„Hätte ich Zeit, wäre ich im Burnout" – Andrea Hrovats Weg zur Bühne
Shownotes
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00:00:00: Kombination aus Perfektionismus und mach schnell, ist ja dann sowieso,
00:00:03: die treibt dann ja direkt ins Burnout.
00:00:05: Die Tierärztin mit ihnen und die war einfach, wir haben uns mögen,
00:00:10: ja, und die sagt dann, Andrea, wie geht's dir denn?
00:00:13: Und ich sag, hätte ich Zeit, wäre ich im Burnout.
00:00:19: Doch, genau, sie hat genauso gelacht wie du und ich auch.
00:00:23: Und dann bin ich im Auto heimgefahren und dann ist mir der Satz auch richtig gekommen.
00:00:28: Und ich stehe, ich bin da dann wirklich stehen geblieben und habe einmal so
00:00:35: geheult, weil ich draufgekommen bin, was ich da eigentlich wirklich sage und wie es wirklich ist.
00:00:42: Baba, Hamsterrad, Servus Berufung.
00:00:46: Hallo und herzlich willkommen beim Podcast für berufliche Veränderung,
00:00:52: Erfüllung und Sinn. Ich bin Claudia Scheer, Deine Expertin für den Neustart
00:00:58: mit all seinen Facetten.
00:01:00: Wenn Du gerade merkst, dass Du Dich in Deinem Job nicht mehr wohlfühlst,
00:01:04: Du um oder wieder einsteigen möchtest, dann erfährst Du hier alles über Beruflichsteuer.
00:01:11: Karrierewege. Hallo und herzlich willkommen heute wieder mit einem sehr, sehr speziellen Gast.
00:01:18: Ich freue mich wahnsinnig, dass du da bist, liebe Andrea Rowart.
00:01:23: Danke für deine Einladung, Claudia. Ich freue mich auch sehr. Herzlich willkommen.
00:01:28: Liebe Andrea, möchtest du dich bitte mal ganz kurz vorstellen,
00:01:31: wo lebst du, wo kommst du her?
00:01:35: Wie ist deine familiäre Situation?
00:01:40: So, Also ich bin Andrea Robert, ich komme ursprünglich aus Oberösterreich,
00:01:45: wohne aber seit vier Jahren in Wien, bin Mama von vier Kindern,
00:01:49: beruflich bin ich Teamtrainerin und Speakerin
00:01:52: für Impulsintelligenz und Entscheidungskompetenz und ich bin eine Frau,
00:01:59: die sich einfach in allen Facetten fürs Leben interessiert, würde ich sagen,
00:02:03: und gerne anpackt, verändert und immer mehr ihren Visionen nachgeht.
00:02:08: Sehr gut, wunderbar. Da lässt du genug Raum für Spannung.
00:02:15: Schauen wir.
00:02:18: Liebe Andrea, kannst du dich erinnern, was du als Kind werden wolltest?
00:02:25: Ja, Rauchfangkehrer. Oh, klickst du wohl.
00:02:29: Ja, genau, wirklich deshalb. Da gab es aber noch keine Gendern.
00:02:33: Ich weiß, ich habe damals wirklich immer gesagt, ich werde Rauchfangkehrer,
00:02:36: weil ich den Leuten Glück bringen wollte.
00:02:39: Und dann hat mir aber eine Marmalenlauf der Zeit daran erinnert,
00:02:42: dass ich Angst vor Dachböden habe und gesagt, du musst du da aber aufhören.
00:02:47: Und dann war für mich klar, Berufswunsch muss ich ablegen, muss ich ändern.
00:02:51: Dann wollte ich eigentlich Erfinderin werden, um uns Frauen wirklich ein Gerät
00:02:59: zu erfinden, das uns den Haushalt erleichtert.
00:03:01: Da war ich auch noch sehr klein, habe dann mit Lego gebaut. Und zu der richtige
00:03:05: Berufswunsch. Ist eigentlich erst gekommen im Gymnasium?
00:03:10: Ich wäre so gern nach Wien in die Schauspielschule gegangen.
00:03:14: Ich habe bei uns in der Schule ein paar Theaterstücken mitgemacht.
00:03:19: Und da war es leider dann auch so, meine Eltern waren beide Pädagogen und haben
00:03:24: gemeint, schlechte Idee, weil es
00:03:26: gehört einem Beruf her, mit dem man Geld verdient und einfach sicher ist.
00:03:31: Und haben mir leider die Schauspielschule ausgeredet.
00:03:35: Oder ich habe mir das ausreden lassen, aber mit 18 denkt man dann auch anders
00:03:38: und glaubt mehr. und bin deswegen in die pädagogische Hochschule.
00:03:44: Und dort lernen und studieren für die Volksschule. So hatte ich vorher nie.
00:03:49: Habe es aber dann gemacht. Aber ich würde sagen, ich habe dort meine Leidenschaft auch gelebt.
00:03:54: Also ich war eher, glaube ich, ein bisschen eine Außergewöhnliche oder Lehrerin
00:03:59: mit außergewöhnlichen Strategien.
00:04:01: Und ja, habe das dort gelebt. Ja, das waren meine Anfänge.
00:04:06: Das stelle ich mir aber urspannend vor. Also das finde ich überhaupt eine spannende
00:04:10: Entscheidung. Weil einerseits ist es ja recht selten, dass man den Beruf der
00:04:15: Eltern freiwillig annimmt.
00:04:18: Also so ganz freiwillig war es vielleicht eh nicht.
00:04:22: Nicht wirklich. Und das Zweite war die Urgern bei dir in der Klasse gewesen.
00:04:29: Du warst sicher sehr spannende Lehrerin.
00:04:31: Ja, und weißt du, was das wirklich Tolle ist? Jetzt in Zeiten von Facebook,
00:04:36: du glaubst gar nicht, mit wie vielen ehemaligen Schülerinnen und Schülern ich befreundet bin.
00:04:42: Und es war so, dass ich ja auch ein Buch geschrieben habe und da sind Schülerkummer,
00:04:47: weil diese eine Mutter dann eine Lesung veranstaltet hat und dann waren wirklich
00:04:50: Schüler da, um mir zu erzählen, was es ihnen geworden ist.
00:04:55: Und das war so berührend, weil ich war, sagen wir so, ich habe das in die Wiege
00:05:00: gelegt bekommen von meinen Eltern, dass wir keine Handtaschenlehrer sind.
00:05:06: Ich weiß nicht, ob du den Ausdruck kennst, das sind die Lehrer,
00:05:08: die mit der Handtasche nach Hause gehen und dann Privatperson sind,
00:05:13: sondern ich war wirklich engagiert, so wie meine Eltern auch.
00:05:15: Und da habe ich mir wirklich viel durchüberlegt, weil ich wollte auf der einen
00:05:19: Seite einen lustvollen Unterricht bieten und auf der anderen Seite aber wirklich
00:05:24: Klarheit und dass ich etwas lerne.
00:05:26: Und daher habe ich echt neue Systeme eingeführt. Ich weiß nicht,
00:05:29: ob das jetzt den Rahmen sprengt. Bitte erzähl mal, vielleicht lernt unser Bildungsminister was davon.
00:05:37: Ich hatte damals ja noch sehr große Klassen, also da sind 28 Kinder drin gesessen zum Beispiel.
00:05:42: Da waren welche dabei? Da waren Kinder nicht deutscher Muttersprache dabei.
00:05:47: Es waren sonderpädagogisch betreute Kinder dabei. Es waren dabei Kinder mit Behinderungen.
00:05:53: Es war jemand dabei, der eine Klasse zum Beispiel übersprungen hat,
00:05:57: weil er so gut dran zu mir gekommen ist.
00:05:59: Es war auch ein Kind dabei, das auch DHS hatte, würde man jetzt sagen.
00:06:06: Und der Gott Simon heißt, den Vormannamen kann ich ja sagen,
00:06:08: Da ist zum Beispiel, der saß unterm Tisch, wenn sie ihn in Religion nicht mehr
00:06:13: gefreut hat. Und die Religionsherrin hat Riesenprobleme mit ihm gehabt.
00:06:16: Und dann kam ich in die Klasse, durfte es übernehmen.
00:06:19: Und er hat bei mir dasselbe anfangs gemacht.
00:06:23: Aber ich habe ihn dort sitzen lassen und habe ihn aber einfach von dort mit
00:06:27: ins Boot geholt. Und das war total spannend.
00:06:30: Ich werde das nie vergessen, musst du dir vorstellen. Ich habe einmal in der
00:06:33: Woche eine Ansage, also ein Diktat gegeben.
00:06:36: Und Simon ist gesessen, hat genau den ersten Satz mitgeschrieben und plötzlich
00:06:41: hat er angefangen, rund um sein Heft zu rechnen.
00:06:45: Und ich bin wirklich neben ihm gestanden und habe mir gedacht,
00:06:47: na, warte. Und dann sagt Simon, hör zu.
00:06:49: Ich sage die Sätze jetzt fertig und du hast da Pech, weil du musst das Heft
00:06:54: abgegeben. Und ich schwöre es dir.
00:06:56: Jetzt geht es um die Ansage und nicht um die Rechte nach rein.
00:06:58: Und er sagt, wir gelernt, das war Müllwettel. Frau Lehrer, ich muss das jetzt noch fertig rechnen.
00:07:04: Keine Sorge, ich schreibe deine Sätze schon. Und er rechnet weiter.
00:07:09: Und ich habe wirklich Gas gegeben bei der Ansage.
00:07:15: Und am Schluss legt mir der das Heft her. Es standen alle Sätze drin.
00:07:20: Seine Rechnungen rundherum waren alle richtig multipliziert.
00:07:24: Und aus diesem jungen Kerl, den man an sich dann auch das Gymnasium verwehrt hätte, um,
00:07:32: Weil die Eltern gesagt haben, das schafft er nicht. Oder auch Kollegen gesagt
00:07:36: haben, was soll der dort?
00:07:37: Bin ich dorthin, habe mit dem Direktor gesprochen und gesagt,
00:07:40: du kriegst jetzt echt ein spezielles Kind. Aber der ist sowas von großartig.
00:07:44: Fordertst du den gescheit?
00:07:46: Der haut sich echt drauf. Und steht davon, der ist jetzt zweifacher Doktor.
00:07:50: Ja, wirklich. Und hat damals echt, das war ein unglaublicher Bursche.
00:07:55: Oder es war halt dann echt so, ich habe versucht, dass ich die Kinder so nehme,
00:08:01: dass sie schon Kinder sein dürfen, aber dass ich sie ernst nehme.
00:08:06: Weil dieser Seemann zum Beispiel auch ist gekommen, der hat die Masche gehabt
00:08:09: bei meiner Vorgängerin, dass er beim Zeichenunterricht war, dass er gekommen
00:08:12: ist mit der Zeichnung, sie neben mir gestöpft hat und gesagt hat,
00:08:16: oh Leere, es ist so hässlich, am liebsten würde ich es zerreißen und das ist furchtbar.
00:08:20: Und ich weiß, das war der erste Zeichenstand.
00:08:24: Und ich nehme so ein Bild und habe was echt Args gemacht.
