Ich muss gehen, sonst verbrenne ich - vom Vorstandsbüro zur Selbstermächtigungskomplizin

Shownotes

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00:00:00: Und da habe ich aber wirklich erstmalig dann gekündigt, ohne etwas Neues zu

00:00:03: haben, weil der hat mich so fertig gemacht, dieser Vorgesetzte,

00:00:07: dass ich gesagt habe, ich muss gehen, weil sonst verbrenne ich.

00:00:12: Und da war schon dann wirklich erstmalig in meinem Kopf, ich will wirklich eigentlich

00:00:17: etwas anderes machen. Weil es gab dann schon diese, ich habe ja da schon parallel

00:00:21: angefangen mit Ausbildungen in eine andere Richtung, also war mehr so ein bisschen

00:00:24: Ausgleich und Hobby und so.

00:00:26: Und dann habe ich gedacht, jetzt wäre eigentlich die Gelegenheit,

00:00:28: sich eine Auszeit zu nehmen und einmal so schauen, was will ich.

00:00:32: Ja, wäre ein guter Plan gewesen, aber dann kamen so von außen ständig Jobangebote.

00:00:38: Also ich habe mich wirklich nicht

00:00:39: bemüht, aber es wurden mir ständig Vorstellungsgespräche aufgedrängt.

00:00:44: Also von wegen Auszeit in einem Monat, wo ich gefühlt habe, ich bin jetzt in

00:00:48: der Datingshow, ich habe halt einen Monat verbracht mit ständigen Vorstellungsgesprächen.

00:00:52: Ich meine, eh Luxus mit Mitte 40, weil man hat mir ja erklärt,

00:00:55: bist du verrückt, du kannst ja nicht kündigen mit Mitte 40, du wirst nie mehr einen Job finden.

00:01:01: Vollkommener Blödsinn. Baba, Hamsterrad, Servus Berufung.

00:01:07: Hallo und herzlich willkommen beim Podcast für berufliche Veränderung, Erfüllung und Sinn.

00:01:14: Ich bin Claudia Scheer, deine Expertin für den Neustart mit all seinen Facetten.

00:01:21: Wenn du gerade merkst, dass du dich in deinem Job nicht mehr wohlfühlst,

00:01:25: du um oder wieder einsteigen möchtest, dann erfährst du hier alles über berufliche

00:01:30: Perspektiven und Karrierewege.

00:01:33: Hallo und herzlich willkommen bei einer neuen Folge von Papa Hamsterrad.

00:01:38: Servus Berufung! Und heute habe ich wieder einen sehr, sehr lieben Gast da.

00:01:43: Herzlich willkommen, liebe Sabine Buiten.

00:01:47: Hallo Claudia, danke für die Einladung. Sehr, sehr gerne.

00:01:51: Sabine, möchtest du dich einmal bitte kurz vorstellen, so ein paar grobe Eckdaten von dir?

00:01:58: Mein Name ist Sabine Bulten. Ich bin selbstständig und begleite von in beruflichen

00:02:06: und privaten Umbrüchen und Trennungsphasen.

00:02:10: Ich bin Mitte, Ende 50 und habe, sage ich einmal, etwas später meine Berufung

00:02:17: gefunden. Sie war schon länger da, aber jetzt darf sie gelebt werden.

00:02:22: Ich freue mich schon jetzt auf unser Gespräch und das, was du mich fragst.

00:02:28: Dann lass dich überraschen. Aber zuerst kommt die erste wichtige Frage,

00:02:33: die ich in allen Interviews stelle.

00:02:36: Kannst du dich erinnern, was du als Kind werden wolltest?

00:02:40: Ich kann mich tatsächlich erinnern, weil ich jetzt irgendwann darüber nachdachte.

00:02:44: Als erstes war das Lehrerin, weil ich hatte so eine coole Volksschullehrerin,

00:02:48: die ich so wirklich gern gemocht habe.

00:02:50: Und dann wollte ich Archäologin werden. Frag mich nicht, warum.

00:02:56: Warst du generell an Geschichte interessiert? Nein, ich glaube,

00:02:59: mich hat das einfach so interessiert, dieses Ausgraben der Dinge, Dinge zu entdecken,

00:03:05: irgendwie so versteckte Welten oder alte Welten irgendwie zusammenzubauen.

00:03:11: Also ich glaube, rückblickend ist es einfach so diese Neugier.

00:03:16: Aber ich habe nie so einen Bezug zur Geschichte oder so gehabt.

00:03:20: Ich glaube, das war so kindlich, hat man sich das toll vorgestellt,

00:03:24: wenn man dann so irgendwo.

00:03:29: Kannst du dich erinnern, in welchem Alter das ungefähr war? Das war sicher alles

00:03:35: Volksschul. Ich war in keinem Kindergarten, aber im maximal Volksschulalter.

00:03:40: Dann kam relativ schnell dieses wirklich, ich will in einer Bank sein,

00:03:46: ich will in einem Büro sein, ich möchte Stempeln schreiben.

00:03:50: Also ich habe immer schon gern diese Kinderpost. Ja, sicher, natürlich.

00:03:55: Mit diesen kleinen Stempeln und meine Mutter hat mir dann immer vom richtigen

00:03:59: Postamt so diese Erlagsscheine und was da alles gegeben hat zum Spielen gebracht

00:04:03: und das habe ich stundenlang spielen können.

00:04:05: Ich habe die größte Freude mit tausend unterschiedlichen Kugelschreibern gehabt.

00:04:09: Also ich hatte dieses Bürozeugs immer schon sehr gerne.

00:04:13: Also nach diesen Anfängen, wo ich nicht wirklich, also dieses Archäologie und

00:04:18: Lehrerin war so ein bisschen aufgrund von,

00:04:22: ich weiß nicht, woher das kam, aber Bank, Büro, das war dann sehr schnell da

00:04:27: und ging auch nicht mehr weg.

00:04:32: Ja, also so einen Bezug zu so Büromaterial und so weiter habe ich auch immer

00:04:38: gehabt und am liebsten so Buntstiftboxen mit Waldfarben,

00:04:46: die ich aber nie gekriegt habe.

00:04:49: Jetzt kaufe ich wieder blöde Buntstifte und Filstifte und Brushstifte und was weiß ich. Ja.

00:04:57: Genau. Also Büro hatte ich irgendwie schon angesprochen und Stempeln auch.

00:05:06: Wie hast du dich denn dann beruflich sozusagen orientiert, nachdem die Schule zu Ende war?

00:05:15: Warst du in einem Gymnasium? Nein, ich war in einer Hauptschule.

00:05:19: Genau, nach der Hauptschule.

00:05:20: Also da war klar, dass das Handelsschule der Hack sein wird.

00:05:23: Ich habe dann Handelsschule gemacht, weil ich so ein bisschen nicht wusste,

00:05:28: ob ich wirklich noch fünf Jahre Schule gehen möchte, weil schon dieses eigene

00:05:31: Geldverdienen ein bisschen im Kopf war.

00:05:34: Weil die Verlockung sehr groß war, da nicht mehr die Mama fragen zu müssen,

00:05:38: ob ich mal irgendwas kaufen darf,

00:05:40: und habe mich irrsinnig gefreut, da gab es diese Aufnahmeprüfungen und das war

00:05:43: wirklich weiß ich noch für mich, das Highlight, das sind wir vorgefahren zur Schule,

00:05:47: da ist ausgehängt gewesen, diese Liste, die Aufnahmeprüfung bestanden hat und

00:05:51: da war halt mein Name und das war für mich, ich bin wirklich,

00:05:54: wirklich gefreut drüber.

00:05:56: Ich muss auch sagen, ich war ein Kind, das immer gerne in die Schule gegangen

00:05:59: ist, also ich bin wirklich sehr, sehr gerne in die Schule gegangen.

00:06:03: Und dann war ich in der Handelsschule. Hast du auch leicht gelernt?

00:06:07: Nein, will ich gar nicht sagen. Leicht gelernt habe ich nicht.

00:06:10: Aber erstens, es gab ja dann immer neue Pumstifte, ein neues Federvinal und so.

00:06:14: Und diese neuen Schulbücher und so, es war immer so dieses Gefühl des Neuanfangs und so neue Kleidung.

00:06:20: Das war ja nicht so wie jetzt, dass du ständig neue Kleidung kaufst.

00:06:23: Das war schon noch immer so Herbst, Frühling, also immer so zum Schulanfang

00:06:27: oder Ferienanfang gab es dann irgendwie so Kleidung kaufen.

00:06:32: Aber es war irgendwie, ich habe halt grundsätzlich gern gelernt,

00:06:37: weil ich halt was Neues lernen wollte. Aber leicht habe ich mir in gewissen

00:06:43: Gegenständen getan und in gewissen Gegenständen habe ich mich echt geplagt.

