Folge 66 - Berufung leben trotz Rollenbildern
Shownotes
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Folge 66 Elisabeth Jungmayer-Kögler komplett
(0:00 - 0:22)
Ich würde gerne Musikschullehrerin werden. Ich habe an meiner Mutter, an ihrer Körpersprache, an ihr als ganz wahrgenommen, oh, die durchfährt förmlich wie ein Blitz von ihrer Einstellung wahrscheinlich zu Arbeit, zu Familie. Da musst du ja am Nachmittag arbeiten, hat sie gesagt.
(0:23 - 0:33)
Wie das gekommen ist, ein Riesenschlag. Und ich habe das Gefühl gehabt, aha, okay, dieses Thema ist abgehakt für alle Zeiten. Das kommt nicht infrage.
(0:35 - 0:52)
Baba Hamsterrad, Servus Berufung. Hallo und herzlich willkommen beim Podcast für berufliche Veränderung, Erfüllung und Sinn. Ich bin Claudia Scheer, deine Expertin für den Neustart mit all seinen Facetten.
(0:52 - 1:14)
Wenn du gerade merkst, dass du dich in deinem Job nicht mehr wohlfühlst, du um- oder wieder einsteigen möchtest, dann erfährst du hier alles über berufliche Perspektiven und Karrierewege. Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Baba Hamsterrad, Servus Berufung. Und heute habe ich mit einem sehr, sehr lieben Gast da.
(1:15 - 1:21)
Meine Gästin ist Elisabeth Jungmayer-Kögler. Hallo Elisabeth. Hallo.
(1:22 - 1:42)
Schön, dass du da bist. Elisabeth, magst du dich nur so ein bisschen in kurzen Worten vorstellen, dass man so ungefähr weiß, wer du bist, wo du herkommst, dein Umfeld ein bisschen? Ja, sehr gerne. Ja, mein Name ist ja schon gefallen, Elisabeth Jungmeier-Kögler.
(1:43 - 1:56)
Ich bin Musik- und Kindertanzpädagogin und Kirchenmusikerin. Also ich spiele auch Kirchenorgel. Und ja, ich freue mich, dass ich heute bei dir zu Gast sein darf.
(1:57 - 2:21)
Sehr, sehr gut. Das wird eine spannende Folge werden. Elisabeth, du weißt, die erste Frage lautet immer, weißt du noch, was du als Kind werden wolltest? Ja, es ging eigentlich, kann man es, glaube ich, sagen, sehr früh schon vom Wunsch her in diese Richtung.
(2:22 - 2:45)
Ich erinnere mich an eine Situation. Ich war, glaube ich, ungefähr sechs Jahre alt, war mit meiner Mutter und meinem Bruder, wie so oft, unterwegs und habe so einfach aus dem Nichts heraus gesagt, Mutti, ich würde gerne Musikschullehrerin werden. Aha, interessant.
(2:46 - 3:08)
Und dann habe ich nicht schlecht, wahrscheinlich nicht schlecht innerlich gestaunt. Oder eigentlich, muss man sagen, es war erschreckend für mich. Ich habe an meiner Mutter, an ihrer Körpersprache, an ihr als ein ganz wahrgenommener O, die durchfährt förmlich wie ein Blitz.
(3:10 - 3:36)
Und ich erinnere mich nur noch an den einen Satz, wo ganz viel mitgeschwungen ist von ihrer Einstellung wahrscheinlich zu Arbeit, zu Familie. Da musst du ja am Nachmittag arbeiten, hat sie gesagt. Und das war für mich so ein Wah, einfach ein richtiger Wah, wie das gekommen ist, ein Riesenschlag.
(3:36 - 3:59)
Und ich habe das Gefühl gehabt, aha, okay, dieses Thema ist abgehakt für alle Zeiten. Das kommt nicht infrage. Ja, aus meiner damaligen bis dorthin erlebenden Familie war ich eben gewohnt, man geht in den Kindergarten oder in die Schule, dann kommt man nach Hause.
(4:00 - 4:32)
Die Mutti erwartet meinen Bruder und mich und auch meinen Vater mit einem Mittagessen und so weiter und so fort. Und dieses, da musst du ja am Nachmittag arbeiten, das hat mir gesagt, okay, das wird wohl für eine Frau, eine Familienmutter einfach nicht zu machen sein. Und ja, dieses kurze Erlebnis hat diesen Wunsch offensichtlich einmal sehr, sehr weit in den Hintergrund in mir gebracht.
(4:33 - 5:16)
Ich habe nichts mehr darüber gesprochen. Habe, wie wahrscheinlich viele Kinder, wann immer man mich gefragt hat, was willst du einmal werden, durchaus auch das eine oder andere einmal genannt, auch Berufe, die mir vielleicht bei Bekannten oder bei Freunden einmal untergekommen sind, mich in irgendeiner Art und Weise beeindruckt haben. Aber ja, ich habe hobbymäßig in meiner ganzen Kindheit und Jugend sehr viel Musik gemacht, auch immer meine Auftritte vor Publikum gehabt und es hat schon in der Familie die Musik oder das Musizieren auch einen Stellenwert gehabt.
(5:16 - 6:14)
Also mein Bruder und ich, da war das selbstverständlich, da wird zu Weihnachten musiziert und ich erinnere mich auch immer wieder, weil es einfach so eine berührende Situation war, wie wir eine damals schon sehr alte, weitschichtige Verwandte, die schon bettlägerig war, besucht haben, unsere Instrumente mitgenommen hatten, mein Bruder und ich und der alten Tante Weihnachtslieder vorgespielt haben und die war wirklich zu Tränen gerührt. Das ist auch ein Bild, das ich glaube ich nie vergessen werde. Also in der Hinsicht war das schon immer wichtig und ich habe auch so kommuniziert bekommen, ja das gehört schon auch dazu, dass man neben Schule und vielleicht anderen Verpflichtungen in die Musikschule geht.
(6:14 - 6:58)
Es war auch bei uns ganz selbstverständlich, dass man irgendwelche sportlichen Angebote wahrnimmt in der Freizeit und so weiter. Also es hat so gewisse elterliche oder familiäre Vorgaben gegeben, wie hat man zu sein, was hat man zu tun, zu machen, was gehört denn einfach dazu. Aber es war gleichzeitig so ein bisschen, dass da ich soll einmal, ja vielleicht kann man sagen, traditionell heiraten, eine Familie gründen, Kinder haben und dann natürlich ganz für diese Familie da sein.
(6:58 - 7:22)
Mich voll der Hausarbeit, der Kindererziehung und allem, was dazu gehört, widmen. Aber natürlich schon eine ordentliche Ausbildung haben, studiert haben. Dahingehend kann ich mich auch erinnern, wie mir meine Mutter einmal gesagt hat, weil weißt du, wenn du dann einen Mann hast, der soll ja auch eine passende Gesprächspartnerin in dir haben.
(7:22 - 7:56)
Also Bildung ist da schon wichtig und du sollst ja auch deinen Kindern dann bei den Schulaufgaben und so helfen können. Aber ja, dass ich selbst, weiß Gott wie intensiv einer Berufstätigkeit nachgehe, wenn ich gleichzeitig Kinder und Familie habe, das war offensichtlich so gar nicht das Bild von meiner Mutter für mich. Ich habe schon mit, glaube ich, zehn Jahren für mich selbst ganz fest beschlossen, das war für mich einfach ganz klar, nein, so will ich nicht werden.
(7:56 - 8:13)
Ja, das wäre jetzt meine nächste Frage. Da gibt es sicher etwas anderes auch. Ja und dann, wie schön langsam die Matura in die Nähe gerückt ist, dann kamen natürlich wieder die Fragen auf, was wirst du denn mal werden, was wirst du denn studieren.
(8:14 - 8:58)
Und ja, bis dorthin war ich innerlich und ja auch mit meiner Überzeugung, mit meinem Selbstbewusstsein wahrscheinlich auch wieder so weit, dass ich gesagt habe, ja, ich möchte Musik studieren und ich möchte mal Musikschullehrerin sein. Und ja, also ich werde mich auf die Aufnahmeprüfung an der Uni für Musik und Darstellende Kunst auch am einen oder anderen Konservatorium anmelden, mich entsprechend vorbereiten. Und ich möchte das machen, habe gleichzeitig auch noch den Plan gehabt, Musikwissenschaft und Germanistik, also deutsche Philologie zu studieren.
(8:59 - 9:42)
Die Musikwissenschaft auch als Erweiterung und eben auch durch das Interesse daran. Bei Germanistik war es ähnlich. Ich habe auch immer mich sehr für Literatur interessiert, für Sprache, muss aber sagen, ja, hat mich dann im Studium eher enttäuscht bei der Germanistik, dass ich gesehen habe, ja, es wird zwar tatsächlich viel sprachwissenschaftlich und auch literaturwissenschaftlich gearbeitet, aber was ich mir auch gewünscht hätte und das kam zumindest damals gar nicht vor, irgendeine Richtung auch ins Sprechen, in eine Sprechausbildung, eher solche Dinge.
