Folge 64 - Mut zum Neustart: Wie Diana Nadine Brammann mit New Work und Coopetition die Arbeitswelt verändert
Shownotes
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00:00:00: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Baba Hamsterrad.
00:00:04: Servus Berufung und heute habe ich mir wieder einen lieben Gast eingeladen, Diana Nadine Brammer.
00:00:12: Hallo liebe Diana.
00:00:15: Hallo liebe Claudia, ich freue mich total, dass ich heute bei dir sein darf.
00:00:18: Ja, vielen Dank fürs Kommen.
00:00:21: Wir hatten ja schon ein Vorgespräch, ein kurzes Vorgespräch,
00:00:25: aber ich würde dich trotzdem bitten, stell dich mal in ein paar Worten vor,
00:00:30: dass unsere ZuhörerInnen eine Idee haben, mit wem sie es heute zu tun haben.
00:00:37: Ja, total gerne.
00:00:38: Also genau, ich bin Diana, ich wohne in St. Peter-Ording, also ganz im Norden von Schleswig-Holstein,
00:00:44: bin gebürtige Hamburgerin, sehr verbunden mit Norden und Nordsee
00:00:47: und da hat mich auch vor ein paar Jahren ein ganz spannendes Projekt hingebracht,
00:00:51: wo sich sogar mal die ganze berufliche Laufbahn nochmal irgendwie neu aufgesetzt hat
00:00:56: und da werden wir, glaube ich, gleich auch noch ein bisschen genauer drüber sprechen.
00:01:00: Und im Fokus geht es darum, Menschen zusammenzubringen,
00:01:04: Menschen Perspektiven aufzuzeigen, über Betriebe hinweg spannende Projekte gemeinschaftlich zu machen
00:01:11: und dort habe ich mich so richtig ausleben dürfen mit spannenden Themen
00:01:16: und in dem Zuge habe ich mich vor allem ja auch selbstständig gemacht,
00:01:19: bin in St. Peter-Ording geblieben und berate nun andere Firmen, Netzwerke oder Kommunen zu diesem Thema,
00:01:27: treibe sehr gerne Wassersport und auch sonstige sportliche Aktivitäten als Ausgleich
00:01:32: und bin so eine richtige norddeutsche Pflanze.
00:01:36: Sehr gut, also die Liebe zur Nordsee verbindet uns ja mal gleich vorweg.
00:01:43: Welche Art von Wassersport machst du?
00:01:47: Ich habe beim Kiten angefangen und jetzt bin ich zum Windsurfen übergegangen,
00:01:50: wobei das noch nicht so richtig nach Windsurfen aussieht, aber ich bin dran.
00:01:56: Okay, sehr cool.
00:01:57: Ja, ich liebe ja auch speziell diesen Wind an der Nordsee,
00:02:01: das bläst einem so richtig schön den Kopf frei, das ist ein bisschen Krisensituation
00:02:05: und ist die Nordsee meine erste Anlaufstelle.
00:02:07: Ja, das kann ich sehr verstehen.
00:02:08: Jetzt haben wir dieses Jahr wahnsinnig viel Wind gehabt, da denke ich manchmal schon so puh,
00:02:12: weil ich auch total gerne mal mit dem SUP auf dem Wasser bin
00:02:15: und dann ist es schon ein bisschen herausfordernd auf der Nordsee,
00:02:17: aber ich kann dir da voll recht geben, das tut einfach wahnsinnig gut zum Strandspaziergang.
00:02:21: Ja, genau, super.
00:02:24: Gut, liebe Nadine, kannst du dich noch erinnern, was du als Kind werden wolltest vom Beruf?
00:02:32: Ich hatte nicht so ein richtiges Bild, was ich werden möchte, aber ich habe immer Hotel gespielt.
00:02:37: Mit einer Freundin zusammen haben wir uns immer so ein Tresen aufgebaut,
00:02:40: ein Schlüssel rausgegeben, ich habe immer gerne so Dinge hübsch gemacht
00:02:44: und Tische gerne hübsch gedeckt, ja, das war so eine Richtung
00:02:50: und in der Tat war dann meine erste Station dann fast zufälligerweise eine Ausbildung im Hotelbereich.
00:02:57: Ja, schau, da hat es sich gleich mal direkt durchgesetzt.
00:03:04: Du hast ja Matura gemacht und dann hast du noch ein Studium gemacht, glaube ich, oder?
00:03:12: Ja, genau, also ich fand es schon toll mit der Ausbildung, die habe ich zwei Jahre gemacht,
00:03:16: als Hotelfachfrau und dann dachte ich, ich würde das ganz gerne eben mit etwas Betriebswirtschaftlichem verbinden,
00:03:22: habe BWL studiert hier in Hamburg und wollte dann eigentlich ganz gerne wieder in die Hotellerie zurück.
00:03:27: Das war zu der damaligen Zeit aber noch nicht so üblich.