00:06:48: Und wo hast du dir leicht getan? Deutsch. Also ich habe mich in Deutsch nie

00:06:53: angestrengt. Ich habe wesentlich gern Geschichten erzählt.

00:06:57: Chemie war auch nicht so schwierig ja, so diese Lerngegenstände so Geschichte,

00:07:03: Biologie und so, das war kein Thema,

00:07:06: was für mich immer so ein bisschen eine Herausforderung war,

00:07:08: Mathematik aber ich glaube, das ist auch schon die Sozialisierung,

00:07:12: nichts tun sich schwer mit Mathe,

00:07:14: und Englisch, also so Sprachen, das war nicht so mein,

00:07:20: Favorites Feld, also da habe ich wirklich, wirklich lernen müssen,

00:07:24: wirklich lernen müssen und dass das hängen bleibt.

00:07:28: Ja, das ist mir auch so gegangen.

00:07:33: Also du hast dich für die Handelsschule entschieden und warst du dann dort glücklich in der Handelsschule?

00:07:40: Hat dir das gefallen? Ja, absolut. Also das war so wirklich meins,

00:07:43: dieses ganze Kaufmännische, dieses zu verstehen, wie funktioniert dieses Betriebswirtschaft,

00:07:52: wie funktioniert ein Betrieb, wie funktioniert ein Staat und dieses ganze Drumherum,

00:07:59: das hat mich schon interessiert.

00:08:01: So Rechnungswesen, da habe ich zwar am Anfang auch ein bisschen gekämpft,

00:08:04: aber da hat mich dann der Ehrgeiz gepackt, es verstehen zu wollen.

00:08:09: Und irgendwann war es dann klar, ich habe dann sogar Nachhilfe in diesen Dingen gegeben.

00:08:15: Dann haben wir ja noch Steno gehabt.

00:08:18: Bestimmt noch. Steno, Maschinen schreiben. Sehr arg, sehr arg.

00:08:23: Das darf man gar nicht erzählen.

00:08:26: Nein, das hat mir schon getaugt. Also es war schon eindeutig,

00:08:31: dass ich in diese kaufmännische, wirtschaftliche Richtung gehe.

00:08:34: Genau. Und wie du dann fertig warst mit der Fachschule, was war dann dein erster Job?

00:08:43: Es war so kurz die Überlegung, diesen Aufbaulehrgang zu machen,

00:08:47: aber es war dann einfach auch so in der Pubertät so schwierig zu Hause und immer

00:08:51: diese Diskussion, wie viel Geld ich zur Verfügung kriege.

00:08:54: Und ich habe mich dann natürlich an alle Banken, die es gibt,

00:08:58: beworben Es gab dann in der Schule so ein schwarzes Brett, wo auch so Jobs ausgeschrieben

00:09:03: waren, da habe ich mich dann auch beworben.

00:09:05: Da kam dann die erste Zusage, das war so eine Firma, die glaube ich Putzmittel oder so vertrieben hat.

00:09:12: Also da habe ich sofort eine Zusage gehabt.

00:09:15: Dann war ich, kann ich mir erinnern, glaube ich im Familienministerium vorstellen.

00:09:20: Die hätten dann auch zugesagt, aber dann kam eine Zusage in einer Bank.

00:09:23: Das war damals die BSK, also die Boschparkasse.

00:09:27: Und natürlich war klar, dass ich in die Bank gegangen bin. Okay,

00:09:31: Postparkasse, okay. Ja, also die heutige Babag.

00:09:35: Damals war es noch die Postparkasse, also die PSK.

00:09:39: Die waren ja sehr innovativ, da ist das ein staatlicher Betrieb geworden,

00:09:42: weil die waren die Ersten, wo man, wie soll ich sagen.

00:09:49: Überweisungen mit Briefkuvert machen konnte.

00:09:54: Okay, okay, okay. Ich glaube, da gab es noch kein Online-Backbank. Ja, natürlich.

00:10:01: Von innen drinnen habe ich es weniger innovativ erlebt, weil es gab tatsächlich,

00:10:05: als ich habe, noch einen Dienstausweis zu Hause, wo das Sparkassenamt drinsteht.

00:10:10: Das heißt, ich war ja Vertragsbedienstete, da gab es ja auch noch viele Beamte.

00:10:14: Jetzt kam ich da so als junges Mädchen rein und habe mir gedacht,

00:10:16: oh mein Gott, erstens kam ich gleich wieder in eine Schule quasi,

00:10:20: weil da gab es ja diese Bankenausbildung.

00:10:22: Da war ich jetzt wahrscheinlich froh mit Lernen und dann durfte ich da wieder

00:10:24: so einen lustigen Kurs machen.

00:10:27: Und dann ist ja so, wo gehst du hin? Da gibt es ja 17.000 Abteilungen und ja,

00:10:34: du bist halt so gestartet und da habe ich halt schon gesehen,

00:10:38: das Beamtentum war da schon sehr vorherrscht, muss ich mal sagen, ja.

00:10:42: Aber natürlich ein riesen Ding, ein wahnsinnig schönes Gebäude, muss man schon sagen.

00:10:48: Also ich bin sehr dankbar, dass ich sehr viele Jahre in diesem denkmalgeschützten

00:10:53: Hallen arbeiten habe dürfen, also das rückblickend,

00:10:57: war das schon ein sehr, sehr schönes Erlebnis in diesem Gebäude sein zu dürfen, also das ist schon sehr,

00:11:04: imposant und cool.

00:11:06: Also das heißt, du hast in der Zentrale im ersten Bezirk gehabt?

00:11:10: Ja, Kochplatz. Ja, genau. Das ist wirklich ein schönes Gebäude.

00:11:15: Ja, und wie ist es dann weitergegangen? Ich habe da begonnen und.

00:11:21: Also da haben sehr viele Neulinge, haben sie halt in den Inlandszahlungsverkehr,

00:11:25: gesteckt. Also da gab es so Schnupperabteilungen. Also ich war in der Wertpapierabteilung

00:11:29: und im Inlandszahlungsverkehr.

00:11:32: Und im Inlandszahlungsverkehr bin ich dann quasi bitten geblieben,

00:11:35: weil da stecken sie, glaube ich, haben sie viele neue reingesteckt,

00:11:38: weil das ist halt nicht so der Favorite-Job gewesen, wo jeder gerne freiwillig bleibt.

00:11:42: Das heißt, das war die Abteilung, wo du die Belege verarbeitest,

00:11:45: die du dann eingeschickt hast. Wahrscheinlich du hast es ins Kuvert geschickt

00:11:47: und ich habe es dann dort gekriegt und habe dann diese Überweisungen gemacht.

00:11:50: Das kann man sich heute ja gar nicht mehr vorstellen.

00:11:52: Die wurden dann verfilmt, da waren diese Mikrofische.

00:11:56: Sehr arg, ja. Und das wurde halt von den Kunden abgebucht und so.

00:12:01: Und das hat mich halt dann aber irgendwann überhaupt nicht happy gemacht.

00:12:05: Also das war eine ziemliche stupide Arbeit und war nicht so das,

00:12:09: was ich mir vorgestellt habe.

00:12:10: Und ich habe halt dann versucht, intern mich zu bewerben.

00:12:13: Und dann wurde ein Job ausgeschrieben unten in der Kundenberatung,

00:12:17: also im Kassensaal, in diesem schönen bei der Kundenberatung und ich habe dann

00:12:22: tatsächlich diesen Job bekommen und bin dann bei der Kundenberatung gelandet.

00:12:26: Also nicht bei der Geldauszahlung, sondern wirklich bei der Beratung,

00:12:29: welches Sparpaket, welcher Kredit oder was auch immer, diese Dinge,

00:12:35: die halt Kunden beschäftigt haben, da war ich halt dann quasi.

00:12:39: Da bin ich halt dann dort gelandet und das war schon eine sehr interessante, spannende Zeit.

00:12:44: Da war ich aber nicht so lange, weil ich hatte eine sehr nette,

00:12:48: ältere Kollegin, die war früher Assistentin beim Vorstand, also beim Gouverneur

00:12:53: hieß es ja dort. Also da gab es ja keinen Generaldirektor, sondern es gab einen

00:12:56: Gouverneur und zwei Vize-Gouverneure.

00:12:59: Und die hat gesagt, sie sind so ein gescheites junges Mal, sie müssen woanders hin.

00:13:03: Und ich weiß, die suchen da jemanden und ich habe ihnen einen Vorstellungstermin gecheckt.

00:13:08: Und ich habe gedacht, das ist nicht zu stark, weil ich habe überhaupt keine

00:13:10: Ahnung gehabt, was mich da erwartet und bin da wirklich wie die Jungfrau zum Kind kommen.

00:13:15: Und hatte dann tatsächlich einen Vorstellungskamin beim Vizegouverneur in dieser

00:13:20: wirklich ganz schönen Zone in der BSK, weil die Vorstände saßen ja da in diesen

00:13:25: denkmalgeschützten Räumlichkeiten, die ja wunderschön sind.