(9:43 - 10:24)
Ja, und der Musikwunsch, die Musik weiterzugeben an andere, auch selber auszuüben, das hat sich im Laufe der Zeit so verfestigt und da war auch dann wirklich schon viel zu tun. Ich habe auch während dem Studium immer wieder mich hören lassen, auch unterrichtet schon, dass dann für mich nach dem ersten Abschnitt damals der Musikwissenschaft und Germanistik klar war, okay, das lasse ich, das andere mache ich weiter. Ja, darf ich dich an der Stelle mal kurz unterbrechen? Also du hast mal, würde ich sagen, das Frauenbild ein bisschen angezweifelt.
(10:24 - 10:41)
Das ist, glaube ich, eh relativ auch normal, also wenn man mal durch die Pubertät geht, dass man so seinen eigenen Standpunkt findet. Und man muss auch sagen, du bist ja, du bist in Wiener Neustadt oder im Bezirk Wiener Neustadt oder so. In Wiener Neustadt bin ich groß geworden, ja.
(10:42 - 11:46)
Groß geworden, also dort ist auch noch ein traditionelleres Rollenverständnis, oder? Ja, ich nehme erst jetzt wieder wahr, offensichtlich außerhalb Wiens bis heute, gerade wenn man sich anschaut, die Diskussionen um die Kindergärten und die Kinderbetreuung, da höre ich auch immer wieder aus dem Bekanntenkreis Feststellungen, naja, bei uns im Dorf oder so, der Kindergarten, der sperrt um 13 Uhr zu, oder auch eine Geschichte, dann haben sie einmal am Nachmittag offen gelassen und auch in den Ferien, und eine Bekannte hat ihr Kind hingegeben und dann, ich glaube, nach ein, zwei Tagen ausprobieren, festgestellt, oh, das ist nicht eine Momentaufnahme, das scheint die ganzen Sommerferien so zu sein, ihr Kind ist das einzige Kind dort. Na, dann hat sie es auch wieder herausgenommen. Genau, das ist nämlich, glaube ich, die wahre Ursache.
(11:46 - 12:53)
Da gibt es schon große Unterschiede zwischen Wien und, wie man so sagt, den Bundesländern. Ja, genau, also das hört man auch immer wieder, dass die Angebote gar nicht angenommen werden am Nachmittag. Ja, interessant.
Welches Instrument hast du eigentlich gespielt, oder welche Instrumente? Ja, mein Hauptfach für die Musikschullehrerausbildung habe ich mit der Blockflöte gemacht, da eigentlich sage ich immer sehr gern mit den Blockflöten. Ich stelle immer wieder fest, das ist auch heute noch so die Wahrnehmung oder die Idee einer Blockflöte, das ist so dieses kleine Flötlern, was man als Kind vielleicht einmal ausprobiert, und ja, dann in der Erwartungshaltung der meisten Eltern auch, dann kommt ein richtiges Instrument, hört man auch immer wieder. Dem muss ich ganz deutlich widersprechen.
(12:53 - 13:24)
Die Blockflöten gibt es in ganz unterschiedlichen Größen und Bauarten, mit entsprechenden Unterschieden dann auch im Klang etc. Und ja, beschränkt sich bei Weitem nicht auf, ich sage es so salopp, Händchenkleinspielen oder vielleicht das eine oder andere Weihnachtslied. Auch die Blockflöte kann ganz große Aufgaben in Ensembles, in Barockorchestern zum Beispiel auch haben.
(13:25 - 13:45)
In der Barockzeit hatte die Blockflöte ja einen ihrer Höhepunkte, einen sehr hohen Stellenwert. Ja, aber auch im 20. Jahrhundert, wie sie eigentlich nach einiger Zeit, wo sie in Vergessenheit geraten war, wiederentdeckt wurde, ist viel für die Blockflöte auch komponiert worden.
(13:46 - 14:29)
Und ja, findet bis heute statt, die Blockflöte, dass sie alleine spielt, dass sie mit anderen Blockflöten oder auch mit ganz anderen Instrumenten kombiniert wird. Und in dem Sinn, ja, kann man sagen, ein vollwertiges Instrument mit sehr, sehr vielen verschiedenen Möglichkeiten. Man hat als Blockflötist oder Blockflötistin die unterschiedlichsten Aufgaben, wenn man sich wo hören lässt oder auch beim Unterrichten, ist man nicht mit einer Flöte und auch nicht mit einer kleinen Flöte unterwegs, sondern mit einer ganzen Tasche voller verschiedener Blockflöten, die auch oft sehr unterschiedlich dann ausschauen können.
(14:29 - 15:12)
Und ich stelle immer wieder fest, ja, wenn ich dann eine kleinere oder größere Auswahl meiner Blockflöten, sei es zu einem Unterricht oder auch wenn ich wo spielen darf, mitbringe, die Kinder und auch die Großen, die meisten schauen einfach, was hat die da? Manche kommen dann auch, besonders wenn es dann schon in Bereiche wie zum Beispiel einer Bassflöte geht, was ist denn das da für ein Instrument? Ich habe mir zuerst gedacht, vielleicht ein Fagott oder so. Dann sage ich, nein, auch das ist eine Blockflöte. Also das ist immer wieder auch ganz, in der Hinsicht auch ganz spannend.
(15:13 - 15:34)
Ja, also ich kann mich erinnern. Und ja, es braucht natürlich auch noch viel an Informationen in die Welt zu bringen. Ja, ich kann mich erinnern, eine Schulkollegin von mir, die hat auch Flöte gespielt und die hat mal bei einem Konzert irgendwie so eine größere Flöte, dann auf eine größere Flöte gewechselt gehabt und so.
(15:34 - 15:45)
War genau dieselbe Reaktion, die du beschrieben hast. Und es ist noch immer scheinbar nicht mehr so bekannt. Ich bin ja doch ein Stückchen älter.
(15:46 - 16:06)
Aber ja, an dieser Stelle, Kati, wenn du das hörst, schönen Gruß nach Australien. Sie sitzt in Australien. Gut, du hast also Flöte gespielt und in diversen Lagen quasi.
(16:06 - 16:37)
Und sonst noch ein Instrument? Ja, Klavier habe ich auch von Kindheit angespielt. Auch immer gern und viel gesungen. Das Singen, das hat mich dann auch, ich glaube, ich war ungefähr 16, wahrscheinlich in einen Kirchenchor gebracht, in einem benachbarten Ort von Wiener Neustadt, dem ich dann sehr, sehr viele Jahre treu geblieben bin, diesem Kirchenchor.
(16:37 - 17:11)
Ich habe dort im Chor, also als Chorsängerin mitgesungen, aber auch die eine oder andere solistische Aufgabe manchmal übernehmen dürfen. Hin und wieder auch die Probenleitung vertretungsweise übernommen und dann auch in den Probenchor repetiert, also am Klavier begleitet. Was dann bei den Aufführungen, hauptsächlich waren das klassische Messen im Rahmen von Gottesdiensten, aber es gab mit diesem Chor auch Kirchenkonzerte.
(17:12 - 17:45)
Da wurde dann das, was ich in den Proben am Klavier gespielt habe, entweder mit einer Orgel oder auch mit Orgel und Orchester oder sonst anderen Instrumenten, je nachdem wofür die Musik geschrieben war, aufgeführt. Aber das mithelfen, dann einstudieren, das habe ich dann auch mit der Zeit dort am Klavier übernommen. Ich glaube, das ist es auch, was mich dann nach und nach so richtig für die Orgel begeistert hat.
(17:46 - 18:21)
Sie hat mich als kleines Kind auch schon immer interessiert. Meine Mutter ist mit mir und auch mit meinem Bruder sehr regelmäßig in die Kirche gegangen und auch meine Eltern haben, ich glaube, während meiner Kindergartenzeit, kann man sagen, in einem Kirchenchor gesungen, dann haben sie das aufgehört. Ich kann mich an das eine oder andere Mal erinnern, wo mein Vater mich in eine Kirchenchorprobe, wo er mitgesungen hat, mitgenommen hatte.
(18:23 - 18:59)
Diese Proben, die ich da in Erinnerung habe, die haben auf einer Orgelempore stattgefunden. Auch da war schon eine sehr nahe Begegnung für mich mit der Orgel da. Das hat dann irgendwann den Wunsch, auch Orgel zu spielen, so groß werden lassen, dass ich dann nach dem Abschluss des Instrumentalgesangspädagogikstudiums, also der Lehrbefähigung für das Unterrichten in Musikschulen, gesagt habe, das kann nicht alles gewesen sein, ich möchte noch Kirchenmusik studieren, eine Ausbildung machen.
