisse machen werde, müssen.

00:15:42: Und hatte in der Zeit der Karenz,

00:15:48: einfach viel Zeit und Möglichkeit, so im Hintergrund die Sachen arbeiten zu lassen.

00:15:56: Also das ist auch was, was ich gelernt habe in der Zeit,

00:16:00: dass ich persönlich nicht auf Biegen und Brechen mit Listen und Pro und Contra

00:16:07: eine Entscheidung erzwingen muss, sondern dass ich,

00:16:11: ich sage immer, wie beim Computer im Hintergrund so ein Update laufen lassen kann.

00:16:16: Also ich gebe meine Gedanken rein und meine Ideen und so die Inputs,

00:16:21: die kommen von außen und dann lasse ich das arbeiten. Das mache ich auch heute noch so.

00:16:27: Funktioniert sehr gut. Und ich

00:16:30: hatte, also ich sage immer, ich bin so zwangsinspiriert worden vom Leben.

00:16:36: Also auch durch diese ganze Situation mit meinem Arbeitgeber.

00:16:39: Und ich hatte eine Freundin oder eine Freundin, die ist immer sehr up to date. Und ja,

00:16:47: in einem Gespräch, weil ich eben erzählt habe, ja, irgendwie das Ausmisten und

00:16:53: das Loslassen. Und wenn ich bei XY sehe, die haben so viel und die leiden so darunter.

00:16:59: Und sie hat dann zu mir gesagt, na, mach das doch beruflich.

00:17:05: Da gibt es Professional Organizer. Also sie kannte einfach diesen Begriff.

00:17:10: Und wir haben da damals noch so drüber gekichert. Und irgendwann bin ich halt

00:17:14: am PC gesessen und habe mal wieder so ein bisschen gegoogelt,

00:17:18: was könnte ich machen, welche Arbeitgeber könnten interessant für mich sein

00:17:22: für eine Initiativbewerbung.

00:17:25: Und dann ist mir das wieder eingefallen und dann habe ich das halt gegoogelt,

00:17:29: Professional Organizer und habe eben gesehen,

00:17:33: in Deutschland, da gibt es schon auch so eine Vereinigung von Ordnungscoaches.

00:17:40: Es gibt in Großbritannien ganz viele, in Amerika sowieso.

00:17:46: Und dann habe ich mir gedacht, da gibt es Leute, die verdienen wirklich einen

00:17:51: Lebensunterhalt damit.

00:17:53: Und,

00:17:56: habe dann beschlossen, naja, das probiere ich einfach. Das.

00:18:03: War mir schon klar, es wird kein großer finanzieller Aufwand sein.

00:18:07: Ich werde eine Website brauchen, aber ich brauche jetzt keine Betriebsstätte etc.

00:18:13: Und ich probiere das einfach. Ich mache das halt als Erste in Österreich.

00:18:18: Also ja, so war das. Das war dann eine Eingebung.

00:18:23: Ja, und die muss man auch annehmen können. Ja, ja.

00:18:28: Und hast du eine Ausbildung auch dafür gemacht oder bist du jetzt mal von deinem

00:18:32: aktuellen Wissensstand damals ausgegangen?

00:18:35: Genau, also Ausbildung gab es damals nicht.

00:18:40: Ich hätte eventuell eine gemacht tatsächlich, wenn es eine gegeben hätte,

00:18:43: weil es ist ja schon gut, wenn man lernt von Leuten, die da schon arbeiten und

00:18:49: die Erfahrung haben in dem Bereich.

00:18:51: Aber nein, es ist ja auch ein freies Gewerbe, also man braucht keine Ausbildung dazu.

00:18:57: Und ich habe einfach gestartet.

00:19:02: Und wie wir Selbstständige wissen, ist einfach starten gar nicht einfach.

00:19:08: Wie bist du zu deinen Kunden gekommen? Was hast du gemacht, dass du Kunden bekommst?