00:08:28: Ich habe gesagt, okay Simon, dann verschwendet man gar keine Zeit.
00:08:32: Ich habe das Bild genommen, habe es zusammengeknüllt, der hat mich angeschaut.
00:08:37: Ich bin zu einer Altpapierbox gegangen, habe es weggeschmissen und habe gesagt,
00:08:41: dann fangst du zum Festen neu an.
00:08:43: Und in der Klasse war Gelächter und die Schüler haben gesagt,
00:08:46: Frau Lehrer, du bist die Erste, die das so macht.
00:08:49: Die anderen haben das nie so getan. das war das erste und das letzte Mal, dass er so gekommen ist.
00:08:54: Weil er dann wirklich gewusst hat, egal wie er zeichnet, es gibt keine Richtigung und kein Falsch.
00:09:00: So wie er zeichnet, so wie er das sieht, so ist es voll okay.
00:09:03: Und wir wurden wirklich ziemlich gute Freunde in der Klasse.
00:09:08: Das war schon eine telle Sache.
00:09:11: Das habe ich einfach gerne gemacht. Ich finde es immer gut, wenn man Lehrer
00:09:19: hat, die, oder Lehrerinnen hat die,
00:09:24: Die verstehen einen Draht zu den Kindern zu haben und gleichzeitig aber auch was weiterbringen,
00:09:32: weil die sind dann oft großartige Mentorinnen für diese Kinder,
00:09:38: nämlich genau die Kinder, die sie brauchen.
00:09:41: Das ist der Denk für meine Arbeit jetzt als Teamtrainerin. Zum Beispiel kann
00:09:45: ich mal mitnehmen, ich hatte damals eben wirklich durch diese großen Klassen
00:09:49: echt Herausforderungen.
00:09:50: Weil was willst wir ihm geben, der eher vom Lehrplan her nicht so sehr im Mittelfeld
00:09:57: ist, sondern wirklich eher schwieriger unterwegs.
00:10:00: Und jetzt bin ich auf die Idee gekommen, jeden Tag eine Stunde herzunehmen.
00:10:05: Also fünf Stunden waren das pro Woche, und da habe ich drei Pläne errichtet.
00:10:10: Einen, in dem wirklich viele Aufgaben drin waren und auch zum selber lösen,
00:10:14: zum selber weiterdenken oder zum Austauschen mit wem anderen,
00:10:17: wie könnte man denn das lösen? Dann hat es den zweiten Plan gegeben, das war im Mittelfeld.
00:10:22: So, ja, ich mache meine Aufgaben und mache das gut und ist erledigt, kann ich abpacken.
00:10:28: Und dann der dritte Teil, der gewusst hat, ich möchte auch,
00:10:32: also ich habe Aufgaben reingegeben, die zu bewältigen waren und zwar in dem
00:10:38: Ausmaß, die die Schüler das gebraucht haben. Weißt du, was ich meine? Ohne Überforderung.
00:10:43: So habe ich eigentlich den Burnout und wirklich den Boreout in beiden Richtungen
00:10:52: entgegengewirkt, kann man fast sagen.
00:10:54: Weil es war dann schon so, dass zum Beispiel Schüler wie der Simon,
00:10:56: die echt extrem gut waren, haben einmal eine Woche den Plan ausgesucht mit den wenigsten Aufgaben.
00:11:02: Und dann ist der echt eine halbe Stunde bei mir gestanden oder auch andere Schüler
00:11:06: haben gesagt, Frau Lehrer, was soll ich mir jetzt tun? Und ich habe gesagt,
00:11:10: so ist jetzt nicht meine Aufgabe.
00:11:12: Du hast dir diesen Plan ausgesucht, du hast gewusst, da ist weniger drinnen,
00:11:16: also bitte ich dich jetzt, dass du dich so beschäftigst, dass du die anderen nicht störst.
00:11:21: Du kannst lesen, du kannst dir selber Aufgaben suchen, in dieser Zeit bist du
00:11:26: jetzt für die Verantwortlichen, aber stören niemanden.
00:11:29: Und bei denen, es hat auch Schüler gegeben, die eben eigentlich den Bereich
00:11:33: immer gehabt haben, was damit wirklich weniger Herausforderungen,
00:11:35: die haben halt auch einmal den Plan 1 probieren wollen,
00:11:40: haben es gemacht und auch da war es so, dass ich ihnen die Aufgabe nicht abgenommen
00:11:45: habe, sondern wirklich gesagt habe, okay, alles brauchst du jetzt nicht nachmachen,
00:11:50: aber ein paar Punkte suche mal aus, weil das ist deine Sache,
00:11:52: dann wirst du halt jetzt am Wochenende sitzen.
00:11:55: Und so hat aber jeder wirklich gelernt, wie teile ich mich ein, wie geht es mir.
00:12:00: Weil es hat natürlich auch Wochen gegeben, wo Schüler vielleicht,
00:12:03: weil zu Hause einfach mehr los war, sie einfach einmal den mittleren Plan genommen haben.
00:12:09: Aber sie haben gelernt, ich muss zuerst einmal auf mich horchen.
00:12:12: Und glaube mir, die, die wirklich wollen und die wirklich Ideen haben und die
00:12:16: wirklich mehr wollen haben, so wie in einem Unternehmen,
00:12:20: die nehmen sie auch dies, wo sie wirklich schöpferisch unterwegs sein können
00:12:23: oder wo sie wirklich was durchbringen, wo sie wirklich was erreichen können mit dem Team.
00:12:30: Und das, glaube ich, war schon eine wichtige Sache, die auch mir ermöglicht
00:12:33: hat, in dieser Zeit mich um die Kinder zu kümmern, die mich wirklich gebraucht haben.
00:12:39: Jeder verschieden. Und jeder war an sich schon zufrieden und glücklich gestellt.
00:12:44: Das Gefühl gehabt haben, wow, sie sind selbstwirksam, sie haben die Verantwortung
00:12:48: für sich bekommen und das war halt für die Kinder auch etwas Neues und die war
00:12:52: es dann, ich war einmal der Bezirksschulinspektor da, einfach um zu inspizieren.
00:12:58: Und da war ich ja erst, glaube ich, drei Jahre im Dienst oder so und ich werde
00:13:01: es nie vergessen. Es hat geläutet.
00:13:05: Er sitzt drin und die Kinder arbeiten weiter. Und die Anna geht bei ihm vorbei
00:13:10: und er sagt gerade, ja Kinder, habt ihr nicht gehört? Es hat geläutet, was ist mit der Pause?
00:13:16: Und die Anna bleibt echt stehen neben ihm, war acht Jahre, schaut ihn an und
00:13:21: sagt, ja und warum sollten wir aufhören, wenn es uns gefreut?
00:13:24: Hat sie umgedreht und hat weitergemacht.
00:13:28: Und das ist hingegen, wenn Arbeiten Spaß macht und bei den Kindern,
00:13:32: auch meinen Kindern zum Beispiel, Habe ich immer gelernt, wenn sie gesagt haben,
00:13:35: ah, und Schule und furchtbar, hey, das ist jetzt dein Job.
00:13:38: Und als sie dann 15 waren, habe ich gesagt, wenn du magst, kannst du aufhören
00:13:44: und wir suchen eine Lehre.
00:13:46: Ah, das ist total okay. Es liegt an dir.
00:13:49: Und auf das Lehrer-Dasein noch einmal, ich glaube, ich würde jetzt einiges anders
00:13:55: machen, weil ich jetzt selber Mama von vier Kindern bin.
00:13:59: Und da werden vielleicht schon noch einmal ein paar Dinge anders,
00:14:01: aber es zieht mich einfach nicht mehr zurück in die Schulwesen.
00:14:05: Wirklich, weil es sich so viel geändert hat, dass es einfach nicht mehr meins ist.
00:14:10: Super. Ja, danke mal für diesen Einblick so ins Lehrerleben,
00:14:16: dein kreatives Lehrerleben. Ähm,
00:14:21: Gut, wie ist es dann weitergegangen, nachdem du beschlossen hast,
00:14:25: du magst nicht mehr Lehrer sein oder Lehrerin sein?
00:14:28: Ja, das war so, da habe ich meinen
00:14:31: mittlerweile Ex-Ehemann, den Vater der Kinder, in Linz kennengelernt.
00:14:36: Und es war gleich klar, irgendwie verbindet uns viel und ich bin nach Niederösterreich
00:14:41: gezogen und habe dann wirklich meine ersten beiden Kinder bekommen.
00:14:47: Oder sagen wir so, ich habe Hans Peter bekommen, meinen Ältesten und dann war
00:14:50: der Wunsch wirklich da noch am zweiten Kind und es hat irgendwie nicht sein
00:14:55: sollen und dann habe ich mir gedacht, egal.
00:14:57: Dann melde ich mich zu einer Ausbildung an und habe mich zur Humorberater Ausbildung
00:15:01: angemeldet, die hat ein Jahr getauert und du wirst das nicht glauben,
00:15:05: damals waren nur die Postkasten oder die Briefkästen aktuell.
00:15:08: Ich habe die Bewerbung eingeworfen und eine Woche später war ich schwanger.
00:15:12: Aber es ist sich angegangen, dass ich diesen, wirklich diese Ausbildung noch mitmachen konnte.
00:15:19: Und in dieser Zeit hat aber auch eben mein damaliger Ehemann,
00:15:23: haben wir geschaut, weil er war 19 Jahre älter als ich und war in einem Unternehmen
00:15:28: und wollte sich einfach selbstständig machen.
00:15:31: Und da haben wir wirklich geschaut, was passt und haben gemeinsam ein Unternehmen
00:15:35: aufgebaut für Kaffee- und Getränkeautomaten.
00:15:38: Er zu dieser Zeit natürlich ein bisschen mehr als ich, weil ich ja auch dann
00:15:42: nur die Kinder gehabt habe.
00:15:43: Aber ich würde sagen, mein Anteil war, dass ich wirklich mit ihm durchüberlegt
00:15:47: habe und ihm den Rücken freigehalten habe und zu Hause viele Dinge auch beruflicher
00:15:53: Natur dann erledigt habe.
00:15:54: Und dann ist dann die Anna-Sophie gekommen und dann der Matthäus.
00:15:58: Also dann waren vier Kinder da und dann habe ich, als Matthäus dann im Kindergarten
00:16:02: war, habe ich wirklich viel mitgearbeitet.
00:16:05: Unsere Automaten waren in Wien verstreut, also die haben uns gehört.
00:16:09: Und wir waren zuständig mit unseren Mitarbeitern für die Befüllung,
00:16:13: für die Warnung, Grundgespräche für, ja.
00:16:18: Und da war ich dann unterwegs und habe da für mich wirklich gemerkt,
00:16:22: was Stress ausmacht, weil wir hatten ein sehr großes Haus und Hund und Schildkröten
00:16:29: und viel Grün dabei und Gemüsekarten.
00:16:33: Es war am Vormittag für mich fünf Stunden wirklich schnell arbeiten in der Firma.