(19:00 - 19:42)
So habe ich dann Mitte 20 zum Orgelspielen begonnen und ein halbes Jahr nach dem abgeschlossenen Musikstudium an der Uni für Musik und Darstellende Kunst in die Kirchenmusikausbildung am Diözesankonservatorium in Wien eingestiegen. Und habe das neben meiner Unterrichts- und sonstigen Musikauftritten, neben diesen Tätigkeiten dann diese Ausbildung gemacht. So eine Orgel ist ja ein Riesentrum-Instrument, je nachdem wie groß sie ist.
(19:43 - 20:20)
Genau, auch die Orgel kann mal größer, mal kleiner sein. Wie ist das Gefühl, kommt man sich da nicht recht klein gegenüber den Pfeifen und so weiter vor? Das, muss ich sagen, habe ich eigentlich so nie empfunden. Aber was ich immer gespürt habe und mir an der Orgel auch wahnsinnig viel gibt, ich habe immer das Gefühl, ich verschmelze ganzheitlich mit diesem Instrument.
(20:21 - 20:48)
Vielleicht ist das auch dadurch bedingt, dass man ja nicht nur mit den Händen, sondern auch mit den Füßen spielt. Also man turnt da geradezu an diesem Instrument auf der Orgelbank herum. Ich habe da das Gefühl, ich werde ein Teil von diesem großen ganzen, von diesem riesen Orgelspielwerk, sage ich jetzt.
(20:50 - 21:08)
Ich gehöre dann einfach mit als kleines Rädchen in dem Ganzen dazu. Also quasi wie in einem Orchester, dass man dann Teil ist. Ja, kann man ein bisschen sagen, oder auch wie eine Dirigentin in einem Orchester.
(21:08 - 21:58)
Diese Vorstellung hilft mir auch immer sehr, sei es beim Lied begleiten im Gottesdiensten oder auch beim Spielen von Orgelliteratur, also von größeren Orgelwerken, dass ich mich selbst in die Rolle des Dirigenten, der Dirigentin versetze. Und je nachdem, wenn ich Solo-Orgelspiel, ein Musikstück, dann eben auch wirklich mitdenke, aha, jetzt kommt diese Stimme mit ihrem Einsatz dazu. So ähnlich wie beim Chorleiten, die brauchen jetzt eine extra Beatmung sozusagen von mir, ein Zeichen, sie sind jetzt dran und jetzt ist da was los und so.
(21:58 - 23:23)
Und auch, weil es mir auch ein Anliegen ist, dass der Volksgesang in den Gottesdiensten in einer gewissen, den Liedern angemessenen Art und Weise hoffentlich stattfindet, dass ich die Leute da auch von meinem Platz an der Orgel aus ein bisschen durchführen kann, ist mir da auch das ausdrucksvolle Spiel sehr wichtig und habe ich da auch das Gefühl, ja, das eine sind die mehreren Stimmen, die ich auf dem Instrument spiele und das andere sind hoffentlich die Leute, die ich entsprechend ins Boot holen und mitziehen kann. Also auch da habe ich ein bisschen so auch diesen Dirigentinnenposten, sage ich jetzt, mit dem einen Vorausdenken, voraushören, was will ich, was als nächstes kommt, und auch dem hinten Nachhören, was ist jetzt gerade gekommen, was habe ich gespielt, was höre ich aus dem Kirchenraum, kommen die Leute auch entsprechend mit mit mir, auch das kann sehr unterschiedlich sein, manchmal merkt man, aha, da muss man sich vielleicht dem Tempo ein bisschen anpassen, oder ein Lied ist nicht so bekannt, wie man vielleicht geglaubt hat. Hört man überhaupt bei der Orgel, glauben wir.
(23:23 - 24:05)
Unterschiedlichsten Möglichkeiten, was man dann alles wahrnehmen kann und wo man vielleicht durchaus auch noch in der Situation was verändern kann, manchmal mehr, manchmal weniger. Entschuldige, wenn ich da heute ein paar blöde Fragen stelle, aber hörst du, wenn du Orgel spielst sozusagen, was unten los ist, oder irgendwas, was da im Kirchenraum los ist, oder ist das nicht alles sehr laut? Nein, ich kann es wirklich hören, es ist mir auch wichtig, dass ich das noch hören kann. Es ist je nach Kirche auch unterschiedlich.
(24:06 - 24:31)
Das hängt auch von der Bauligkeit der jeweiligen Kirche ab. Eine besondere Situation habe ich in der Pfarreramt Tavor im 2. Bezirk in Wien, wo die Orgel hinten im Kirchenraum unten steht. Das ist am Anfang, wenn man das das erste Mal sieht oder auch das erste Mal dort spielt, so ein bisschen vielleicht gewöhnungsbedürftig.
(24:32 - 25:02)
Aha, ich habe die Leute direkt hinter mir, hinter meinem Rücken sitzen, stehen, mitsingen, beten, was immer gerade passiert. Und umgekehrt auch, ja, ich bin gewissermaßen in der Auslage dort, zumindest wenn sich mal jemand umdreht. Das ist ja oft, wenn man irgendwo hoch oben auf einer Empore ist, kann das so sein, dass man auch überhaupt nicht gesehen wird.
(25:03 - 26:13)
Oder es wird nur ein Teil von einem gesehen, je nachdem, wie das alles dort eingerichtet und ausgerichtet ist, wie sehr auch eine Empore vielleicht verbaut ist. Mit uns kann es auch sein, dass man nur gehört wird und jemand von unten vielleicht gar nicht weiß, wer ist da oben oder hat eine Frau gespielt, hat ein Mann gespielt, hat eine Person gespielt, haben mehrere gespielt. Ja, spannend.
Na gut, also du hast dann diese Ausbildung für Orgel begonnen und wie ist es dann weitergegangen? Hast du während deines Studiums quasi allein von deinen musikalischen Tätigkeiten leben können oder hast du irgendwelche Jobs nebenbei machen müssen? Auch das ist unterschiedlich gewesen. Also gerade am Anfang, nachdem ich schon während des Studiums auch zu unterrichten begonnen habe, habe ich mir einen gewissen Kundenstock, also eine gewisse Menge an Schülerinnen und Schülern schon aufbauen können in der Zeit. Es war dann aber schon so, wie ich fertig war.
(26:13 - 26:32)
Ja, die Stellen in den Musikschulen waren damals äußerste Mangelware. Ich habe nicht sehr, sehr viel dann einfach blind beworben. Durchaus in dem Wissen, es ist nahezu oder auch gänzlich chancenlos, wo kein freier Arbeitsplatz ist, da tut sich in dem Bereich wohl nichts.
(26:33 - 27:10)
Eine Vertretung oder mehrere Vertretungen haben sich aber schon durchaus auch immer wieder ergeben. Also wenn einmal jemand in Karenz gegangen ist oder krankheitshalber ausgefallen ist oder manche, ich war damals auch, hatte einen großen Freundes- und Bekanntenkreis mit Menschen in unterschiedlichen Alter, die teilweise auch eben in Musikschulen beschäftigt waren und da hat es auch manchmal welche gegeben, die auf mich zugekommen sind. Du, ich kann da eine halbe oder eine ganze Woche nicht unterrichten.
(27:11 - 27:42)
Möchtest du die Stunden für mich in der Zeit übernehmen? Also ich habe auch so punktuell manchmal Vertretungen wahrgenommen. In privaten Musikschulen, da hat sich recht schnell etwas ergeben, aber ähnlich wie es auch in öffentlichen Musikschulen gewesen wäre, eher immer nur mit ein paar Stunden. Also ich war da auch sehr, sehr viel unterwegs zwischen Musikschulstandorten, damals auch noch mit Hausbesuchen zu Privatschülern.
(27:42 - 28:34)
Später habe ich dann die Privatschüler, um auch alle weiterhin halten zu können, wie ich schon noch mehr zu tun hatte, zu mir nach Hause geholt und dann irgendwann auch angefangen, Räume anzumieten, Musikproberäume. Ja, aber es hat auch Zeiten gegeben, gerade wie ich frisch mit dem Studium fertig war, habe ich für mich gesagt, naja, es gibt doch sowas wie Sommerferien, Sommerloch oder es ist auch sonst ein bisschen natürlich unsicher, da und dort hin und wieder spielen, wobei ich dann an der Orgel mich auch schon sehr regelmäßig in Gottesdiensten hören habe lassen. Und ja, manche Schüler habe ich sehr viele Jahre begleiten dürfen.
(28:36 - 28:59)
An eine Schülerin erinnere ich mich immer wieder auch, die hat mit vier Jahren begonnen und bis sie 19 Jahre war, wirklich ausnahmslos jedes Jahr bei mir gespielt. Und ja, bis sie es dann auch in eine andere Richtung gebracht hat, das Leben, die Ausbildung. Ich weiß auch gar nicht, ob sie jetzt noch in Wien wohnt überhaupt.