00:19:14: Also ich habe hier in Österreich gibt es ja dieses Unternehmensgründungsprogramm.

00:19:20: Ich bin da reingekommen, wobei mein Berater damals gesagt hat,

00:19:26: ich sehe sie nicht bei anderen aufräumen.

00:19:30: Aber ich habe ja damals schon gewusst, es geht ja nicht nur ums Aufräumen,

00:19:32: es geht ja um total viel mehr.

00:19:34: Und ich bin dann reingekommen und das war eine tolle Erfahrung.

00:19:38: Also es waren ganz, ganz wirklich großartige Seminare, von denen ich auch heute noch profitiere. Und.

00:19:48: Da hat man natürlich schon ein bisschen was gelernt. Also wie kommt man zu Kundinnen?

00:19:53: Und ich habe als allererstes mal auf meine Website gesetzt und habe am Anfang

00:19:59: auch Google Werbung geschaltet.

00:20:03: Es ist ja so, wenn man ein Problem hat, ich vergleiche das mit einem Zahnarzt.

00:20:09: Also ich habe Zahnschmerzen und dann weiß ich, es gibt den Zahnarzt,

00:20:14: also google ich Zahnarzt, Zahnärztin, dann finde ich jemanden.

00:20:20: Aber wenn noch niemand weiß, dass es Ordnungscoaches gibt, dann googelt man

00:20:24: das auch nicht. Also das heißt, es hat sehr lange gedauert.

00:20:27: Ich habe dann angefangen, gleich Blogbeiträge zu schreiben und eben über diese

00:20:33: Suchbegriffe sind die Leute dann auf mich zugekommen.

00:20:39: Genau, und über die Google-Werbung auch. Networking habe ich nicht so viel gemacht.

00:20:46: Das war am Anfang, ja, weiß ich nicht, war ich, glaube ich, ein bisschen zu

00:20:49: unsicher, zu schüchtern.

00:20:51: Also die ersten KundInnen sind über die Website gekommen.

00:20:56: Genau, dann habe ich relativ bald auch Presseanfragen bekommen und das hat natürlich auch geholfen.

00:21:08: Welches Problem hatten so deine ersten Kunden?

00:21:13: Also was war deren Painpoint? Also die allererste Kundin, das weiß ich noch,

00:21:20: die hatte ihren Mann kurz vorher verloren und wollte,

00:21:28: dann nach der Trauerzeit und als sie dann bereit war,

00:21:34: auch die Dinge ihres Mannes gut, wie sage ich es jetzt, sich gut davon trennen.

00:21:42: Genau, das haben wir zusammen gemacht.

00:21:47: Also da ist dann schon klar geworden, es geht eben nicht nur ums Aufräumen,

00:21:52: sondern es geht immer auch noch um was anderes.

00:21:54: Wobei ich gleich sagen muss, das ist mir ganz wichtig, das sage ich auch allen

00:21:58: Kundinnen, das sage ich in jedem Interview, ich bin keine Therapeutin und ich

00:22:03: grenze mich da natürlich auch ganz klar davon ab.

00:22:07: Und trotzdem bekomme ich natürlich viel mit. Ja,

00:22:14: das ist natürlich auch eine extrem schwierige Situation. Du hast ja gleich eine

00:22:19: Feuertaufe gehabt, weil da quasi jedes Stück, das man weggibt mit Erinnerung, behaftet ist und so.

00:22:28: Okay, also jemand, der sich von seinen Sachen trennen will, die jetzt nicht

00:22:34: mehr benötigt werden. und du hast gesagt, gut trennen.

00:22:39: Was meinst du damit? Also damals, die Kundin konnte ich natürlich noch nicht

00:22:43: so gut begleiten, wie ich heute meine Kundinnen begleiten kann.