00:16:40: Und ich sage jetzt bewusst so, das war jetzt schneller, weil man zu der Zeit
00:16:44: erst bewusst war, wie oft ich das verwende.
00:16:46: Ich habe zum Beispiel dann auch zu den Kindern gesagt, wenn sie heimgekommen
00:16:50: sind, Kinder, jetzt kommt es schnell essen oder kommt es macht noch schnell die Haushaltung.
00:16:55: Nein, jetzt wartet es kurz, ich muss noch schnell das E-Mail beantworten oder
00:17:00: gehen wir schnell mit den Hunden eine Runde.
00:17:03: Und das war so ein Nebenbeiwort, auf dessen Bedeutung ich mir erst später draufgekommen bin.
00:17:11: Dass ich am Anfang dieses ich bin gehetzt, weil es war wirklich,
00:17:16: mein Tag war echt getaktet und ich war am Abend wirklich oft fix und fertig.
00:17:22: Das war, was das so Sachen, wo ich sage, an diesem Wort durfte ich arbeiten,
00:17:28: aber ich habe Gott sei Dank wirklich eine Mentorin an meiner Seite,
00:17:31: das ist eine alte Dame, die mittlerweile fast 80 ist und ich kenne sie seit
00:17:35: über 20 Jahren und ich habe das Glück, dass wir wirklich über alles reden.
00:17:42: Über die tollen Dinge, die gelungenen.
00:17:44: Die haben wir genau so reflektiert wie über Verletzendes oder über Trauriges
00:17:49: oder über das verstehe ich jetzt gar nicht. Oder meinen Antreiber.
00:17:54: Es muss perfekt sein.
00:17:59: Antreiber. Der Beste von allen. Du musst es schaffen, weil wenn du eine gute
00:18:04: Mutter bist, dann ist zum Mittag frisch gekochtes Mittagessen da.
00:18:10: Und nicht vorgekocht, sondern frisch, weißt du, solche Dinge.
00:18:13: Und ich habe da einfach den versteckten Antreiber dahinter für mich gar nicht wirklich erkannt.
00:18:19: Und ich glaube, das war die größte Arbeit, weil ich auch gemerkt habe, dass ich mich nicht mehr,
00:18:25: Auch wenn ich Dinge mit dir aufgedeckt habe, die einfach zur Seite zu schieben
00:18:30: oder zu sagen, das bin ich nicht mehr, das haben die Antreiber gar nicht in
00:18:33: mir. Dann waren die nur massiver da.
00:18:37: Aber zu sagen, ich sehe dich, aber trotzdem, es darf etwas Neues entstehen.
00:18:42: Oder auch bei der Angst zum Beispiel war das ganz höher.
00:18:45: Ich verstehe, dass du da bist, aber jetzt bitte lass mich mal kurz anders probieren.
00:18:50: Aber ich vergiss dich nicht.
00:18:52: Du kannst wiederkommen. Und so habe ich das eigentlich wirklich für mich relativ
00:18:55: gut geschafft, dass ich da ein bisschen im Laufe der Jahre, sag ich, ein Klang gekommen bin.
00:19:05: Nur es ist mir einfach schwer gefallen zu gewichten, was für mich vorrangig
00:19:11: ist, was für mich wichtig ist, weil meine vier Kinder, die sind einfach extrem
00:19:15: wichtig, auch wenn ich sie manchmal auf den Mond hätte schießen können.
00:19:19: Und jede Mutter, die behauptet, mit ihren Kindern war es nur toll, die bewundere ich.
00:19:25: Meine vier Kinder sind sehr starke Charaktere, das ist eine Mischung aus meinem Ex-Mann und mir.
00:19:32: Sie sind sehr lebendige Kinder, das bin jetzt wieder eher ich.
00:19:35: Sie haben viele Ideen gehabt, sie haben wirklich,
00:19:41: sie sind und waren mir ein Herzensanliegen, weil ich es schaffen wollte,
00:19:45: dass ich die vier in ihrer Unterschiedlichkeit nicht über einen Kamm schere,
00:19:50: sondern so unterstütze, dass sie einfach zufriedene Menschen werden.
00:19:55: Oder dass sie, wo haben sie Ressourcen? Aber dann daneben eben nur das Unternehmen.
00:20:00: Das waren wirklich oft Dinge, wo das war schwere Arbeit, körperlich schwere Arbeit.
00:20:06: Das habe ich unterschätzt. kommt.
00:20:11: Und es war einfach manchmal dann nur ein Funktionieren.
00:20:15: Und man hat geschaut zugesetzt, weil ich mir da wirklich dachte,
00:20:19: da willst du gar nicht hin, also in diese berufliche Richtung.
00:20:23: Was machst du jetzt eigentlich?
00:20:26: Und das war schon, da habe ich gerade schon gemerkt, der Körper reagiert.
00:20:30: Also das war schon eine heftige Zeit.
00:20:34: Aber ja, alles war für etwas gut. Davon bin ich wirklich fest überzeugt.
00:20:40: Und dann war es so, dass Corona war.
00:20:43: Da stand unsere Firma. Und da habe ich mich kurz davor für ein relativ kostspieliges
00:20:48: Coaching bei Bob Proctor, der vielleicht dir was sagt, beziehungsweise auch
00:20:53: manchen deiner Zuhörerinnen und Zuhörer.
00:20:56: Für dieses Coaching entschieden und bin dann nur in das Coaching mit dem Gedanken,
00:21:01: lieber Gott, lass doch in der Bayer sein, der mich auf eine Idee bringt.
00:21:04: Mit sonst bin ich doch nichts seine.
00:21:07: Und da waren wir so in einem Buddysystem, also wir haben einmal die Woche Kontakt
00:21:12: gehabt und da war während Corona eine Dame aus Deutschland, mit der habe ich
00:21:18: das zweite Mal telefoniert.
00:21:21: Und wir haben uns ausgetauscht und sie sagt, Andrea, hörst du,
00:21:26: du solltest ein Buch über dein Leben schreiben.
00:21:29: Weil jedes Mal, auch in den großen Calls oder so, wenn du dich meldest,
00:21:33: ich schwör's dir, ich schreib immer was mit von dem, was du sagst.
00:21:37: Und ich hab mir nur gedacht, das ist halt eine nette, aber komische Idee.
00:21:41: Und dann beelten wir unser Telefonat und ich hör meine Kinder,
00:21:45: die alle im Distance Learning waren, streiten.
00:21:48: Und dann haben wir gedacht, na warte, jetzt nimm ich die Idee her.
00:21:50: Und ich folge oft meinen Impuls.
00:21:53: Jetzt, ich schreib jetzt ein Buch Und soll ich dir was sagen?
00:21:55: Wenn das Skriptum fertig ist und wenn ich in vier Jahren gestorben bin,
00:21:59: dann sollen die vier mein Skriptum finden, es lesen und sie denken,
00:22:05: oh Gott, unsere Mutter war voll eine coole Socke.
00:22:07: Das war eine Frau, die sich Gedanken gemacht hat, die nicht nur gesagt hat,
00:22:10: nein, das geht uns nicht, oder? Oder nein, so machen wir das nicht.
00:22:14: Sondern eine Frau, die wirklich voller Leben war.
00:22:18: Und ob das glaubst du oder nicht gerade. Wenn ich echt hingesetzt,
00:22:21: habe meinen Lektop geöffnet und ich kann nur mit zwei Fingern schreiben,
00:22:25: Habe getippt und nach der ersten halben Seite habe ich da aufgehört und habe
00:22:30: mir gedacht, okay, wenn ich das jetzt durchzehe, doch eine blöde Idee.
00:22:34: Weil wenn meine vier Kinder das erst finden, wenn ich gestorben bin,
00:22:38: dann brauchen die gescheit viel Therapiekosten.
00:22:40: Und das ist so verackert, das ist echt eine nette Frau.
00:22:44: Ich sehe das jetzt anders und zwar, ich gehe davon aus, ich werde alt,
00:22:50: komme in ein Pflegeheim und dort wird es vielleicht einen netten Pfleger geben,
00:22:54: der mir aus meinen Skripten vorliest.
00:22:57: Und ich bin einfach fest davon überzeugt, dass egal, wie wir nach außen wirken,
00:23:01: unsere eigenen Geschichten werden uns immer berühren.
00:23:06: Und dann ist das Buch in knapp drei Monaten fix fertig gewesen,
00:23:11: weil ich ja nur Geschichten aus meinem Leben genommen habe, aus dem Freundeskreis.
00:23:16: Und aus dem Detail geht es echt um Familie, um Beruf, um Träume,
00:23:20: um den Sinn des Lebens, weil mir der seit Anfang an, glaube ich,
00:23:23: wirklich beschäftigt. Warum bin ich da?
00:23:26: Es geht um Betrügen und Betrogenwerden, weil wenn man sich umsperrt,
00:23:30: wie viele Menschen in Beziehungen bleiben, auch in partnerschaftlichen Beziehungen
00:23:34: und eigentlich immer wollen und sie aber nicht raustrauen, aus welchem Grund
00:23:39: oder Gründen auch immer.
00:23:41: Dann war das Buch fertig.
00:23:43: Dann gab es Lesungen dazu und dann haben mich Leser angeschrieben und mich daran
00:23:49: erinnert, wie gern ich mit Geschichten arbeite, weil sie mich einfach gefragt
00:23:54: haben, ob sie mir etwas erzählen dürfen, wie ich das sehe.
00:23:58: Und so bin ich dann auch in die Coaching-Linie, habe dann Ausbildungen gemacht,
00:24:02: weil als Lehrerin, das zählt das ja nicht.
00:24:04: Also ich bin ausgebildeter systemischer Coach, bin auch Trainerin.
00:24:10: Und dann war es wirklich so, dass da sich dieser Bogen auch geschlossen hat
00:24:15: zur Schulzeit, also wie ich eine Lehrerin war,
00:24:18: dass ich da mit schwierigen Klassen zum Beispiel echt oft Geschichten über ein
00:24:22: Jahr durchgezogen habe und was die Situationen aus der Klasse da eingebaut habe,
00:24:27: um einen besseren Zugang zu den Kindern zu finden.
00:24:31: Weil wenn wir Geschichten hören, aber das eigentlich aus unserem Leben ist,
00:24:37: oder aus Streitereien, aus Streitsituationen, aus Problemsituationen,
00:24:41: aber die eingebaut sind in Geschichten, dann ist das ein echter Phänomen.
00:24:45: Weil dann schaltet unser Angstzentrum, also die Amygdala, die sagt,
00:24:50: okay, das ist ja nur eine Geschichte und lässt zu, dass die Geschichte sinkt.
00:24:56: Dann gibt es da die Hirnareale und vor allem, ich glaube es nicht,
00:25:00: ich nenne es jetzt einfach so, unsere Seele, der sagt, warte mal,
00:25:04: warte mal, warte mal, irgendwas kommt mir da bekannt vor.
00:25:07: Und es gelingt dann, dass man das von einer ganz anderen Seite anschaut.
00:25:11: Und das sind so Dinge, die sind dann wieder ausgelöst worden,
00:25:15: wirklich durch meine Leser.