00:03:30: Ich fand das nicht so spannend, wenn man da nun als Quereinsteiger zurückkam,
00:03:34: also das konnte ich nicht wirklich nutzen, hätte irgendwie ganz unten wieder anfangen müssen
00:03:39: und das war dann irgendwie nicht so richtig meins und habe mich dann anderweitig umgeschaut.
00:03:44: Aber irgendwie bin ich ja gleich wieder im Tourismus gelandet.
00:03:49: Hast du eigentlich jemals daran gedacht, selbst ein Hotel zu eröffnen oder so etwas ähnliches?
00:03:57: Ja, das sind so ein paar Wunschträume gewesen, gerade wenn man hier oben viel an der Nordsee ist,
00:04:02: ich bin ja sehr mit denen in einer guten Beziehung zu den Inseln,
00:04:05: dass man irgendwas Kleines, Romantisches mit so einem Garten, so ein paar Zimmerchen,
00:04:11: das besonders schön machen, alles eben auch in Eigenregie machen, das war schon mal so eine Idee.
00:04:17: Habe ich nicht ganz hingekriegt, aber das war schon immer etwas, was mich so ein bisschen begeistert hat
00:04:20: und wo ich mal so ein paar Träumereien hatte.
00:04:23: Naja, man weiß ja nicht, manchmal kommen solche Ideen dann zu einem späteren Zeitpunkt wieder,
00:04:29: wenn mehr Zeit für sowas ist.
00:04:31: Okay, also du hast eine Ausbildung gemacht als Diplomkauffrau
00:04:35: und wie ist es dann beruflich weitergegangen?
00:04:39: Ja, also ich habe ja eine Ausbildung im Dienstleistungsbereich gemacht
00:04:42: und das hat mir schon viel Spaß gemacht, habe also ein bisschen geschaut,
00:04:45: wo kann ich das noch irgendwie anwenden und bin dann natürlich an einer Branche gelandet,
00:04:49: aber in einer Rolle, die das so ein bisschen aufgreift, nämlich Assistenz der Geschäftsführung.
00:04:55: Nicht so das klassische Sekretariat, sondern eben so eine Rolle,
00:04:59: wo man für die Geschäftsführung Sonderprojekte umsetzen kann.
00:05:02: Das ist eine Reederei, da habe ich schon gestartet, also sehr klassisch-hamburgerisch
00:05:07: und hatte da eben wirklich das Vermögen, spannende Projekte zu begleiten,
00:05:13: also von neuen Websites, neuen Corporate Design für die Firma,
00:05:17: aber auch eben in der Schifffahrt spannende Projekte,
00:05:20: neues IT-System eingeführt, also von bis.
00:05:24: Und ja, eben so diese Themen aufzugreifen, die eben auf der Führungsebene diskutiert wurden
00:05:29: und die weiterzuentwickeln, da hatte ich wahnsinnig viel Spaß,
00:05:33: weil man da auch eben immer auch Menschen zusammenbringt
00:05:36: und ja in einem größeren Team, Projektteam arbeitet.
00:05:40: Da hatte ich wahnsinnig Spaß dran, auch eben mit der Arbeitsweise so richtig Gas zu geben,
00:05:45: damit man das im Projektgeschäft ja macht und irgendwann hat man ja auch was fertig
00:05:49: und dann fängt man wieder das Neue an.
00:05:50: Zwischendrin kann man mal durchatmen, das merke ich, das bin ich im Sport auch,
00:05:53: ich bin eher eine Sprinterin, gebe gerne ordentlich Gas,
00:05:56: dann ruhe ich mich wieder aus und dann mache ich eine neue Runde sozusagen.
00:05:59: Und das konnte ich dort wunderbar aufleben
00:06:02: und das hat sich dann auch wirklich so durch meine beruflichen Stationen hindurchgezogen.
00:06:08: Ist das ein Prinzip, das dein außerberufliches Leben auch irgendwie so beherrscht,
00:06:14: die Sprinterin statt Marathon?
00:06:18: Ja, also ich habe auch schon wenig Geduld, muss ich gestehen.
00:06:21: Also alles, was mir dann irgendwie viel zu lange dauert,
00:06:24: dann komme ich davon irgendwie ab.
00:06:27: Also ganz banal, ich habe es glaube ich nie geschafft,
00:06:28: einen Schal fertig zu stricken, weil mir das irgendwann immer zu langweilig wurde.
00:06:33: Nee, das zieht sich schon ein bisschen so durch,
00:06:36: kann natürlich auch, wenn ich will, ein bisschen länger durchhalten.
00:06:39: Ich laufe auch mittlerweile gerne längere Runden,
00:06:42: aber ich finde es immer noch toll, wenn ich irgendwo richtig Gas geben kann
00:06:46: und dann auch ein Ende sehe und dann sage, hey, super geschafft, Haken hinter,
00:06:51: jetzt kann ich auch wieder was Neues starten.
00:06:54: Sehr cool. Wie ging es denn weiter bei dir?
00:06:58: Genau, ich war dann einige Jahre in der Räderei tätig.
00:07:01: Ich fand die Art zu arbeiten total super,
00:07:04: in der Branche bin ich ein bisschen treu geblieben.
