Folge 76 - Perfektion ist oft nur eine Illusion
Shownotes
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Transkript anzeigen
00:00:00: Weil Perfektionistinnen versuchen,
00:00:02: Sachen richtig gut zu machen und Fehler gehören dann nicht dazu.
00:00:07: Das Blöde ist aber, wenn man Fehler vermeiden will, vermeidet man aber auch Innovation.
00:00:11: Also es braucht ein gewisses Fehlermanagement, damit man innovativ an Sachen herangeht.
00:00:17: Baba, Hamsterrad, Servus Berufung!
00:00:21: Hallo und herzlich willkommen beim Podcast für berufliche Veränderung, Erfüllung und Sinn.
00:00:28: Ich bin Claudia Scheer, deine Expertin für den Neustart mit all seinen Facetten.
00:00:34: Wenn du gerade merkst, dass du dich in deinem Job nicht mehr wohlfühlst,
00:00:38: du um oder wieder einsteigen möchtest, dann erfährst du hier alles über berufliche
00:00:44: Perspektiven und Karrierewege.
00:00:46: Hallo und herzlich willkommen wieder zu einer neuen Folge von Baba Hamsterrad
00:00:51: Servus Berufung und heute habe ich wieder einen sehr, sehr lieben Gast bei mir,
00:00:56: die liebe Regina Kainz. Hallo und herzlich willkommen.
00:01:00: Hallo Claudia, danke für die Einladung. Schön, dass du da bist.
00:01:03: Liebe Regina, magst du dich nur so ganz grob vorstellen, wo kommst du her,
00:01:09: wo sind so deine Lebensumstände?
00:01:14: Regina Kainz, wo ich herkomme, aus Salzburg, wo ich inhaltlich herkomme,
00:01:18: das Thema Perfektionismus.
00:01:21: Also ich bin im letzten Jahr mit Perfektionismus gestartet und bitte der Kurse,
00:01:27: Workshops, Trainings, Coachings für PerfektionistInnen an, die ein bisschen
00:01:32: entspannter durchs Leben gehen wollen.
00:01:34: Sehr gut, also im Detail werden wir noch darauf zurückkommen.
00:01:39: Den Titel mit dem Perfektionismus, das finde ich ja genial, genial,
00:01:45: die auf solche Sachen. Danke.
00:01:48: Ich war auch sehr, wie ich es mir gefunden habe, es war sehr,
00:01:51: sehr kollektives, breites Brainstorming und meine Tochter hat so diesen Impuls
00:01:55: gegeben und ich habe es dann weitergedreht und dann waren wir da.
00:02:01: Ja, hört sich irgendwie aus einem galischen Dorf an ein bisschen, aber das macht ja nix.
00:02:08: Auch spannend, ja. Man nimmt die Truidin.
00:02:15: Ja, liebe Regina, kannst du dich noch erinnern, was du als Kind werden wolltest?
00:02:23: Ziemlich genau sogar.
00:02:25: Der größte Berufswunsch, da war ich im Kindergartenalter.
00:02:30: Und ich weiß nicht, ob ich einen Freund habe, mit dem ich gemeinsam immer gespielt
00:02:33: habe. Und der ist aus einer Wirtshausfamilie gewesen.
00:02:35: Und ich komme aus einer Familie mit sehr vielen Selbstständigen.
00:02:38: Und wir waren dann immer auf dem Bauernhof meiner Tante. und dann war meine
00:02:43: Vision, dass ich Lehrerin und Wirtin werde.
00:02:46: Lehrerin und Wirtin. Hast du, also.
00:02:50: Das wäre ein alternatives Schulmodell in der Erwachsenenbildung.
00:02:56: Absolut. Also ich war jetzt ein paar Tage bei einem Business-Fürstück, also.
00:03:01: Essen und was lernen dabei, ja. Ich bin mit dabei.
00:03:07: Super, okay. Wie ist deine schulische Laufbahn verlaufen?
00:03:13: Sehr brav, geradlinig bis zur Matura.
00:03:17: Also Volksschule, Gymnasium, tatsächlich auch immer das gleiche Gymnasium.
00:03:21: In der Oberstufe war ich nicht ganz so happy mit der Wahl, weil man ein bisschen fad war.
00:03:27: Und ich habe durchaus überlegt, dass ich Lehre mache, um einfach mal was zu
00:03:30: machen und habe mich dann einfach in Nebenbeschäftigungen, also ich war ewig
00:03:35: immer Klassensprecherin, Schulsprecherin und auf sehr viel Kongresse,
00:03:39: Konferenzen, Fortbildungen,
00:03:41: und so diverse andere Sachen als auf Heizheit.
00:03:43: Ich habe mich sehr verwirklicht und dann mit 18 war man in Österreich einfach
00:03:47: sehr eng und sehr klein und ich wollte ins Ausland, das war relativ schnell
00:03:52: klar, wo es hingehen soll, war noch ein bisschen,
00:03:55: ich falle gern sehr weit weg, das hat meine Familie nicht ganz so klasse gefunden.
00:03:59: Und im Endeffekt war ich ein Jahr in Spanien als Au-Pair und bin dann zurück
00:04:03: und habe gewusst, ich würde wirklich gern entweder Psychologie studieren oder Publizistik.
00:04:07: Und das waren damals schon wirklich zwei sehr, sehr gut gefüllte Studienrichtungen.
00:04:13: Und da weiß ich eher, ob das wirklich gescheit ist, was zu machen,
00:04:16: was ganz, ganz viele machen, wo man uns nicht so sicher ist,
00:04:19: was man dann damit werden kann.
00:04:21: Und im Endeffekt ist dann Publizistik geworden und dazu dann gewählte Fächer,
00:04:26: also zuerst mit Politikwissenschaft angefangen, bis ich draufgekommen bin,
00:04:29: das machen auch alle und dann war es gewählte Fächer aus Spanisch,
00:04:33: Soziologie und Politik.
00:04:35: Also da treffen sich ja unsere Biografien, also jetzt einen gewissen Grad,
00:04:40: weil Publizistik habe ich auch gemacht.
00:04:43: Ja, und was war dein Ziel mit Publizistik zu machen? Hast du da schon eine Idee gehabt? Journalismus.
00:04:49: Also ich wollte wirklich, es war schon in der Schule eben, wie die Lehrerin
00:04:54: immer gesagt hat, ich soll in die Politik gehen, aber ich war in Sprache auch sehr gut.
00:05:00: Und dann war Journalismus tatsächlich immer wieder etwas, was da war,
00:05:04: weil ich durchaus auch ein kritischer Geist war.
00:05:05: Und meine Vorstellung von Journalismus war natürlich irgendwie Aufdecker-Journalismus.
00:05:12: Der Weg zur Publizistik, aber auch, weil ich Sprache sehr gern mag.
00:05:15: Also wäre Garministik ein Studium gewesen, wo man dann eine Berufsausbildung
00:05:19: hätte, wäre es vielleicht Garministik geworden.
00:05:23: Und Publizistik wurde es dann und da war aber recht schnell klar,
00:05:27: dass Journalismus spannend ist, aber dass diese Bereiche, die es gibt im Journalismus,
00:05:32: ja, vielleicht nicht ganz.
00:05:34: Ich habe immer wieder Journalistisch geschrieben, halt auch für die Zeitung,
00:05:39: die wir hatten im Studienkreis.
00:05:40: Den haben wir selber rausgegeben und habe dann das erste Praktikum gleich nach
00:05:46: dem zweiten Semester gemacht in der Werbeagentur und dann war es sehr viel in Textbereise.
00:05:51: Als Werbeagentur habe ich ein paar Praktika gemacht, natürlich alle kostenlos,
00:05:55: also Generation Praktikum, ich gehöre dazu.
00:05:58: Also weitgehend kostenlos, teilweise auch so geringfügig, aber ja,
00:06:02: Stundensatz braucht man nicht ausrechnen.