(28:59 - 29:24)
Irgendwann hat man sich dann aus den Augen verloren. Aber ja, ich habe schon für mich damals den Eindruck gehabt, ich brauche auch ein bisschen was Fixes, ein bisschen was Sicheres. Und so hat sich dann mal ein Teilzeitjob an zwei Tagen in der Woche im Verkauf ergeben, in der Textilbranche damals.
(29:24 - 29:53)
Ja, ich kann es auch ruhig sagen, ich war bei PIK und Kloppenburg zwei Tage in der Woche. Zuerst an der Warenausgabe, also wo man das, was die Kundschaft dort ausgesucht und schon bezahlt hat, zusammensucht, zusammenlegt, ordentlich einpackt. Und ja, dann später habe ich mich dort auch zur Kassierin aufschulen lassen und dann beide Tätigkeiten Kassa und Warenausgabe gemacht.
(29:54 - 30:56)
Das hat mich zum Beispiel auch eineinhalb Jahre neben meinen anderen einschlägigen Tätigkeiten begleitet, auch manchmal vor Herausforderungen gestellt. Und wenngleich mir die Firma damals insofern sehr entgegengekommen ist, als ich bis auf wenige ausgemachte Wochen im Jahr immer die gleichen Wochentage dort zu arbeiten hatte, habe ich trotzdem hin und wieder natürlich schon auch die Erfahrung machen müssen, na gut, jetzt bin ich dort beschäftigt und muss einmal auch bei einem Konzert oder bei einem Begräbnis, wo ich angefragt werde als Musikerin, Nein sagen, was auch natürlich passieren könnte durch andere Aufträge im musikalischen Bereich. Aber da muss ich sagen, im branchenfremden Bereich für mich, da hat es mir dann schon natürlich auch immer wieder wehgetan, wenn so etwas passiert ist.
(30:57 - 31:45)
Und ja, es hat aber auch Zeiten gegeben, wo ich teilselbstständig oder auch in der kompletten Selbstständigkeit vom Unterrichten und vom Spielen wirklich voll leben konnte, durchaus, kann man glaube ich sagen, im Ausmaß einer landesüblichen Vollzeitbeschäftigung meine Stunden gehabt habe. Du hast mir im Vorgespräch erzählt, dass du auch mal als Kartenticketverkäufer oder so im Kostüm vom Stephansdom oder so verkauft hast. Das war wirklich ein Studentenjob, einst in einem September, auf der Uni sind ja die Sommerferien Juli, August und September.
(31:47 - 32:26)
Und ja, es war eine Mischung aus verschiedenen Dingen, warum ich das ausprobiert habe. Zum einen habe ich mir gedacht, naja, ich bin schon auch neugierig, diverseste Arbeitserfahrungen zu sammeln, auch einmal wirklich auszuprobieren, wie ist das in den Sommerferien, das eine oder andere einschlägig oder auch nicht einschlägig zu arbeiten. Ich hatte auch schon Aufträge als Unterrichtende in den Sommerferien damals auch, aber eher punktuell oder vielleicht einmal wochenweise.
(32:27 - 33:03)
Und ja, das andere war gerade bei dieser Tätigkeit, dass ich zum einen, ja man kennt ja eben diese verkleideten Verkäuferinnen und Verkäufer in der Wiener Innenstadt, das war schon auch immer so ein bisschen ein, was machen die da, was ist das. Und dann habe ich auch so eine E in einer Studentenjobbörse, eine Ausschreibung von einer dieser Organisationen, die da dahinter stehen, gesehen. Und ja, war auch gerade, wie so oft als Studentin, wieder einmal am Übersiedeln in eine neue WG.
(33:04 - 33:43)
Und da war auch so der Gedanke da, naja, wenn du irgendeinen Job, welcher auch immer es dann wird, vielleicht einmal einen Monat machst, außer dass es sich vielleicht im Lebenslauf einmal gut macht oder auch sonst einfach eine Erfahrung ist, da geht sich vielleicht das eine oder andere für das neue WG-Zimmer aus. Und das war dann auch so, nach einem Monat als Konzertkartenverkäuferin auf der Straße im Mozart-Kostüm habe ich das Geld zusammen gehabt, dass ich mir mein Zimmer in der WG voll möblieren konnte. Da war ich dann auch ein bisschen stolz drauf natürlich.
(33:46 - 34:16)
Und hast du aus dieser, also es sind ja, man macht ja als Student mitunter die lustigsten Tätigkeiten. Hast du dir irgendetwas mitnehmen können, außer dass es vielleicht anstrengend, aber manchmal lustig war? Ich habe bestimmt viel dort gelernt, sage ich jetzt mal. Ja, es war zum einen diese Erfahrung, man steht auch einmal im wahrsten Sinn des Wortes im Regen, wenn es halt gerade regnet.
(34:19 - 34:57)
Es ist in dem Bereich auch so, dass man nicht einen klassischen Arbeitsvertrag mit einem Dienstplan und so hat, sondern, das hat mich auch überrascht, das habe ich erst erfahren, wie ich schon gecastet war. Am ersten Arbeitstag hat man mir gesagt, ja, weißt eh, wenn du in der Früh kommst und dir dein Kostüm abholst und die Kasse, dann hast du einen Arbeitstag und wenn du schläfst oder sonst wie zu Hause bleibst oder was anderes tust, dann bist du eben nicht da. Du wirst immer nach dem bezahlt, was du an einem Tag verkauft hast.
(34:57 - 35:19)
Da bekommt man dann pro verkauften Ticket einen Anteil, der einem gehört. Und das hat zum einen viel Freiheit natürlich versprochen. Auch wenn ich sagen muss, ich habe nicht vorgehabt, von dieser Freiheit groß Gebrauch zu machen, weil ich wollte regelmäßig an einer Tätigkeit in diesem Monat nachgehen.
(35:20 - 35:45)
Und ich wollte auch, sage ich mal, einigermaßen Geld verdienen in diesem Monat. Aber ja, was das schon auch mit sich gebracht hat, Tage mit ganz unterschiedlichen Einkommen. Eben dadurch, dass man immer nur Provision für verkaufte Karten bekommt, habe ich Tage gehabt, wo ich mit sehr viel Geld nach Hause gehen konnte.
(35:46 - 36:14)
Aber ich kann mich auch an einen Tag erinnern, wo ich wirklich zehn Stunden auf der Straße gestanden bin und mit keinem einzigen Cent nach Hause gegangen bin an dem Tag. Also es kam alles vor. Wie ging es denn dann weiter beruflich mit dir? Weil du heißt ja Tontanz, das heißt, du hast ja nicht nur Musik gespielt, sondern irgendwann muss ja auch Tanz dazu gekommen sein.
(36:15 - 36:55)
Ja, der Tanz als Hobby hat er mich schon immer begleitet. Ich habe schon, wie wahrscheinlich viele Mädchen oder auch Buben, wie ich jetzt auch im Unterricht sehe, als Kind schon sehr gerne getanzt. Ich bin auch eine Zeit lang als kleines Mädchen zum Ballettunterricht gegangen, habe sonst diverse Tanzgelegenheiten immer gerne wahrgenommen, auch teilweise Sportarten, die auch einen Tanzanteil dabei haben, ausprobiert.
(36:55 - 37:33)
Ja, und der Tanz war auch immer wichtiger Bestandteil in meinem Musikunterricht. Zum einen bei der musikalischen Früherziehung, wo Bewegung und Tanz als einen Teilbereich einfach dazu gehört, sage ich jetzt so. Ja, aber auch im Instrumentalunterricht, vor allem je jünger Kinder sind, aber auch durchaus bei Erwachsenen, habe ich immer wieder festgestellt, wie sehr sich das bewährt, einmal einfach Musik und Bewegung zu verbinden.
(37:34 - 38:30)
Wenn es zum Beispiel darum geht, einen Rhythmus im wahrsten Sinn zu begreifen, zu verstehen, aber auch in anderen Dingen, wenn es um Atemschulung geht, gerade bei der Blockflöte als Blasinstrument oder auch im Gesang, beim Singen hat man auch Bewegung dabei, schon beim Aufwärmen, also beim Einsingen, bevor es sozusagen richtig losgeht. Wobei mit dem richtig Losgehen, ich jetzt sehr vorsichtig bin, auch das Einsingen ist ja schon ein richtiges Singen und ganz wichtig eben. Ja, und dann war es eigentlich auch meine Tochter irgendwann, damals noch als sehr kleines Kind, die mich wieder zum sehr regelmäßigen Tanzen gebracht hat, oder ich sie oder ich uns, indem ich sie zu einem Eltern-Kind-Tanzkurs angemeldet habe.
(38:31 - 38:59)
Und ja, da waren wir dann mehrere Semester, jede Woche dort. Und das war es, wo ich dann auch später meine Tanzausbildnerin für die Kindertanzpädagogik kennengelernt habe. Die hat damals diese Eltern-Kind-Tanzkurse geleitet, wo meine Tochter dann auch irgendwann zu den älteren Kindern, wo man schon ohne elterliche Begleitung tanzen geht, weitergegangen ist.