00:07:07: Ich bin dann in ein Hamburger Handelshaus gewechselt,
00:07:09: auch dort in die Schifffahrt, habe dort auch viele verschiedenste Projekte
00:07:13: und große Programme mit begleiten dürfen oder selber geführt.
00:07:16: Das Spannende daran war halt, dass die immer einen großen Bezug hatten
00:07:20: zur Personalabteilung, also es war immer sehr menschenbezogene Projekte,
00:07:24: die ich begleiten durfte und hatte dann irgendwann relativ so ein Fokusthema,
00:07:29: das war Kommunikation und Change.
00:07:32: Da hat sich das schon so ein bisschen herauskristallisiert,
00:07:34: was ich einfach gerne mache, zu verbinden,
00:07:38: Menschen mitzunehmen, Menschen durch Veränderungen zu führen
00:07:40: und auch eben zu schauen, was passiert mit den Menschen,
00:07:43: die durch diese Projekte eben durchgehen und wie kann man da Nachsorge tragen,
00:07:48: dass sie weiterhin am richtigen Ort sind und auch mit den Veränderungen klarkommen.
00:07:52: Das habe ich in einem weiteren Unternehmen dann gemacht,
00:07:55: bin davon in eine Unternehmensberatung gewechselt,
00:07:58: relativ spät auf meinem Karriereweg, macht man eigentlich auch genau umgekehrt eher.
00:08:03: Aber dort habe ich dann eben auch genau nochmal ein Projektgeschäft angesetzt,
00:08:06: Projekte begleitet, bin dann nochmal intern zu Sales gewechselt,
00:08:10: weil ich so eine andere Perspektive nochmal einnehmen wollte,
00:08:13: also in der Kundenbetreuung, also auch da wieder irgendwie ein starker Dienstleistungscharakter im Fokus
00:08:18: und konnte eben parallel viele Projekte mit begleiten,
00:08:22: habe sie aber nicht selber umgesetzt in dieser Rolle.
00:08:24: Und das fand ich eben auch noch sehr spannend, weil ich da sehr viel gelernt habe,
00:08:27: sehr viel unterschiedliche Menschen, Unternehmen kennengelernt habe.
00:08:31: Genau und dann kam der große Einschnitt.
00:08:35: Dann kam der große Einschnitt.
00:08:37: Okay, dann erzähl mal, was war denn der große Einschnitt?
00:08:43: Ja, sowas passiert ja selten von jetzt auf gleich.
00:08:46: Also ich habe schon gemerkt, dass ich grundsätzlich da, wo ich bin, glücklich bin
00:08:49: und ich hätte das auch so weitermachen können.
00:08:51: Also ich hatte keine große Not, habe aber schon gemerkt,
00:08:54: so richtig da angekommen, wo ich hin möchte, bin ich noch nicht.
00:08:58: Wobei ich noch gar nicht richtig wusste, wo ich hin wollte.
00:09:00: Das war so ein bisschen die Herausforderung.
00:09:03: Aber ich bin auch irgendwie nicht mehr so richtig weitergekommen inhaltlich
00:09:06: und habe mir dann einen Coach genommen,
00:09:09: habe das Ganze mal so ein bisschen von verschiedenen Seiten betrachtet,
00:09:13: auch mit was für Glaubenssätzen man so rumläuft im Leben
00:09:16: und was für Themen mich eigentlich wirklich interessieren.
00:09:19: Habe eine ganze Bandbreite von Metaplan-Wänden vollgeschrieben
00:09:23: und geforscht, wo es denn wirklich mich interessiert.
00:09:26: Also das war schon dann auch wirklich ein Prozess, der sehr viel Spaß gemacht hat.
00:09:30: Ich kam aber da irgendwann zu einem Punkt, wo wir festgestellt haben,
00:09:34: also hier, wo ich jetzt bin, wird das nichts mehr.
00:09:36: Also ohne, dass irgendwas falsch gelaufen ist,
00:09:38: aber da war ich irgendwie so am Ende.
00:09:40: Und mit diesem Gedanken bin ich dann erstmal los oder weitergegangen,
00:09:45: der erstmal ganz befreiend war.
00:09:47: Aber ich wusste ja noch nicht, wohin.
00:09:49: Das war dann so die nächste Herausforderung und das lief dann so ein paar Wochen
00:09:52: und dann bin ich dem Coach nochmal wieder in einem anderen Kontext über den Weg gelaufen.
00:09:56: Und da kam ich irgendwie zu dem Punkt und dachte,
00:09:59: irgendwie müsste ich nochmal weiter begleitet werden,
00:10:01: weil ich nicht so richtig weiß, was ich damit jetzt anfange, mit dieser Erkenntnis.
00:10:05: Und gar nicht so ganz eng, aber ich brauche jemanden, mit dem ich immer mal drüber reden kann.
00:10:09: Was ist jetzt der nächste Schritt, was kann ich tun, so ein Sparing zu haben?
00:10:13: Das fand ich wahnsinnig hilfreich, als wir das dann gemeinsam angegangen haben.