00:25:17: Und dann habe ich beschlossen, okay, das sind lautere erwachsene Menschen und
00:25:22: ich möchte viel mehr mit dieser Botschaft nach außen gehen Und darum bin ich
00:25:26: mittlerweile, ich bin eben auch ausgebildete Speakerin,
00:25:29: vielmehr unterwegs mit dem Thema Impulsintelligenz und Entscheidungskompetenz,
00:25:34: weil das bei so vielen Leuten privat und beruflich fehlt. Wir spielen was.
00:25:40: Aber machen wir es nicht. Wir werden es einfach nicht trauen.
00:25:44: Und wir leben ja alle nur einmal.
00:25:46: Also dieses Leben als Claudia Scheer oder als Andrea Rowart oder als deine Zuhörerinnen
00:25:52: und Zuhörer, das haben wir nur ein einziges Mal, egal ob wir an Wiedergeburt glauben oder nicht.
00:25:58: In dieses Leben werden wir nur einmal geboren und das ist jetzt.
00:26:04: Und wenn wir das nicht nützen, ist das Leben vorbei.
00:26:07: Darum geht es jetzt. Ja.
00:26:11: Okay. Das heißt, du hast irgendwann mal deine Tätigkeit in der eigenen Firma
00:26:20: mit deinem Mann mal sein lassen,
00:26:25: oder? Ja, genau.
00:26:26: Das war dann eigentlich wirklich nach Corona.
00:26:33: Und in der Zeit hast du das Buch dann schon fertig gehabt, ne?
00:26:38: Vielen Dank.
00:26:39: Und ja, es hat sich erst rückblickend, manche Dinge versteht man erst rückblickend.
00:26:47: Ich hatte unsere stärkste Stelle zu betreuen und da war ich wirklich jeden Tag
00:26:52: vier Stunden und habe da befüllt.
00:26:54: Und mir war gar nicht bewusst, wie oft da Leute hergekommen sind und gesagt
00:26:59: haben, du, Andrea, darf ich dir was erzählen?
00:27:02: Wie siehst du das aus? Und für mich war es einfach nur eine angenehme Ablenkung
00:27:06: während des tupiden Arbeitens, sage ich jetzt ganz ehrlich.
00:27:10: Und ich habe gar nicht gemerkt, dass du manche am nächsten Tag wiederkommen
00:27:14: hast und gesagt haben, Andrea, ich habe das ausprobiert. Das ist ja voll super gelaufen.
00:27:19: Und das war für mich in der Zeit aber meine Rettung.
00:27:22: Weil du kennst das vielleicht, wie man Dinge machen muss, weil sie gemacht gehören
00:27:29: oder weil sie natürlich gutes Geld bringen, aber die nicht erfüllen.
00:27:33: Und ich weiß, ich habe einmal dann, wenn ich mich eben sehr mit dem Lebenssinn
00:27:37: beschäftige, habe ich wirklich dort gefragt, alle, die einigkommen sind,
00:27:41: kannst du mir sagen, warum bist du da? Was ist für dich der Sinn des Lebens?
00:27:46: Und diese Frage war unglaublich irritierend für alle, die da einigkommen sind,
00:27:49: aber man hat sich beschäftigt Und das über mehrere Tage, wo ich gemerkt habe, okay, das macht etwas.
00:27:55: Oder ich habe zum Beispiel auch, wie unsere Kinder zur Firmung gekommen sind,
00:27:59: wurde ich gefragt, ob ich nicht mitarbeiten möchte, weil ich halt doch ein bisschen
00:28:03: anders denke, als was das für manche Menschen, ob ich nicht Stunden übernehmen möchte.
00:28:07: Und auch da ist mir klar geworden, auch bei den jungen Menschen,
00:28:10: schau, die machen die Firmung mit 14, 15.
00:28:12: Eigentlich ist es das Alter, in dem du ja wissen solltest,
00:28:17: Wie gehe ich denn beruflich weiter? Das wird ja eigentlich verlangt,
00:28:20: weil du hörst, du aufmachst deine Lehre, gehst in eine höher bildende Schule,
00:28:23: gehst in eine speziellere Schule, in eine Fachschule.
00:28:27: So, und dann bin ich damals draufgekommen, mit den Jugendlichen darüber zu reden,
00:28:31: dass ja, man sagt ja, Gottes Gaben, dass sie da sind, aber ich habe es anders formuliert.
00:28:36: Und ich habe gesagt, hey, was macht euch Spaß?
00:28:39: Wo seid ihr wirklich so, dass ihr die Zeit vergisst? So, dass ihr sagt,
00:28:43: mit dem beschäftige ich mich gern.
00:28:45: Und da sind schon manche wirklich draufgekommen, genau darum geht es in der Firma,
00:28:51: dass du das, das in dir grundgelegt ist, dass du dich daran erinnerst und im
00:28:56: Lauf deines Lebens darauf aufbaust und ich merke, dass ich jetzt mit meinem
00:29:00: Teamtraining und mit meinem Speaking,
00:29:03: immer mehr auf das zurückkomme und meine Mentorin zum Beispiel hat gesagt,
00:29:07: schon wie ich es vorgestellt habe und die Lesungen geheilt habe,
00:29:10: Andrea, willkommen in der Schauspielerei,
00:29:13: Das war kein Runterlesen bei meinen Texten, sondern ich mag das auch noch so.
00:29:21: Da kann ich mich einfach voll einleben. Und sie hat gesagt, du hast ja deinen
00:29:25: Grundberuf, den du gerne machen wolltest. Hast du endlich erreicht.
00:29:29: Und genau genommen war das in der Schule so wie bei meinen Kindern,
00:29:34: dass einfach meine Emotionen und meine Mimik und Gestik da mitspielt.
00:29:38: Genauso wie bei Team-Trainings.
00:29:40: Genauso wie eben auf der Bühne. Ich finde, es ist so wichtig,
00:29:44: nicht immer nur Pokerface zu haben, sondern,
00:29:48: dass man lesbar ist, auch für andere. Das auch, wenn ich traurig bin,
00:29:52: dann fließen auch die Tränen. Ich sag's.
00:29:55: Es ist so, weil da kann ich mich auch nicht so gehören. Ich bin niemand,
00:29:58: der unter den Teppich kehrt,
00:30:01: sondern ich bin wirklich die, die auch wenn es weh tut, wirklich hinschaut,
00:30:06: weil ich mir denke, ich möchte es erstens für mich lösen und zweitens natürlich
00:30:09: auch für meine vier Kinder, weil wir wissen alle, dass vieles weitergegeben
00:30:12: wird, das muss da übergeben werden, ob wir wollen oder nicht.
00:30:15: Und da gehört einfach manches angeschaut. Und auch, wenn wir zum Beispiel in ein Unternehmen gehen.
00:30:21: Wir sind auch wir.
00:30:24: Ich bin dort nicht nur die Führungskraft. Ich bin mit allem.
00:30:29: Und wenn man dich jetzt so sieht, dann könnte ich jetzt Vermutungen anstellen.
00:30:34: Du bist eine unglaublich sympathische Frau, mit dir plaudert man gern,
00:30:38: ich freue mich, dass wir schon ein paar mehr unterhalten haben.
00:30:40: Wir wissen ein wenig voneinander, aber es gibt viele Dinge, die würde ich nicht
00:30:45: vermuten von dir, die würde ich nicht erahnen.
00:30:49: Es sind sicher Dinge dabei, die mich erstaunen, wie viel du trägst,
00:30:55: wie viel du schaffst oder was du schon alles geschafft hast,
00:30:58: aber das ist die Claudia Scheer.
00:31:01: Weißt du das, Mann? Mit allem rundherum. Und in einem Unternehmen,
00:31:05: in einem Team sind da viele Persönlichkeiten und keiner gibt bei der Eingangstür
00:31:10: das eigene Ich oder ich sage jetzt mal den Menschen ab.
00:31:14: Und der Mensch ist allen Grund gelegt, egal ob das jetzt der Eigentümer eines
00:31:18: Unternehmens ist oder ein Teamleiter ist oder die Sekretärin ist oder auch im Putzpersonal ist.
00:31:26: Wir sind alle Menschen. Und das vereint uns alle.
00:31:30: Und das, finde ich, übersieht man jetzt so oft, weil es immer schneller gehen
00:31:34: soll, immer weiter, immer höher, immer ertragreicher, immer erfolgreicher und
00:31:40: wir vergessen uns so oft drauf.
00:31:42: Und das bedeutet ja nicht, dass ich nicht für Leistung wäre.
00:31:45: Leistung gehört schon her, ja? Aber ich bin dabei als Mensch.
00:31:50: Ja. Ja, das stimmt. Also gerade dieses, ich habe einen Chef gehabt,
00:31:54: der hat immer gesagt, wo Menschen sind, dann Menschen.
00:31:57: Und dieses Menschen, das kommt
00:31:59: einfach zunehmend weniger, habe ich den Eindruck, hat weniger geplatzt.
00:32:07: Aber ich glaube, das ist auch, weil sie fürchten, oder? Dass sie zeigen, wie es wirklich ist.
00:32:13: Weil wenn ich zum Beispiel jetzt jemanden sehe und mir nur denke,
00:32:16: oh, die schaut traurig aus.
00:32:19: Aber nicht Ansprüche. Und menschlich wäre für mich, wenn ich einfach sagen würde,
00:32:23: du wirkst halt so traurig oder du wirkst traurig.
00:32:27: Weißt du, was man? Du glaubst mir. Da gibt es.
00:32:31: Also, wenn ich da einkaufen gehe, dann ist ein geschickter Bilder von mir.
00:32:35: Und da ist eine Dame in der Kasse.
00:32:37: Und wie das erste Mal dort war,
00:32:40: hat sie wirklich gerade Herausforderungen gehabt mit Menschen vor mir.
00:32:43: Die waren grantig, es war schon Abend und sie war ein bisschen grantig.
00:32:47: Und dann Und dann habe ich mir gedacht, okay Andrea, sprich das jetzt einfach
00:32:50: an, weil du möchtest deinen Job nicht haben.
00:32:52: Dieses dauernde, schnell sein müssen und dann Kunden nicht zufriedenstellen
00:32:57: und so weiter und so weiter.
00:32:58: Und ich komme an die Reihe und sage, wirklich, ich bewundere sie,
00:33:03: bis ich jetzt um halb sieben am Abend das noch schaffe.
00:33:07: Und die schaut mich an, Claudia.
00:33:11: Grinst über das ganze Gesicht und sagt, nein, es geht schon.
00:33:16: Und ich sage, wahrscheinlich machen sie das schon lange, oder?
00:33:19: Weil es ist unglaublich, das geht ruckzuck, obwohl schon Ärger dabei ist.
00:33:25: Und sie hat dann nur gesagt, dass sie es eben ein paar Jahre macht,
00:33:29: dass es wirklich Wahnsinn ist, wie Kunden sind, aber dann ist sie sofort gewechselt ins Persönliche.
00:33:35: Wie das dann ist, wenn sie nach Hause kommt. Ich weiß so viel von der Frau mittlerweile
00:33:39: Und das verstehe ich unter Menschen.