00:13:30: Und ich bin dann tatsächlich durch diesen Zufall oder durch eine sehr liebe

00:13:34: Kollegin, die mich fördern wollte, in diesen Assistenzjob quasi gestoßen worden.

00:13:41: Also ich war dann tatsächlich mit Anfang 20, glaube ich, eine der jüngsten Vorstandsassistentinnen.

00:13:48: Und es war eine, sage ich mal, sehr interessante, harte Schule,

00:13:52: weil natürlich keine Ahnung, was da auf mich zukommt.

00:13:55: Und eine ältere Kollegin gehabt, die mich sehr gut eingeschult hat.

00:14:01: Also ich habe mich mit der ganz gut verstanden.

00:14:04: Und ich war dann tatsächlich dort mit einer zweiten Assistentin vom Vize-Gouverneur.

00:14:11: Wow, das ist schon mal ein ordentlicher Karriere-Schritt, ne?

00:14:15: Ja, ja, ja, also überhaupt nicht geplant. Also ich war nie so,

00:14:17: jetzt wäre ich Assistentin von irgendjemandem.

00:14:20: Aber irgendwie hat der Job ganz gut gepasst für mich, weil dieses,

00:14:23: also man erinnere sich, es gab damals keine Mails, es gab kein Handy.

00:14:28: Das kann man sich gar nicht vorstellen, einen Bankenvorstand,

00:14:32: ohne diesen Instrumenten zu organisieren. Also da gab es eben,

00:14:35: er hat einen Kalender gehabt, ich habe einen Kalender gehabt.

00:14:38: Wir haben Paralleltermine ausgemacht und da passierte es schon des Öfteren,

00:14:42: dass wir ein und denselben Termin doppelt vergeben haben.

00:14:45: Also kann man sich ja alles nicht vorstellen. Und ich war mit meinem Chef gemeinsam

00:14:49: damals in einer Lotus-Notschulung. Das war dann das erste Programm,

00:14:52: wo damals E-Mails rausgekommen sind.

00:14:55: Und dann kam Autotelefon und so, da kam so ein bisschen dieses Moderne irgendwie

00:15:00: daher. Aber wir haben halt schon noch sehr oldschool gearbeitet.

00:15:04: War sehr interessant und es war eine sehr aufregende Zeit, weil ich natürlich,

00:15:09: sehr ehrfürchtig diesen ganzen großen Herrn und,

00:15:14: da kamen ja hochrange Politiker, da kamen ja wirklich interessante Künstler,

00:15:18: also wir haben ja orge Besuche gehabt.

00:15:21: Also es waren ja wirklich Leute, die du vom Fernsehen kennst und was auch immer,

00:15:24: Riesenveranstaltungen im Kassenseil und, und, und. Also das war schon.

00:15:30: Extrem aufregend und spannende Zeit für mich.

00:15:35: Das mit den Vorstandsassistenzen, das ist ja bis zu einem gewissen Grad dann

00:15:41: einmal geblieben eine Zeit lang. Ja, das ist mir eigentlich bis jetzt geblieben.

00:15:46: Das ging irgendwie nie weg.

00:15:49: Ich bin dann eben schwanger, also geheiratet und dann habe ich meine Tochter bekommen.

00:15:53: Und da war halt irgendwie, mein Rückblickend war es nicht klar,

00:15:56: aber damals war es klar, ich bleibe dann zu Hause, gehe dann nur mal halbtags.

00:16:00: Das heißt, im Vorstand zu bleiben, geht nicht.

00:16:05: Und dann war es halt so, dass ich nach dem Karenz dann in eine andere Abteilung

00:16:08: gewechselt habe. Ich bin dann in die Marketingabteilung, in die Bereichsleitung

00:16:12: und war dann Assistentin der Bereichsleiterin.

00:16:15: Und da habe ich dann halbtags gearbeitet, war ja Assistenzjob,

00:16:20: aber halt quasi eine Ebene drunter.

00:16:22: Und war auch sehr spannend bei Marketingabteilung, Produktmanagement. Also es war eine.

00:16:30: Interessante Abteilung, weil es halt da wirklich auch Eventmanagement,

00:16:34: also da war halt alles, was so um die Produkte und um Kunden gegangen ist.

00:16:39: Und da habe ich auch an unterschiedlichsten Sachen mitgearbeitet, so gut es halt ging.

00:16:44: Und in der Zeit war es so, dass ich mich dann getrennt habe vom Vater meiner

00:16:48: Tochter und habe dann Stunden erhöht, weil das für halt das Alleinerziehende

00:16:52: Mutter mit 20 Stunden hat gegangen.

00:16:55: Und irgendwie war aber dann so dieser Moment, wo man dachte,

00:16:58: das taugt mir dann nicht.

00:17:00: Also ich bekam dann eine neue Chefin, die extrem mühsam war,

00:17:05: der es echt nicht gematcht hat.

00:17:06: Ich habe eine neue Kollegin gekriegt, die auch extrem anstrengend war.

00:17:09: Und das war irgendwie so ein Jahr nach der Scheidung so irgendwie das Gefühl,

00:17:13: ich muss da beruflich was verändern und habe dann tatsächlich nach 14 Jahren

00:17:17: und 9 Monaten selbst gekündigt.

00:17:20: Ich habe quasi alles nach der alten Abfertigungsregelung. Ja, großartig.

00:17:27: Das wurde ich sehr oft gefragt in Bewerbungsgesprächen. Bisschen haben sie selber

00:17:32: gekündigt. Ich wollte einfach nur weg.

00:17:36: Ich habe es auch nicht bedacht, aber ich sage Ja mei, ist wie sie ist.

00:17:41: Ich war lange sehr unglücklich und habe nicht gewusst, wie ich da rauskomme

00:17:46: und habe dann tatsächlich eine Bewerbung weggeschickt und habe eine Zusage gekriegt

00:17:50: und das habe ich irgendwie so als Zeichen gesehen.

00:17:53: Und die hätten natürlich nicht auf mich warten können, bis ich da irgendwie

00:17:56: wahrscheinlich einvernehmlich was zusammenbringe.

00:17:58: Und habe dann eben selber gekündigt und bin dann von der Bank in die Autobranche gewechselt.

00:18:03: Also ich ging dann zu Tabuk, das ist ein Autohaus, die so verschiedene Marken

00:18:10: wie Nissan, Jaguar, Land Rover, Alpha quasi vereint haben.

00:18:16: Und ich bin da zum Vorstand gewechselt und bin dann in Schechert gesessen.

00:18:20: Also es war eigentlich ein Geschäftsführer, der Kroatien und Deutschland bedient hat.

00:18:28: Und das war natürlich ein kompletter Paradigmenwechsel. Also das war eine komplett andere Branche.

00:18:34: Meinen Job gab es noch nicht. Das war Geschäftsführer mit zwei Kontrollen,

00:18:38: glaube ich, waren die. Und ich habe die dann quasi übernommen.

00:18:41: Aber da gab es noch nichts. Also das war eine totale Männerwirtschaft.

00:18:45: Ich habe einmal Monate dort Ordnung gemacht und habe versucht,

00:18:49: meinen Job einzurichten.

00:18:53: Und so ein bisschen in diese Branche reinzuschnuppern. Und dann war das Problem,

00:18:59: dass der Geschäftsführer seinen Vertrag nicht verlängert hat.

00:19:01: Und ich stand dann da und hatte keinen Chef mehr. Super.

00:19:07: Ach super, jetzt hast du einen sicheren Job aufgegeben und jetzt stehst du da.

00:19:11: Es kam aber dann ein neuer Vorstand. Ich muss sagen, der ist bis jetzt noch

00:19:15: zum Teil einer meiner Lieblingschefs geblieben, der so ein lieber Mensch war.

00:19:20: Der hat dann den Vorstandsjob übernommen und mich als Assistentin quasi adoptiert

00:19:24: und das war so ein cooles Arbeiten mit dem also das muss ich echt sagen,

00:19:29: großartig also ich habe da so viele Dinge gelernt mit dem, wir waren regelmäßig auf Dienstreisen,

00:19:35: der hat mich muss ich wirklich sagen, auch als alleinerziehende Mutter so unterstützt,

00:19:40: dass ich extrem flexibel arbeiten konnte,

00:19:45: das war wirklich toll und dann bin ich halt so reingewachsen in diese Materie

00:19:50: und was diese ganzen Listen bedeuten und was das heißt,

00:19:54: wenn die ganzen Autohausleiter untereinander geplaudert haben, diese Begriffe.

00:19:59: Das muss man ja alles lernen, aber da gab es mir die Möglichkeit und ich habe,

00:20:03: echt ein großes Aufgabengebiet gehabt. Also da habe ich wirklich,

00:20:07: wirklich viel gelernt in der Zeit.