00:10:19: Und das eben auch außerhalb der Familie und dem freundschaftlichen Umfeld zu haben.
00:10:23: So ganz neutral, völlig aus dem eigentlichen Netzwerk heraus,
00:10:27: dieses Sparing zu haben, war super.
00:10:31: Und wir haben ein paar Dinge vorbereitet, wir haben ein paar Branchen so reingefühlt.
00:10:35: Ich habe mir mal überlegt, Headhunter, da merkte ich gleich,
00:10:37: da schnürt sich bei mir alles zu, das war so gar nicht meins.
00:10:41: Aber dafür muss man ja immer mal so rangeführt werden,
00:10:43: dass man merkt so, oh, was macht das mit mir?
00:10:45: Ne, das doch lieber nicht, in die Richtung dann vielleicht doch lieber,
00:10:48: dann dieses Lebenslauf anpassen.
00:10:49: Oh ne, da ist jetzt auch kein Bock drauf, aber gehört dazu.
00:10:54: Und dann ist man eben auch bereit, wenn irgendwas kommt.
00:10:57: Und dafür braucht man manchmal eine Person, die dann sagt,
00:10:59: ne, das machst du jetzt aber, nächste Woche sprechen wir uns wieder
00:11:01: und dann ist das Ding fertig.
00:11:05: Was dann aber dadurch passiert ist, bei mir war es auf jeden Fall so,
00:11:09: dass ich mich so langsam geöffnet habe.
00:11:10: Ich habe mich entspannt, ich wusste, hier ist alles fein, wo ich bin,
00:11:13: aber das wird jetzt nicht ewig weitergehen.
00:11:17: Und ich habe mich einfach im Inneren auch geöffnet dafür,
00:11:20: was passiert, wo nämlich was war, worauf reagiere ich,
00:11:24: wenn ich über Jobs irgendwas gehört und gelesen habe.
00:11:26: Ich war relativ weit weg von diesen klassischen Stellenanzeigen.
00:11:29: Ich habe wenig in Portalen geschaut.
00:11:32: Ich habe mich viel mehr mit Unternehmen auseinandergesetzt
00:11:34: und mit Themen, die mich interessieren.
00:11:38: Und da war ich gar nicht so ganz weit weg.
00:11:40: Das war in der Tat auch Projektarbeit, das waren Menschen
00:11:43: und auch etwas für andere zu tun, etwas aufzubauen.
00:11:47: Und das waren schon Sachen, die mir ganz wichtig waren
00:11:49: und die auch irgendwo auf meinem Kärtchen da drauf standen,
00:11:51: was ich immer bei mir hatte.
00:11:55: Und, das ist auch sehr spannend, ich hatte eine Karte mal,
00:11:59: es war dann so ein Element des Coachings,
00:12:03: wo er mir verschiedenste Karten vorgelegt hat mit Bildern drauf
00:12:07: und hat mich eben spontan gefragt, womit resoniert das?
00:12:09: Also, was resoniert mit dir wie?
00:12:11: Und ich habe mir dann einen Geiger rausgesucht
00:12:14: und hatte dann relativ klein und gesagt,
00:12:17: ich würde schon gerne die erste Geige spielen.
00:12:20: Also noch richtig so, traue ich mir das zu,
00:12:23: bin ich das eigentlich, also noch ein bisschen unsicher in der Rolle?
00:12:27: Und dann meinte er, nee, also wunderbar, hat er ganz oben hingepinnt.
00:12:31: Und diese Karte habe ich auch noch gewettet.
00:12:32: Ich wusste auch noch nicht so richtig, wie ich da hinkomme.
00:12:35: Aber die hat mich wirklich dann in der ganzen Zeit
00:12:37: sehr begleitet, diese Karte.
00:12:39: Und wie es dann manchmal so ist, über Social Media
00:12:43: bin ich dann auf eine Ausschreibung aufmerksam geworden
00:12:46: in Form eines Videos, also gar nicht irgendeine klassische Ausschreibung.
00:12:50: Und das war dann eben mal ein Ausstehen eines besonderen Projektes
00:12:54: hier oben in St. Peter-Orling.
00:12:56: Dort haben sich verschiedene Hotels und Restaurants zusammengetan,
00:13:00: eine Firma gegründet, das Nordsee-Kollektiv,
00:13:02: die sich gemeinschaftlich um ihre Mitarbeitenden kümmern wollte.
00:13:05: Das war einfach noch eine Idee, das war auch genauso erkennbar,
00:13:09: das Video war cool gemacht hier an der Nordsee,
00:13:11: von wegen, wir packen gemeinsam an, wurde gesagt,
00:13:14: wir kümmern uns um Weiterbildung gemeinschaftlich,
00:13:17: wir kümmern uns darum, und ein Wohnraum,
00:13:19: dass du hier oben gut ankommst, also alle Themen
00:13:22: innerhalb eines Jobs, was man braucht, um gut anzukommen,
00:13:25: aber auch drumherum, fand ich total spannend.
00:13:28: Und dann war so eine Stellenanzeige,
00:13:30: so ein bisschen wie eine eierlegende Wollmixer,
00:13:31: was man alles mitbringen soll, also eine riesenlange Liste.