00:33:42: Wenn man etwas ehrlich anspricht, dann freut sich jeder Mensch,
00:33:45: wenn er ein bisschen erzündet.
00:33:47: Und jeder Mensch, wenn er gesehen wird und wahrgenommen wird.
00:33:51: Und da denke ich mir, wenn sich die Leute nur eine Spur besser fühlen,
00:33:56: nachdem sie mit mir zusammen waren, habe ich für mich und für meinen Lebenssinn
00:34:00: schon Hunger. Weißt du, was ich meine?
00:34:03: Weil man denkt, sie tragt sich auch wieder weiter. Sie hat dann den Kunden nach
00:34:07: mir gleich von vornherein angrengst.
00:34:11: Das sind einfach die schönen Dinge, wo ich sage, das macht das Leben aus.
00:34:16: Bestimmt, ich mache das auch so. Also dieses zu schauen, jemandem einfach mal
00:34:22: ein Lächeln zu schenken, auch wenn ich ihn nicht kenne oder so.
00:34:25: Die Leute zu grüßen in der Früh. Ich kann nicht jeden grüßen bei der U-Bahn,
00:34:29: aber bis ich bei der U-Bahn bin, grüße ich jeden, der mir entgegenkommt, den ist ich, ja.
00:34:35: Und manche sind dann irgendwie so, und dann lächeln sie auch und so.
00:34:40: Manche wecken sich, gell? Ja, ja, ja. Wir kennen uns doch einfach so lächelt.
00:34:48: Aber das sind wir doch, oder? Und wir kennen uns, wie gesagt, nicht so gut.
00:34:52: Aber ich glaube, wenn du dir das Lächeln
00:34:54: einsparen würdest, dann wäre das eigentlich ein Verstellen von dir.
00:35:00: Wenn du sagst, ich gehe jetzt aus dem Haus und bin einfach nur seriös und ernst
00:35:04: und keinem Menschen geht das anders, ich bin, der gern lächelt,
00:35:08: wäre das ein wirkliches Verstellen.
00:35:10: Und das macht uns dann oft krank, wenn wir Dinge machen müssen,
00:35:16: weil wir glauben, das gehört sie so oder das andere gehört sie nicht und uns
00:35:21: wirklich verstellen und bemühen müssen, dass das eben nicht kommt, wie wir als Mensch sind.
00:35:27: Und das ist, glaube ich, was die einen in Streitereien will,
00:35:30: man sagt ja in Unternehmen so oft, da geht es so wie in der Sandkisten. Ja, warum?
00:35:35: Weil wir einfach so viel mittragen und so viel mithaben und ich habe das wirklich
00:35:40: schon in Unternehmen probiert oder nicht probiert, sondern gemacht,
00:35:45: dass die Leute wirklich von Dingen erzählen.
00:35:50: Wo sie nicht das Offensichtliche sind, sondern das ist ein bisschen der Hinterliegende.
00:35:57: Und sei es nur, dass sie wirklich jemanden zum Beispiel mit Demenz in ihrer
00:36:01: Familie zu betreuen haben oder dass sie gerade Schwierigkeiten haben mit einem
00:36:07: Kind, mit einem eigenen Kind, weil das den Weg schulisch zum Beispiel nicht findet.
00:36:12: Und wenn solche Dinge gesagt werden, kannst du gar nicht vorstellen,
00:36:15: wie viel im Raum, und sei das nur in einem Team von fünf Leuten oder auch von
00:36:20: 15 Leuten, nicken oder sagen, das kenne ich auch.
00:36:25: Und sofort eine andere Energie. Und ich bin draufgekommen, das hält ja niemanden
00:36:30: vom Arbeiten ab, ganz im Gegenteil.
00:36:32: Wenn ich weiß, was wir zwar für Verbindung haben, wo wir vielleicht gleich dicken
00:36:37: oder gleich überfordert sind, dann arbeiten wir ja zwar ganz anders zusammen.
00:36:42: Weil dann sieht man auch in der Arbeit ein bisschen mehr am gleichen Strang.
00:36:47: Und diese Verbindungen sind einfach goldes Wert, aber die kann man nur herstellen,
00:36:51: wenn man miteinander spricht und nicht, wenn wir uns grüßen in der Früh und das war's.
00:37:00: Und Grüßen allein bringt aber auch schon recht viel. Genau.
00:37:05: Ja, weil es gibt ja mittlerweile auch welche, die das nicht mehr machen. Ja, ja.
00:37:09: Also, ja. Ich sehe in der Firma in der Früh sicher zum Teil TrainerInnen, TeilnehmerInnen.
00:37:20: Und viele von denen kennen mich noch gar nicht.
00:37:23: Ja, also ich bin dort ja in Sozialberatung, gehen wir uns so vorstellen,
00:37:30: aber nicht gleich in der ersten Woche, ja, manche vergessen auch,
00:37:34: wer ich bin, ja, und so weiter,
00:37:37: aber jemanden, den du jeden Tag grüßt in der Früh, der grüßt irgendwann automatisch zurück. Genau.
00:37:45: Und da hat man schon gewonnen, oder? Finde ich. Das stimmt, das finde ich auch, ja. Ja, wohl so.
00:37:55: Das heißt, du konntest deinen Kindheitsraum Schauspielerin dann quasi ausleben.
00:38:02: Ja, irgendwie schon. Bei deinen Lesungen, bei deinen.
00:38:10: Team-Trainings und bei deinen,
00:38:17: Bühnenauftritten. Genau, Bühnenauftritten. Wie lange machst du das jetzt schon
00:38:20: mit den Bühnenauftritten?
00:38:24: Eigentlich erst seit knapp über einem Jahr.
00:38:28: Ja. Weil du habe ich zufällig davon gehört, dass es die Speaker Night Willian da gibt.
00:38:32: Ja. Und da habe ich gesagt, okay, ich bewirb mich. Ich habe mich beworben und
00:38:36: wir waren da zwölf auf der Bühne.
00:38:39: Und ich war, weißt du, da wurde gezogen, und ich war die letzte Sprecherin.
00:38:43: Und da durfte man acht Minuten zu einem Thema, das man hatte, reden.
00:38:48: Und im Publikum waren meine vier Kinder und mein Partner.
00:38:54: Und ich bin, wie hinter der Bühne gehört, habe mir gedacht, lieber Gott, hör zu.
00:38:58: Ich möchte jetzt einfach da draußen nur Spaß haben, okay?
00:39:01: Und Hauptziel ist, meine vier Kinder und meinen Partner nicht zu blamieren. Das ist alles.
00:39:07: Spaß und nicht blamieren, ja? So, die Davor, Claudia, es waren die Vorredner.
00:39:12: Ich habe es nur ein bisschen am Rand mitgehört und den Applaus und so, ja.
00:39:17: Und das macht ja dann schon ein bisschen nervös, weil es war ja trotzdem ein Wettbewerb.
00:39:21: Und ich habe mir wirklich gedacht, lieber Gott, Ich dachte so, bitte lassen wir das.
00:39:25: Ich will wirklich Spaß und nicht bei mir. Und gehe da raus auf die Bühne mit
00:39:29: meinem Lieblingsthema, eben den Impulsen.
00:39:33: Und ich bin ja relativ schnell in Interaktion mit dem Publikum gegangen und
00:39:37: habe mir nur mittendrin gedacht, ja, es gefällt mir, es gefällt er.
00:39:41: Und es war dann so eine coole, wirklich eine coole Keynote.
00:39:47: Habe dann von der Jury eben Feedback bekommen. und das Tollste war von Thomas
00:39:52: Sikora, der saß in der Chirée und der hat gesagt,
00:39:56: Weißt du, Andrea, bei uns Sportlern ist es so, wir müssen beim Slalom,
00:40:00: müssen wir schon am Start so wegkommen, dass wir wirklich bis ins Ziel,
00:40:07: wirklich unseren Rhythmus haben.
00:40:09: Und wenn du im Rhythmus bist, dann warst du schon beim Einfahren ins Ziel, das war's, du bist gut.
00:40:14: Und er hat gesagt, dein Rhythmus war von oben bis unten und ich habe mir gedacht,
00:40:17: hey, wie sicher, war ja nur Freude.
00:40:21: Und dann habe ich unabsichtlich, weil das wollte ich wirklich nicht,
00:40:24: einen Doppelsieg eingefahren.
00:40:25: Ich bin vom Publikum zur Siegerin gekürt worden und von der Jury.
00:40:29: Und darum darf ich mich gerade Speakerin des Jahres nennen. Das war jetzt wirklich sehr im September.
00:40:35: Und ich könnte auf der Bühne, ich könnte nicht ruhig sein, weil ich ja merke,
00:40:39: und das glaube ich ist schon so zurückgehend auf mein Lehrer-Dasein.
00:40:44: Weißt du das, wenn du das Publikum siehst und die Menschen, dann merkst du relativ
00:40:49: gut, wo steckt wer, auch wenn es mehrere sind, weil manche reagieren mit Nicken,
00:40:54: also zeigen dir das, bei manchen merkst du echt bei ein paar Stellen,
00:40:58: da sinkt jetzt wirklich der Groschen
00:41:00: oder sie finden sich gerade selber wo wieder und das sind die Dinge,
00:41:04: die mich einfach sehr berühren, weil ich dann merke, ich trage auf der Bühne
00:41:10: keine Verantwortung für diese Menschen.
00:41:12: Ich biete Ursamen, streue die und es darf bei jedem, der da drin sitzt,
00:41:20: so auf fruchtbaren Boden fallen, wie es sein soll.
00:41:24: Und ob der das dann weiterhin pflegt und ab und zu gießt oder schaut,
00:41:31: dass da genug Sonne und Licht hinkommt, damit es das Pflänzchen aufgeht,
00:41:35: liegt in der Hand dessen, der da drin sitzt. und nimm einen meiner.
00:41:39: Das ist für mich eine ganz wichtige Sache, weil sowohl bei meinen Schülern habe
00:41:44: ich natürlich Verantwortung getragen,
00:41:46: bei meinen Kindern, bei meinem Kaffeeautomatenunternehmen genauso.
00:41:50: Bei meinen Lesungen war es eigentlich auch so, aber da habe ich immer geschaut, dass ich.
00:41:57: Dass ich einfach von den Geschichten, die ich geschrieben habe,
00:42:00: dann auch noch weiterspielen helfe, weil ja die Geschichten wirklich alle wahr
00:42:05: waren oder wahr sind und einfach, dass die Menschen auch was damit anfangen
00:42:10: können, wie berührt das mein Leben.
00:42:12: Und das mache ich jetzt bei den Trainings und von der Bühne aus genauso,
00:42:16: weil es mir einfach wichtig ist.
00:42:19: Weil ich glaube, wenn jeder bei sich selbst schaut, dann geht es,
00:42:23: so wie du es gesagt hast, mit dem Lächeln oder mit dem Grüßen, dann geht es weiter.
00:42:28: Und dann brauchen wir uns irgendwann weniger Gedanken machen über Streitereien
00:42:32: und über Kriege, weil jeder weiß, es liegt auch an mir, was ich in die Situation finde.