(39:00 - 39:27)
Und ja, ich habe dann, damals hat sich auch der Wunsch, den ich eigentlich auch schon sehr, sehr lang in mir hatte, noch verstärkt. Ich würde doch auch gerne Tanz noch mehr unterrichten. Zum einen mich für den Tanz im Musikunterricht fachlich noch vertiefen, aber vielleicht auch wirklich Tanzunterricht, Sortenreihen sozusagen anbieten können.
(39:29 - 40:05)
Und wie dann der erste Diplom-Lehrgang zur Kindertanzpädagogin herausgekommen ist, von jener Anbieterin, ich sage jetzt auch gerne ihren Namen, das ist die Dana Lohner vom Tanzzentrum Wien. Da hat es noch nicht so in mein Leben gepasst, berufsbegleitend diese Ausbildung zu machen. Aber ja, ich habe mir es damals schon sehr genau angeschaut, was ist da zu tun, wie läuft das? Und damals eigentlich schon für mich fix gewusst, irgendwann möchte ich das machen.
(40:06 - 40:25)
Und wie dann der zweite Lehrgang von ihr herausgekommen ist, dann habe ich eigentlich gar nicht dran überlegt. Dann habe ich für mich gesagt, ja, ich schaue, dass ich da hineinkomme, dass ich meinen Platz kriege. Es wird neben allen anderen Verpflichtungen, neben der Berufstätigkeit und neben der Familie irgendwie gehen.
(40:26 - 40:57)
Ich hatte auch schon eine Vorerfahrung mit einer anderen berufsbegleitenden Ausbildung, die ich neben Kind und Familie und meinem Musikunterricht und dem Musikspielen gemacht habe. Und ja, habe mir dann gedacht, okay, es war zwar damals auch natürlich eine Challenge, wie bringt man das auch noch im Leben unter für ein ganzes Jahr. Aber ich habe dann andererseits für mich gesagt, ja, erstens wann, wenn nicht jetzt.
(40:57 - 41:35)
Und zweitens, was man wirklich will, das schafft man auch. Und ja, freue mich heute natürlich riesig, dass ich es gemacht habe und dass es gut gegangen ist. Also wenn ich mir das so anhöre, dann klingt das generell sehr, sehr zielstrebig, wenn du dir etwas vornimmst, dass du da dranbleibst und alles dransetzt, dranbleiben zu können.
Stimmt das? Ja, das war mir immer schon wichtig. Ich glaube, ich bin vielleicht in diesem Punkt manchmal auch ein bisschen radikal. Ich sage für mich, entweder ich mache was und dann mache ich es ordentlich.
(41:36 - 41:58)
Oder ich sage für mich, na okay, das ist nicht meins oder das passt nicht zu mir oder es interessiert mich nicht. Gut, dann lasse ich das gerne andere machen. Aber ja, was ich mache, da muss ich schon ehrlich sagen, da habe ich dann auch sehr hohe Ansprüche an mich, wie ich das mache und dass ich das mache.
(42:00 - 42:34)
Das ist ja schon eine ganz wichtige Kompetenz, egal welchen Beruf man macht. Wenn man an den Dingen dranbleibt, und seien sie jetzt beruflich oder privat oder in der Familie oder was auch immer die Themen da sind. Gut, wie ging es dann weiter? Du hast dich ja irgendwann mal selbstständig gemacht, oder? Genau, oder wenn man so sagen will, dann so gut wie voll selbstständig gemacht, eigentlich zum wiederholten Mal.
(42:35 - 43:07)
Ich war ja eben neben meinem Studium schon mit dem Privatunterricht selbstständig. Je nach Möglichkeiten in privaten Musikschulen auch mit als Selbstständige, als Honorarkraft oder mit freiem Dienst vertreten. Das Orgelspielen ist großteils immer auf Selbstständigkeit gelaufen, wobei ich auch eben in der Pfarrei am Tabor, ich habe sie heute schon erwähnt, eine kleine Anstellung habe, auch heute noch.
(43:07 - 43:49)
Neben der sonst, wenn man so sagen kann, vollen Selbstständigkeit. Neben den anderen, teils auch branchenfremden Tätigkeiten, ist dann vor mehr als drei Jahren inzwischen wieder die Situation gekommen, durch unterschiedlichste Umstände, wo ich mich dann mit Tontanz wieder selbstständig gemacht habe. Damals auch die Kindertanzpädagogik war schon eine Zeit lang abgeschlossen.
(43:50 - 44:24)
Ich war auch als Tanzpädagogin schon tätig und habe für mich selbst ein Konzept entwickelt, wo ich den Tanz und die Musik noch mehr oder anders verbunden habe, als das zum Beispiel in der musikalischen Früherziehung der Fall ist oder vorgesehen ist. Ich habe dann Eltern, Kind, Tanz und Musikkurse ausgeschrieben und auch gehalten. Ich halte sie auch heute noch für unterschiedliche Altersgruppen, was die Kinder betrifft.
(44:25 - 44:46)
Ich habe dann Do-Laura Schatter kennengelernt. Das war auch eine ganz spannende Begegnung. Ich habe eigentlich, wie so oft, einen Unterrichtsraum gesucht und sie in ihrem damaligen Atelier kennengelernt, das sie teilweise vermieten wollte, wie ich eben diesen Raum besichtigen wollte.
(44:47 - 45:08)
Wir sind so ins Reden gekommen und es ist mir auch schon immer wieder damals durch den Kopf gegangen, mehrere Zeit eine Website mal zu haben. Soll ich sie selber machen? Soll ich sie machen lassen? So die Überlegungen, die wahrscheinlich viele Selbstständige kennen. Und in dem Gespräch sind wir dann auch eben auf dieses Thema gekommen.
(45:09 - 46:03)
Und die Laura hat mir damals auch eben gesagt, sie ist neben oder zusätzlich zu der Fotografinentätigkeit auch im Bereich Marketing, Coaching tätig. Sie macht auch Webseiten. Und ja, diese Info hat mich die nächsten Tage und Wochen nicht mehr losgelassen und es hat nicht lang gedauert, bin ich wieder bei ihr vorstellig geworden.
Zwar mit einer Absage damals, was den Raum betroffen hat, aber mit einer ganz dringenden, ernsthaften Anfrage nach einer Webseite. Und ja, daraus hat sich dann auch eine Verbindung entwickelt. Und die Laura hat dann tatsächlich meine Webseite damals gemacht.
(46:03 - 46:50)
Ein ganzes Jahr hofft und mitbetreut dann mit der Zeit, bis ich die Webseite mir, wie man so sagt, komplett übergeben habe lassen und seither mir auf der Seite selber alles mache, was an Änderungen, an Aktualisierungen und so anfällt. Und ja, hat mir dazu auch ein Paket angeboten mit ihren Fotografinendienstleistungen, also auch Pressefotos von mir gemacht, von meinen Blogflirten, von der Orgel. Auch in der Pfarrer Amtavo haben wir uns damals getroffen, hat sie Fotos gemacht, die man jetzt auch teilweise auf meiner Webseite findet, diese Bilder.
(46:50 - 47:15)
Ja, und auch was Marketing und Coaching betrifft, steht sie mir seit damals eigentlich vom ersten Tag unserer Zusammenarbeit an, mit Rat und Tat zur Seite. Ich komme immer gerne auf sie zurück, wenn ich wieder etwas brauche. Ich bin auch Teil von ihrem Netzwerk, was mich auch sehr freut.
(47:15 - 47:42)
Es sind auch sehr nette Begegnungen dort immer wieder möglich und Kontakte knüpfen und diverse andere Möglichkeiten. Und dabei haben wir dann auch gesagt, na, jetzt wird es Zeit, dass das Ganze auch mehr als meinen zivilen Namen bekommt. Und ja, es hat nicht lange gedauert, habe ich mir gedacht, nach einigem Herumüberlegen, Brainstorming und was man da halt so macht.
(47:42 - 48:00)
Na, ich glaube, was es auf den Punkt bringen könnte, was hoffentlich die Leute verstehen werden, Tontanz. Das wähle ich, das mache ich. Es ist ja so, als Selbstständiger ist man ja für vieles verantwortlich.
(48:00 - 49:31)
Es ist ja nicht nur sozusagen das Thema, wofür man brennt, sondern es ist ganz herum Marketing, Buchhaltung, was weiß ich, alles mögliche zu tun. Wie ist dir damit gegangen? Zum Teil hast du die Webseite ausgesucht, aber hast du da gut damit können, mit diesen Tätigkeiten auch? Oder ist das alles eher so mühsam für dich? Nein, es war ja für mich auch jetzt nicht absolut Neuland. Es hat mich ja zum einen dadurch, dass ich schon von ungefähr meinem 20.