00:06:04: Und der erste Job war da tatsächlich, einen Hypertext zu schreiben,
00:06:09: wirklich CD-ROM zu betexten.
00:06:12: Das kennt man als Format, das ist ja tatsächlich gestorben, diese CD-ROMs.
00:06:17: Man hat von Konzepten, von der DHA wirklich das Wissen von Büchern aufbereitet,
00:06:24: als CD-ROM, wo man hin und her klicken konnte und auch Bilder verbinden und
00:06:29: hat diese Zwischenverweise in Texte.
00:06:31: Sowas war früher, wenn man irgendeine Enzyklopädie zur Hand gehabt hat,
00:06:34: immer sehr umständig hin und her zu blättern.
00:06:36: Plötzlich per Klick kam man vom einen Bereich zum anderen Und da habe ich erste
00:06:40: Hypertexte schreiben dürfen.
00:06:43: Und dazwischen im Agentur nach und nach bezahlte Jobs und dann bin ich tatsächlich
00:06:49: als richtig erster Job nach dem Studium gleichzeitig in einem Forschungsprojekt
00:06:56: gewesen und in einer Agentur,
00:06:59: in einer Webagentur und ich war da für alles außer Programmierung zuständig.
00:07:05: Also in erster Linie für Werbekonzepte, Marketing, das waren damals Lockfallanalysen,
00:07:10: sehr lustig, und halt zunehmend Projektenentspend, weil das gab es nicht.
00:07:15: Also so klassisch, kleine Agentur, die nach und nach gewachsen ist und ich habe
00:07:19: alles das abgedeckt, was nicht da war.
00:07:24: Der Wunder wurde sich und die wichtigste Person im Unternehmen,
00:07:27: weil wenn du fällst, dann wissen viele nicht, wie es weitergeht.
00:07:32: Ja, rückblickend hätte ich das auch so verkaufen sollen.
00:07:38: Das ist der Nachteil, wenn man aus einer selbstständigen Familie ist,
00:07:41: diese Selbstvermarktung ist mir nicht so gelegen damals.
00:07:46: Trotzdem du im Marketing warst.
00:07:50: Ja, aber da kommt wieder das andere, warum ich jetzt am Perfektionismus gemacht
00:07:55: habe. Da war ich ja noch wirklich Vollblutperfektionistin.
00:07:59: Und mich selbst vermarkten. Also ich habe mich vor allem als Mangel und Defizit gesehen, ja.
00:08:08: Ja, das ist so ein weibliches Phänomen.
00:08:12: Auch dazu, also ich denke mir, da schneit sich alles, was nicht ganz sinnvoll
00:08:15: ist und nicht unbedingt karrierefördernd.
00:08:17: Der nächste Punkt war dann, dass ich 2000 meine Tochter bekommen habe,
00:08:21: also wie die Dotcom-Krise wirklich da war und tatsächlich Kunden,
00:08:26: Kundinnen und Projekte zurückgezogen haben.
00:08:28: War dann mein Kind da und das war damals in der Szene, also ich war wirklich
00:08:32: die erste mit Nachwuchsgefühl. Ich glaube, es gab nicht so viele andere Kinder
00:08:37: und es war tatsächlich für alle so, aha, tatsächlich, Kinder kann man auch kriegen.
00:08:42: War sehr schräg, also war auch nicht Karriere fördern, das war tatsächlich aber
00:08:45: auch lustig, weil teilweise war dann, hat jetzt mit Karenzvertretung nicht ganz so ideal geklappt.
00:08:54: Und dann war ich früher wieder am Arbeiten als gedacht und habe teilweise die Tochter mitgenommen.
00:09:00: Also ich habe viel von daheim arbeiten können, also sehr innovativ, 2000.
00:09:05: Aber manchmal war sie dabei und das waren die effizientesten Meetings also war
00:09:09: das richtig schöner als wirklich eine Tafelrunde in der Mitte war da so entweder
00:09:14: Decke oder Maxi-Cosi Ding und das
00:09:17: Kind und wir waren sehr effizient bei Besprechungen und das Lustige war,
00:09:21: dass die Kunden und Kundinnen das total okay gefunden haben weil sie haben eh vermutet,
00:09:25: dass zu uns kommen und da überall Pizzaschachteln sind bei uns waren halt Baby-Deck-Krabbelts
00:09:31: Zeug, es war recht lustig Ja, es hat niemanden verwundert zu unserer Verwunderung,
00:09:35: dass da plötzlich ein Kind mit dabei war.
00:09:39: Ja, ist ja cool, oder? Ja, ja. Ja, nein, es war wirklich vieles auch sehr spannend und sehr gut.
00:09:44: Und man hat gesehen, was alles möglich ist, wenn man es einfach tut. Ja, richtig.
00:09:49: Und wenn man diese Schranken wegtut, die man da oft einmal hat,
00:09:54: oder? Diese organisatorischen Schranken.
00:09:57: Ja, weil es war schon, ich habe das transparent gemacht. Also,
00:10:00: wie machen wir denn beim Terminfinden?
00:10:01: Und habe gesagt, ja, ich kann da schon dabei sein, aber es wäre halt Baby mit dabei. Und habe so, ja.
00:10:09: War dann echt gut, das haben alle dann im Nachhinein gesagt,
00:10:11: boah, waren wir schnell fertig.
00:10:15: Ja,
00:10:19: also ich wollte natürlich noch fragen bezüglich deiner Schulzeit,
00:10:24: warst du da auch schon so perfektionistisch veranlagt?
00:10:30: Ja, ja. Also zum einen ist natürlich das Glück, dass ich so ein Wissenssauger
00:10:39: bin, also wie es sich staubsaugermäßig.
00:10:42: Ich merke mir Dinge sehr leicht und kann Dinge recht schnell erfassen.
00:10:46: Also Schule ist mir schon entgegengekommen vom Konzept her und es war aber jetzt
00:10:53: nicht so, dass mir wurscht gewesen wäre, welche Note ich gehabt hätte.
00:10:57: Und wenn man dann in einem Setting mit Geschwistern ist.
00:11:04: Auch nicht so. Aber Schule habe ich durchaus ernst genommen,
00:11:09: Noten waren mir wichtig, aber es ist nicht so, dass es furchtbar aufwendig war.
00:11:15: Und ich war damals schon jemand, also spätestens in der Unterstufe,
00:11:20: ich habe gern versucht, Systeme zu optimieren und ich bin draufgekommen,
00:11:25: ich muss gar nicht selber lernen, wenn ich dem anderen Nachhilfe gebe.
00:11:29: Also indem ich es dem anderen erkläre, habe ich es auch gleich nochmal besser verstanden.
00:11:34: Also habe ich sehr, sehr viel Nachhilfe gegeben. Und das war ein Großteil meines
00:11:39: Lernens in der Schule, in der Schulzeit. Super.
00:11:43: Wie viele Geschwister hast du denn? Zwei.
00:11:47: Also ich bin ein Sandwich-Kind. Es gibt einen größeren und einen kleineren Bruder
00:11:50: oder einfach einen jüngeren und älteren Bruder.
00:11:52: Ja, und bist du da leistungsmäßig in Konkurrenz gestanden mit deinen Geschwistern? Echt?
00:12:03: Ja, ähm.
00:12:07: Ja, bin ich. Ich kann nicht weiter kommentieren. Okay, okay, ich verstehe.
00:12:13: Ich bin ja auch, also ich habe einen Bruder, ja, aber da war das insofern keine
00:12:19: Konkurrenz, weil ich war die Ältere und im Gymnasium und er war der Jüngere und in der Hauptschule.
00:12:27: Also das war eher so, dass ich nicht ganz, nicht so ganz dazugehört habe,
00:12:31: der Nerd, der gerne lernt und liest und so, ja.
00:12:35: Bei uns sind alle ins Gymnasium gegangen und es ist sehr wohl verglichen worden, wer wo wie abschneidet.