00:20:10: Und hast du, sagen wir, aus dieser mehr oder weniger beamten Zeit Du warst nicht Beamte, aber trotzdem.

00:20:22: Aus dieser Beamtenhaltung, die es dort gegeben hat,

00:20:27: etwas für dich mitnehmen können in die Privatwirtschaft.

00:20:32: Dieses Beamtentum wurde ja immer weniger und weniger, weil wir wurden ja dann

00:20:36: fusioniert mit zwei, drei verschiedenen

00:20:38: anderen Banken, unter anderem zum Schluss dann auch mit der Bawag.

00:20:41: Das heißt, diese Menschen, die so tilgten, sind ja wirklich immer weniger geworden

00:20:47: und ich bin ja dann auch sehr schnell in den Bankenkollektiv gewechselt.

00:20:51: Ich habe nur gemerkt, wie das ganz anders ist, wenn man aus so einer geschützten

00:20:55: Werkstätte kommt, wo es vollkommen wurscht ist, wo Drucksorten en masse produziert

00:21:00: wurden, die ein Vermögen gekostet haben und dann kam ich aber,

00:21:03: bei Dabok war es dann schon so ein bisschen kritisch,

00:21:06: mit der finanziellen Lage Ich habe halt dort wirklich gelernt,

00:21:10: anders zu haushalten mit Büromaterial, weil da war ja für alles zuständig gefühlt,

00:21:15: Wie man dann merkt, wo in einer Firma alles im Überfluss da ist und wo man für

00:21:20: alles eine Zulage kriegt, weil das war ja damals, war ja die Bank ja wirklich

00:21:24: genau, was du für jeden Furzgefühl deine Zulage kriegt hast,

00:21:30: und dann ist das in der Privatwirtschaft natürlich etwas ganz anderes.

00:21:35: Aber es ist schön, wenn man so verschiedene Blickwinkel und verschiedene Branchen

00:21:41: kennenlernen kann, weil man dann irgendwo bei jedem Jobwechsel es erschüttert dich nichts mehr.

00:21:49: Also der erste Jobwechsel, so wie es war von der Bank eben zu Darburg,

00:21:53: das war für mich der einschneidendste, weil ich natürlich erstens einmal was ganz Sicheres,

00:21:59: langjähriges aufgegeben habe und überhaupt nicht wusste, was mich dort erwartet.

00:22:03: Und ich glaube, das ist so einmal der erste Sprung ins kalte Wasser.

00:22:06: Alles, was danach kommt, war nicht mehr so schlimm.

00:22:11: Genau. Also man baut eine gewisse Resilienz auch auf. Ja, und man lernt halt

00:22:16: natürlich, weil jede Firma hat ihre eigene Kultur, ihre eigene Organisation,

00:22:23: jeder Chef hat halt seine eigenen Vorlieben zu arbeiten.

00:22:28: Man kriegt unterschiedliche Aufgabengebiete, man wird halt einfach so ein Allround-Talent

00:22:33: und ich glaube, das ist das, was mir wirklich gut getan hat,

00:22:37: weil ich so verschiedene,

00:22:39: Sachen immer dazubekommen habe, da hat irgendein anderer Geschäftsführer gekündigt,

00:22:44: da habe ein Teil übernommen, also es war irgendwie so, okay,

00:22:48: mache ich halt, schauen wir mal, also man hat mir auch sehr viel zugetraut.

00:22:54: Das ist interessant, hast du das Gefühl, Ähm, dass du als Frau...

00:23:02: Dass dir da mindestens genauso viel zugetraut wurde wie Männern? Oder?

00:23:07: Weil die Zeit war ja auch noch eine andere, ne? Ja, ja, absolut.

00:23:10: Ich war halt trotzdem immer die Assistentin.

00:23:13: Also in Führungspositionen habe ich, wenn ich jetzt rückblicke,

00:23:18: hatte ich wenig weibliche Vorgesetzte und viel mehr männliche Vorgesetzte.

00:23:21: Und es war schon rückblickend, waren viele Dinge vielleicht sehr,

00:23:27: sehr an der Grenze oder sogar über der Grenze. Das würde ich heute ganz anders

00:23:30: bewerten und ich würde ganz anders agieren.

00:23:33: Also gerade, wie es war in der Bank, als sehr junge Vorstandsassistentin,

00:23:37: also da waren schon sehr viele Situationen, die sehr, sehr fragwürdig werden,

00:23:40: ich werde jetzt rückblickend.

00:23:44: Okay, es ging aber dann ja weiter. Ja, ja, ja.

00:23:48: Da hatte ich dann leider das Problem, dass mein, das ist halt das Assistentin-Haushalt,

00:23:52: das schickt halt, du steht und fällt halt alles mit deinem Vorgesetzten.

00:23:55: Und mein Vorgesetzter, also mein Vorstand damals war ja aus der Scheiermark

00:23:59: und der hatte eine Familie mit vier Kindern und der hatte dann ein Jobangebot

00:24:03: wieder in der Speiermark und hat sich entschieden, wieder zurückzugehen.

00:24:08: Der hätte mich auch wirklich mitgenommen.

00:24:10: Aber ich habe gesagt, das geht halt nicht. Meine Tochter geht hier in die Schule.

00:24:13: Damals haben meine Eltern oder mein Vater hat noch gelebt.

00:24:16: Und ich habe gesagt, ich kann meinen Papa halt nicht allein lassen. Das geht nicht.

00:24:20: Ich weiß noch, wie er mir das gesagt hat. Ich habe wirklich so geweint.

00:24:25: Ich war so traurig, weil das so ein tolles Arbeiten mit ihm war. Aber ja.

00:24:30: Ja, und dann war ich gezwungenerweise, also ich hätte bleiben können,

00:24:34: aber ich habe mich dagegen entschieden und habe mich dann halt auf Jobsuche

00:24:38: begeben und dann haben wir so ein bisschen eine Jobzusage gehabt bei einem Unternehmen.

00:24:44: Da haben sie aber den Vorstand über eine Nacht- und Nebelaktion rausgeschmissen.

00:24:47: Das heißt, ich hatte dann wieder keinen Job, also keine Jobzusage und dann bin

00:24:51: ich danach bei Palmers Immobilien gelandet.

00:24:54: Das ist also nicht die Unterwäsche, sondern der Immobilienbereich der Palmers Familie.

00:25:00: Und da war ich dann zwei Jahre, also da war ich nicht so lang,

00:25:05: da muss ich sagen, war ich nicht sehr happy, weder mit dem Aufgabenbereich noch mit dem Vorgesetzten.

00:25:10: Da war ich dann, da hat mir dann ein Kollege mir einen Job, hat er gesagt,

00:25:16: er weiß bei der Volksbank, bei der Tochtergesellschaft von der Volksbank suchen

00:25:19: sie eine Assistentin für die Geschäftsführung.

00:25:22: Und dann wieder zurück in eine Bank und war dann beim Immobilien-Leasing-Bereich

00:25:28: der Volksbank, bin ich dann gelandet in der Geschäftsführung.

00:25:32: Und da hat sich die Bank dann mittlerweile auch schon ordentlich verändert gehabt,

00:25:35: oder? Ja. Das Bankbeten und so, ja.

00:25:38: Da war es auch schon wieder ganz anders. Also da war ich dann zuständig für

00:25:41: einen Geschäftsführer und eine Geschäftsführerin.

00:25:44: Und ich kam da auch wieder in eine sogenannte Zeit, wo da ein Riesenaufbau war, Aufschwung.

00:25:50: Und wir haben aufgenommen, aufgenommen. Wir sind extrem gewachsen.

00:25:54: Das war, muss ich sagen, eine spannende, schöne Zeit. Ich war da zuständig immer

00:25:57: für zwei junge Assistentinnen, die beim Empfang zu mir gehört haben,

00:26:01: wo ich dann die Assistentinnen auch nebenbei ausgebildet habe.

00:26:05: Ich habe auch einen tollen Aufgabenbereich gehabt. Das war eine sehr spannende, coole Zeit.

00:26:10: Und dann kam diese Bankenkrise, diese Finanzkrise. Und dann war die Volksbank

00:26:16: halt auch betroffen mit dieser Stadt.

00:26:20: Die dann ein Staatsgeld gebraucht haben. Und ab dann ging es wirklich auswärts.

00:26:25: Da ist dann auch mein Geschäftsführer weggegangen, die über neue Vorgesetzte

00:26:29: kriegt, die nicht anstrengend waren.

00:26:31: Also es war dann auch wieder alles so ein bisschen semi-optimal,

00:26:35: wo ich danach gesagt habe, ich muss mich verändern, ich halte die Stimmung nicht aus.

00:26:38: Und auch diese neue Bereichsleitung, mit der ich auch ein bisschen so meine

00:26:43: Herausforderungen hatte, also war ich wieder auf der Suche,

00:26:47: und habe diese tolle Idee gehabt, dass ich bei Palmas Immobilien bei meiner

00:26:51: Ex-Firma hat sich ein Vorstandswechsel ergeben und habe mir gedacht,

00:26:54: na dann gehst du halt wieder zurück.