00:42:39: Ich möchte aber noch eines aufgreifen, was du vorhin nur so nebenbei gesagt
00:42:43: hast, du hast gesagt, ich bin auf die Bühne gegangen und ich habe ja eigentlich
00:42:49: nur Freude gehabt an dem, was ich tue.
00:42:52: Und das ist einfach so ein toller Gedanke, weil so sollte ja unser Job auch
00:42:59: sein, dass wir quasi nur Freude an dem haben, was wir machen.
00:43:06: Das ist so ein Schlüssel. Das finde ich voll super.
00:43:12: Ich bin davon überzeugt, dass du das eben auch so lebst. Ich werde dann oft
00:43:16: gefragt, aber es gibt ja Dinge, die mache ich nicht so gern.
00:43:19: Meistens wird dann die Buchhaltung genannt.
00:43:22: Willkommen. Ja, genau.
00:43:25: Es gibt Dinge, die müssen sein. Sicher ist es, und es gibt da in meinem Leben
00:43:29: ganz viele Dinge, die mich nicht so interessieren.
00:43:32: Aber wenn ich den Großteil der Zeit wirklich bewusst lebe und so wie ich nämlich
00:43:38: wirklich bin und mich nicht verstehe in der Zeit,
00:43:43: sondern wirklich ich bin, dann schöpfe ich aus dem so viel Kraft,
00:43:48: dass es anderen auch geht.
00:43:49: Und da sind dann schon so Dinge, dass ich mir denke, okay, bei meiner Buchhaltung zum Beispiel,
00:43:54: erledige es jetzt. Weil früher habe ich es oft rausgeschoben.
00:43:58: Oder einfach mir gedacht, wenn ich jetzt nicht gleich bin, denke ich, ist es eh gedanklich.
00:44:03: Nein, ist es nicht. Weil wir kennen das ja alle, dass unsere Gedanken kreisen.
00:44:07: Es lässt uns ja nicht los.
00:44:09: Und darauf bin ich für mich auf das Kommen, Dinge, die erledigt werden müssen,
00:44:14: entweder kann ich sie auslagern, dass es einen Profi übergeht.
00:44:18: Und da gibt es einige Dinge, wo ich sage, da bin ich nicht, da brauche ich zu viel Zeit dazu.
00:44:22: Das lagere ich wirklich aus. Oder so Dinge wie die Buchhaltung,
00:44:25: wo ich sage, nein, nein, das schaffe ich auch, weil eigentlich geht das ja schnell.
00:44:31: Nur ich muss mich hinsetzen.
00:44:33: Wirklich bewusst sage ich so, und jetzt, und vorher, da brennt nichts anders.
00:44:37: Also es gibt diese beiden Seiten, aber das auf der Bühne, das war wirklich so diese Freude.
00:44:43: Und wenn das überschwappt auf
00:44:45: Menschen, ich muss nicht in einem Team immer glücklich und healthy sein.
00:44:49: Aber wenn der Grundsatzgedanke da ist, dort bin ich gern, in dem Unternehmen bin ich gern.
00:44:54: Und das hängt halt sehr oft, und da gibt es Studien dazu, damit zusammen werde
00:44:59: ich gesehen, werde ich Wagnummer, werde ich wertgeschätzt.
00:45:05: Und ganz schlimm, das ist zum Beispiel aus meiner Automatengeschichte,
00:45:08: das war für mich wirklich einschneidend.
00:45:10: Da haben sie Mitarbeiter abgebaut in dem Unternehmen.
00:45:15: Und da war ein Mann, ich kann den nur beschreiben, ich wusste seinen Namen nie.
00:45:22: Der war größer als ich, ein bisschen bulliger, weißes, kurzes Haar,
00:45:27: immer sehr pfiffig angezogen und ein eigentlich fröhlicher Mensch.
00:45:33: Ich sage jetzt eigentlich, weil er halt bei mir, wenn er da war,
00:45:37: gelacht hat, wir haben uns super unterhalten.
00:45:40: So. Und dieser Mann wurde gekündigt Und der war wie im Vorfeld,
00:45:45: wenn er bei mir bei den Automaten war, oft mit anderen, da mit Kollegen und
00:45:48: Mils-Vorkummer, immer mit den gleichen.
00:45:52: Und er wurde gekündigt und wieder weg war ein, zwei Wochen später,
00:45:56: so wie zu denen, die mit ihm dort waren, wie geht es ihm denn?
00:46:02: Und ich sage, wem? Und ich sage, ich habe mit ihm nie über den Namen gesprochen,
00:46:08: nur über Lebensinhalte. Wir haben unsere Namen nicht gewusst.
00:46:12: Aber ich habe mir gedacht, Themen kann ich da nicht sagen. Ich habe ihn dann
00:46:16: beschrieben und die haben nicht gewusst, wen ich meine.
00:46:20: Und da habe ich mir gedacht, wie arg ist das? Wenn ich mit einem Kollegen,
00:46:23: mit dem ich zusammenarbeite, und das war ein Großraumbüro, mit dem ich an Schreibtisch
00:46:28: sitze und dann weiß ich nicht einmal bei einer Beschreibung, wer war das jetzt genau?
00:46:34: Also das war für mich wirklich ein einschneidendes Erlebnis,
00:46:38: wo ich einige Zeit gebraucht habe mit meiner Mentorin, die jetzt auch nicht
00:46:41: Spaß hat, um darüber zu reden, wie weh das eigentlich tut, dass wir Menschen so oberflächlich sind.
00:46:48: Dass wir Menschen uns gar nicht mehr für den anderen interessieren und wirklich
00:46:52: nicht mehr nachdenken wollen, wer hat uns denn berührt oder was ist wirklich aus dem geworden.
00:46:59: Und das Ich sage, man muss im Unternehmen nicht immer toll und glücklich und
00:47:06: wow, so schön, aber das wertgeschätzt und gesehen werden und auch das Gefühl kriegen.
00:47:11: Und dazu gehört halt dann wirklich, dass ich auch ausspreche,
00:47:14: du schaust heute, vielleicht du schaust heute hübsch aus oder was steht bei
00:47:19: dir heute noch im Programm?
00:47:20: Egal, mich einfach interessieren für den anderen, wo ich mich wirklich interessiere.
00:47:25: Also wenn ich die, und über das, wie eben das Strickmuster geht,
00:47:29: wird es mich schnell aufdecken, weil ich kann stricken nicht.
00:47:32: Also das wäre ein Flaskel bei mir.
00:47:34: Ja, weil ich erst eine Katze gesehen habe. Ja, ich habe selber meinen Vater gehabt.
00:47:39: Und die Farbe von ihm, die Dreiförigkeit, das ist was anderes.
00:47:42: Aber da entsteht dann wieder Verbindung.
00:47:44: Wenn ich das anspreche, das uns wirklich verbindet, weil ich das Gefühl hätte,
00:47:48: wenn es von dir aus dann nicht wäre, dann ist ja das eh schnell geklärt.
00:47:52: Dann finden wir ein anderes Thema. Aber das sind eben die Verbindungen,
00:47:56: die für mich voll wertvoll sind.
00:47:58: Ja, das stimmt. Aber leider, es ist auch so.
00:48:07: Haben manchmal ganz wichtige Funktionen, auch informelle Funktionen in einer Firma.
00:48:14: Und wenn es dann irgendwie passiert, dass die ausscheiden aus dem Unternehmen,
00:48:19: vorher denkt man sich, das kann ohne die nicht weitergehen.
00:48:22: Und de facto ist man schnell vergessen, ist man schnell ersetzt.
00:48:26: Ist schnell ersetzt durch eine KI mittlerweile und so, nicht einmal durch einen anderen Menschen.
00:48:31: Also ja, das ist wirklich sehr, sehr schade.
00:48:37: Obwohl ich glaube, weil ich kann es auch aus eigener Erfahrung sagen, dass Menschen, die,
00:48:44: die was bewirken, wirken so weit hinaus, dass sie ja über so ein Dienstverhältnis
00:48:51: noch irgendwo Kontakte pflegen.
00:48:54: Genau, das ist was Schönes.
00:48:58: Aber es ist eins von den wichtigsten Dingen in einem Unternehmen,
00:49:03: dieses gesehen werden, wertgeschätzt werden.
00:49:07: Wenn ich da jetzt noch mit zurückgehen darf auf den Schulbereich,
00:49:10: meine zwei jüngeren Kinder, der Matthäus und die Anna-Sophie sind in einem Gymnasium,
00:49:14: haben beide Latein und haben einen eher jüngeren Latein-Professor,
00:49:19: der sie so fasziniert, Claudia, das ist Wahnsinn,
00:49:23: sodass ich wirklich zu den Kindern gesagt habe, erklärt es mir,
00:49:25: was es genau ist. Das ist ihr Hero.
00:49:27: Der Mann ist streng, verlangt viel, aber er holt die Kinder ins Brot,
00:49:34: er erzählt ihnen persönliche Dinge, oder jetzt,
00:49:37: dass die unser Bildungsminister im Lateinstunden kürzen will,
00:49:40: Der ist noch fertig, dass es ihm gar keinen Lateinunterricht gibt.
00:49:44: Aber die Kinder folgen ihm im Sinn von Instagram, sind dabei leiden mit, weil der so leidet.
00:49:52: Die sind richtige Fans und die würden um nichts in der Welt Latein aufgeben.
00:49:57: Auch wenn es dafür lernen müssen, auch wenn es da Schularbeiten gibt,
00:50:01: auch wenn viel gefordert wird, das nehmen sie in Kauf.
00:50:04: Und das meine ich dann blöd. Wenn das in einem Unternehmen oder in einem Team
00:50:07: auch so ist, dass sie einfach mit meinen Mitarbeitern so gern zusammenbinden,
00:50:11: dass auch wenn jemand einmal.
00:50:14: Schwächelt, aus beruflichen oder privaten Gründen, dass wir den einfach gerne
00:50:18: mittragen über Anzahl dran.
00:50:21: Weil ich will ja gern zusammen.
00:50:24: Und genau dieses Gefühl macht für mich Familie aus, macht für mich Freundschaften
00:50:28: aus und eben auch unser Arbeitsumfeld.
00:50:31: Aber für das muss vorher mehr Verbindungen entstehen, weil jemanden mitzutragen,
00:50:35: mit dem ich jetzt eigentlich nichts anfangen kann, von dem ich eigentlich gar
00:50:38: nichts weiß, die haben mich vielleicht, so wie du erst eingebracht hast,
00:50:41: nicht einmal grüßt, fällt es mir halt schon schwer.
00:50:46: Aber ansonsten, wenn da Verbindung ist, dann ist es für mich jetzt was Wunderbares,
00:50:51: dort zu arbeiten, weil dann fühle ich nichts aus.
00:50:54: Und man schaut, wie viele Jahre wir von unserem Leben arbeiten. Ja.
00:50:58: Die auch das haben, dass ich sage, okay, auch Arbeitszeit ist Qualitätszeit. Ja, sollte.