00:12:43: Und ich glaube, das war für den
00:12:44: Jüngsten am allerhärtesten, der einfach unterschiedliche Interessen hatte.
00:12:50: Und wenn dann zwar mit so guten Noten vorliegen, ja.
00:12:57: Das ist das Vorrecht der Jüngeren, oder? Dass sie ein bisschen ausscheren dürfen.
00:13:01: Wann sie es dürfen, ja. Wann sie es dürfen, ja. Aber dass sie ein bisschen ausschieren,
00:13:06: ja? Also zumindest versuchen.
00:13:07: Ja, ich denke mir, es ist sinnvoll. Also wenn du das Familiensystem siehst,
00:13:11: ist es sehr gut, wenn da unterschiedliche Impulse dazu kommen. Genau.
00:13:16: So, kommen wir wieder zurück zu der Sache.
00:13:20: Also du warst dann im Marketing, dann mit deiner Tochter und hast dann auch
00:13:24: noch einen Sohn bekommen, ne? Ja, sehr viel später.
00:13:28: Also 2000 war die Geburt der Tochter und war im Online-Marketing.
00:13:32: Und.
00:13:35: Wie die Lösung habe ich daneben dann, genau,
00:13:39: Studium, während dem Studium zu arbeiten begonnen, Tochter bekommen und dann
00:13:42: erst das Studium abgeschlossen, also mit der Diplomarbeit, die war zwar schon im Schreiben,
00:13:47: aber mit der Schwangerschaft ein bisschen verlängert, nicht sehr,
00:13:51: aber die war dann fertig, wie die Tochter Jörber,
00:13:56: und wie sie zwei war und eben dort Konkrise war irgendwie klar,
00:14:01: dass in der Agentur nicht viele Möglichkeiten hatte,
00:14:06: weiterzukommen und die Absprachen auch nicht gut eingehalten wurden.
00:14:10: Dann war der große Schnitt, wo ich überlegt habe, okay,
00:14:13: Was weiter ist, Doktorat vielleicht, was möglich ist, ist es irgendwie machbar?
00:14:19: Weil ich habe ziemlich mit Abschluss, ich glaube, ich habe zwei Monate den Abschluss
00:14:25: gehabt, da habe ich schon die erste Lehrveranstaltung gehalten.
00:14:28: Und ich war die erste in Salzburg, die zur Online-Marketing eine Lehrveranstaltung gehalten hat.
00:14:32: Ich nehme auch an, dass österreichweit war ich definitiv bei den ersten,
00:14:37: wo es damals anders geheißen hat.
00:14:42: Online-Marketing-Unterricht. Ich habe es schon sehr früh unterrichtet,
00:14:45: also davor auch Workshops gegeben, bevor ich die Lehrveranstaltung hatte.
00:14:50: Und die Überlegung, will ich Doktorat mit der Überlegung in die Wissenschaft
00:14:55: zu gehen, die mich sehr interessiert hat, oder will ich Doktorat unter einer
00:15:00: FH-Professur anzustreben.
00:15:02: Also da waren einfach sehr, sehr verschiedene Überlegungen dazwischen.
00:15:05: Und ich bin dann nochmal kurz in die Karenz gegangen, also über Karenz habe
00:15:09: ich gearbeitet, wieder zurück.
00:15:10: Also das System war damals ein bisschen flexibler als jetzt.
00:15:16: Und habe halt festgestellt, dass in die Wissenschaft zu kommen,
00:15:20: da bräuchte ich einen Mäzen oder Müsstreich-Heiraten oder irgendwas.
00:15:24: Da habe ich wenig weggefunden, wie das gehen kann, um das zu finanzieren.
00:15:29: Ich habe sehr wohl eine Stelle angeboten bekommen, das war damals Tutorien, haben die geheißen.
00:15:35: Und das waren so für 40 Stunden 1000 Euro im Monat und daneben hat man dies
00:15:41: schreiben sollen. Vielen Dank.
00:15:44: Jetzt hatte ich aber ein Kind und ich hatte eine Wohnung zu finanzieren in Salzburg.
00:15:48: Ich hätte nicht gesehen, wie es sich ausgehen kann. Und sonst gab es halt auch mit Stipendien.
00:15:54: Also keinen guten Weg.
00:15:57: Und das Doktoratstudium habe ich zwar angefangen, ich habe tatsächlich alle
00:16:01: Stunden dafür gehabt, aber die Dissertation nicht.
00:16:06: Und habe es wieder gelassen und bin dann in die Selbstständigkeit.
00:16:10: Also Anfang 2003, die Tochter war da gerade mal zwei, habe ich dann mein Unternehmen gegründet.
00:16:18: Und dein Unternehmen war?
00:16:22: Mein Wasco.com, Internet-Marketing-Agentur damals noch.
00:16:26: Ich habe zuerst allein begonnen und dann haben wir es zu zweit als Agentur betrieben
00:16:31: und hat wirklich für Kunden, Kundinnen,
00:16:36: Gesamtkonzept im Online-Marketing umgesetzt, Websites umgesetzt,
00:16:39: ganz viel Online-Jobs umgesetzt oder analysiert.
00:16:44: Ja, evaluiert und und und. Spannende Projekte.
00:16:49: Okay. Und wie ist es damit weitergegangen? Oder ist die noch?
00:16:56: Die gibt es noch, also halt was anders. Dazwischen gehört noch eine Etappe,
00:17:01: ich habe ganz, ganz viel zum Unterrichten, sehr wohl begonnen.
00:17:04: Also es war gleichzeitig, wie ich überlegt habe, das ist ja oder nein,
00:17:07: habe ich mich auch an FHs beworben, um zu unterrichten, weil die FHs ja nur
00:17:12: von außen gekannt wurde, ich wollte schauen, wie die Systeme innen waren und
00:17:15: habe wirklich österreichweit und sehr, sehr für Unis und FHs unterrichtet.
00:17:18: Vornehmlich im Online-Marketing-Bereich Web-Usability, außer an der Uni Linz.
00:17:24: Da war ich im Gender-Institut Uni Informatik und habe ein Seminar gehabt zu Gender und IT.
00:17:32: Ich habe drei Semester lang gemacht, jetzt Semester, den anderen Titel, der gerade hip war.
00:17:37: Die hip waren irgendwie mit einer Gender-Thematik verbunden und das war sehr, sehr cool.
00:17:44: Ich war immer ausgebucht. Ich war das einzige Gender-Seminar,
00:17:47: das immer ausgebucht war. Und ich habe wirklich coole Studierende gehabt.
00:17:51: Also Wissenschaftsbereich hat mich immer interessiert und ich habe den auch
00:17:54: immer irgendwie in meinem Leben bekommen, aber halt nie an der Uni dann richtig
00:17:59: ausgelebt in der Stellung.
00:18:01: Die Agentur gibt es nach wie vor. Also Online-Marketing hat mich jetzt auch
00:18:04: durch diese neue Etappe und durch die Zusatzausbildung, ich habe eine Ausbildung
00:18:08: als psychosoziale Beraterin, also was früher das Lebens- und Sozialberatung war, gemacht.
00:18:15: Und die habe ich tatsächlich über Online-Marketing finanziert und ich habe noch
00:18:21: ein paar Kunden und Kundinnen, die ich weiter betreuen werde.
00:18:25: Und Perfektionismus ist jetzt dazugekommen als zweites Standbein.
00:18:31: Okay, jetzt ist ja das Spannende.
00:18:34: Also okay, jetzt vielleicht erklärst du zuerst einmal, was du mit dem Perfektionismus
00:18:39: da so anbietest, was du da so machst.
00:18:44: Gibt es verschiedene Möglichkeiten, natürlich ein Coaching, da kann man,
00:18:49: Einzelstunden buchen. Meist gibt es ja ein Thema, das man bearbeiten will.
00:18:52: Da schauen wir dann, wie das Thema ist. Da machen wir dann Blöcke oder dreimonatige
00:18:57: Begleitung. Das kommt so ein bisschen darauf an.
