Folge 67 - Wenn Veränderung still macht – warum der Preis kein Fehler ist

Shownotes

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Folge 67 Solo Claudia komplett

So wie ich mir damals einfach Ruhe gewünscht habe. Was wir oft unterschätzen ist, Veränderung wirkt und genauso hat sie deshalb auch Nebenwirkungen. Wenn wir uns beruflich neu orientieren, zahlen wir manchmal einen Preis, dessen Höhe wir vorher nicht kennen.

Zweifel, Erschöpfung, still werden, das Gefühl sich gerade selbst nicht zu kennen. Und das ist kein Zeichen, dass wir falsch liegen. Der Preis ist oft kein Fehler, ist Teil des Prozesses.

Baba Hamsterrad, Servus Berufung, hallo und herzlich willkommen beim Podcast für berufliche Veränderung, Erfüllung und Sinn. Ich bin Claudia Scheer, deine Expertin für den Neustart mit all seinen Facetten. Wenn du gerade merkst, dass du dich in deinem Job nicht mehr wohl fühlst, du um- oder wieder einsteigen möchtest, dann erfährst du hier alles über berufliche Perspektiven und Karrierewege.

Hallo und schön, dass du da bist. Diese Folge ist eine ruhige Folge. Keine To-Do-Liste, keine Anleitung, sondern eine Geschichte.

Vielleicht hörst du gerade so zwischen zwei Terminen diesen Podcast oder abends, wenn es draußen schon dunkel ist. Vielleicht auch in einer Zeit, in der du selbst spürst, dass sich etwas verändern müsste, aber noch nicht so genau weißt, wie. Diese Folge darf dich einfach dabei begleiten.

Ich möchte dir heute von meinen beiden Katzen erzählen. Felix und Lili sind ja meinen Podcast-HörerInnen durchaus schon bekannt und sie leben seit zehn beziehungsweise elf Jahren bei mir und trotzdem gibt es schon seit längerem eine Phase, in der sie sich plötzlich immer gestritten haben. Dazu muss man halt auch erklären, Felix wiegt ungefähr doppelt so viel wie Lili und ist auch doppelt so groß wie sie und dieser Streit war eben nicht immer spielerisch, war auch nicht immer harmlos, sondern richtig heftig.

Und vor allem Lili, die kleinere von den beiden, war dadurch massiv gestresst und hat schon diverse Verhaltensstörungen erkennen lassen. Sie war ständig auf der Hut, ständig angespannt und ehrlich gesagt ich auch. Ich war nur noch Schiedsrichterin, immer wachsam, immer bereit einzugreifen, immer in Alarmbereitschaft.

Aber irgendwann habe ich gemerkt, so geht es für niemanden mehr gut. Nicht für die Katzen und auch nicht für mich. Also habe ich die Tierärztin gebeten, ob es nicht irgendetwas gäbe, das Lili ein bisschen beruhigen könnte, damit sie gelassener wird und sich nicht so leicht provozieren lässt.

Es war keine leichtfertige Entscheidung, es war eine aus Sorge, aus dem Wunsch heraus, dass wieder Ruhe einkehren darf. Und ja, es gab ein Medikament. Ich habe gehofft, dass es uns allen ein bisschen Erleichterung bringt.

Was dann passiert ist, stand in keinem Plan und auch nicht auf dem Beipackzettel. Die Katze hat extrem auf das Medikament reagiert. Sie war wie paralysiert, saß oder lag nur noch starr in ihrer Höhle und ist auch nicht mehr rausgekommen.

Sie hat über Tage nichts gegessen, nichts getrunken, das Kistl nicht benutzt. Obwohl wir natürlich das Medikament sofort wieder abgesetzt haben, hat sich dieses Verhalten nicht verändert. Und noch etwas hat sich dadurch, durch dieses Medikament verändert, etwas sehr sehr schmerzhaftes.

Die Beziehung zwischen ihr und mir. Sie hat zwar genossen, wenn ich zu ihr gekommen bin und sie hat geschnurrt, wenn ich sie gestreichelt habe, aber sie ist nicht mehr von sich aus zu mir gekommen. Dabei war sie früher die Katze, die mich Tag und Nacht verfolgt hat, die bei mir geschlafen hat, auf mir geschlafen hat, die mich regelrecht angeschrien hat, damit ich mich endlich hinsetze, damit sie auf mir liegen kann.

Und dann war sie still. Sie hat keine Laute mehr von sich gegeben. Sie hat nicht mehr mit mir gesprochen.

Und irgendwann, mitten in dieser Sorge, mitten in dieser Hilflosigkeit, ist mein Gedanke gekommen, wie sehr mich diese Situation an berufliche Veränderungsprozesse erinnert. Denn viele Menschen und vor allem viele Frauen wollen sich beruflich verändern, weil sie nicht mehr können, weil sie müde sind, weil sie gestresst sind, weil sie sich nach Ruhe sehnen. So wie ich mir damals einfach Ruhe gewünscht habe.

Was wir oft unterschätzen ist, Veränderung wirkt. Und genauso hat sie deshalb auch Nebenwirkungen. Wenn wir uns beruflich neu orientieren, zahlen wir manchmal einen Preis, dessen Höhe wir vorher nicht kennen.

Zweifel, Erschöpfung, Stillwerden, das Gefühl sich gerade selbst nicht zu kennen. Und das ist kein Zeichen, dass wir falsch liegen. Der Preis ist oft kein Fehler, es ist Teil des Prozesses.

Nicht weil Veränderung falsch ist, sondern weil sie wirksam ist. Lilly ist still geworden und lange habe ich das als Verlust erlebt. Heute sehe ich es auch anders.

Stillwerden kann eine Schutzreaktion sein. Ein Rückzug, um zu überleben, um sich neu zu sortieren. Gerade in der Weihnachtszeit, in dieser Winterzeit, ist das vielleicht ein wichtiges Bild.

Nicht alles wächst gleichzeitig. Nicht alles ist sofort sichtbar. Manches braucht Dunkelheit und Ruhe.

Heute haben wir es schon etwas besser im Griff. Es ist nicht mehr so wie früher, aber es ist wieder Nähe da. Und vielleicht ist das auch eine wichtige Botschaft für berufliche Neuorientierung.

Nicht alles wird wieder so wie vorher, aber Neues kann entstehen. Langsam, leise, eben auf eine andere Art. Wenn du gerade in einer Phase bist, in der du stiller geworden bist, unsicherer, vielleicht auch vorsichtiger, dann heißt das nicht, dass du auf dem falschen Weg bist.

Vielleicht ist es einfach, dass du dich gerade wirklich bewegst. Ich wünsche dir eine ruhige Weihnachtszeit. Mit Müll ist viel milder für dich.

Ich gehe auch jetzt in eine Weihnachtspause und komme Anfang Jänner zurück und bis dahin wünsche ich dir frohe Weihnachten, erholsame Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Deine Claudia.

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