00:51:05: Sollte sein, genau. Und so wie du es eben mit deinem Podcast auch hast,
00:51:09: deine Gäste, die immer wieder ihren Beruf gewechselt haben, es draufgekommen
00:51:14: sind, auch wenn es viel Geld davor gegeben hat, auch wenn Sicherheit da war,
00:51:19: dieser Name ist es nicht.
00:51:20: Ich möchte einfach wirklich einen Sinn dahinter sehen, ich möchte mich dort
00:51:24: beheimatet fühlen, ich möchte dort wirklich was bewirken können.
00:51:30: Und dann haben sie gewechselt. Und ich kenne viele deiner Podcasts und das ist
00:51:34: für mich jetzt die Linie, die sich da durchzieht.
00:51:36: Und die hätte, wie gesagt, in unserem Unternehmen bleiben können.
00:51:40: Super. Wir hatten super Geld, damit wir Sex gut davon leben konnten.
00:51:47: Aber es war nicht meins.
00:51:51: Und das durchzuziehen, es gehört natürlich viel Mut dazu. Und alle,
00:51:56: die sich trauen, dass sie wechseln,
00:52:00: Ich kenne da niemanden, sage ich da ganz ehrlich jetzt, der mir einfallen würde,
00:52:05: der echt gesagt hat, der bewusst gesagt hat, ich wechsle dorthin,
00:52:09: wo es mich hinzieht und dann gesagt hätte, na nein, das bereue ich voll,
00:52:14: das hätte ja nicht tun sollen.
00:52:15: Also es vollert mir jetzt auf die Schnelle wirklich niemand an.
00:52:18: Es ist zwar, wenn ich eine Entscheidung treffe,
00:52:20: weil ich ja auch zuerst glaubt habe, nachdem ich mit den Automaten aufgehört
00:52:23: habe oder zeitgleich dann die Coaching-Ausbildung und so gemacht habe,
00:52:27: habe ich auch zuerst glaubt, ich werde eher im Coaching in Zukunft beheimatet sein.
00:52:32: Ja, habe ich gemacht, aber ich habe gemerkt, auch das ist es eben, wie gesagt, nicht ganz.
00:52:38: Und es tat sich die Bühne auf, aber es kann zuerst was auftun,
00:52:41: der Reihe nach, wenn du Schritte gehst, wenn du Entscheidungen triffst.
00:52:44: Und das ist, glaube ich, was alle deine geladenen Gäste und dich selber eingeschlossen
00:52:49: verbindet, dass wir nicht nur die Hände in den Schoß legen und sagen,
00:52:53: ach Gott, was soll ich denn tun?
00:52:54: Sondern wir trauen uns darüber, dass wir Impulsen folgen und dass wir Ideen umsetzen.
00:53:00: Und sollte es nicht stimmig sein, tut sich wieder eine Neuentscheidung ab.
00:53:05: Ja, also das ist eine Sache, ich habe ja meine Coaching-Karriere,
00:53:14: meine selbstständige Coaching-Karriere, auch mit dem Schwerpunkt Entscheidungen angefangen.
00:53:21: Und hatte manchmal so das Gefühl, die Leute stehen so wie bei so einer Show
00:53:26: vor drei Türen, eins, zwei oder drei, wo ist der Preis?
00:53:32: Und sie denken, wenn sie sich jetzt entschieden haben für eine Tür und da ist
00:53:37: jetzt nicht der Preis drinnen, ja, dann ist alles verloren.
00:53:42: Aber das Leben ist ja nicht schon, wer weiß, ob es da nicht auch noch eine Tür
00:53:46: dahinter gibt. Und die gibt es bestimmt.
00:53:52: Und dann entwickeln sich die Dinge halt ein bisschen rundherum oder vorhanden.
00:53:59: Auf anderen Wegen. Aber so wie man eben bei meinen Gästen auch sieht,
00:54:05: ganz oft führen sie zu dem, auch bei dir, zurück, was eigentlich ihr Ursprung ist.
00:54:11: Und darum freue ich mich so, dass ich bei dir einen Podcast eingeladen bin,
00:54:15: weil ich habe mit dem, also zu meinem Podcast-Hörbeginnen, sag ich mal,
00:54:22: warst du einer der ersten Podcasts, den ich gehört habe.
00:54:26: Und ich war unterwegs, ja, wirklich,
00:54:29: ich war unterwegs und habe mir nur gedacht, wie cool ist das denn?
00:54:33: Weil ich eben genau deine Fragen habe, ich kann dir nicht mehr sagen,
00:54:36: wen du da hattest, aber es ist um einen Lebensweg gegangen, um einen beruflichen.
00:54:39: Und da war bei mir gerade so das Orientieren und das Dranbleiben.
00:54:44: Und ich habe mir gedacht, wie cool, wie cool. Aber ich gestehe,
00:54:48: technisch bin ich nicht so drauf, wie finde ich diesen Podcast wieder?
00:54:53: Ich habe keinen Anlauf gehabt und nachdem ich das erste Mal gehört habe,
00:54:56: War mir das auch nicht so im Ohr mit dem Barbarhamsterrad? Und ich habe mich
00:55:00: so gefreut, wie ich auf den wieder
00:55:02: gestoßen bin, weil da eben sofort diese Erinnerung war, du warst das.
00:55:07: Du warst das, ja. Und wir müssen, mein Ex-Ehemann, weil ich wirklich auch jemand
00:55:12: war, der nie Entscheidungen treffen hat, können.
00:55:15: Also ich habe immer immer schwerer, ja. Eben echt mit dem, soll jetzt dies oder
00:55:18: soll dies oder doch das dritte.
00:55:20: Der hat einmal zu mir gesagt, er sieht das immer wie eine Kreuzung.
00:55:26: Er hat gesagt, steht er vor, du kommst auf eine Kreuzung zu und entscheidest
00:55:30: dich jetzt, es gibt diesen Weg, diesen Weg oder diesen Weg.
00:55:33: Vor einfach los, wähle einen. Und ich habe dann gesagt, ja und was von der falsch
00:55:39: ist, wenn ich jetzt noch links abbiege und ich stütze aus, das passt nicht,
00:55:43: hat er gesagt, Andrea, dann kommt irgendwann eine neue Kreuzung.
00:55:48: Und du hast die neue Entscheidungsmöglichkeit. Und das Bild ist mir einfach
00:55:53: so drin, weil ich mir denke, es stimmt.
00:55:56: Und so wie du sagst, wir glauben immer, wenn ich jetzt falsch wähle,
00:55:59: dann habe ich für mein Leben.
00:56:01: Weil das war es dann nicht. Nein, es tun sich wirklich hinter Türen auf,
00:56:05: die oft viel größer sind als die Haupttüren.
00:56:09: Oder wo wir uns mehr daheim fühlen und echt uns ausleben können und wirklich
00:56:14: selbstwirksam erleben. Und ich glaube, das ist eines der wichtigsten,
00:56:18: wirklich wichtigsten Dinge, die wir in dem Leben erfahren können.
00:56:22: Und wenn wir Entscheidungen treffen, dann leben wir diese Selbstwirksamkeit.
00:56:28: Und dann können wir auch damit umgehen, wenn jetzt nicht das Ergebnis rauskommt,
00:56:33: was man sich vorstellt, weil man ja dann in seiner Kreativität neue Entscheidungen
00:56:38: treffen kann oder neue Lösungen suchen kann oder so.
00:56:41: Dann sind wir auch ein bisschen zäher und halten auch mal einen Gegenwind aus.
00:56:46: Wenn wir wirklich bewusst entschieden haben.
00:56:48: Und ich habe da wirklich eine Methode. Ich weiß nicht, ob du sie kennst.
00:56:53: Das war in einem Coaching mit einer Dame, die angestellt war und wirklich einen Top-Job gehabt hat.
00:56:59: Aber dann wurde ja eine politische Position angeboten.
00:57:02: Und sie hat ehrlich gesagt, was soll ich tun?
00:57:06: Sie hat abgewogen, du kennst es ja mit Für und Wider und so,
00:57:09: und die ist aber wirklich zu keiner Entscheidung gekommen. Du warst sehr unglücklich darüber.
00:57:13: Und da gibt es eine Methode, die ist wirklich cool.
00:57:17: Und zwar, wenn du jetzt vor einer Entscheidung stehst, zum Beispiel,
00:57:21: ich nehme sie wieder her, ich habe gesagt, stell dir, wenn du jetzt bei mir
00:57:25: bei der Tür rausgehst, schon wenn du die Türklänge in die Hand nimmst,
00:57:29: stellst du dir vor, du hast dich dafür entschieden.
00:57:32: Du nimmst diese Position an und machst sie halt neben deinem Beruf.
00:57:36: Du greifst die Türklinke so an, du gehst so raus, wenn du vor die Haustür unten
00:57:43: kommst, auf die Straße, du begegnest den Menschen so, als wärst du das.
00:57:48: Als würdest du dieses politische Arzt zusätzlich bekleiden.
00:57:52: Und wenn du in dein Auto steigst und wenn du heimfährst und im Stau und zu Hause
00:57:57: und dich in den Spiegel schaust, deine Kinder triffst.
00:57:59: Also lebe 24 Stunden mit allem, wirklich mit allem. So, als hättest du dich dafür entschieden.
00:58:06: Gehe so ins Bett und stell mal in der Früh so auf. Und wenn die 24 Stunden um
00:58:11: sind, dann lebt 24 Stunden so, als hättest du abgelehnt.
00:58:16: Als hättest du dich dagegen entschieden. Und da wirklich auch wieder mit allem so.
00:58:19: Und wenn du an der Billerkasse stehst, verholtest du so, als wärst du dagegen gewesen.
00:58:26: Und ich schwöre es dir, nach 48
00:58:29: Stunden wirst du wissen, was sich für dich besser anfühlt. Und das war so.
00:58:33: Und ich habe mich angerufen, hat dieses politische Amt angenommen.
00:58:37: Und dann kann man natürlich weiter überlegen, weil dann natürlich kommen Herausforderungen
00:58:42: bei Entscheidungen mit, aber du hast dich bewusst und klar für dein Leben entschieden
00:58:47: oder für deinen Weg entschieden.
00:58:49: Und es gibt eigentlich nichts, das mir zu einfallen würde, wo man nicht wieder
00:58:55: irgendwo an einen anderen Weg einschlagen könnte, wo es gemeißelt wäre, wo es so bleibt.
00:59:01: Oder? Genau. Ich glaube, das kann ich sein, gell? Genau.
00:59:05: Drum, das Leben ist so schön, das gehört echt genützt. Und ich glaube,
00:59:09: wir sind nicht um gesund auf die Welt gekommen.
00:59:13: Oder nur um die Zeit zu verbringen. Ja, das ist sowieso elend.
00:59:18: Wenn man Zeit totschlagen muss, das ist einfach so verschwindet. Und wie?
00:59:26: Wollen wir nicht, oder? Wir wollen dieses Leben wirklich, wirklich leben.
00:59:32: Weil ich weiß nicht, darf ich dir schnell eine Frage stellen? Bitte.
00:59:37: Diese Frage, die oft gestellt wird, möchtest du zum Beispiel nur mal jung sein?
00:59:42: So wirklich 14, 15 oder 20? Möchtest du das?