00:13:35: Aber ich fühlte mich total angesprochen.
00:13:37: Und ich habe das dann meinem Coach gezeigt,
00:13:39: war trotzdem noch so ein bisschen unsicher,
00:13:41: weil es so etwas völlig Neues und auch noch schwer zu greifen war,
00:13:44: was das eigentlich genau ist.
00:13:45: Und dann meinte er, das passt doch mega,
00:13:47: natürlich bewirbst du dich da.
00:13:48: Ich so, okay, dann habe ich das alles fertig gemacht,
00:13:51: losgeschickt, dann startete leider auch gerade Corona,
00:13:54: das heißt, der ganze Prozess hat sich total in die Länge gezogen
00:13:58: und wurde dann zum Assessment eingeladen,
00:14:00: und das war auch total spannend,
00:14:01: weil es eine ganz bunte Mischung an Menschen war,
00:14:03: die dort eingeladen waren, und man gar nicht sagen konnte,
00:14:07: was ist denn das verbindende Element von uns allen,
00:14:09: da haben sie aber auch das ganz bewusst gemacht.
00:14:12: Und auch das haben sie ganz anders gemacht,
00:14:13: als man das so kennt, das war sehr auf der persönlichen Ebene,
00:14:16: ein Kennenlernen, sich wirklich zu begegnen über zwei Tage hinweg,
00:14:22: von natürlich kleinen Workshop-Formaten,
00:14:25: aber auch wirklich Spaziergängen, eine Fahrradtour durch den Ort,
00:14:27: wo man sich einfach auch mal so privat irgendwie austauschen konnte,
00:14:31: das ist wirklich schön gemacht, das hat mich sehr, sehr angesprochen,
00:14:34: die ganze Art und Weise, wie sie rangegangen sind,
00:14:36: auch gesagt haben, wir bewerben uns bei euch,
00:14:39: wir haben eine Idee, wir wissen auch noch nicht richtig,
00:14:41: wie sich das ausgestaltet, haben sie ganz ehrlich gesagt,
00:14:44: wir möchten, dass wir das mit euch machen,
00:14:46: mit der Person, die am Ende das machen wird,
00:14:49: hat völliger Entfaltungsspielraum, mit uns das eben aufzubauen,
00:14:53: und das ist natürlich irgendwie eine ganz schön wackelige Kiste,
00:14:56: weil man nicht so richtig weiß, man kennt die Menschen nicht,
00:14:58: man kennt die Hotels nicht,
00:15:00: aber es war halt von der Sache her total spannend,
00:15:02: ich hatte von sowas auch noch nie gehört,
00:15:05: und ich habe dann doch mit einem Familienmitglied
00:15:07: zu einer gewissen Zeit gesprochen, mit meinem älteren Bruder,
00:15:11: und hat er das ein bisschen erzählt,
00:15:13: und ganz untypisch für ihn sagte er,
00:15:15: boah, das ist ja mal richtig was für das Herz, das bist doch voll du,
00:15:20: und das hat bei mir wirklich nachhaltig auch nochmal gewirkt,
00:15:24: und so war es auch, das hat mich wirklich,
00:15:26: haben mich die Themen angesprochen, und auch die Kombination,
00:15:29: und das alles noch an der Nordsee,
00:15:30: die Hotel, die Branche kam wieder durch,
00:15:32: also irgendwie war da alles miteinander verbunden,
00:15:35: was ich vorher irgendwie auch durchlaufen habe,
00:15:37: das war so spannend daran,
00:15:38: also alles, was ich gemacht habe, konnte ich irgendwie wieder nutzen,
00:15:40: und dort mit einbringen,
00:15:42: auch so, das kennt man ja auch aus der Beratung raus,
00:15:45: mit Dingen zu tun zu haben, wo man erstmal gar keine Ahnung von hat,
00:15:48: also es sind ja alles Dinge gewesen,
00:15:49: es gab es noch nicht, das Konstrukt,
00:15:51: die Projekte, die man innerhalb dieses großen Vorhabens gemacht hat,
00:15:55: da waren alles, wir haben ein Fitnessstudio aufgemacht,
00:15:57: habe ich vorher noch nie in meinem Leben gemacht,
00:15:59: aber auch dazu überlegen, wie mache ich denn das,
00:16:01: was brauche ich dafür,
00:16:03: diese Arbeitsweise überbetrieblich zusammenzuarbeiten,
00:16:06: war völlig neu,
00:16:08: aber da merkte ich, dass alles darauf einzahlt,
00:16:11: hatte immer noch jeden Tag das Gefühl,
00:16:13: ich mache was, wovon ich keine Ahnung habe,
00:16:15: aber irgendwie hat man doch die Ahnung,
00:16:16: man trägt das in sich drin,
00:16:18: und wenn einen die Themen begeistern,
00:16:21: kriegt man das hin,
00:16:22: und das habe ich eben Woche für Woche immer wieder mehr erlebt,
00:16:26: und mich immer mehr entwickeln können,
00:16:29: und so haben wir diese Dinge eben gemeinschaftlich aufgebaut,
00:16:32: sie haben mich gleich als Geschäftsführerin eingesetzt,
00:16:34: ich hatte also auch viel Freiraum,
00:16:37: war aber am Ende auch sehr viel alleine,
00:16:39: das ist ja auch was Neues,
00:16:40: wenn man so aus dem Unternehmenskontext kommt,