00:26:57: Kein so gescheiter Plan, aber gut.

00:27:01: Ich wollte es nochmal wissen, also es war.

00:27:04: Die Shit-Show nur mit einem anderen Chef, also das war der Aufgabenbereich auch

00:27:08: wieder, war genauso sehe ich mich optimal, obwohl man mir was anderes versprochen hat.

00:27:11: Der neue Forscher war halt jünger, war genauso crazy.

00:27:14: Also gut, das war ein bisschen so ein Griff ins Klo, weil das war so,

00:27:19: das aus dieser Sicherheitsbedürfnis und jetzt weiß ich nicht,

00:27:22: was ich machen soll und ich hätte einfach einmal ein, zwei Monate,

00:27:26: drei Monate zu Hause bleiben sollen und einmal schauen,

00:27:30: wo geht es hin, aber da war es so ein bisschen Panikmodus Und dann kam halt

00:27:34: ein Angebot und dann denkt man halt, okay, gute Entscheidung.

00:27:39: Und da habe ich aber wirklich erstmalig dann gekündigt, ohne etwas Neues zu

00:27:42: haben, weil der hat mich so fertig gemacht, dieser Vorgesetzte,

00:27:46: dass ich gesagt habe, ich muss gehen, weil sonst verbrenne ich.

00:27:50: Und da war schon dann wirklich erstmalig in meinem Kopf, ich will wirklich eigentlich

00:27:56: etwas anderes machen. Weil es gab dann schon diese, ich habe ja schon parallel

00:27:59: angefangen mit Ausbildungen in eine andere Richtung, weil es war mehr so ein

00:28:03: bisschen Ausgleich und Hobby und so.

00:28:04: Und dann habe ich mir gedacht, jetzt wäre eigentlich die Gelegenheit,

00:28:07: sich eine Auszeit zu nehmen und einmal so schauen, was will ich.

00:28:11: Ja, wäre ein guter Plan gewesen, aber dann kamen so von außen ständig Jobangebote.

00:28:17: Also ich habe mich wirklich nicht

00:28:18: bemüht, aber es wurden mir ständig Vorstellungsgespräche aufgedrängt.

00:28:23: Also von wegen Auszeit in einem Monat, wo ich gefühlt habe, ich bin jetzt in

00:28:26: der Datingshow, ich habe halt einen Monat verbracht mit ständigen Vorstellungsgesprächen.

00:28:31: Ich meine, eh Luxus mit Mitte 40, weil man hat mir ja erklärt,

00:28:34: bist du verrückt, du kannst ja nicht kündigen mit Meter 40, du wirst nie mehr einen Job finden.

00:28:40: Vollkommener Blödsinn. Also überhaupt nicht.

00:28:45: Und ich hatte dann wirklich diesen Luxus, das drei Angeboten auszuwählen.

00:28:50: Also wurde wieder der eigentliche Plan in die Ecke gestellt und bleib bei deinem

00:28:57: Leisten, bleib in dem Assistenzbereich.

00:29:00: Und dann bin ich eben bei der Bundesimmobiliengesellschaft gelandet.

00:29:04: Und ich habe mich da dann entschloss, also die anderen beiden Angebote wären

00:29:07: wieder Vorstandsassistenz gewesen.

00:29:09: Und die BIK hat mir dann quasi angeboten, eine Ebene drunter,

00:29:13: Bereichsleitung, aber mit Teamleitung.

00:29:16: Also ein Team zu übernehmen und halt zwei Bereichsleiter. Und dann habe ich

00:29:20: mir gedacht, okay, das klingt einmal nach was anderem.

00:29:23: Ich dachte auch, jetzt bin ich dann nicht mehr beim Vorstand und ist ein bisschen weniger Arbeit.

00:29:28: Natürlich nicht. aber es war schon neu, wieder interessant es war wieder ein

00:29:35: bisschen ein anderer Bereich doch sehr staatsnah,

00:29:40: Zwei sehr nette Bereichsleitungen, also ein Mann, eine Frau und eben ein wirklich

00:29:45: tolles Team, das ich halt dann gefördert aufgebaut habe und,

00:29:49: diese Erteilung wurde gerade, ich war im Bereich Universitäten und die wurden,

00:29:54: die sind neu zusammengestellt worden, das heißt, das war so gruppendynamisch

00:29:57: sehr, sehr spannend, also ich bin mitten ins Chaos und das liebe ich eh, das taugt mir eh.

00:30:03: Und ja, aber da war ich auch eine Zeit lang wirklich gut beschäftigt,

00:30:07: hat mir voll getaugt aber irgendwie hat so dieses andere immer wieder angeklopft,

00:30:12: ja, also es war irgendwie so, es war nicht weg, ja.

00:30:15: Und dann hat ich wieder angefangen, neue Ausbildungen zu machen,

00:30:19: beziehungsweise mit der Ausbildung weiter zu machen und irgendwie habe ich gemerkt,

00:30:22: ich bin immer unzufriedener und irgendwie man kann es nicht benennen,

00:30:27: aber es war halt einfach,

00:30:29: dass ich gesagt habe, irgendwie möchte ich schon einmal was anderes ausprobieren

00:30:31: und das wurde halt in den letzten Jahren immer massiver.

00:30:36: Damit man sich ein bisschen auskennt. Welche Ausbildungen hast du da gemacht?

00:30:41: In welche Richtung ging das? Was war das?

00:30:43: Also der erste Start 2009 war damals das Mentaltraining.

00:30:49: Und dann habe ich systemische Coaching- Ausbildung gemacht. Da war schon der

00:30:54: Plan, mit der Lebens- und Sozialberatung weiterzumachen. Da habe ich dann so

00:30:57: ein bisschen überlegt, das ist so teuer und so viel und so.

00:31:01: Und dann war mir aber klar, wenn ich in die Richtung gehen will,

00:31:03: ich bin ein sehr korrekter Mensch und ich wusste, in Österreich darfst du ja

00:31:06: nur Menschen begleiten, wenn du das Gewerbe, Unternehmensberatung oder LSB halt hast.

00:31:12: Also habe ich dann mich durchgerungen und habe dann gedacht,

00:31:15: jetzt mache ich den Lebens- und Sozialberaterausbildung.

00:31:19: Und der zahlt sich ja ein bisschen, man glaubt, jemand den macht nur so nebenbei,

00:31:22: aber der dauert schon eine ordentliche Zeit, vor allem Berufsbegleitenden.

00:31:27: Und der war dann irgendwie so schnell fertig.

00:31:32: Der war für mich im Kopf so groß und so viel, aber das macht ja großen Spaß.

00:31:37: Man arbeitete ja so viel an so vielen interessanten Themen, vor allem an sich selber.

00:31:42: Ja, und dann tust du Gewerbeanwälten und dann glaubt man ja so und jetzt tust du halt. Ja.

00:31:51: Und da habe ich halt eben gemerkt, Selbstständigkeit heißt doch,

00:31:55: sich mit Positionierung, mit Marketing, mit der Krise und so zu beschäftigen.

00:32:00: Und das war dann halt nochmal spannend und das ist halt dann immer mehr in den Vordergrund gerückt.

00:32:05: Und mein Assistenzjob war immer dann, war irgendwie so ein bisschen nebenbei hinten rum.

00:32:11: Ich habe dann zweimal Stunden reduziert, einmal auf 30, dann auf 20.

00:32:16: Also es war so eine Kündigung auf Raten, sagen wir mal so.

00:32:19: Und irgendwann war es klar, das kann man jetzt nicht immer mehr aufhalten.

00:32:22: Also ich muss mich jetzt wirklich entscheiden, weil beides das schaffe ich einfach nicht mehr mehr.

00:32:27: Wo geht das Herz hin? Ich bin ja keine 20 mehr, ich kann ja nicht sagen, ja, mach ich halt.

00:32:33: Also es war schon mir wichtig, mir das rauszugeben und dann habe ich mich halt, ja,

00:32:39: Lang, ich habe es mir nicht leicht gemacht, sagen wir es mal so.

00:32:43: Gehe ich jetzt diesen Schritt in die Vollselbstständigkeit oder nicht?

00:32:45: Aber es war einfach nicht mehr aufzuhalten, weil ich gemerkt habe,

00:32:49: ich war jetzt wirklich sehr, sehr lang vollen Herzensassistentin,

00:32:53: aber es ist jetzt zu Ende.

00:32:55: Ich bin da rausgewachsen, es ist mir zu klein, es wartet hier etwas anderes,

00:33:01: das ich machen möchte. Und ich muss es machen, weil das würde ich ewig bereuen.

00:33:06: Ich kann nicht in meinen Coachings meinen Frauen immer erzählen,

00:33:10: ihr tut es und macht es und tut es aber selber.