Lebensjahr herum immer zumindest teilselbstständig, eben manchmal mehr, manchmal im größeren, manchmal im kleineren Ausmaß war, war mir das ja nicht unbekannt, diese Vorgänge und wie das alles funktioniert und dass das eben daneben immer mitlaufen muss oder auch das Marketing. Ich habe es bis zu der Zusammenarbeit mit der Laura durchaus teilweise auch aus den Erfahrungen von früher noch sehr anders gemacht als heute. Ich war gewohnt, bis ich Mutter geworden bin, man hat damals ja doch noch viel einfach mit Aushängen gearbeitet, da und dort vielleicht einmal schon etwas im Internet eintragen können.
(49:32 - 49:52)
Aber ich habe nach den ersten Jahren, wo ich als Studentin unterrichtet hatte, dann gar nicht mehr viel Werbung machen müssen. Es hat vieles auch über Mundpropaganda dann schon funktioniert. Das hat mir oft mehr Kundinnen und Kunden gebracht als irgendeine von mir begonnene Werbemaßnahme.
(49:53 - 50:32)
Und die Laura war dann nochmal sehr schnell da, dass sie mir erklärt hat, die Welt hat sich verändert, die hat sich weitergedreht, du wirst eine Webseite brauchen und hat mir halt diverse andere Dinge, wie man so sagt, heutzutage so läuft, erklärt und mich auf die Wichtigkeit hingewiesen. Und so habe ich mich da halt auch Step by Step in das eine oder andere wahrscheinlich schneller, in das andere langsamer eingearbeitet. Und was die Buchhaltung betrifft, habe ich auch Erfahrung aus einer Nebentätigkeit von früher mitbringen können.
(50:33 - 51:37)
Ich war auch über vier Jahre in der Wiener Flötenwerkstatt im dritten Wiener Bezirk Teilzeit beschäftigt, im Büro und Verkauf, auch als Einkäuferin für das Notensortiment damals zuständig, was mir zu dem Zeitpunkt sehr, sehr viel Spaß gemacht hat, sehr viel bedeutet hat. Das hat doch für mich auch bedeutet, ich bin eine der Ersten oder die Erste da so in meinem Umfeld, die über Neuerscheinungen am Musiknotenmarkt Bescheid weiß. Ich habe da sehr viel Handlungsspielraum auch gehabt, eben dadurch, dass es meine Aufgabe war, für das Aktuellhalten des Notenbestands im Geschäft zu sorgen, aber eben auch mich um Neuerscheinungen zu kümmern oder auch das Sortiment in die eine oder andere Richtung, konnte ich es auch umgestalten nach meinen Ideen.
(51:38 - 52:22)
Also da war neben durchaus auch Vorgaben chefseitig, aber auch eine gewisse Freiheit da. In dieser Flötenwerkstatt hatte ich unter anderem auch Tätigkeiten im Buchhaltungsbereich zu tun, die ich mir großteils auch dort Learning by Doing aneignen musste, was mal leichter, mal schwieriger war, wie man sich vorstellen kann, aber wo ich, glaube ich, auch für mich für bis heute sehr, sehr viel mitnehmen konnte. Ja, und dann gab es auch eine Tätigkeit in der Verwaltung, in einem ganz anderen Bereich, im arbeitsmarktpolitischen Bereich.
(52:22 - 52:52)
Auch dorthin hat mich eine berufsbegleitende Ausbildung für eine Zeit lang verschlagen. Wie ich heute im Rückblick sehe, wahrscheinlich auch wieder, da sind wir wieder bei der Ursprungsfamilie, die doch eine gewisse Prägung aus meiner Kindheit hat. Wie bringt man Beruf und Familie unter einen Hut, oder wie ist man für die Familie ausreichend da? Wie die Kindergartenzeit meiner Tochter immer näher gerückt ist.
(52:53 - 53:22)
Ich habe während ich, also vor der Kindergartenzeit meiner Tochter, meinen Unterricht sehr, sehr auf wenigste Stunden runter reduziert. Das, was halt möglich war, durch ein bis zwei Nachmittage in der Woche, wo ich das Kind von Großeltern betreuen lassen konnte. Wo ich mehr dranbleiben konnte, war das Eugelspiel, weil da habe ich meine Tochter wirklich von klein auf mit dabei gehabt.
(53:23 - 53:47)
Sobald der Mutterschutz vorbei war, habe ich sie in der Babytrage zuerst vorne umgeschnallt gehabt, dann hinten am Rücken, und wir haben quasi gemeinsam Eugel gespielt. Soweit man sagen kann, gemeinsam gespielt. Das Kind ist immer eingeschlafen, kaum dass ich den ersten Ton gespielt hatte, und hat gemütlich durchgeschlummert, bis mein Dienst zu Ende war.
(53:48 - 54:09)
Und dann, wie es mit der Trage vorbei war, wie das Kind größer geworden ist, dann ist sie jahrelang unmittelbar neben mir auf der Eugelbank gesessen. Und bis heute ist sie auch bei vielen meiner Eugeldienste zumindest sehr nahe. Sie nimmt sich inzwischen einen Sessel, den sie neben der Eugelbank aufstellt.
(54:12 - 54:32)
Ist sie selbst auch musikalisch? Ja, das darf ich mehr weiterführen. Aber es war dann für mich klar, wenn das Kind in den Kindergarten kommt, einerseits habe ich ja dann wieder mehr Zeit für mich selbst, und die will auch genützt werden. Und nach meinen Wünschen und Vorstellungen, die will beruflich genützt werden.
(54:32 - 55:05)
Es ist mir trotzdem für mich selbst beruflich einfach viel abgegangen, weil ich meinen Job einfach wahnsinnig gern mag. Weil es wirklich Herzenstätigkeiten sind, denen ich nachgehe. Und ich habe dann so für mich aber überlegt, naja, wenn das Kind in der Früh in den Kindergarten gebracht werden muss, und dann zu Mittag oder am frühen oder mittleren Nachmittag nach Hause kommt, je nachdem, dann gehe ich wahrscheinlich gerade weg zum Unterrichten.
(55:06 - 55:27)
Musikunterricht findet ja großteils am Nachmittag statt. Und dann ist die Frage, ob ich das Kind am Abend überhaupt sehe, oder so spät heimkomme, auch durch Proben, dass ich vielleicht mein Kind praktisch nicht mehr sehen können werde. Und ja, es war auch wieder so da, naja, du musst ja für dein Kind da sein, was ich auch wirklich gern bin.
(55:28 - 55:45)
Ich habe die Zeit mit meiner Tochter immer sehr genossen. Ich genieße auch die Zeiten, die wir heute gemeinsam haben, sehr. Aber es war für mich irgendwie nicht anders vorstellbar, als in einen Job mehr oder weniger großteils zu wechseln, den ich am Vormittag ausüben kann.
(55:46 - 56:23)
Und ich habe mich dann umgeschaut, was könnte ich da tun. Und ja, damals auch im letzten Halbjahr, wo mein Kind zu Hause war, begonnen mit der Ausbildung zum Bildungs- und Berufscoach, habe mir gedacht, naja, in einer Beratungstätigkeit, das ist zumindest irgendwie mit dem Unterrichten auch verwandt, da kann ich ein bisschen mehr treu bleiben. Und ja, bin dann aber längerem Suchen, wie ich mit der Ausbildung fertig war, schlussendlich nicht in der Beratung, sondern in der Verwaltung eines Projektes gelandet.
(56:24 - 57:01)
Also ich bin im Büro gesessen, habe Anmeldungen für Kurse verwaltet und andere organisatorische Dinge gemacht, viel auch mit Statistiken und so zu tun gehabt, viel mit Aktenablage, alles, was halt im Büro so anfällt. Ich muss aber sagen, auch das, glaube ich, hilft mir heute für diese Nebentätigkeiten im Buchhaltungsbereich oder auch eben, wie man salopp gesprochen seine Zettelwirtschaft so zusammenhält und übersichtlich hält. Ja, genau.
(57:02 - 57:45)
Hat deine Tochter auch dieses musikalische Talent oder auch Interesse? Ja, ich muss sagen, ich freue mich wahnsinnig, dass und wie sie in meine Fußstapfen tritt, im wahrsten Sinn des Wortes. Ich muss schon dazu sagen, es war mir immer wichtig, auch schon bevor das Kind unterwegs war, habe ich für mich gesagt, ja, natürlich, es freut mich wahnsinnig, wenn ein Kind oder vielleicht auch mehrere Kinder, wenn ich mehrere bekomme, auch einmal Musik machen und auch tanzen. Aber ich weiß ja von mir selbst, man will seinen Weg gehen.
(57:46 - 58:08)
Man macht vielleicht nicht das, was die Eltern unmittelbar erwarten oder was elterliche Vorgabe ist. Und also, ja, natürlich, es soll auch den Kindern mal so gehen. Es soll sich selbst aussuchen dürfen, will ich das überhaupt machen oder auch welches Instrument oder welche Instrumente will ich spielen.