00:19:00: Dann gibt es verschiedene Kurse und Trainings. Zum einen gibt es den Kurs Isment.
00:19:07: Der dauert zwischen sechs und acht Wochen. Das sind fünf Schritte,
00:19:11: die man da absolviert, die man da durchgeht, um einfach zu schauen,
00:19:16: was er mit seinem Perfektionismus,
00:19:19: wie man den adaptieren kann, dass er nicht so stresst, also dass man es selber
00:19:23: besser im Griff hat und nicht der Perfektionismus einen im Griff hat.
00:19:27: Bei Ismend ist es sehr viel um Perspektivenwechsel, um Sachen ein bisschen anders
00:19:31: anzuschauen, da gibt es hallo Katze, wenig um Theorie, es gibt Gruppentreffen,
00:19:38: natürlich kann man die theoretischen, also warum man tun, was man tun.
00:19:42: Das erkläre ich gern bei Bedarf, aber per se geht es da einfach nur um Sachen
00:19:47: ausprobieren, um ein bisschen anders zu betrachten,
00:19:49: dann gibt es Methoden für Kosten da schauen wir uns verschiedene kollaborative
00:19:54: Methoden an um mit Gruppen umzugehen und das tun wir indem wir es selber tun
00:20:00: das ist jetzt ein bisschen abstrakt dann zum Beispiel gibt es einen Workshop,
00:20:03: der dauert drei Stunden zum Thema Zielerreichung und wir machen da fünf, sechs Methoden,
00:20:09: wo es um das Thema Ziele geht und wie man die Ziele erreichen kann und das halt in Gruppen.
00:20:15: Also wir arbeiten kollaborativ, ich arbeite sehr, sehr gern mit Methodenkoffer
00:20:18: von Liberating Structures,
00:20:20: kann ich nachher dann noch ein bisschen was erklären und gleichzeitig Methoden
00:20:24: verkosten, weil ich erkläre, was die Methode kann, warum wir sie verwendet haben,
00:20:29: wir reflektieren, wie es uns jeweils gegangen ist mit dieser Methode und ich vergleiche dann,
00:20:35: wo es diese Methoden ähnlich auch noch gibt, in welchen Richtungen.
00:20:37: Und dann gibt es verschiedene Angebote für Unternehmen, für Firmen.
00:20:45: Die sind einerseits ein bisschen im weitesten Sinne Resilienztraining,
00:20:50: da geht es halt darum Mental Load oder Selbstfürsorge.
00:20:55: Also das sind tatsächlich Perfektionismus-Themen, die halt dann im Firmen-,
00:20:59: im Unternehmenskontext relevant werden.
00:21:03: Und die nächste Schiene für Firmen sind eben mit den Libething Structures,
00:21:07: mit denen ich sehr viel arbeite, kollaborative Methoden, die,
00:21:11: so wie sie aufgebaut sind, für PerfektionistInnen sehr gut handelbar sind,
00:21:16: mit denen die Kommunikationsstruktur im Unternehmen zu verbessern,
00:21:21: also das Miteinander, weil die Grundidee ist, wenn das Miteinander besser ist,
00:21:26: also wenn es eine gewisse psychologische Sicherheit gibt im Unternehmen,
00:21:29: ist auch die Fehlerkultur damit verbessert.
00:21:33: Weil PerfektionistInnen versuchen, Sachen richtig gut zu machen und Fehler gehören da nicht dazu.
00:21:39: Das Blöde ist aber, wenn man Fehler vermeiden will, vermeidet man aber auch Innovation.
00:21:45: Also es braucht ein gewisses Fehlermanagement, damit man innovativ an Sachen
00:21:49: herangeht. Damit man nicht immer das macht, was man eh schon da anmacht.
00:21:53: Wenn man Dinge verändert und da ist es sinnvoll, dass sich alle wohlfühlen,
00:21:58: Dinge zu verändern, dass sie auch akzeptieren können, dass da Fehler dazugehören.
00:22:03: Und wie man mit denen dann umgeht.
00:22:05: Jetzt aber, wäre noch spannend, welchen Impuls hast du bekommen,
00:22:12: dass du selbst aus dem Perfektionismus ausgestiegen bist?
00:22:18: Also ich bezeichne mich als genesende Perfektionistin und was mir der Impuls
00:22:25: tatsächlich war, also dieses Grundbedürfnis, ich bin sehr neugierig,
00:22:28: das hilft immer beim Verändern und das zweite, ich optimiere gern.
00:22:34: Und irgendwann habe ich feststellen dürfen, dass so wie ich an Dinge herangehe,
00:22:38: andere das oft sehr viel schneller machen, mit durchaus auch okay Ergebnissen.
00:22:43: Und diese Diskrepanz, dass ich sehr lang brauche, weil ich mich einfach sehr
00:22:46: kritisch vorbereitet habe, durchgeführt habe, ausgeführt habe,
00:22:51: dann habe ich gedacht, okay, irgendwo muss ich das ansetzen,
00:22:53: weil ich finde es selber nicht lustig und habe mich einfach selbst optimiert.
00:23:01: Aber nicht diese sportliche Selbstoptimierung, also schneller, besser, höher, weiter.
00:23:07: Nein, in einem sehr selbstfürsorglichen Zugang einfach geschaut,
00:23:11: okay, was fällt mir gut, was gebe ich ab, was delegiere ich,
00:23:15: wie kann ich Sachen beschleunigen oder eben, ja, also einfach diesen Arbeitsprozess,
00:23:21: den ich so angeboten habe, ein bisschen genauer betrachtet und Dinge dann einfach anders gemacht.
00:23:27: Und das ist einfach, ich hatte es so salopp an, natürlich im Nachhinein ist
00:23:30: es total einfach, war es nicht.
00:23:33: Oder manche Dinge gehen leicht, manche nicht. Das hat so einen Prozess dazu.
00:23:38: Also ich habe sehr viele Tricks und Strategien mir überlegt,
00:23:41: wie ich mich selber optimieren kann, also Dinge, wo ich ewig hänge oder die
00:23:46: mir total schwer fallen, einfach neu zu betrachten und ein kleines Mini-Beispiel.
00:23:53: Ich habe tatsächlich von Kindergarten an immer wieder Aufführungen gehabt,
00:23:58: weil eben, da ist der pragmatische Zugang von mir,
00:24:03: wenn es jemand nicht macht oder wenn es in der großen Gruppe niemand findet,
00:24:06: dann ist mir dieser Findungsprozess so mühselig, dann mache ich es schon,
00:24:11: weil wenn man nur 10 Minuten diskutieren ist, eigentlich schon längst erledigt,
00:24:16: und so bin ich zu meinen ersten Rollen gekommen, das hat sich irgendwie so durchgezogen
00:24:20: dass keiner wollte was sagen, dann sag ich was,
00:24:24: und wenn man was recht oft übt, dann geht das schon,
00:24:29: nichtsdestotrotz war ich bei Dingen egal ob es jetzt dann Vorträge waren Referate,
00:24:35: Prüfungen, ganz schlimm unglaublich nervös,
00:24:37: Also wirklich, wirklich nervös, weil, oh Gott, was sagen sie Angst?
00:24:41: Also da kommt der Perfektionismus rein, selbst Zweifel keine,
00:24:44: schau, oh mein Gott, warum sage ich das? Ich sage das ja nur,
00:24:46: weil ich zufällig da gestanden bin, ich bin ja gar nicht die Beste.
00:24:52: Und habe mir dann angeschaut, wie andere mit diesem Druck umgehen,
00:24:55: wie andere mit Lampenfieber umgehen.
00:24:58: Und ich habe es dann einfach umgehört und nicht dieses, oh Gott,
00:25:01: jetzt werde ich nervös und ich habe Angst, sondern das Adrenalin hilft mir tatsächlich,
00:25:06: unglaublich konzentriert zu sein.