00:22:50: Gut trennen heißt für mich, dass man eine fundierte Entscheidung trifft,

00:22:58: die kann pro oder kontra des Stücks sein,

00:23:02: aber eine Entscheidung, mit der man sich im Reinen fühlt,

00:23:08: und gerade beim Weggeben, also wenn man sich trennt von etwas,

00:23:11: ist es enorm wichtig, dass es eine Entscheidung ist, die man in späterer Zeit nicht bereut.

00:23:18: Und für mich ist da der Unterschied beim Bereuen. Es gibt natürlich,

00:23:24: wenn man sich von 500.000 Stücken trennt und das passiert leicht mal.

00:23:30: Gibt es natürlich, und das sage ich meinen KundInnen auch, es wird immer Entscheidungen

00:23:35: geben, wo man ein paar Monate später sagt, das hätte ich jetzt doch nicht weggeben sollen.

00:23:41: Der Unterschied ist aber, wenn man sich trotzdem fundiert entscheidet,

00:23:44: dass man es nicht bereut, also dass man nicht Wochen, Monate danach grübelt

00:23:48: und sich zerfleischt, sondern sagt, naja,

00:23:51: heute hätte ich die Entscheidung anders getroffen, aber damals habe ich die

00:23:55: beste Entscheidung getroffen, die ich zu den Zeiten treffen konnte.

00:23:58: Und das ist ein Riesenunterschied.

00:24:00: Also das heißt für mich, gut entscheiden, mit sich im Reinen sein.

00:24:05: Ja, also ich habe ja meine Beratungslaufbahn,

00:24:12: mit dem Schwerpunkt Entscheidungen treffen angefangen und.

00:24:18: Tatsächlich ist es auch das, was ich als eine gute Entscheidung sehen würde,

00:24:23: dass man zu dem aktuellen Zeitpunkt eben die bestmögliche Entscheidung trifft.

00:24:31: Und die bestmögliche Entscheidung ist immer, wenn das Bauchgefühl und der Kopf

00:24:35: zusammengehen. Wenn es nicht zusammengeht, dann kommt es immer zu diesem Hin und Her. Genau, genau.

00:24:41: Also das ist genau das. Also ich ermutige meine KundInnen auch,

00:24:47: als erstes mal aufs Bauchgefühl zu hören.

00:24:50: Und dann kann man darüber reflektieren. Was sagt denn das Bauchgefühl?

00:24:54: Warum könnte das so sein?

00:24:57: Das Gehirn funkt eh dazwischen mit so Dingen wie aber das war mal teuer das

00:25:02: ist immer das Gehirn, das ist nie der Bauch oder,

00:25:07: das war ein Geschenk das ist das Gehirn, das ist nie der Bauch aber man kann

00:25:11: das super aufdröseln ja, genau und,

00:25:16: Ich meine, damals war ja auch die Infrastruktur noch nicht so ausgebaut,

00:25:22: wie es jetzt ist, im Sinne der Wiederverwertung und so weiter.

00:25:28: Habt ihr da gute Lösungen finden können? Also so im Sinne der Nachhaltigkeit.

00:25:33: Ja, haben wir schon. Also ich meine, in Wien haben wir es dann natürlich leicht.

00:25:37: Da hat es damals schon Spendenorganisationen gegeben, wo man die Sachen hat hingeben können.

00:25:45: Es hat schon immer Kindergärten und Volksschulen gegeben, wo man Spiele,

00:25:49: Bücher, Bastelsachen hat hingeben können.

00:25:52: Also das war schon damals möglich.

00:25:56: Also es war ja 2012, das war jetzt letztes Jahrtausend.

00:26:01: Ja, okay. Ja, das stimmt. Da hat man natürlich auch einen Vorteil in größeren Orten.

00:26:10: Das ist bezüglich besser.

00:26:14: Aber du bist jetzt also schon von 2012 quasi, wie du angefangen hast.

00:26:22: Bis jetzt ist schon eine Zeit ins Land gegangen.