00:16:42: und das von Formatvorlage für eine PowerPoint,
00:16:46: das war alles nicht da,
00:16:48: normal gibt es da irgendwelche Marketingabteilungen,
00:16:50: es gibt Buchhaltungsabteilungen,
00:16:53: wo man anruft und sagt, mach mal, oder kann ich bitte,
00:16:56: das gab es halt nicht,
00:16:57: man musste sich wirklich um alles selber kümmern,
00:16:59: in einer Bandbreite, die ich vorher noch nicht kannte,
00:17:02: aber das waren dann fast vier Jahre,
00:17:04: als ich das gemacht habe,
00:17:06: eine unfassbare Lernphase nochmal,
00:17:09: die sich aber an vielen Stellen
00:17:10: gar nicht so anfühlte wie Arbeit,
00:17:12: weil mir das so viel Spaß gemacht hat,
00:17:14: und da dachte ich mir immer, ist das jetzt Arbeit,
00:17:16: oder es ist ja irgendwie nur ein Filmaufnahmen gemacht,
00:17:19: wir haben Recruiting-Videos gedreht,
00:17:20: wir haben tolle Videos über die Betriebe gemacht,
00:17:23: wo ich irgendwie dachte,
00:17:23: das fühlt sich irgendwie nach Spaß an einfach,
00:17:26: und das war faszinierend,
00:17:28: das hatte ich so vorher noch nicht erlebt,
00:17:29: und ich habe manchmal auch so geguckt,
00:17:31: kann das denn so alles sein,
00:17:34: und ich habe früher schon immer sehr viel gearbeitet,
00:17:37: war da manchmal auch schon sehr an meinem körperlichen Limit,
00:17:40: ich habe jetzt eigentlich nochmal mehr gearbeitet,
00:17:44: aber das war dann sehr viel mit Freude verbunden.
00:17:48: Und das ist ein guter Antrieb,
00:17:51: also wenn man Spaß an der Arbeit hat,
00:17:53: dann bleibt ja dieses Anstrengende nicht so da,
00:17:59: es hängt sich nicht zu alles.
00:18:00: Genau, und es war halt auch,
00:18:02: da muss ich auch sagen, ein total tolles Konstrukt,
00:18:05: also in der Tat gab es so ein Konstrukt in Deutschland noch nicht,
00:18:08: und wir hatten sehr große Aufmerksamkeit von den Medien,
00:18:12: ich sage immer, hätte ich das alles früher gewusst,
00:18:14: hätte ich das bestimmt nicht gemacht,
00:18:15: ich war viel vor der Kamera,
00:18:17: und hier ein Interview,
00:18:18: und da wurde irgendwas dann wieder gedreht,
00:18:21: das war total spannend,
00:18:22: hatte ich vorher noch nie etwas mit zu tun,
00:18:25: aber ich hätte wahrscheinlich massiv Respekt davor gehabt,
00:18:27: hätte ich das vorher alles irgendwie gewusst,
00:18:29: aber auch das lernt man dann,
00:18:32: und mir ist dann einfach auch sehr bewusst geworden,
00:18:35: wie besonders das ist, was ich da tun darf,
00:18:37: und dass ich da so reingerutscht bin,
00:18:39: und wir wirklich kontinuierlich neue Dinge entwickelt haben,
00:18:43: miteinander gesprochen haben,
00:18:44: auch von der Arbeitsweise her,
00:18:46: wir haben richtig Gas gegeben,
00:18:47: lieber machen als zehnmal drüber zu diskutieren,
00:18:49: es war von der Haltung her schön,
00:18:51: und wenn was nicht so angekommen ist,
00:18:53: oder so gut lief, haben wir es auch wieder geändert,
00:18:56: von dieser klassischen Fehlerkultur,
00:18:58: war das super, es war ein super Vertrauensverhältnis,
00:19:01: also das war ein ganz tolles experimentelles Umfeld
00:19:05: für ein Konstrukt,
00:19:06: was es in Deutschland so weit noch nicht gab,
00:19:09: wir haben auch einige Preise gewonnen,
00:19:12: beispielsweise das innovative Netzwerk
00:19:13: vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales
00:19:15: gleich im ersten Jahr,
00:19:17: und auch noch ein, zwei andere,
00:19:21: und da wurde mir halt irgendwie immer mehr bewusst,
00:19:23: was für ein besonderes Umfeld ich da gerade habe,
00:19:27: und dann kam vor gar nicht so langer Zeit
00:19:30: eine Doktorandin auf mich zu, aus München,
00:19:33: die meinte, sie würde zum Thema Coopetition
00:19:36: eine Doktorarbeit schreiben,
00:19:38: im Talentmanagement, im Hospitality-Bereich,
00:19:41: habe ich sie erstmal sparsam angeguckt,
00:19:43: und dachte, das klingt spannend,
00:19:45: wie kann ich da helfen, keine Ahnung,
00:19:47: und dann hat sie mich erstmal aufgeklärt,
00:19:49: dass dieses Konstrukt, was wir da aufgebaut haben,
00:19:52: Coopetition heißt, das ist ein Fachbegriff,
00:19:54: Kooperation von eigentlich in Konkurrenz stehenden Unternehmen,
00:19:59: das ist eine Wortfindung,
00:20:00: die auch in den 90er Jahren schon durchaus präsent war,
00:20:05: aber eher im Bereich der Produktinnovation,
00:20:07: also Firmen, die sich zusammengetan haben,
00:20:09: und ein gemeinsames Produkt entwickelt haben.