00:25:09: Also ich habe es schon mal versucht, einfach anders zu betrachten,
00:25:12: nicht zu wissen, ich habe einen Vortrag, ich werde nervös werden,
00:25:16: ich werde alle möglichen körperlichen Beschwerden kriegen, sondern einfach eine
00:25:21: andere Perspektive eingenommen.
00:25:23: Und so für mich das nach und nach gedreht, dass ich bei manchen Dingen noch
00:25:28: immer nervös bin, weil die meisten nicht mehr wirklich.
00:25:32: Also nicht so nervös, dass ich mich die ersten zehn Minuten Donnerstag verhasble
00:25:38: oder dass mir schlecht ist oder dass mein Magen rummordt und und und.
00:25:42: Also in einem besseren Rahmen.
00:25:46: So ein bisschen Aufregung zeigt ja auch, dass einem was wichtig ist.
00:25:51: Ja, eben. Aber das ist ja auch eine Umdeutung. Also das ist dann nicht die Aufregung
00:25:57: als, oh mein Gott, Drama und schlimm, sondern halt einfach anders betrachten.
00:26:04: Also wenn man es so bis jetzt nicht mitgenommen hat.
00:26:11: Ja, das kenne ich ja gut, kenne ich auch gut, ja.
00:26:17: Aber ich muss sagen, im Laufe des Alters ist das immer besser geworden.
00:26:22: Also so nach der Devise, ich habe schon so viel geschafft, es wird auch gehen.
00:26:27: Genau, ich denke mir, es ist ein Residenzthema. Also man kann das aufbauen.
00:26:31: Also wenn einem was wichtig ist, man will was erlernen, dann kann man schon
00:26:35: versuchen, Wege zu finden, wie das gehen kann.
00:26:38: Ja, richtig. Und man ist nicht mehr so eingekastelt wie im Schulsystem oder
00:26:43: im Universitätssystem oder so.
00:26:45: Man auf bestimmte Methoden reduziert oder so.
00:26:48: Aber wie geht es dir dann zum Beispiel jetzt mit KI und Perfektionismus? Wie geht es dir damit?
00:26:56: Okay, warum? Thema mehr.
00:27:00: Naja, also weil man könnte davon ausgehen, dass Computer eine besonders perfekte Leistung abliefern.
00:27:10: Und tatsächlich sind schon gute Leistungen dabei, aber nicht immer ist es perfekt.
00:27:18: Und insofern ist ja der Perfektionismus von uns Menschen eigentlich nur mehr
00:27:24: die überwachende Hörerinstanz zum Computer.
00:27:31: Oder beziehungsweise eben, dass er nicht mehr perfektioniert muss,
00:27:37: dann vielleicht das, was einen, ja, das dann sozusagen den menschlichen Input gibt oder so, ja.
00:27:49: Dass man ein bisschen locker dreht oder so. Ja, also zum einen Mal in Salzburg
00:27:53: haben wir eine sehr tolle, umtriebige Community zum Bereich.
00:27:58: Also auf die Jahreszahl schauen, aber mittlerweile klappt es schon ziemlich lang.
00:28:02: Es gibt diesen AI Wednesday, also einen Mittwochstammtisch, rund um einen Coworking
00:28:07: Space, die Claudia Kanz ist da, macht da sehr viel.
00:28:10: Und da war ich, nicht beim ersten, aber ich glaube, beim zweiten,
00:28:12: dritten Meeting war ich dabei.
00:28:14: Also schon ganz diese Anfänger von der KI und da war das ja noch.
00:28:19: Halluzinierend nennt man das so, es könnte wahrscheinlich sein,
00:28:23: aber dann hat er manchmal Handfunk, Finger, Kopf und Eck.
00:28:27: Oder zwei Daumen und irgendwie so halt nicht ganz hingehauen.
00:28:30: Also die KI habe ich halt von Beginn an sehr chaotisch erlebt. Also nicht das,
00:28:35: Perfektion, was aber tatsächlich nicht erreichen wird.
00:28:40: Also grundsätzlich glaube ich, dass Perfektion eine Illusion ist.
00:28:43: Also bei den Dingen, die wir machen, ist perfekt schwierig.
00:28:46: Perfekt ist natürlich sobald es messbar wird. Also Uhrzeit, natürlich gibt es da Perfektion.
00:28:51: Aber bei Beratung, Dienstleistung, Design, das ist alles, das ist so multifaktoriell.
00:28:58: Also was ist denn perfekt?
00:29:00: Also zum Beispiel auch, zu meiner Arbeit früher, wenn ich ein perfektes Ergebnis
00:29:05: abgeliefert hat, hat das nicht geheißen, dass es für Kunden auch wahrnehmbar, dass das perfekt war.
00:29:10: Also ich habe eine Kunde mal gehabt, die hat mir gesagt, sie hat das gerne in
00:29:13: einer Seite zusammengefasst gehabt und ich habe halt ein 14 Seiten Pamphlet
00:29:17: gemacht, um halt zu zeigen, wie toll und wie viel mir Gedanken gemacht hat und
00:29:21: sie hat halt gerne diese Ein-Seiten- Zusammenfassung.
00:29:23: Mein Ding war dann, dass ich die 14 Seiten nach wie vor gemacht habe und dazu
00:29:26: halt noch zusammenfasse.
00:29:29: Bis ich dann nachher einfach besser gelernt habe, zuzuhören,
00:29:31: wo der Bedarf ist und das, was ich als Ideal empfindet, das ist mein Perfekt,
00:29:38: nicht das ist, was es gegenüber als Ideal empfindet.
00:29:41: Also Perfektion ist ein Anspruch, der illusorisch ist in sehr, sehr vielen Bereichen.
00:29:46: Also ich war nie im Leistungssport zum Glück.
00:29:50: Und KI, da hilft mir die Neugier und eben diese sehr bunte Community.
00:29:57: Also wir kommen aus allen Bereichen. Es ist meist irgendwie aus dem Ethik Bereich auch dabei.
00:30:02: Oder Oberrecht, Datenschutz, was auch immer.
00:30:06: Also wir haben sehr viele Blicke drauf und sehr viele Diskussionen rundherum.
00:30:09: Ich finde KI unsäglich spannend.
00:30:12: Gleichzeitig wird es ein Tool sein, das uns sehr viele Sachen bringt,
00:30:16: von denen wir nie gehofft haben, sie sehen zu müssen.
00:30:20: Aber ja, es ist jetzt mal da und tatsächlich finde ich es als Glück,
00:30:24: dass wir zuschauen dürfen, wie es sich entwickelt und nicht,
00:30:27: dass irgendwer anderer wendet und wir werden dann nur hingeworfen und das ist jetzt da,
00:30:32: sondern halt mitten dabei und ich sehe es als wunderbar und kritisch gleichzeitig.
00:30:40: Ja, mir geht es auch ein bisschen so dieses ambivalente Gefühl,
00:30:43: einfach auf der einen ist, wow, was da alles geht, auf der anderen Seite,
00:30:46: oh Gott, was da alles geht.
00:30:49: Ja, und ich setze sie schon sehr intensiv ein. Also zum Beispiel habe ich Agendic
00:30:57: Prompting, also ich habe mir mein Team aufgestellt,
00:31:00: das mich berät, das einfach sehr viel weiß über, wie ich Perfektionismus auslege
00:31:05: und das mir dann bei Textformulierung hilft.
00:31:07: Oder was ich auch sehr gerne mache, ist so Reflexionsebenen,
00:31:11: weil ich bin, natürlich habe ich Peergroup-Supervisionen und alles,
00:31:15: was wir so als Tools haben und ich bin auch gut vernetzt und ich sehe mich häufig
00:31:19: mit Kollegen und Kolleginnen, aber ich arbeite für mich allein.
00:31:22: Also im Großteil meiner Zeit mache ich allein und ich schaue mir selber zu,
00:31:27: auch wenn ich Coachings habe oder Kurse und auch Feedback bekomme,
00:31:32: aber es ist nun mal spannend, zum Beispiel Coaching-Protokolle auch nochmal
00:31:37: mit einer KI natürlich anonymisiert.