00:26:25: Und mittlerweile bist du nicht mehr die einzige Ordnungsberaterin in Österreich,

00:26:30: sondern ihr habt euch zu einem Verband zusammengeschlossen. Erzähl uns mal ein

00:26:34: bisschen etwas über euren Verband, bitte.

00:26:38: Ja, also,

00:26:41: das war meine Kollegin Olivia Ruderesch aus der Steiermark, die mich damals,

00:26:48: angeschrieben hat, ob wir nicht zusammen irgendwie was machen wollen.

00:26:53: Und wenn ich ganz ehrlich bin, damals war ich ja nun der Platzhirsch.

00:26:59: Am Anfang hat mir das nicht so geschmeckt. Also bin ich schon ganz ehrlich.

00:27:04: Aber die Olivia war sehr charmant und hartnäckig.

00:27:09: Und ja, wir haben uns dann mit noch einer anderen Kollegin aus Niederösterreich,

00:27:15: die ist nicht mehr beim Verband zusammengetan und haben einfach überlegt mal, was können wir,

00:27:21: was könnten wir machen, was könnte unser Ziel sein als Ordnungscoaches.

00:27:26: Und unser erstes Ziel war und ist nach wie vor, diese Dienstleistung bekannt zu machen.

00:27:33: Also, dass wir irgendwann mal so klar gegoogelt werden wie eben eine Zahnärztin oder ein Zahnarzt.

00:27:43: Und dann haben wir nach und nach angefangen, Leute anzuschreiben aus den anderen

00:27:49: Bundesländern und es gab damals auch wirklich nicht viel. Wir waren wirklich nur eine Handvoll.

00:27:59: Und haben dann irgendwann eben den Verband gegründet. Also das ist als Verein organisiert.

00:28:09: Und ja, jetzt treffen wir uns regelmäßig, also per Zoom, online sagen wir,

00:28:18: ohne Werbung, treffen wir uns regelmäßig online alle zwei Monate.

00:28:23: Wir haben Core-Teams, also immer ein paar Leute sind für eine bestimmte Aufgabe

00:28:29: zuständig und einmal im Jahr treffen wir uns auch alle vor Ort.

00:28:34: Das ist immer total nett und machen auch andere Sachen zusammen.

00:28:38: Also zum Beispiel, dass wir zusammen auf einer Messe stehen und einen Messestand teilen.

00:28:47: Und haben eben diesen Austausch miteinander. Genau.

00:28:52: Und wie viele Ordnungsberater und Beraterinnen gibt es jetzt schon in Österreich?

00:28:58: Das ist ein bisschen schwierig zu sagen. Also,

00:29:03: laut Eintrag, also es gibt ja einen eigenen Gewerbeschein tatsächlich auf Baumcoach.

00:29:12: Sind es 120 Personen, die den gelöst haben.

00:29:18: So richtig fulltime damit arbeiten, glaube ich, tut nicht mal die Hälfte.

00:29:24: Also viele haben das halt so noch gelöst als Ergänzung.

00:29:29: Also zum Beispiel Ordnungsberaterinnen.

00:29:33: Ich glaube, ja, also das ist jetzt so das Erste, was mir einfällt.

00:29:37: Von daher ist es, ich glaube, die Anzahl der Gewerbescheine spiegelt nicht wirklich

00:29:45: wider, wie viele tatsächlich als Ordnungscoaches arbeiten.

00:29:48: Aber ich würde jetzt mal sagen, mit eigener Website, mit eigenem Auftritt schätzungsweise

00:29:55: vielleicht 50 in ganz Österreich, vielleicht 60.

00:30:02: Würdest du sagen, dass wenn jetzt jemand sich überlegt, ja, eigentlich ist das

00:30:08: auch eine Stärke von mir, Struktur in Dinge reinzubringen und so weiter,

00:30:15: gibt es da noch Platz auf dem Markt oder ist da noch Bedarf für weitere Ordnungsexperten.