00:33:12: Das hat sich vielmehr auch nicht mehr stimmig angefühlt. Und natürlich hat man

00:33:15: auch in der Firma gemerkt, ich bin nicht mehr mit diesem Herzblut dabei.

00:33:19: Also es hat sich nicht mehr richtig angefühlt.

00:33:22: Und habe halt dann eben diese Entscheidung getroffen.

00:33:28: Den Aspekt finde ich sehr gut und interessant quasi aus seinem Job rauszuwachsen,

00:33:36: also von quasi von Assistentin zur Chefin jetzt bist du deine eigene Chefin,

00:33:43: vielleicht bist du irgendwann einmal auch Chefin von,

00:33:47: Mitarbeitern was weiß man.

00:33:51: Jetzt wäre es aber noch spannend, was würdest du denn anders machen,

00:33:58: wenn du jetzt Mitarbeitende hättest und Chefin bist,

00:34:02: gegenüber dem, was du so erlebt hast, weil eines kann man ja sicher sagen,

00:34:08: es steht und fällt mit den Vorgesetzten, dass sich eben in den Unternehmen wohlfühlt.

00:34:16: Das habe ich so viel beobachtet und ich war wirklich in verschiedenen Firmen

00:34:20: und ich war jetzt selber zwölf Jahre Führungskraft,

00:34:24: Und ich habe, ich meine, das war super, weil ich habe dann natürlich Coaching,

00:34:28: ich habe ja da meine Leidenschaft ausleben können, weil ich habe sehr viel Teamcoachings

00:34:32: gemacht, ich habe Einzelcoachings gemacht, es,

00:34:34: kamen auch viele andere Kolleginnen zu mir mit Herausforderungen und da habe

00:34:38: ich ja gemerkt, auch bei denen, die nicht in meinem Team sind,

00:34:41: unter die Leiden unter ihren Vorgesetzten, weil sie halt nicht gesehen werden

00:34:46: oder nicht gehört werden.

00:34:47: Und das war ja auch eine meiner Aufgabe. Und ich habe mir die Aufgabe einfach

00:34:50: genommen, meinen Chefs zu sagen, wo ich glaube, dass sie es nicht richtig machen.

00:34:55: Also da habe ich mich natürlich auch nicht immer beliebt gemacht,

00:34:58: aber mir war das einfach wichtig.

00:35:00: Weil das habe ich immer als wichtige Aufgabe gesehen, als Assistentin,

00:35:04: dass ich das Recht habe, meinen Chef zu sagen, bitte schau da hin.

00:35:08: Da gibt es einfach einen Konflikt oder da gibt es eine Schieflage.

00:35:13: Das habe ich einerseits mit meinen Chefs auch immer gemacht.

00:35:16: Und ich habe es in meinem Team, war mir das wirklich heilig,

00:35:20: dass ich immer weiß, wie geht es meinen Damen.

00:35:23: Ich habe immer gemerkt, da ist im Team ein Konflikt, den müssen wir auflösen

00:35:28: oder irgendjemand hat eine private Herausforderung, da habe ich mir nachgefragt.

00:35:32: Und das, glaube ich, war mein Erfolgsrezept, warum das wirklich super funktioniert

00:35:37: hat, zwölf Jahre lang und das habe ich auch gesehen bei der Verabschiedung,

00:35:42: bei dem, wie sie diese Worte und alles ja, dass sie da für mich wirklich alles richtig gemacht hat.

00:35:48: Und das ist das, wo ich wirklich bei Führungskräften, so ist,

00:35:51: du richtig sagst, wenn man nicht sieht, dass jemand gefördert werden möchte

00:35:56: und ich habe das in meiner letzten Position nicht einmal angesprochen.

00:36:00: Man kann sagen, okay, es gibt keine Möglichkeit,

00:36:04: Ich glaube, es gibt immer eine Möglichkeit, dass man eine Lösung findet,

00:36:06: aber es ist halt immer die Frage, möchte ich hinschauen, möchte ich dich fördern

00:36:11: oder mag ich dich klein halten, weil sonst wirst du vielleicht größer wie ich

00:36:15: oder machst du irgendetwas, was ich nicht will.

00:36:17: Also in diesem Wort Führungskraft steht einfach dieses Wort Führung.

00:36:24: Und ich habe das in den letzten 35 Jahren irgendwie beobachtet.

00:36:28: Also vielleicht ist es übertrieben, aber ich habe das Gefühl gehabt,

00:36:31: 80 Prozent verstehen nicht, was die Aufgabe einer Führungskraft ist.

00:36:36: Sie sind alle fachlich top und weiß ich nicht, so Micromanager,

00:36:40: aber sie schauen nicht hin, wie es ihren Leuten geht und warum ein Projekt nicht

00:36:44: funktioniert. Ein Projekt funktioniert

00:36:46: nicht, weil die Leute einfach nicht miteinander kennen. Und, und, und.

00:36:51: Es war schon spannend, weil es war für mich so ein bisschen Praktikum für meine

00:36:54: Ausbildung, wenn ich dann immer so in Meetings die Leute beobachtet habe oder so.

00:36:59: Also man schaut dann schon immer mehr auf diese Dinge, weil es sehr spannend

00:37:04: ist, weil du sagst, okay, ich könnte mir schon vorstellen, woran es liegt.

00:37:11: Ja, bitte, sag mal. Ja, das ist das, was du gesagt hast.

00:37:17: Ich glaube, man muss wirklich dorthin schauen.

00:37:20: Das wichtigste Kapital sind MitarbeiterInnen.

00:37:25: Und da gehört es auch dazu, immer wieder hinzuschauen und zu sagen,

00:37:28: ich habe das Gefühl, der oder die ist im Moment ruhiger.

00:37:32: Der oder der zieht sich ein bisschen zurück.

00:37:34: Da muss ich schauen, hat die privater Thema, ist die vielleicht nicht so happy

00:37:37: mit ein Aufgabengebiet, könnte man da was tun.

00:37:40: Oder halt wirklich immer wieder zu vermitteln, wenn es was gibt,

00:37:42: du kannst jederzeit, egal mit welchem Thema zu mir kommen.

00:37:47: Das ist bestimmt eine gute Basis für.

00:37:53: Selbstständigkeit, also wenn man selber mal in diese Rolle schlüpft,

00:37:57: weil es ist ja noch einmal ein Unterschied, ob man,

00:38:00: ob man ein Team leitet oder einen Bereich leitet oder ob man der ganz oberste,

00:38:08: Hand in sich selber leitet.

00:38:10: Genau, Selbstführung und alles, was darunter ist.

00:38:15: Ja, also das könnte spannend sein, sozusagen deine Theorie in der Praxis zu

00:38:26: testen und zu schauen. Ja, absolut.

00:38:30: Das merke ich. Schon gut gearbeitet. Man merkt es ja nicht, weil einerseits,

00:38:36: will man diese Starre nicht mehr, man will nicht mehr die Grenzen haben und

00:38:40: wenn man dann selbstständig ist, hat man überhaupt keine Grenzen,

00:38:42: nämlich wirklich nichts mehr.

00:38:44: Das heißt, ich entscheide ja jeden Tag für mich, was ich mache.

00:38:47: Und das ist schon auch eine Herausforderung zu sagen, arbeite ich jetzt von

00:38:50: 7 in der Früh bis 20 Uhr, da gönne ich mir jetzt diesen Freiraum und so,

00:38:55: ich mache heute drei Stunden und dann ist es gut.

00:38:58: Arbeite ich jetzt mit diesen Kundinnen oder arbeite ich nicht mit denen?

00:39:02: Wie gestalte ich meinen Tag? Mache ich heute nur Homeoffice?

00:39:06: Also das war schon, ich bin ja extrem strukturiert, weil wenn du einen Vorstand

00:39:13: organisieren musst, musst du gut strukturiert sein, du musst von jetzt denken.

00:39:17: Da bin ich wirklich top, top, top. Aber bei sich selber, das ist schon eine andere Nummer.

00:39:22: Weil natürlich dieser Anspruch, dieses, oh mein Gott, wenn ich das nicht mache

00:39:25: und ich muss jetzt produktiv sein, Also bis man da so eine Routine für sich findet,

00:39:31: die gut passt, wenn so der komplette Rahmen eines Unternehmens wegfällt,

00:39:36: weil du bist ja als Einzelunternehmerin alles.

00:39:38: Du bist Vorstand, du bist Marketing, du bist.

00:39:42: Vertriebler, du bist alles. IT, ja.

00:39:45: Also was ich mich da auseinanderschlagen musste, ich weiß es noch ganz genauso.

00:39:50: Da war ich bei der Kanäle im Unternehmerinnen-Klernen und sie sagt,

00:39:53: das ist so ein Freebie und ich denke mir, was will die von mir,

00:39:55: was ist ein Freebie um Gottes willen? Heimlich gegoogelt, ja.