(58:09 - 58:29)
Und ja, es war aber schon, wie meine Tochter ungefähr drei Jahre war, ist sie gekommen, Mami, ich will auch Flöte spielen. Das war so mal das Erste. Und ich, ja, habe mir damals gedacht, puh, sehr klein, aber ja, nachvollziehbar, sie sieht das ja bei mir.
(58:31 - 59:13)
Und habe sie auch damals gefragt, na ja, soll ich da in der Musikschule einen Kollegen fragen oder Kollegin? Möchtest du dabei bei einem Lehrer oder Lehrerin dort lernen? Sie hat auch die Leute von dort schon gekannt, weil sie mich immer wieder mitbegleiten durfte. Oder, ja, wie macht man das denn? Und sie hat gemeint, nein, Mami, ich will das von dir lernen. Das hat mich natürlich einerseits als Mutter wahnsinnig geehrt und auf der anderen Seite habe ich mir gedacht, puh, eine Mama-Tochter-Beziehung und gleichzeitig ein Lehrer-Schüler-Verhältnis, das weiß ich, das geht nicht immer gut.
(59:14 - 59:50)
Aber ja, wenn sie das so will, wir probieren das aus. Und wir haben das dann, ja, mehrere Semester, sage ich jetzt dann, gemacht. Und sie war da ganz, ganz eifrig, kann ich glaube ich sagen, auch dabei, obwohl ich schon auch für mich immer wieder festgestellt habe, na ja, es hat zwar den Anschein, sie tut das gern, aber irgendwie die Blockflöte und mein Kind, ob das so ganz die richtige Kombination ist, ich bin mir da nicht so sicher, wie die so zusammenpassen.
(59:51 - 1:00:28)
Und dann war auch irgendwann der Tag da, wo ich gemerkt habe, aha, jetzt langsam ist bei ihr wirklich die Luft draußen. Sie ist nicht mehr so dahinter, sie will schon noch immer wieder was gezeigt bekommen von mir, aber so ist es, sie ist von sich aus lange Zeit jeden Tag mit dem Instrument beschäftigt gewesen, das ist dann irgendwie so versandet. Und dann habe ich sie ins Wiener Konzerthaus zum Resonanzen-Festival, das jedes Jahr im Jänner stattfindet, eine Ausstellung für alte Musikinstrumente.
(1:00:29 - 1:00:46)
Und ja, auch viele Konzerte finden da eine ganze Woche lang statt. Aus dem Bereich der alten Musik habe ich sie mitgenommen. Und ja, mir gedacht, kann ja ganz spannend sein, dort einmal wirklich auch die vielen verschiedenen Blockflöten, aber auch andere Instrumente zu sehen.
(1:00:48 - 1:01:39)
Und dort hat meine Tochter dann die erste Begegnung mit der Harfe gehabt. Und interessanterweise, die Harfen waren es dann auch, wo sie gesagt hat, nachdem wir alles besichtigt hatten, und auch viele aus meinem Bekanntenkreis getroffen haben, geplaudert haben, viele Instrumente haben wir gemeinsam ausprobiert oder uns auch zeigen lassen, dann habe ich so gefragt, du, gibt es irgendwas, was du nochmal sehen willst, oder soll man nach Hause gehen, oder wie machen wir denn den Tag weiter? Und sie hat gemeint, ich will noch einmal zu den Harfen gehen. Und wir sind nochmal hingegangen, und sie hat das nochmal ausprobiert, da herumzupfen und so, und da, während sie so herumprobiert hat, da haben wir ihre bis heute Harfenlehrerin kennengelernt.
(1:01:41 - 1:02:20)
Und ja, ich habe mit ihr so geplaudert, wie man das halt auch unter Kolleginnen so tut, und ich glaube, es ist schon eine halbe oder dreiviertel Stunde vergangen, und sie hat so auf meine Tochter geschaut und gemeint, du, schau dir die an, die spielt und spielt und wird nicht fertig, und ich glaube, wenn du jetzt nach Hause gegangen wärst, sie würde es nicht mal merken. Und das war für mich auch so offensichtlich, also da ist was passiert. Und meine Tochter hat auch gemeint, also Harfen, das will sie unbedingt spielen lernen, das lässt sie nicht mehr los.
(1:02:21 - 1:03:33)
Wir haben dann gesagt, naja, weißt was, schauen wir mal, probierst du das einmal aus, eine Probestunde, die hat sie auch recht zeitnah dann bei jener Kollegin bekommen. Und dann war mir aber schon wichtig, wo ich eben gesehen habe, naja, bei der Blockflöte, es ist nicht mehr so die Regelmäßigkeit und das Tun feststellbar, habe ich ihr gesagt, naja, aber weißt du, wenn du jetzt regelmäßig zum Harfenunterricht gehst, da möchte ich dann schon auch wieder eine gewisse Ernsthaftigkeit dabei sehen, du weißt, da muss man dann doch ein Instrument mieten oder kaufen, und ich muss dich da immer hinbringen, also da ist schon ein gewisser Aufwand auch dabei. Und wir haben dann abgemacht, naja, wir machen dieses angefangene Blockflötenjahr gemeinsam noch fertig, ich habe sie nicht gezwungen oder gedrängt in dem Sinne, aber ich habe ihr halt gesagt, du, zeig mir, dass du da weiter dranbleiben kannst, und wenn ich sehe, wir machen das ordentlich, dann klare Sache, dann gehen wir das im Herbst mit der Harfe an.
(1:03:33 - 1:05:29)
Und sie hat wirklich so diesen Wunsch gehabt, dass sie dann wirklich auf diesen Stil eingestiegen ist, gesagt hat, ja, ich werde beweisen, ich kann was konsequent machen, und dann hat sie im Herbst zum Harfespielen begonnen, spielt das bis heute, inzwischen ist auch das Klavier dazu gekommen, sie geht jetzt auch in ein Musikgymnasium, ist auch mehrfache Preisträgerin bei Wettbewerben inzwischen geworden, es ist ganz ihrs, und ich finde es einfach wunderschön zu sehen, das Kind mit der Harfe, man sieht, allein beim Hinschauen hat mir das so ein bisschen das Gefühl gegeben, als ob die zwei wirklich füreinander gemacht wären, das war eine ganz andere Qualität, als wenn sie eine Blockflöte in die Hand genommen hat, und das ist es auch, wo ich heute sage, ja, kein Thema für mich, eben die einen, zu denen passt das eine Instrument besser, zu den anderen das andere, und ich sage es auch immer wieder, wenn jemand zu mir für einen Unterricht schnuppern kommt, man kann das ausprobieren, man kann sich auch für was anderes entscheiden, oder auch wenn man mit der Zeit merkt, ja, das war jetzt hoffentlich recht schön, aber das ist es nicht, dann bitte gerne was anderes ausprobieren, es soll sich da niemand zu etwas gezwungen fühlen, was einfach nicht passt. Das ist auch das Wichtigste, oder, die Freude an der Tätigkeit, das hält die Motivation hoch. Das wollte ich gerade sagen, ja, das ist für mich das Um und Auf, Freude an den Dingen zu vermitteln, egal ob es das Musizieren oder das Tanzen ist, weil die Freude, das ist, glaube ich, wirklich ein ganz wichtiges Fundament, aus dem kann dann weiteres entstehen.