00:30:23: Und Expertinnen? Also das glaube ich ganz sicher. Ja.

00:30:29: Also der Vorteil wäre, wenn wir mehr würden, es würden mehr Leute darauf aufmerksam

00:30:36: machen, dass es uns gibt und mehr Leute würden erfahren, dass sie Hilfe haben

00:30:40: könnten und würden einfach gezielt sich jemanden aussuchen.

00:30:45: Und das wäre ein großer Vorteil, wenn es von uns noch mehr gäbe.

00:30:50: Der Bedarf ist ganz sicher da.

00:30:52: Also wenn ich mir überlege, in Wien, wir sind wahrscheinlich 15 Ordnungscoaches

00:30:58: in Wien, in einer 2-Millionen-Stadt.

00:31:02: Also da ist auf jeden Fall noch Luft nach oben.

00:31:07: Es ist auf jeden Fall leichter in Städten oder Ballungsgebieten.

00:31:12: Also ich weiß schon, dass meine, ich biete ja selber,

00:31:18: eine Ausbildung an, einen Lehrgang und ich weiß, dass meine Teilnehmerinnen,

00:31:22: die jetzt sehr ländlich wohnen, dass die es schon noch schwierig haben.

00:31:28: Ja, woran das liegt, viele sagen, es ist halt,

00:31:34: auf dem Land noch schambehaftet. Ja, also das kenne ich aus meinen Anfängen

00:31:38: in Wien auch. Das ist jetzt gar nicht mehr so.

00:31:42: Aber in den ländlichen Gebieten anscheinend ist das noch so. Ja.

00:31:49: Und was braucht jemand, oder was würdest du sagen, ist als Grundausstattung

00:31:54: notwendig für jemanden, der in dieses Business einsteigen möchte?

00:32:00: Gut, also natürlich, was du schon gesagt hast, ein Händchen für Organisation,

00:32:04: für Struktur, für leichte Abläufe, leichte Arbeitsabläufe, auch so ein räumliches

00:32:12: Vorstellungsvermögen.

00:32:13: Aber das bringen eh alle mit, die sich dafür interessieren. Ja, das ist ganz natürlich.

00:32:22: Ich glaube, Geduld ist sehr wichtig. Also Geduld mit sich selber,

00:32:26: aber Geduld auch mit unseren KundInnen, weil es halt oft nicht so flott geht,

00:32:33: wie wir uns das vorstellen.

00:32:35: Ja, also gerade dieses Entscheidung treffen, sich beim Trennen,

00:32:39: beim Abschied nehmen von Dingen, das braucht einfach oft Zeit,

00:32:46: aber auch Geduld mit sich. Also eine Selbstständigkeit aufbauen ist ein Marathon.

00:32:52: Das dauert, ich meine, bei manchen geht es ganz schnell auf,

00:32:57: aber ich sage schon, man muss sich schon zwei Jahre Zeit geben,

00:33:00: eigentlich mindestens.

00:33:05: Bis man mal sagen kann, ja, das geht auf für mich oder nicht.

00:33:10: Wie körperliche Anstrengungen. Achso, Entschuldige.

00:33:15: Ja, Toleranz oder auch Neugier.

00:33:20: Und vor allem auch.

00:33:25: Toleranz ist wahrscheinlich eh so das Wort, was am nächsten kommt,

00:33:28: weil man natürlich so viele Lebensentwürfe kennenlernt. So viele Leute sind

00:33:33: alle so unterschiedlich.

00:33:35: Und man darf auf gar keinen Fall in irgendein Zuhause gehen und anfangen zu bewerten.

00:33:46: Warum ist das so? Oder warum kann die nicht? Oder warum fällt es dem so schwer?

00:33:55: Das sollte man sofort ablegen, wenn man da in dem Beruf arbeitet.

00:34:03: Wie körperlich anstrengend ist so eine Tätigkeit? Also es kann schon anstrengend werden.