00:39:58: Du wirst eine ganz Deppertasche stehen.

00:40:00: Aha, Freebie, oh Gott, was soll ich bis Sonntag so ein Freebie machen,

00:40:04: mein Gott. Also, okay, können wir, können wir, okay, aha, ist ein Programm, muss ich mir anschauen.

00:40:09: Aber was ich in der Zeit, jetzt in den Jahren und der Selbstständigkeit wirklich

00:40:12: extrem gelernt habe, Wordpress, Kenva, KI, also so viele Dinge,

00:40:19: abgesehen davon, wie viele coole Menschen ich kennengelernt habe,

00:40:22: das hätte ich einfach in meinem Angestellten-Dasein, diese Chance hätte ich nie mehr gekriegt.

00:40:27: Weil ich war in meinem Käfig unter Anführungszeichen und weiter habe ich nicht rausgedürfen.

00:40:33: Und jetzt kann ich ja mein Real erweitern, das steht ja mir frei.

00:40:41: Ja, und es ist so, dass man dann doch, so wie du sagst, für viel mehr verantwortlich

00:40:46: ist, als so sein eigenes Fachgebiet, sondern von gut bis IT ist irgendwie alles dabei.

00:40:55: Alles, alles, alles, ja. Und das heißt, man muss eigentlich noch einmal ein

00:41:01: bisschen anders drauf schauen, also überhaupt, wenn man auch alles alleine macht.

00:41:06: Ja, und man lernt halt, man lernt halt wirklich. Ja.

00:41:11: Ja. Ja.

00:41:16: Jetzt wäre es aber interessant, also wir wissen ja, Lebens- und Sozialberatung ist ein weites Feld.

00:41:24: In welche Richtung hin hast du dich spezialisiert?

00:41:28: Mit welchen Anliegen arbeitest du? Also ich arbeite jetzt, also meine Positionierung

00:41:33: derzeit oder schon in den letzten ein, zwei Jahren ist jetzt berufliche und

00:41:39: private Trennungen, Umbrüche.

00:41:41: Also das heißt einerseits in einem Job festzuhängen, der man nicht mehr tragt

00:41:45: oder in einer Beziehung festzuhängen, wo ich das Gefühl habe,

00:41:49: ich weiß nicht, ob das das Richtige noch ist. Also dieses Bleiben oder Gehen.

00:41:54: Ich habe es eigentlich in drei Phasen aufgeteilt. diese Entscheidungsphase,

00:41:58: dieses Bleiben oder Gehen.

00:42:00: Dann die zweite Phase ist die Umsetzungsphase, das heißt, wir haben eine Entscheidung

00:42:03: getroffen, wir setzen sie um.

00:42:05: Und die dritte Phase ist die Identitätsphase,

00:42:07: das heißt, wir sind im Neuen Ankommen, aber wir kennen sie.

00:42:11: Das Neue fühlt sich manchmal noch sehr komisch an und nicht so wie neue Schuhe.

00:42:16: Irgendwie kriegt man noch Blasen am Anfang und sie fühlen sich komisch an.

00:42:20: Und das finde ich insgesamt, ich meine, erstens einmal war diese spitze Positionierung

00:42:25: einfach wichtig, weil man ja weiß,

00:42:27: gerade im Bereich Coaching ist es wichtig, sich ein Thema zu nehmen,

00:42:32: wo man sagt, ich glaube, hier bin ich die Expertin und ich habe auch ich privat

00:42:37: als Person, Sabine Bulten, habe viele berufliche und private Umbrüche erlebt.

00:42:42: Ich habe eine Scheidung hinter mir, ich habe mich ein paar Mal schon beruflich

00:42:45: verändert und private Katastrophen überlebt. Also.

00:42:51: Ich weiß, wie sich das anfühlt und ich hatte immer dann, unbewusst oder bewusst

00:42:57: einen Plan für mich. Ich habe mir immer unbewusst oder bewusst Komplizinnen

00:43:01: an die Seite geholt, um es zu schaffen.

00:43:04: Und darum hat es sich für mich irgendwann dann logisch angefühlt,

00:43:07: dass das mein Thema wird.

00:43:09: Ich möchte sehr,

00:43:12: sehr authentisch, empathisch, liebevoll, aber trotzdem sehr unterstützend,

00:43:17: so ein bisschen schubsen, Frauen und,

00:43:22: Ich sage, Frauen unterstützen, diesen Schritt zu wagen, egal in welche Richtung.

00:43:27: Und diese Richtung darf sein, dass ich bleibe, aber unter welchen Bedingungen.

00:43:31: Also nur bleiben und sagen, okay, ich akzeptiere alles, wie es ist,

00:43:35: da bin ich kein Fan davon und das wissen die, mit denen ich arbeite.

00:43:39: Aber wir können erarbeiten, unter welchen Bedingungen kannst du bleiben.

00:43:43: Dann reden wir halt mit dem Vorgesetzten, das und das und das stellen wir vor,

00:43:46: gibt es eine Möglichkeit, intern zu wechseln und und und.

00:43:50: Und das Tätow in der Beziehung, wenn ich mir sage, hast du das so klar,

00:43:54: wie du es mir gesagt hast, du hast schon einmal deinen Partner gesagt,

00:43:57: dann ist es sehr oft Stil, oder hast du weichgespült, weil weichgespült verstehen sie oft nicht.

00:44:03: Also das ist so, das heißt nicht automatisch, wenn man zu mir kommt,

00:44:06: dass es sofort um Scheidung und um Kündigung geht, sondern einfach zu sagen,

00:44:11: wir machen einmal Bestandsaufnahme und schauen, was ist da und wo gehen wir halt hin.

00:44:15: Und dieses Thema finde ich erstens einmal sehr stimmig für mich,

00:44:20: weil ich es selber aus eigener Erfahrung sehr gut kenne und weil ich da einfach

00:44:23: alle meine Herzensthemen reinpacken kann.

00:44:26: Glaubenssätze, Selbstliebe, Selbstversorge, alles was halt auch so,

00:44:30: Sozialisierung, da passt eh alles rein, was ich gern mag.

00:44:35: Und drüber steht halt diese Vision, mein Titel, diese Selbstermächtigungskomplizin.

00:44:41: Ich möchte Frauen in die Selbstermächtigung bringen.

00:44:44: Ich will, dass sie kapieren, sie haben es in der Hand, sich die Macht zu geben,

00:44:49: sich einen Job zu suchen, der sie glücklich macht, sich eine Beziehung zu suchen,

00:44:52: die sie glücklich macht, beziehungsweise gar keine Beziehung zu haben.

00:44:55: Ich finde das absolut in Ordnung.

00:44:57: Ich war sehr, sehr lang Single und das war eine der geilsten Zeiten in meinem Leben.

00:45:01: Also so wirklich Frauen zu animieren, sich Dinge zuzutrauen,

00:45:07: die sie sich in dem Moment noch nicht vorstellen können.

00:45:11: Aber in ihrem Tempo, in ihrer Intensität, wo man arbeite, ich halt nur im 1

00:45:16: zu 1, weil das einfach so heikle intime Themen sind, dass das einfach im 1 zu 1 besser passt.

00:45:25: Ja, also in dem beruflichen Bereich, da sind wir uns ja auch ähnlich.

00:45:30: Also auch so, dass es mehr als zwei Lösungen gibt. Es gibt immer zwei Lösungen.

00:45:36: Ja, absolut. Und man muss sich da einfach ein bisschen schauen,

00:45:39: was ist da eventuell noch kreativ möglich. Also Problem ist ja ein kreativer Prozess.

00:45:46: Ja, und es gibt nicht nur Schwarz und Weiß, es gibt inzwischen ganz viele grauen Punktöne.

00:45:51: Und natürlich, wenn man in so einem Strudel drinnen ist, man sieht halt den

00:45:55: Wald vor lauter Bäumen nicht. Und genauso ist es beruflich wie privat.

00:45:59: Das ist ja das Same-Same. Es ist einfach so eine Krisenausnahmesituation,

00:46:04: wo es halt wirklich Sinn macht, dass jemand Externer drüber schaut,

00:46:07: der mit dem dem überhaupt nichts hat.

00:46:09: Also mit dir selber als Person nichts zu tun hat. Weil alles,

00:46:13: was im privaten Umfeld ist, ist immer so, was man ist. Es ist immer ein bisschen

00:46:17: mit Vorsicht zu genießen. Ja, stimmt.

00:46:21: Was würdest du denn jetzt als abschließenden Tipp oder gleichzeitig auch besten

00:46:28: Tipp geben für Frauen, die eben festhängen, entweder in einer Beziehung oder in einem Job arbeiten?

00:46:36: Wie sollten Sie es angehen? Außer, dass Sie dich anrufen? Naja,

00:46:39: es ist einmal wahrzunehmen und sich nicht wegschieben und nicht so schönreden.