00:20:11: Im Talentmanagement ist das noch gänzlich neu,
00:20:14: dass man sich eben für Themen rund um Mitarbeitende
00:20:19: überbetrieblich zusammentut,
00:20:21: gibt es halt fast nichts,
00:20:22: und sie sagte eben, in der Konsequenz,
00:20:24: in der wir das getan haben, waren wir die Einzigen.
00:20:27: Es gab andere, die erste Ansätze auch schon gemacht haben,
00:20:30: aber in der Konsequenz,
00:20:32: Firmengründung und all den Themen, die wir gemacht haben,
00:20:35: wir haben ja auch gemeinschaftlich rekrutiert,
00:20:36: wir haben unter der Arbeitgeber Nordsee Kollektiv rekrutiert,
00:20:39: was total spannend ist,
00:20:41: auch das funktioniert,
00:20:42: wenn man den konkurrenzgedeilten Gedanken ein bisschen ausschaltet,
00:20:46: war das eine ganz spannende Erfahrung,
00:20:48: wir haben gemeinsam eben dafür gesorgt,
00:20:50: dass die Mitarbeitenden gut ankommen,
00:20:53: Weiterbildungsangebote haben,
00:20:55: Perspektiven aufgezeigt werden,
00:20:57: und eben das Thema ganze Socializing drumherum,
00:21:00: also auch diese emotionale Bindung,
00:21:01: dass wir die mit aufbauen mit den Mitarbeitenden,
00:21:04: also diese ganzen Elemente haben wir intuitiv umgesetzt,
00:21:09: wo sie sagte, das ist genau das,
00:21:10: das ist total spannend, was die Theorie sagt,
00:21:12: was es braucht, um so ein Modell erfolgreich aufzubauen,
00:21:15: also es war offensichtlich eine Punktlandung,
00:21:18: und sie kam dann auch zu uns
00:21:20: und hat eben dann wirklich das Nordsee Kollektiv
00:21:22: als Gegenstand ihrer Arbeit genommen
00:21:23: und auch Umfragen gemacht,
00:21:25: und ich habe mich dann mit dem Thema ein bisschen weiter auseinandergesetzt,
00:21:28: und sie sagte mir auch,
00:21:29: das ist auch eine Kernstrategie von New Work,
00:21:31: wenn man sich so die Megatrend-Map anschaut,
00:21:34: da gibt es ja den Strahl New Work,
00:21:36: heute, in diesem Jahr heißt er ja Future of Work,
00:21:38: da stand auch Coopetition,
00:21:39: vorher nie gesehen, was da ist dazu,
00:21:43: aber eben noch sehr unbedient,
00:21:44: das kennt man sonst nicht groß,
00:21:46: und wir haben dann auch ein bisschen gebrainstormt,
00:21:48: was man noch alles machen kann,
00:21:50: und da kam für mich eben auch der Punkt,
00:21:52: da ist so viel Spiel drin,
00:21:54: es geht darum, um eine neue Art der Zusammenarbeit,
00:21:56: um neue Perspektiven aufzuzeigen,
00:21:59: auch vielleicht noch eine Erweiterung
00:22:01: über diese klassischen Benefits hinaus,
00:22:03: gerade kleine und mittelständische Unternehmen,
00:22:05: die haben gar nicht so die Möglichkeit,
00:22:07: so viel zu machen,
00:22:08: die kommen gar nicht in die große Sichtbarkeit,
00:22:11: aber wenn man sich da überall zusammentut,
00:22:13: hat man so viele Synergieeffekte,
00:22:15: Vorteile, man kann Kosten sparen,
00:22:18: wir haben ganz viel Standortmarketing gemacht,
00:22:20: also St. Peter Ording war da einfach,
00:22:23: war bei vielen dann eben ein Begriff,
00:22:25: sie sind ganz stark im Thema Nachhaltigkeit,
00:22:27: aber auch für dieses Projekt,
00:22:29: also da kann man eben tolle Dinge noch tun,
00:22:32: und so kam es dann,
00:22:33: dass ich mich dann,
00:22:34: was ich auch nie vorher gedacht hätte,
00:22:36: aber da bin ich langsam bei der ersten Geige angekommen,
00:22:39: habe ich mich dann vor einem Jahr
00:22:40: selbstständig gemacht mit diesem Thema,
00:22:42: weil ich auch viele Vorträge gehalten habe,
00:22:44: oft gefragt worden, wie macht ihr das,
00:22:45: was braucht es dafür,
00:22:46: dass man so ein Konstrukt aufbaut,
00:22:48: wo setzt man an,