00:34:11: Es kann schleppen von schweren Kisten, Treppen runter, rauf, ohne Aufzug.

00:34:22: Ich sitze viel am Boden, wenn wir Dinge aussortieren, Papiere zum Beispiel und

00:34:29: alles verteilen am Boden, weil sonst vielleicht kein Platz ist.

00:34:36: Weil eventuell sonst alles voll ist, alle Tische, alle Sessel.

00:34:41: Aber es ist jetzt nicht so, dass man mit dem Muskelkater irgendwo rausgeht.

00:34:48: Aber es ist keine sitzende Tätigkeit.

00:34:51: Und ist ein Auto unbedingt vonnöten? Also wir haben kein Auto.

00:34:57: Ich habe noch nie ein Auto besessen. Natürlich in Wien fällt es mir leicht.

00:35:03: Es ist natürlich ein schönes Serviceangebot, wenn man den KundInnen sagen kann,

00:35:07: ich nehme jetzt deine Sachen mit und bringe die zur Spendenannahmestelle.

00:35:14: Aber in meinem Fall hat es sich noch nie nachteilig erwiesen.

00:35:20: Man kann dann einfach eine andere Möglichkeit finden.

00:35:23: Und natürlich, wenn ich jetzt irgendwo ein bisschen abgelegener wohne,

00:35:28: die Leute, also meine Kolleginnen, die haben eh ein Auto und ich weiß,

00:35:32: wenn man dann irgendwo hinfahren muss, dann ist ein Auto schon gut.

00:35:36: Ich kann das auch lösen. Ich fahre mit dem Zug, oft nehme ich das Rad mit und

00:35:40: fahre die letzten paar Kilometer mit dem Rad und manchmal holt man mich halt

00:35:45: auch vom Bahnhof ab. Okay.

00:35:50: Und du wohnst in Wien? Ich wohne in Wien, ja. Ja, genau. Aber du arbeitest auch

00:35:55: außerhalb von Wien? Ich arbeite auch außerhalb, ja.

00:36:01: Abschließend würde ich dich noch gern was fragen, nämlich so eine aktuelle Thematik.

00:36:07: Es ist ja so, in Wien gibt es ja diese Kleidersammelcontainer und die sollen

00:36:14: ja jetzt abgeschafft werden.

00:36:16: Was denkst du, welche Auswirkungen hat das auf die Art, wie Kleidung jetzt dann weiter entsorgt wird?

00:36:29: Also, ich kann mir natürlich vorstellen, dass sich viele Leute dann nicht mehr

00:36:33: die Mühe machen, das zu einer Spendenannahmestelle zu bringen und das vielleicht

00:36:39: viel im Restmüll landet.

00:36:42: Wobei man natürlich sagen muss, dass vieles, was bisher in den Kleidercontainern

00:36:47: gelandet ist, ohnehin eigentlich reif für den Restmüll gewesen wäre. Ja,

00:36:55: und ich denke oder ich hoffe, dass es dann nach einiger Zeit,

00:37:04: die Leute schaffen, die Sachen zu irgendwelchen Spenden, Annahmen,

00:37:08: Stellen zu bringen, wie gerade, wie ich ja vorhin schon gesagt habe,

00:37:11: in Wien das eigentlich sowieso sehr leicht ist.

00:37:15: Und es gibt ganz, ganz, ganz tolle Möglichkeiten, gerade für Kleidung, die,

00:37:22: an Ort und Stelle gut zu deponieren und nicht in einem Kleidercontainer,

00:37:26: wo wir ja wissen, dass viel dann in Afrika landet, dort auf dem Müll.

00:37:32: Also ich finde es eine gute Entscheidung, dass es die Kleidercontainer nicht mehr gibt.

00:37:39: Ja, ich sehe es, dass bei uns ein Müllraum sehr häufig ist, dass kläder eins

00:37:47: zu eins direkt im Müll landet ist.