00:31:39: Ich bin da sehr, also KI weiß viel über mich, aber hat keinen Namen dazu.
00:31:45: Aber ich analysiere nochmal Prozesse. Was hätte man anders machen können?
00:31:49: Hätte ich irgendein Tool noch verwenden können, das ich nicht verwendet habe
00:31:53: oder irgendwas? Wäre noch was spannend, was ich nicht kenne.
00:31:56: Und es ist halt wirklich, also ich sehe diesen Wahnsinns-Wissens-Input,
00:32:00: den es jetzt schon gibt, also es wird noch manchmal hallazioniert,
00:32:03: aber ich kann einfach nach Coaching-Methoden oder,
00:32:07: Theorienfragen, von denen man weiß, dass es gibt und einfach was Neues lernen.
00:32:12: Und natürlich nehme ich dann auch richtige Bücher, also man sieht hier hinten,
00:32:16: und schaue nach und lese nach, aber KIs ist mir sehr,
00:32:20: ja, also momentan empfinde ich es sehr hilfreich, was ich damit machen kann
00:32:24: und wo und wie ich halt weiterkomme und da also einfach ein Lernen beschleunigen kann.
00:32:32: Und zurück zu den Perspektiven. Ich kriege jetzt den Perfektionismus nahm, weil zum einen eben,
00:32:42: Ich bin nicht perfekt in meinem Tun. Das strebe ich auch nicht an.
00:32:48: Also in Coachings will ich sehr wohl Impact haben, auch in Kursen.
00:32:54: Die KI triggert den nicht. Was ich tatsächlich gemerkt habe,
00:32:57: wir haben testweise mal Kurzcoachings gehabt, so 25-Minuten-Coachings.
00:33:03: Die sind effizient. Bei den ersten war ich wirklich sehr bemüht,
00:33:10: in 25 Minuten Impact zu haben,
00:33:13: und habe das tatsächlich dann für mich geübt, den Zeitdruck rauszunehmen,
00:33:21: weil es geht in 25 Minuten auch viel weiter.
00:33:25: Ja, da war es spannend, mir selber zuzuschauen. Aber da, so will ich das nicht. Ja, na gut.
00:33:35: Fehler sind ja auch für was gut. Da kann man ja auch einiges dran lernen.
00:33:40: Ja, ich denke mir, das ist aber im Coaching unglaublich wichtig,
00:33:44: auch sich selber zuzuschauen, wie man den Prozess leitet, gestaltet, was man tut.
00:33:53: Und ich kann Beratung, das mache ich tatsächlich ja sehr, sehr,
00:33:57: sehr lange schon. Ich wollte jetzt gerade nachrechnen, lasse ich.
00:34:05: Und mit Coachings Ausbildung habe ich zusätzliche Tools bekommen und mehr Methodik
00:34:10: und die kann ich jetzt noch verbessern und erweitern aber ich muss nicht,
00:34:15: nur das lebenslange lernen, das bin schon ganz ich also ich lerne gern dazu,
00:34:19: also nicht aus einem Perfektionismus heraus, sondern weil es einfach so unglaublich viel gibt,
00:34:24: was ich noch erkennen und wahrnehmen möchte,
00:34:28: Das hast du mit vielen meiner Gäste gemeinsam. Wir sind alle miteinander Bildungs-Junkies.
00:34:36: Sie wünschen mir dann praktisch wie ein kleines Kind.
00:34:43: Genau. Also ja, Weiterbildung, das ist wirklich total, ist einfach total wichtig.
00:34:50: Jetzt hatte ich aber eigentlich noch eine Frage. Ah ja, genau zum Thema Fehlerkultur.
00:34:56: Hat sich bei im Laufe dieser Genesung vom Perfektionismus die Fehlender Kultur irgendwie verändert?
00:35:07: Generell oder? Bei dir und so generell? Ja.
00:35:14: Ja, natürlich auf ganz vielen Ebenen. Ich versuche jetzt, also bei mir natürlich
00:35:20: ist dieses Um und Auf, also Perfektionismus ist ja diese Kombi aus sehr gewissenhaft
00:35:25: und sich über Leistung definieren.
00:35:27: Also Leistung ist mir wichtig.
00:35:29: Und gleichzeitig ist es aber nicht, dass ich gern leiste, weil ich gern leiste
00:35:33: oder weil ich gern im Flow bin, sondern es ist so ein Mangelgefühl da.
00:35:38: Also beim Perfektionismus gehört mit dazu, dass der Selbstwert nicht ganz so optimal ist.
00:35:44: Das ist das Gefühl, dass man irgendwo nicht genug ist oder dass man im Bereich wirklich schlecht ist.
00:35:50: Und Perfektionismus ist dann teilweise die Kompensation oder teilweise auch
00:35:54: Bewältigungsstrategie, um
00:35:56: diesen Mangel, den man empfindet, dieses zu kompensieren oder zu wältigen.
00:36:01: Also dieses Gefühl, ich muss erst was tun, um beachtet zu werden, geachtet zu werden.
00:36:07: Ich bin, so wie ich bin, nicht genug wert ist in der Gesellschaft.
00:36:12: Und das ist natürlich.
00:36:14: Ändert sich total viel, wenn man das mal dreht, diesen Selbstwert,
00:36:20: an dem arbeitet, weil wenn ich in meinem perfektionistischen Setting einen Fehler
00:36:25: gemacht habe, dann war das sowas, oh Gott, jetzt haben sie mich nicht mehr lieb,
00:36:29: jetzt werde ich gekündigt, jetzt was auch immer.
00:36:32: Also irgendwas, es hat immer, Fehler war Strafe, Fehler war Konsequenz,
00:36:37: Fehler war furchtbar, Fehler wollte man vermeiden.
00:36:39: Und natürlich hat sich in meiner Fehlerkultur etwas geändert.
00:36:43: Also ich konnte Fehler auch besser zugeben, besser Verantwortung übernehmen,
00:36:47: aber natürlich macht man Fehler.
00:36:51: Ich liebe Text, ich liebe Sprache, ich habe höchstwahrscheinlich irgendeine
00:36:56: Legasthenie-Variante, ich mache zigtausend Tippfehler, Rechtschreibfehler und und und.
00:37:06: Da hilft man tatsächlich auch KI, das ein bisschen besser zu handeln.
00:37:12: Rechtschreibkorrekturen lieb ich heiß. Aber ich weiß nicht, da wirst du vielleicht
00:37:16: bei Mace gemerkt, da haben wir so Texte, die ich schnell schreibe,
00:37:19: wo ich nicht irgendwie Korrekturschleifen dazwischen habe.
00:37:22: Da gibt es oft schräge Variationen. Und also meine eigene Federkultur hat sich
00:37:28: verändert? Hat sich die in der Welt verändert?
00:37:32: Schwer zu sagen, weil ich natürlich auch noch immer einen kleinen Einblick in die Welt habe.
00:37:36: Ja und nein, es gibt Bereiche, finde ich, wo es sehr viel besser geworden ist.
00:37:40: Also ich finde es spannend, was die neuen Generationen machen.
00:37:43: Also ich bin kein großer Fan von Bashing, von irgendwelchen Gen X, Z, Y.
00:37:50: Weil ich finde das, was wir machen, nicht ganz optimal ist. Ich finde es schon
00:37:54: gut, wenn Sachen anders gemacht werden oder probiert werden.
00:37:59: Und gerade bei Jungen finde ich es ähm,
00:38:04: Oder so, wie es ich erlebe, das ist natürlich sehr akademisch oft,
00:38:08: oder durch Verwandtschaft, dass da sehr viel mehr Vulnerabilität möglich ist.
00:38:13: Also, dass sie die in ihrer Verletzlichkeit besser zeigen. Und ich denke mir,
00:38:17: das ist ein sehr guter Weg.
00:38:19: Also, wenn man nicht dieses, weil Perfektionismus ist äußerst authentisch.