00:59:46: Nein. Ich möchte nicht nur mal jung sein.
00:59:51: Voll gut. Da haben wir das, denke ich mir nämlich auch, oder? Ja.
00:59:56: Oder? Ich glaube, wir haben jede Phase gelebt.
01:00:02: Ausgekostet und sind jetzt da, wo wir sind, oder?
01:00:05: Ja, sicher. Ja, also vor allem ohne den Erfahrungsschatz, den wir uns schon quasi erworben haben.
01:00:15: Das ist ja das. Wenn man jung sein will mit dem Wissen von heute, dann ist das ja easy.
01:00:22: Aber auch dann, würde ich sagen, in der heutigen Jugendwelt wäre es wirklich schwierig.
01:00:28: Also deutlich schwieriger ist es zu meiner Zeit.
01:00:32: Aber ich feiere das irgendwie auch so, dieses,
01:00:36: ich kann jetzt schon auf etwas zurückschauen und kann aus dieser Position heraus
01:00:42: mehr Gelassenheit haben,
01:00:46: kann viel mehr für andere Personen als Erfahrungs- oder Wissensdatenbank zur Verfügung stehen.
01:00:56: Ja, es ist einfach, man wechselt dann so allmählich in diese Mentorinnenrolle.
01:01:05: Das ist einfach vom Alter her.
01:01:10: Und so gesehen.
01:01:13: Ich denke mir, uns beide hat rückblickend unser Leben und egal ob die schönen
01:01:20: oder auch die berührenden oder die traurigen Momente,
01:01:24: haben uns zu genau den Frauen gemacht, zu den gestandenen Frauen, die wir jetzt haben.
01:01:30: Und ob das man da wirklich sagen kann, so viele tragen das Feuer nach in sich?
01:01:35: Und kommen in unserem Alter gerade wieder drauf, oder weil da sind schon das
01:01:40: ich, ich baue mir ein Haus und ich habe Kinder und ich bin noch so im Schaffen
01:01:45: und Werken, bauen sie da das Aufbau, ich darf jetzt sein.
01:01:49: Und ich darf wirklich mehr meinen Weg gehen. Und ich finde, das ist so eine
01:01:53: Kostbarkeit. Und das wären wir beide nie, wenn wir unsere Leben nicht hätten.
01:01:58: Wo es nur glatt gelaufen wäre. Das stimmt. Das stimmt.
01:02:02: Also ich habe ja jetzt vor kurzem so ein Base-Reading-Seminar besucht und da
01:02:09: ging es unter anderem darum, auch nach TCM die Gesichter zu lesen.
01:02:16: Und das TCM kennt ja fünf Zustände quasi.
01:02:23: Und eines davon ist Feuer.
01:02:27: Und wenn Menschen kommen und sagen,
01:02:32: ah, das ist so zart, das Leben und der Job und der Mann geht mir auf die Nerven
01:02:37: und so weiter, dann sieht man einfach, wie die Flamme immer kleiner wird und
01:02:44: nur mehr so vor sich hinkogelt.
01:02:47: Aber so ein Feuer kann auch wieder entfacht werden.
01:02:51: Und eine von diesen Methoden ist, wenn man das jetzt zusammenkriegt, Lebe, Lache, Liebe. Ja.
01:03:02: Und schau, dass du von diesen Dingen mehr wieder in dein Leben kriegst und damit
01:03:07: fachst du dann vorher auch wieder an und damit kannst du auch neue berufliche Wege gehen,
01:03:11: damit kannst du neue Beziehungen eingehen und so weiter und kannst dann das,
01:03:17: was unsere Generation ja auch jetzt hat, nämlich eine längere Lebenserwartung, besser genießen.
01:03:29: Ja, weil heute werden wir mindestens noch die Pension 20 Jahre überleben und
01:03:38: 20 Jahre warten, dass es irgendwann zu Ende geht.
01:03:43: Das ist ja wirklich eine öde Partie, würde ich sagen, oder?
01:03:48: Ja, auf alle Fälle. Nur wenn ich mir jetzt diese anschau, was dir so oft geschimpft
01:03:53: wird, dass die neuen jungen Menschen keinen Arbeitswillen haben und keinen Arbeitstrang haben.
01:04:00: Ich bin mir da nicht ganz sicher.
01:04:02: Ich bin mir da wirklich nicht ganz sicher. Weil wenn du wirklich im Gespräch
01:04:06: bist mit jungen Menschen, die haben schon ihre Pläne.
01:04:11: Nur sie sind halt anders, als wir es können.
01:04:14: Und vielleicht irritiert uns auch das jetzt noch.
01:04:17: Und was die Dinge, die Angst machen, schiebt man sowieso gern weg.
01:04:21: Aber ich glaube, dass das ineinander ergreifen wird und wir uns da gut ergänzen werden.
01:04:26: Weil wenn ich jetzt meine Tochter hernehme.
01:04:31: Die liebt einfach das Schauspiel, aber nur, weißt du, zu Hause.
01:04:35: Ja, das ist eine süße Drama-Queen mit 17.
01:04:39: Nur da war es so, dass wir letztens gesprochen haben und ich gesagt habe,
01:04:42: Anna-Sophie, bitte geh du ins Max-Reinhard-Seminar und erledige das,
01:04:46: was deine Mama gerne gemacht hat.
01:04:49: Und sie gesagt hat, Mama, lass mich damit in Ruhe, das mache ich sicher nicht.
01:04:51: Und wo ich mir denke, ich würde sie nie, ganz egal, wofür sie sich entscheidet,
01:04:55: ich würde sie nie davon abhalten, weil ich mir denke, sie soll ihren Weg finden.
01:05:00: Und das war bei uns vielleicht noch anders.
01:05:02: Unsere Eltern haben sich wirklich wo reingepresst oder in die Richtung gepresst,
01:05:06: dass es ja sicher ist und dass man eben Geld verdient und dass das vielleicht
01:05:10: auch ein Beruf ist, der wirklich Ansehen mit sich bringt, weil das halt früher
01:05:13: die Werte waren, die einfach wichtig waren.
01:05:15: Und mit 18 waren wir noch anders, dass wir vielleicht nicht ganz so viel widersprochen
01:05:20: haben, wie das jetzt ist, weil die Jungen durch uns als Eltern einfach ganz
01:05:25: anders aufgestellt sind.
01:05:27: Und das steht nur mit Strenge, sondern wirklich, also ich weiß nicht,
01:05:33: ich glaube, dass du auch eher so eine Mama bist und warst, die auch Fehler zugegeben hat, oder?
01:05:39: Und ich weiß nicht, stell dir vor, ich habe mal bei meinen vierten Tagen gesagt,
01:05:42: das werde ich nie vergessen.
01:05:43: Da war der Hans Witter, der Älteste war der,
01:05:46: ich glaube, zehn herum. Und ich habe es immer so in zwei Jahren.
01:05:51: Und ich stehe bei Hans-Peter und Konstantin am Abend beim Bett und ich sage,
01:05:56: es tut mir leid, ich weiß, heute habe ich echt voll geschimpft und eigentlich war ich nur mit.
01:06:03: Es tut mir leid, dass ich das gemacht habe.
01:06:05: Und es ist voll okay, wenn ich euch manchmal richtig, wenn sich der sagt, die Mama geht an.
01:06:14: Und der Hans-Peter schaut mich an und sagt, Meinst du das jetzt in echt, Mama?
01:06:19: Da dürfen wir uns wirklich denken, dass du manchmal richtig gemein,
01:06:24: ungut, komisch bist und eine blöde Mama, sie hat das jetzt auch nicht gebracht.
01:06:33: Und ich habe gesagt, ja, das darfst du dich sagen. Und habe dann aber klargestellt mit allen Vieren.
01:06:38: Und habe ihnen gesagt, dann nehme ich jetzt an mir einen Druck.
01:06:41: Ich liebe euch von Herzen, nur ich mag euch nicht immer.
01:06:45: Und dann haben sie gesagt, nein, weil wenn ihr das Geschirr nicht in den Geschirrspüler
01:06:50: gebt oder wenn am Boden ein Papier liegt und jeder steigt drüber,
01:06:55: dann mag ich euch gerade nicht.
01:06:57: Aber ich liebe euch. Ich habe gesagt, das mag ich nicht immer.
01:07:00: Und ich glaube, das wäre mit unseren Eltern nie möglich gewesen. Ja, sicher.
01:07:05: Und das sind so Dinge, wenn man denkt, darum ändert sich die Jugend.
01:07:08: Weil auch wir vielleicht schon viel ehrlicher umgehen mit den ganzen Dingen.
01:07:13: Und dadurch kann aber viel entstehen. Ja, so ist es.
01:07:18: Das ist ein wunderbares Schlusswort.
01:07:25: Erstens möchte ich wissen, welche Bücher gibt es von dir?
01:07:29: Ah, beim Buch Beziehungsstrodel und Sichtweisensalat, ein Tagebuch.
01:07:35: Genau, ich habe mir das schon mal aufgeschrieben, aber ich habe es glaube ich nicht gefunden.
01:07:41: Also, Beziehungs- und Sichtweisen-Salat, ein Tagebuch.
01:07:45: Das gibt es in jedem Buchhandel, die bestellen es oder auch auf Amazon. Genau.
01:07:56: Sehr gut. Und wo kann man dich,
01:08:04: sehen als Speakerin? Was sind so deine nächsten Auftritte?
01:08:08: Ja, es entsteht jetzt gerade was Spannendes, das ist aber erst im Entstehen.
01:08:11: Wir werden uns da ein paar Bühnen selber machen.
01:08:15: Da gebe ich gerne noch Bescheid. Also da findet man dann auf LinkedIn mit Informationen
01:08:20: oder eben auch auf Facebook.
01:08:24: Oder auf meiner Homepage, die heißt goal-kick.at Goal wie das Tor,
01:08:31: obwohl ich mich gar nichts im Hut habe, außer dass mich die Leute faszinieren,
01:08:34: dass die schon vor dem Spiel so gut drauf sind, wir werden in Unternehmen so,
01:08:38: dass wir schon vorher jubeln und trauen wir doch aus, ich nehme das her,
01:08:42: weil Goal ist eben Tor und Ziel gleichzeitig,
01:08:45: aber die Zukunft ist gerade ein bisschen in Überarbeitung und ja,
01:08:49: aber da findet man mich und auch meine Kontaktdaten und gerne jederzeit.
01:08:53: Und wenn man also ein Teamtraining buchen will oder eine tolle Speakerin braucht,
01:09:00: dann kann man sich an dich wenden. Voll gerne.
01:09:06: Das kommt natürlich in die Shownotes rein. Ich danke dir ganz von Herzen für
01:09:12: dieses persönliche und auch philosophische Gespräch.
01:09:15: Ich danke dir, liebe Claudia.
01:09:18: Ich freue mich, dass du da warst. Und unserem Publikum, hoffe ich, hat unsere Sendung,
01:09:26: unsere besondere Sendung heute sehr gut gefallen und dass ihr wieder einschaltet in einer Woche.
01:09:34: Und bis dahin, tschüss, alles Liebe.
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