00:37:50: Also was ich oft mache, ist, das geht halt bei uns, wir wohnen halt in einem

00:37:54: Haus mit 40 Parteien circa.

00:37:59: Ich misse ja zweimal im Jahr aus und das sind dann keine Riesenmengen,

00:38:03: weil ich es halt so regelmäßig mache.

00:38:04: Und ich lege die Sachen immer bei uns unten in den Hauseingang und das funktioniert

00:38:10: zum Beispiel auch sehr gut. Da gibt es immer offen bei jemanden,

00:38:14: die sich darüber freut und die Sache nimmt. Also.

00:38:21: Bevor ich es in den Müllraum lege, könnte man das vielleicht zumindest mal als

00:38:25: Zwischenschritt probieren.

00:38:29: Ja, das passiert intuitiv auch, weil viele Leute die Dinge nicht wegschmeißen

00:38:34: wollen, wenn sie in Ordnung sind.

00:38:37: Dann legen sie es auch daneben, also im Müllraum daneben. Das funktioniert bis zu einem gewissen Grad.

00:38:44: Aber ich denke, wenn die Leute jetzt keinen, weil sagen wir jetzt so große Säcke

00:38:49: mit Kleidung, Schuhen und so weiter, das ist ja auch schwer.

00:38:53: Das kannst du nicht so leicht durch die Gegend anreißen, diese Säcke und so.

00:38:59: Nicht so leicht weit transportieren. Also da habe ich schon ein bisschen die

00:39:05: Sorge, dass das eher in die andere Richtung ausschlägt.

00:39:09: Ja, das stimmt schon. Aber ich glaube, es wird immer die Leute geben,

00:39:12: die sagen, aha, okay, das gibt es jetzt nicht mehr.

00:39:14: Ich möchte es aber trotzdem gut weiterbringen und ich nehme jetzt diese kleine

00:39:19: Mühe auf mich. Also ich habe auch gesagt, wir haben kein Auto und ich nehme

00:39:23: mir dann halt ein Taxi und bringe das halt zur Stelle XY.

00:39:29: Natürlich ist es ein bisschen ein größerer Aufwand, aber ich bin sicher,

00:39:33: es wird immer Menschen geben, die sagen, gut, die nehme ich jetzt auf mich,

00:39:37: weil es mir so wichtig ist, dass die Dinge gut weiterverwendet werden.

00:39:44: Und dann wird es halt die Leute geben, die sagen, nein, das will ich nicht.

00:39:49: Man hat mir jetzt diese Bequemlichkeit genommen und jetzt schmeiße ich es halt in den Müll.

00:39:55: Oder vielleicht ist es ein Feld für ein neues Serviceangebot,

00:39:58: Dinge einzusammeln und irgendwo dann gut abzugeben.

00:40:05: Ja, gut, abschließend noch, liebe Katrin, was würdest du sagen ist dein bester Tipp,

00:40:14: damit es zu Hause ordentlich bleibt, sagen wir mal so. Also falls es schon mal

00:40:19: ordentlich ist, dass es auch nicht so ausartet.

00:40:24: Super, danke. Danke für diese Einschränkung, weil es gibt verschiedene Levels

00:40:29: im Ordnungsprozess. Aber du hast gesagt, wenn es schon ordentlich ist.

00:40:33: Also für mich sind zwei Sachen ganz wichtig. Das eine ist.

00:40:40: Und das ist jetzt banal, das ist immer alles wegräumen.

00:40:44: Also das heißt, wenn ich eine Tätigkeit beginne, ist sie erst fertig,

00:40:51: wenn alles wieder so ist wie vorher.

00:40:53: Also man kann sich das vorstellen wie einen Kreis. Der Kreis ist erst geschlossen,

00:40:57: wenn alles wieder an seinem Platz ist. Also ich nehme mal ganz gern das Beispiel Hunger.