00:38:22: Ich zeige immer nur mein Bestes, ich zeige immer nur den schönen Schein.
00:38:26: Und ich zeige nicht, wann ich irgendwie, ja, was nicht gut kann,
00:38:30: wenn mir was recht schwer fällt.
00:38:32: Und ich denke mir, zu zeigen, wann was jetzt gerade nicht geht,
00:38:35: zu sagen, okay, das überfordert mich jetzt oder ich bin jetzt echt total gestresst
00:38:39: oder ich bin voll nervös oder ich brauche jetzt gerade eine Pause, ist schon ein guter Weg.
00:38:45: Also da kreuzt sich es dann halt auch wieder mit der Selbstfürsorge.
00:38:50: Ja, ja. Und dass sowas aber auch in die Unternehmenswelt kommen kann,
00:38:55: finde ich gut und finde ich wichtig,
00:38:58: weil ich habe jetzt gerade wieder ein paar Themen am Tisch gehabt,
00:39:03: wo ich es erstaunlich finde, dass Unternehmen, die wirklich tolle Produkte machen,
00:39:07: die unglaublich viel leisten, dann oft interne Prozesse haben,
00:39:10: die so unnötig umständlich sind,
00:39:14: ob es jetzt Entscheidungsfindungen sind oder was anderes.
00:39:19: Also ich finde, es braucht da und dort einen Kulturwechsel.
00:39:23: Nicht nur um innovativer zu sein, sondern einfach um,
00:39:27: auch nicht unbedingt dieses Effizienzdenken, aber einfach ein Umdenken,
00:39:33: das uns besser tut, weil eben sehr viel kann eh die KI übernehmen zukünftig.
00:39:38: Wir müssen schauen, wo dieser menschliche Faktor wirklich wichtig und sinnvoll
00:39:42: ist. und er ist nicht sinnvoll, wenn es darum geht, immer die eigenen Gründe
00:39:46: zu verteidigen, Unternehmen, was immer das Ellbogendenken ist,
00:39:49: sondern ja, das kann entspannter sein.
00:39:52: Aber ich tue mir da leicht. Ich war ein Großteil meines Lebens selbstständig.
00:39:55: Also ich habe nie in diesen großen Konzernstrukturen leben und überleben müssen.
00:40:01: Ja, die finde ich nicht so sinnvoll, um sich da 40 Stunden die Woche reinzustellen
00:40:09: und irgendwie seinen Posten zu verteidigen und Eigenwerbung zu machen.
00:40:18: Hat dieser Perfektionismus oder auch die Veränderung bei dir in deinem eigenen
00:40:24: Unternehmen etwas verändert?
00:40:27: Oder warst du immer, du hast ja ein Team, oder?
00:40:31: Ich hatte ein Team, also ich habe sehr lange ein Team gehabt.
00:40:33: Also seit Herbst 2021 bin ich nur mehr allein im Online-Marketing und da ist
00:40:41: ja tatsächlich Perfektionismus richtig in mein Leben gekommen, auf eine andere Weise.
00:40:45: Ich habe von Agenturprojekten, also Großprojekten, zu Beratung geschwenkt.
00:40:51: Also ich habe viel mehr Beratung gemacht und ich habe oft kleine Teams,
00:40:56: Ein-Personen-Unternehmen,
00:40:58: FreelancerInnen, also dem Programmierer, die Grafikerin, Usability-Expertin,
00:41:06: den Designer beraten, wie sie ihr Online-Marketing selber in die Hand nehmen können.
00:41:13: Also wenn man geschaut, was braucht es, welche Kunden hätten sie gern.
00:41:17: Welche Lieblingsprojekte, in welche Richtungen soll es gehen,
00:41:20: was liegt ihnen selber gern, weil das war fein am Online-Marketing,
00:41:24: was mich so fasziniert, dass es so viele Möglichkeiten gibt.
00:41:28: Also du kannst dich jetzt mit einem Podcast ausleben, weil im anderen liegt
00:41:31: vielleicht ein anderes Ding viel mehr und man kann da nach eigenem Bedürfnis
00:41:35: und Interessen wirklich sich selber distritten, was einem selber volltaugt.
00:41:40: Das ist das Feine im Online-Marketing und wir hatten dann diese wunderbaren
00:41:44: Online-Marketing-Pläne, die wirklich genau zur Zielgruppe gepasst haben,
00:41:47: zur Zielsetzung, zum Menschen und sie wurden nicht umgesetzt.
00:41:51: Okay. Jetzt optimiere ich sehr gerne, das war ganz furchtbar.
00:41:54: Ich habe denen etwas verkauft, was sie nicht verwenden konnten.
00:41:58: Sie haben da selber sehr gelitten und wollten drauf kommen, warum sind die nicht
00:42:02: umgesetzt worden, wo hängt es, was haut denn hin?
00:42:05: Und wir sind dann halt nach und nach drauf gekommen, dass das an ihren eigenen Ansprüchen lag.
00:42:11: Dass sie einerseits wollten, sie es so unglaublich gut machen und gleichzeitig
00:42:14: haben sie so unglaublich Angst davor gehabt, was denn passiert.
00:42:18: Das war bei Social-Media-Strategien wirklich, die haben davon geträumt,
00:42:21: dass am nächsten Shitstorm lostreten, nur wenn sie das Titelbild von der Profilseite ändern.
00:42:28: Und wenn jeder einzelne Schritt da wirklich zum Drama wird, wenn das nicht so
00:42:32: schmerzhaft ist, dann muss er was ändern.
00:42:36: Und da bin ich halt mit Dingen, die mir geholfen haben, also so kleine Hacks,
00:42:40: kleine Strategien, Perspektiven wechseln, haben wir halt ausprobiert und sind da recht weit gekommen.
00:42:47: Und so habe ich halt am Objekt getestet und geschaut, was ich jetzt gegossen habe. Okay. Ja.
00:42:58: Ja, sehr, sehr spannend.
00:43:03: Wenn du einen Tipp für unsere ZuhörerInnen geben würdest bezüglich Perfektionismus,
00:43:10: was wäre dein bester Tipp?
00:43:13: Ich komme immer wieder darauf an. Also was ich auch feststellen durfte,
00:43:17: Perfektionismus schaut oft nach außen sehr ähnlich aus, muss aber auch nicht
00:43:22: nach innen, ist oft ganz, ganz unterschiedlich.
00:43:25: Also die, die der einen helfen, helfen dem anderen oft nicht.
00:43:29: Also man muss so schauen, wo diese Hürden sind. Und was meistens ganz gut hilft,
00:43:36: also im Perspektivenwechsel habe ich schon ganz oft gesagt, aber es sind oft
00:43:41: Regeln. Und das können total absurde Regeln sein.
00:43:45: Also ich sage immer, die Gewissenhaftigkeit beschäftigt halten,
00:43:48: weil man hat ja im perfektionistischen Setting oft ganz, ganz viele Regeln, wie etwas zu sein hat.
00:43:58: Dinge müssen so und so sein. Weil natürlich, das ist dieses Perfektionsprinzip,
00:44:02: an dem wir uns irgendwie festhangeln.
00:44:04: Und wenn man da einfach andere Regeln drauf gibt, hilft es manchen sehr.
00:44:08: Manchen nicht, bei manchen schon.
00:44:10: Und um das jetzt das Abstrakte mal in irgendeiner Formel zu geben,
00:44:14: ich habe ganz viele Kunden und Kundinnen gehabt, die Online-Kurse erstellt haben,
00:44:21: oder zigtausend Konzepte für Online-Kurse in ihren Schubladen hatten,
00:44:26: aber ganz umgesetzt haben, weil oh Gott, das könnte ja schief gehen.
00:44:30: Oh Gott, das bucht keiner.
00:44:32: Es kommt keiner oder sie finden es schlecht und es macht und und und,
00:44:35: was man halt an Selbstzweifeln da ausfangen kann.