(1:05:29 - 1:10:31)
Abschließend möchte ich dich noch fragen, du hast deinen beruflichen Traum sozusagen von Kindheit bis jetzt durchgezogen, mehr oder weniger, oft unter verschiedenen Rahmenverhältnissen, mal nebenbei, neben einer Ausbildung, neben dem Studium, mal nebenbei neben einem Job oder so, und jetzt in der Vollselbstständigkeit, wo siehst du noch deine Zukunft, was kannst du dir vorstellen, was sich da in der Hinsicht für dich noch ändern wird? Also mein absoluter Wunsch ist, dass ich diese Tätigkeiten möglichst lang ausüben kann, weil sie wirklich einfach Teil von mir und Teil meines Lebens sind, und ja, ich bin aber auch, glaube ich, ein sehr neugieriger Mensch, ich möchte immer wieder Neues kennenlernen, auch Neues ausprobieren, ich bin auch wirklich sehr, sehr gern kreativ, das beschränkt sich nicht nur auf die Entwicklung von Stundenbildern oder von Kurskonzepten, sondern auch, ja, dass ich einfach neue Angebote entwickle, vielleicht auch was Neues mir in das Bestehende hereinhole, es hat sich zum Beispiel auch im letzten, es ist mehr als ein halbes Jahr inzwischen aufgetan, dass Erwachsene auf mich zugekommen sind, sie würden so gerne bei mir Kinder tanzen, wie sie gesagt haben, aber sie haben selber kein Kind, wie geht das, dass man bei mir Kinder tanzen kann, außerhalb eines Eltern-Kind-Settings, und daraus hat sich ein Format zum Beispiel entwickelt, das ich dann genannt habe, Kindertanzen für große Kinder, Tanz mit dem inneren Kind, also dass man einfach einmal in einem Tanzworkshop oder in einer Tanzstunde, in einem Tanzkurs wieder ganz Kind sein kann, auch ausprobieren kann, ich habe einen sehr spielerischen Zugang zu den Tanzinhalten, die Stunden auch immer in dem Sinn spielerisch gestaltet, entweder Geschichten drumherum gebastelt, wie ich es auch im Kindertanzunterricht oder Eltern-Kind-Unterricht mache, aber es war mir dann gleichzeitig schon auch wichtig, ein bisschen was Erwachsenes sozusagen hineinzuholen, oder auch für mich, habe ich gesagt, ein bisschen was für den Kopf, für den Geist, nur aus einem anderen Bereich, außer der Planungs- und pädagogischen Überlegungen damit einzubeziehen, und ja, ich interessiere mich auch generell sehr für Kunst, nicht nur für die Musik, ich gehe auch gerne in Museen, schaue mir Ausstellungen an, mache natürlich auch gerne Reisen mit Strandurlaub oder Wanderurlaube, aber ich mache auch gerne Städtereisen, wo ich mir dann verschiedenstes an Denkmälern, an Bauwerken und was es halt so in Städten alles im engeren und weiteren kulturellen Bereich zu sehen gibt, anschaue, und ja, da ist so für mich die Idee entstanden, ich könnte doch Denkmäler in Wien mit dem Tanzunterricht verbinden und habe mir verschiedene Denkmäler im Grünen gesucht und das Kindertanzen für große Kinder einfach mal Outdoor angeboten. Wir haben uns da und dort getroffen, ein mal kleineres, mal größeres Grüppchen, und ich habe ausgehend von einem Denkmal vor Ort, oder auch, wir haben uns das Denkmal angeschaut und sind dann zu einer benachbarten Wiese gegangen, mein Stundenbild herumgebastelt, zum Beispiel gibt es da auch ein Stundenbild zum Adalbert Stifter, wo ich mir gedacht habe, der hat eine sehr interessante Biografie, und wenn ich die Stationen aus seinem Lebens- und Wirkungsweg so durchgehe, da fällt mir eigentlich zu sehr vielen Punkten entlang dieses Lebens eine Tanzübung oder eine Choreografie, ein Improvisationsthema ein, und ja, so habe ich einfach das Vorstellen oder das Arbeiten an der Persönlichkeit am Künstler Stifter mit meinen Kindertanzideen verrunden. Sehr cool, sehr cool.
(1:10:31 - 1:11:49)
Ja, ich glaube, dass gerade in so einem kreativen Beruf, das ein großes Potenzial hat, dass ich auch noch für Weiterentwicklung, weil eben immer wieder neue Ideen kommen und dann probiert man das halt aus und so, deshalb habe ich auch gefragt, weil ich könnte mir vorstellen, dass das vielleicht bei dir auch irgendwann mal der Fall ist, dass du, und so hast du es jetzt eh gerade bestätigt, dass sich auch noch neue Dinge dadurch ergeben. Wurde aus, was auch gerade, oder ja, einerseits ist es gerade neu, umgekehrt schlummert es auch schon länger in mir, in Verbindung mit dem kirchenmusikalischen Bereich. Es gibt auch den einen oder anderen Psalm, der mich anspricht, wo ich mir denke, puh, wenn ich den durchlese oder wenn der in einem Gottesdienst gebetet wird, ich sehe schon die Bewegungen, die Choreografie dazu vor mir und ich habe mir auch dahingehend immer wieder gedacht, hm, vielleicht ergibt sich damit etwas und tatsächlich, vor einigen Wochen kam eine Anfrage aus einer Pfarre, ob ich nicht bei denen für die Gemeinde, aber auch für externe ein Tanzangebot auf die Beine stellen würde.
(1:11:51 - 1:12:19)
Und ja, es ist im Moment noch in Ausarbeitung, die Gespräche sind noch nicht ganz abgeschlossen, aber auch da hat sich im Gespräch schon ergeben, ja, das könnte entweder auch mit kirchlichen Inhalten verbunden werden oder vielleicht auch etwas mit weltlichen, allgemeineren Inhalten sein. Ich lasse es noch ein bisschen auf mich zukommen. Darf noch reifen ein bisschen.
(1:12:19 - 1:13:20)
Darf noch ein bisschen reifen. Ich werde auch natürlich schauen, wie ich das immer im Unterricht mache, was auch dann von den Interessierten, von den Teilnehmenden an Interesse kommt, im Vorfeld oder auch dann im Tun, also das ist mir auch immer ganz wichtig, Unterricht nicht sozusagen von der Stange anzubieten, sondern maßgeschneidert auf die einzelnen Menschen oder auch auf die Gruppen hin zu basteln. Und das ist auch der Grund, warum ich wirklich immer zwar meine Stundenbilder sammle, da stehen ganz, ganz viele Ordner mit den Konzepten bei mir zu Hause im Kasten und auch mein Laptop beinhaltet da natürlich sehr viel, weil ich das inzwischen ja am Computer für mich, die Konzepte schreibe, aber jetzt habe ich ein bisschen den Faden verloren.
(1:13:21 - 1:14:20)
Dass du nicht die gleichen verwendest, oder? Ja, dass ich dann zwar vielleicht ein Bild von früher hernehme, aber sage, entweder ich habe mich weiterentwickelt oder das Setting ist anders, die Gruppe ist anders. Nein, ich muss das teilweise umschreiben, umplanen und manchmal ergibt es sich auch im Unterricht spontan, dass ich feststelle, aha, das habe ich mir anders vorgestellt oder das scheinen die Leute jetzt so nicht zu verstehen, wie ich mir das gedacht habe, okay, ich probiere es anders oder auch, boah, da wird was in einer Art und Weise umgesetzt. Die Idee hatte ich so selber nicht, aber das finde ich super, ich greife das auf, wir machen das mal alle gemeinsam so, wo ich dann auch wahnsinnig mich darüber freuen kann, dass auch ich von meinen Teilnehmenden mal was lernen darf.
(1:14:21 - 1:14:35)
Auch das ist für mich als Unterrichtende ganz wichtig, die Momente des gegenseitigen Lernens. Naja, das ist auch besonders schön. Liebe Elisabeth, wir müssen zum Ende kommen.
(1:14:35 - 1:14:51)
Vielen Dank, dass du da warst. Wenn jemand mit dir in Kontakt treten will, wie geht das am besten? Ich sage mal über meine Webseite. Da gibt es den Bereich Kontakt.
(1:14:52 - 1:15:10)
Selbstverständlich kann man mich auch anrufen, auf die Gefahr hin, dass ich mal nicht rangehen kann. Aber natürlich habe ich auch meine Sprach-Mailbox, wo man eine Nachricht hinterlassen kann. Am liebsten ist es mir immer per E-Mail oder mich auch direkt einfach ansprechen, wenn man sich trifft.
(1:15:11 - 1:15:29)
Also ja, ich glaube, man könnte nicht sagen, dass ich nicht erreichbar wäre. Auf Social Media findet man mich natürlich. Und auch da kommt es immer wieder vor mit den Messenger-Diensten von Social Media, dass da mal eine Nachricht hereinkommt.
(1:15:29 - 1:15:42)
Auch die sind natürlich immer gerne willkommen. Und wenn es mal ein Kommentar unter einem Posting ist, über das ein Kontakt entsteht, dann freue ich mich natürlich darüber. Super, super.
(1:15:42 - 1:16:20)
Okay, wir werden das natürlich in den Show Notes verlinken, deine Kontaktdaten. Und wie gesagt, vielen Dank, dass du da warst und deine Geschichte geteilt hast und auch mal gezeigt hast, dass man einen Traum quasi leben kann, von klein bis durchgehend, in verschiedenen Formen und Phasen. Und auch trotzdem, dass es nicht irgendwie eindämmig wird, sondern weil es sich eh immer wieder verändert, auch immer wieder was Neues, Herausforderungen birgt und so.
(1:16:22 - 1:16:37)
Danke, dass du da warst. Ich sage auch vielen herzlichen Dank. Es ist mir eine große Ehre und war mir auch wirklich ein großes Vergnügen, bei dir in deinem Podcast Gast oder Gästin sein zu dürfen.
(1:16:37 - 1:16:41)
Sehr gerne. Vielen lieben Dank, Claudia. Sehr gerne.
(1:16:41 - 1:16:55)
Und unserem lieben Publikum, vielen, vielen Dank fürs Zuhören und immer wieder Einschalten. Das war heute auch eine etwas längere Folge. Danke auch fürs Durchhalten.
(1:16:56 - 1:17:13)
Und wenn ihr jemanden kennt, den diese Folge oder eine andere Folge interessieren könnt, empfehlt einfach den Podcast weiter und teilt diese Folge. Und ich freue mich schon, wenn wir uns in zwei Wochen wieder hören. Baba.
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