00:41:04: Also ich habe das Projekt Hunger und mein Projekt ist nicht fertig,

00:41:08: wenn ich satt bin, sondern das letzte Stück ist, wenn alles wieder in der Küche an seinem Platz ist.

00:41:15: Und wenn man sich dieses Bild vorstellt, ich weiß, das hilft total vielen Leuten,

00:41:21: weil sie plötzlich diese Lücke vor Augen haben.

00:41:27: Was auch gut hilft, ist sich nicht zu fragen, habe ich Lust dazu oder habe ich

00:41:31: jetzt Zeit dazu oder eher habe ich Lust dazu.

00:41:35: Niemand hat Lust dazu, aufzuräumen.

00:41:38: Ich auch nicht. Sondern eher, wie lange wird es denn dauern?

00:41:43: Dann kriegt man eine ganz objektive Antwort.

00:41:46: Und die zweite Sache, die ich, also ganz viel Nein sagen.

00:41:52: Also nein, sagen Sie zum Beispiel so zu kostenlosen Giveaways.

00:41:58: Also wenn ich jetzt in einem Seminar sitze und ich weiß, ich habe daheim fünf

00:42:02: gut funktionierende Kugelschreiber, dann brauche ich den nicht mitnehmen.

00:42:08: Weil jedes Ding ist ein Job. Und ich muss mich irgendwie um diesen Kugelschreiber

00:42:12: kümmern. Und mit meinen fünf Kugelschreibern weiß ich, bin ich fürs nächste

00:42:15: halbe Jahr hervorragend ausgestattet.

00:42:19: Danke, das ist wirklich hilfreich. Das sind hilfreiche Gedankengänge.

00:42:24: Also ich glaube auch, dass wir zeitweise auch mit sehr viel unnötigem Zeug belastet

00:42:29: werden und deshalb dieses Nein-Sagen auch schon einmal eine gute Methode ist,

00:42:34: sich die Dinge fernzuhalten.

00:42:38: Genau, und de facto ist es ja so, weil du gesagt hast, man hat keine Lust,

00:42:43: man denkt oft länger darüber nach, als es dauern würde, das Ding zu erledigen, oder?

00:42:47: Hat meine Mama immer zu mir gesagt, ich habe mir gehasst den Spruch.

00:42:54: Aber da ging es um andere Sachen, so wie Stunde Klavier üben oder so.

00:42:59: Aber das sind wirklich oft Tätigkeiten, die dauern so kurz. Oder die Tasche,

00:43:04: wenn ich nach Hause komme, die Tasche gleich ausräumen mit allem,

00:43:07: was da nicht reingehört. Das ist eine Minute.

00:43:13: Ja, genau. Ja, also es gibt ja auch im Berufsleben so diesen,

00:43:24: Merksatz, so alles, was man innerhalb von fünf Minuten erledigen kann,

00:43:27: so einem sofort machen, nicht anstehen lassen und das kann man wahrscheinlich

00:43:31: auch gut auf dieses Thema übertragen und damit verleidet man wahrscheinlich auch viel Ansammlung.

00:43:40: Liebe Katrin, vielen lieben Dank, dass du da warst. Das war ein sehr interessantes

00:43:45: Gespräch und ich freue mich, dass wir auch so dieses Berufsfeld ein bisschen in,

00:43:55: den Mittelpunkt stellen konnten. Wer noch mehr dazu wissen will,

00:44:00: wir werden natürlich deine Kontaktdaten und auch die vom Verband in die Shownotes stellen.

00:44:08: Und ich kann auch verweisen an eine Folge mit Regina Halbauer,

00:44:13: die ja auch schon mal bei mir war und die auch so ein bisschen etwas über ihre

00:44:17: Geschichte in dieser Branche erzählt.

00:44:20: Und ansonsten vielen herzlichen Dank unserem lieben Publikum.

00:44:25: Danke fürs Einschalten. Danke fürs immer wieder Einschalten.

00:44:29: Und wir sehen uns wieder. Baba.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.