00:44:39: Und denen hat ein Hack geholfen, der heißt Dreimal-Machen-Hack,
00:44:44: den haben wir dann so genannt.
00:44:47: Und die Idee ist, du hast dieses Konzept von einem Online-Kurs,
00:44:51: du setzt ihn um, aber du setzt ihn nicht einmal um, du setzt ihn gleich dreimal um.
00:44:56: Das heißt, beim ersten Mal setzt du ihn um, dass du ihn umgesetzt hast,
00:44:58: damit er auf die Welt gekommen ist.
00:45:00: Beim zweiten setzt du ihn um, damit du ein bisschen was verbessern kannst vom
00:45:05: ersten Mal. Also der zweite wird besser gemacht oder dann dort anders.
00:45:09: Und beim dritten Mal machst du diesen Online-Kurs, um zu schauen,
00:45:13: ob dir das wirklich gefällt.
00:45:15: Und was dir daran gefällt. Und das Spannende ist, er hat bei vielen geholfen
00:45:20: und bei fast jedem aus anderem Grund.
00:45:23: Manche haben das total spannend gefunden, dass wenn man es dreimal machen muss,
00:45:27: dann ist dieses erste Mal online gehen nicht das große Drama,
00:45:30: weil das wird ja eh nochmal wiederholt und wiederholt und wiederholt.
00:45:33: Also ich mache es ja nicht zum ersten Mal, sondern ich mache es dreimal insgesamt.
00:45:37: Bei manchen hat dieser Sprung zwischen eins und zwei total geholfen.
00:45:41: Also wenn ich beim zwei was verbessern muss, dann muss ich doch bei eins was
00:45:44: einbauen, was verbesserungswürdig ist.
00:45:47: Das heißt, ich könnte bei eins was testen, was ich sonst nicht testen würde.
00:45:51: Weil das könnte vielleicht schief gehen.
00:45:54: Das heißt, bei manchen hat es dazu geführt, dass eins viel innovativer geworden
00:45:57: ist, dass die dann Methoden ausprobiert haben, die sie in diesem Kurs,
00:46:02: der funktioniert hat, nie und nimmer gemacht haben.
00:46:05: Und das Schöne war, die haben aber dann meistens recht gut funktioniert.
00:46:09: Bei zweitens haben sie dann sich nochmal was überlegen müssen,
00:46:11: dass sie sich ein bisschen verändern.
00:46:13: Und bei manchen war dieser Sprung, der ihnen unglaublich geholfen hat,
00:46:16: dieses Dritte, weil sie sich Projekte bisher vorher nie angeschaut haben,
00:46:20: ob es ihnen wirklich gefallen, ob das, was sie da tun,
00:46:23: ob das ihrs ist, ob sie das nicht immer nur machen, weil man was anbieten muss
00:46:28: oder weil das alle machen oder weil Kunden und Kundinnen sich sowas gewünscht
00:46:32: haben, sondern mache ich das wirklich, wirklich gern.
00:46:37: Und das war sehr spannend an diesem Hack. Und natürlich gibt es dann die,
00:46:40: die Herausforderungen und Challenges lieben,
00:46:44: denen es schon schlecht wird bei der Vorstellung, dass wir es wiederholen und
00:46:46: dreimal machen geht gar nicht, da haben wir dann schauen müssen,
00:46:49: also wieder eine andere Strategie finden und einfach schauen.
00:46:53: Aber diese Hacks, mit denen arbeite ich einfach sehr gern, was ich einmal,
00:46:58: Perspektiven wechseln. Man kann dann schauen, wo kann man sich was vorstellen, wo geht es nicht.
00:47:04: Dann kann man die natürlich adaptieren.
00:47:08: Die sind ja nicht in Stein gemeißelt. Die sind ja nur zum Ausprobieren und einfach
00:47:11: zum Schauen, ob man es damit leichter zum Starten kommt.
00:47:16: Weil was, also ich komme aus der Schiene, dass ich es ja für Unternehmen und
00:47:20: Unternehmerinnen immer beraten habe und,
00:47:24: was mir wirklich und fast schon körperliche Schmerzen verursacht,
00:47:29: ist diese Vorstellung von diesen ganzen Perfektionisten und Perfektionistinnen,
00:47:33: die diese wunderbaren, coolen,
00:47:36: Ideen in ihrer Schublade haben und nicht umsetzen, was Angst haben,
00:47:40: dass sie irgendwer kritisiert dafür.
00:47:43: Aber man muss mir vorstellen, wie viel Innovation da einfach schlummert,
00:47:47: wie viel coole Projekte nicht umgesetzt wurden, die unsere Welt verbessern können,
00:47:52: weil irgendwer vor irgendwelchen vielen Angst hat.
00:47:56: Vielleicht wären mehrere schon plastikfrei, wenn die Leute mehr umgesetzt haben
00:48:00: und mehr Innovationen in die Welt gebracht hätten oder unser Finanzsystem da
00:48:05: und dort ein bisschen sozialer.
00:48:08: Weil, was wir noch gar nicht gesprochen haben, Wissenschaft geht davon aus,
00:48:12: dass ein Drittel aller Erwachsenen in unserer Hemisphäre perfektionistische Züge haben.
00:48:18: Also wir sind unglaublich viele.
00:48:21: Ja, also ich würde sagen, das wird ja gut unterstützt.
00:48:25: Ja, ja, es passt gut.
00:48:28: Man passt gut in unsere Gesellschaft rein als Perfektionist.
00:48:31: Perfektionist, man kriegt ein Schulsystem und ich nehme auch an,
00:48:36: in der Arbeit nicht viel schlechte Konsequenzen, wenn man mehr macht als gewünscht oder nötig.
00:48:41: Es passt gut.
00:48:44: Auch in meinem Schulsystem hat man nie gesagt, okay, jetzt hast du viel gemacht.
00:48:48: Habe ich ja meistens. Also war eine Zielleiste verlangt. Da war es bei mir sicher mehr.
00:48:55: Okay. Ja. Weil ich ja diese hässlichen Ehes kompensieren musste.
00:49:03: Irgendwas. Vielen Dank für dieses tolle Gespräch.
00:49:08: Das war wirklich sehr interessant. Danke, dass du da warst und uns so ein bisschen
00:49:14: Einblick in die Thematik Perfektionismus gegeben hast und auch in dein Leben,
00:49:19: wie sich das ein bisschen verändert hat.
00:49:22: Und ja, ich werde deine Website verlinken. Ich nehme an, über die Website kann man dich erreichen.
00:49:30: Genau, ich bin auf verschiedenen Social-Media-Kanälen. Wer einen guten Zugang
00:49:34: zu Musik hat, ich höre sehr gerne Musik.
00:49:36: Es gibt auf Spotify eine Perfektionismus-Playlist mit lauter Liedern. Ah, okay.
00:49:42: Die zum Thema passen und wirklich querbeet. Also von Let it go aus dem berühmten
00:49:50: Walt Disney-Film bis zu Granada eh okay.
00:49:55: Also wir haben deutsche, österreichische, spanische...
00:49:59: Südamerikanische, französische, ganz bunte Lieder mit dabei.
00:50:03: Cool, die werden wir auch verlinken, die Playlist.
00:50:07: Super, das machen wir. Das muss
00:50:08: man gleich dazu schreiben. Ich arbeite wirklich sehr, sehr gerne Musik.
00:50:11: Ich habe eine Playlist für, wann ich wirklich fokussiert und was dranbleiben
00:50:16: will, wann was weitergehen soll und ich nicht von einem Projekt zum nächsten springe.
00:50:21: Da gibt es auch eine Playlist, das funktioniert ganz gut. Okay.
00:50:26: Gut, also dann vielen Dank, dass du hier warst und an unser Publikum vielen
00:50:33: Dank fürs Zuhören fürs Dranbleiben und hoffentlich in zwei Wochen wieder einschalten. Baba!
00:50:41: Tschüss, danke für die Einladung!
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