00:46:43: Nicht mal sagen, nein, eigentlich geht es mir ja eh gut und eigentlich ist es

00:46:46: eher ein super Job. Und eigentlich ist er ja eh lieb, sondern einfach zu sich

00:46:51: zu stehen und sagen, okay, ich bin nicht glücklich, irgendetwas taugt mir da nicht.

00:46:55: Und was ist es genau und was kann ich tun, dass ich es verändere?

00:46:59: Oder wo kann ich mir Hilfe holen? Mit wem könnte ich darüber sprechen?

00:47:03: Es gibt ja niederschwellige Angebote.

00:47:06: Natürlich freue ich mich, wenn

00:47:07: ich Menschen begleiten kann, aber für jeden passt es halt nicht im Moment.

00:47:10: Es gibt Podcasts, es gibt Bücher, es gibt vielleicht Role Models, die man anhören kann.

00:47:15: Aber es nicht wegzuschieben und sagen, ich bin das Problem, ich muss mich nur

00:47:20: bemühen und ich muss nur performen.

00:47:22: Das ist das, was Frauen oft sehr gerne tun.

00:47:26: Sondern einfach sagen, wenn vom Außen jeder sagt, der Job ist so super oder

00:47:30: der Mann ist älter, wenn es für mich einfach nicht mehr passt,

00:47:32: darf ich da hinhören und mir nicht das so,

00:47:37: So in Frage stellen oder so, bitte stehe dir nicht so an. Wenn es für mich nicht

00:47:41: passt, dann passt es einfach nicht.

00:47:45: Das mit der Wertigkeit, das ist eine Frage der Wertigkeit. Wie viel ist die

00:47:49: Meinung von anderen wert im Vergleich zu meiner eigenen Meinung? Ja, absolut.

00:47:56: Dieses Problem sehe ich auch immer wieder und auch, dass es nicht so ernst genommen

00:48:01: wird. Also so, stehe dir nicht so an.

00:48:05: Ja, im Großen und Ganzen passt es eh.

00:48:08: Ja, und woanders ist es ja auch nicht besser, das hörst du wahrscheinlich auch. Ja, genau.

00:48:13: Und das kann ich halt echt widerlegen aufgrund meiner Erfahrung.

00:48:17: Natürlich habe ich auch ein, zwei Mal nicht so den tollen Griff gemacht,

00:48:20: aber ich habe auch in dieser Zeit etwas gelernt.

00:48:22: Und es war ein Sprungbrett wieder zu was Neues. Und ich habe aber in der Firma

00:48:26: auch ein, zwei tolle Menschen kennengelernt, die ich nicht kennengelernt hätte.

00:48:31: Und natürlich kann bei einem Jobwechsel das nächste vielleicht nicht so optimal

00:48:36: sein, aber vielleicht ist es das übernächste dann.

00:48:40: Ja, dieses Konzept von, es wird immer wieder eine Türe aufgehen und es ist einfach

00:48:48: nicht nach einer Türe zu Ende.

00:48:50: Ja, dann vielleicht, ja, aber da wissen wir nicht.

00:48:57: Aber ansonsten, es geht ja weiter.

00:49:02: Das ist, glaube ich, ein Konzept, das nicht wirklich noch Eingang gefunden hat.

00:49:11: Ja, und das macht es so wertvoll, wenn man eben mit jemandem,

00:49:14: und ich mache es ja genauso, ich suche mir ja auch Unterstützung,

00:49:17: ich arbeite ja auch immer mit unterschiedlichsten Coaches,

00:49:20: weil ich mir bei gewissen Themen auch selber im Weg stehe und mir irgendwelche

00:49:23: Geschichten erzähle, ich weiß vollkommen, dass das ein Blödsinn ist, aber,

00:49:27: es gibt manche Dinge, da brauche ich einfach jemanden, der mich challenged,

00:49:31: der mich da drüber führt, über diese Schwelle, die Tür aufmacht oder die Tür zumacht.

00:49:37: Und darum ist es auch immer, wenn ich mit Kundinnen arbeite,

00:49:40: natürlich sieht sie das nicht oder sieht es und kann nicht, weil halt einfach

00:49:45: da ihre Handbremse sind.

00:49:47: Und meine Aufgabe ist es, ihr es schmackhaft zu machen. Und so wie du sagst,

00:49:51: es gibt nicht nur die eine oder die andere Lösung.

00:49:53: Manchmal gibt es im Moment gar keine Lösung, weil wir müssen jetzt im Moment

00:49:56: einmal Akku aufladen. wir müssen schauen, dass sie wieder in die Kraft kommt,

00:50:00: damit sie überhaupt die Kraft hat, über eine Entscheidung nachzudenken und zu

00:50:04: schauen, was könnte denn die Entscheidung sein. Aber wenn der Limit läuft,

00:50:09: Da müssen wir mich bei etwas anderem ansetzen. Ja, stimmt.

00:50:14: Würdest du sagen, ist Selbstermächtigung ein Selbstwertthema oder hakt es woanders?

00:50:23: Nein, nein, das ist sicher.

00:50:25: Es spielen sicher noch andere, aber Selbstwert ist ein Riesenthema.

00:50:29: Das ist immer das, was ich sage, welches Preisschild hängst du dir um?

00:50:34: Weil man die Selbstermächtigung, ich habe selbst die Macht.

00:50:37: Aber wenn ich die Macht habe, mir selbst irgendetwas zu gönnen oder umzusetzen,

00:50:43: muss ich auch wissen, was bin ich wert?

00:50:45: Bin ich jetzt Sales oder bin ich Luxuslevel? Und das ist das,

00:50:49: was wir immer spielen in meinen Coachings. Ich sage, okay, welches Schüttel hängst du jetzt um?

00:50:54: Weil wenn du immer zu einem Ja sagst, wenn du immer deine Grenzen überschreiten

00:50:58: lässt, bist du nichts wert. Und der von permanent über dich verfügen.

00:51:03: Wenn ich aber sage, ich bin etwas ganz Tolles, Besonderes und ich muss mich,

00:51:07: gut abgrenzen, weil ich ja so toll bin und so wichtig bin für mich,

00:51:11: dann sage ich nicht zu einem, ja, das geht ja gar nicht, ja.

00:51:15: Und da tun wir Frauen und schon noch ein Stück, es gibt sicher Männer auch,

00:51:19: die dieses Thema haben, aber wir Frauen lernen halt schon sehr von unserer Erziehung,

00:51:24: dieses Dienen, dieses für Kinder da sein, für Mann da sein, für die Eltern da sein, ja.

00:51:29: Umso mehr muss ich einfach aufpassen. Typische, klassische Beispiel Flugzeug.

00:51:35: Erst ich maske, dann andere Maske aufsetzen. Ich muss einmal safe sein,

00:51:40: ich muss einmal in meiner Kraft sein, damit ich alle anderen bedienen kann.

00:51:44: Und da tun sich die wirklich Frauen wirklich, wirklich schwer.

00:51:49: Ich nehme mich nicht aus. Ich auch nicht.

00:51:53: Ich bin genau vielleicht einen Schritt oder eine Nasenlänge weiter gekommen schon.

00:52:00: Aber ich bin den Weg schon gegangen, ich weiß, wo die feststecken.

00:52:03: Ich kann das total nachvollziehen, weil ich kenne es.

00:52:07: Wenn jetzt jemand mit dir zusammenarbeiten möchte, wie kann er dich erreichen

00:52:14: oder wie möchtest du kontaktiert werden?

00:52:17: Ich habe auf meiner Webseite ein Kontaktformular, beziehungsweise gibt es bei

00:52:21: mir immer dieses Angebot, über Kalendli sich ein 30-minütiges kostenloses Erstgespräch zu buchen.

00:52:26: Das wird dann online oder telefonisch, das kann sich jeder selber aussuchen,

00:52:31: kann er dann buchen und da checken wir einmal so, das ist dein Thema,

00:52:36: wie geht es da, was brauchst du da und könnte ich dir helfen und wie können wir zusammenarbeiten.

00:52:43: Mir ist es einfach wichtig, dass man vorher auf jeden Fall abcheckt,

00:52:45: was die Chemie ist, ist es wirklich das Thema, wo ich von mir so sagen kann,

00:52:51: ja, kann ich dir helfen, bin dabei und,

00:52:56: die zukünftige Kundin muss auch schauen, fühle ich mich mit der Wohl oder Neide an. Genau.

00:53:02: Ja gut, liebe Sabine, vielen Dank, dass du da warst.

00:53:06: Es war ein sehr schönes, interessantes Gespräch und unserem lieben Publikum.

00:53:13: Vielen Dank fürs Einschalten.

00:53:15: Vielen Dank fürs Immerwiedereinschalten.

00:53:17: Und ich freue mich, wenn wir uns nächste Woche wiederhören.

00:53:21: Danke für die Einladung, Claudia. Gerne.

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