00:22:49: und merkte eben, da ist schon Nachfrage,
00:22:52: da ist Bedarf, vor allen Dingen dann ins Tun zu kommen,
00:22:54: viele holen sich dann eben die Ideen rein,
00:22:57: aber dann wissen wir alle,
00:22:58: dann klingt das schön,
00:22:59: und dann landet es erstmal doch wieder gedanklich in der Schublade,
00:23:02: und da eben auch andere Unternehmen
00:23:04: zu unterstützen, Einzelunternehmen,
00:23:06: oder wo es schon Netzwerke gibt,
00:23:08: sie eben gemeinschaftlich nach vorne zu bringen,
00:23:10: mehr für ihre Mitarbeitenden zu tun,
00:23:13: eben auch unter diesem
00:23:14: New Work Ansatz,
00:23:15: was braucht es denn heute eigentlich,
00:23:17: was ist das, was wirklich interessiert,
00:23:20: um sie damit eben auch zukunftsfähig
00:23:22: aufzubauen,
00:23:23: und so ein Netzwerk bringt ja auch eine ganze Menge
00:23:25: Sicherheit mit, wenn man sich gegenseitig unterstützt,
00:23:28: und das haben wir hier im Nordsee-Kollektiv
00:23:29: sehr stark bemerkt, wir haben ganz viele
00:23:31: Projekte nebenbei gemacht, was gar nicht mit
00:23:33: den Mitarbeitenden direkt zu tun hat,
00:23:36: die haben sich sehr stark auch
00:23:37: an anderen Stellen und gegenseitig unterstützt,
00:23:40: Events gemeinsam gemacht,
00:23:42: und Expertenrunden,
00:23:43: sehr viele Austauschformate,
00:23:45: und ja, deswegen hatte ich mich
00:23:47: dann entschieden, mich selbstständig
00:23:49: zu machen, und muss auch da sagen,
00:23:51: dass diese fast vier Jahre im Nordsee-Kollektiv
00:23:54: mich da wunderbar
00:23:55: darauf vorbereitet haben,
00:23:57: alles Mögliche selber irgendwie
00:23:59: hinzukriegen, und dann
00:24:01: kam ja auch irgendwann wieder mein Zettelchen,
00:24:03: das hier jetzt auch in St. Peter mit umgezogen
00:24:05: ist, von Hamburg nach St. Peter, meine Geige,
00:24:08: dass ich jetzt
00:24:09: für mich selbstständig unterwegs bin,
00:24:11: und sozusagen meine erste Geige bin.
00:24:14: Und das
00:24:15: heißt, dieses Projekt in St. Peter-Ording,
00:24:18: das betreust du jetzt nicht mehr, oder
00:24:19: schon noch als Kunde quasi?
00:24:22: Genau, wir haben uns ein bisschen überlegt,
00:24:23: wie wir das machen, ob ich da total zerbrimmbleibe
00:24:25: oder so, und dachten, nee, das macht schon Sinn, da mal einmal
00:24:27: dann so einen Cut zu machen, und
00:24:29: das war auch soweit aufgebaut,
00:24:31: die waren soweit happy damit, und da haben wir
00:24:33: die Arbeitspakete in die Betriebe übergeben,
00:24:35: also ist auch nicht nachgesetzt worden,
00:24:37: das Netzwerk läuft auch weiterhin noch,
00:24:40: aber ich habe mich dann
00:24:41: Vollzeit auf andere Projekte
00:24:43: oder Seminare
00:24:45: oder Vorträge gestürzt.
00:24:50: Was denkst du denn,
00:24:51: was so deine
00:24:54: Top-Eigenschaften
00:24:56: sind, die dich da bei
00:24:57: diesem ganzen Entwicklungsweg
00:24:59: unterstützt haben?
00:25:04: Dranbleiben.
00:25:06: Das ist etwas,
00:25:07: es ist ja vielleicht doch ein bisschen Marathon, wenn man das jetzt so sieht,
00:25:10: dass es ja
00:25:11: schon viele Herausforderungen gab,
00:25:13: muss ich einfach sagen, also es gab so viele
00:25:14: Punkte, neu, wie mache ich das jetzt,
00:25:17: und mich davon nicht
00:25:18: abstecken lassen, sondern einfach
00:25:21: zu machen, einfach auszuprobieren,
00:25:23: erste Schritte zu gehen,
00:25:25: das war auch irgendwie gefordert,
00:25:27: also wenn ich zu lange über etwas nachgedacht hätte,
00:25:29: dann wäre ich nie zu irgendwas gekommen
00:25:31: und meine Gesellschaft da wäre doch irgendwann
00:25:33: unzufrieden gewesen,
00:25:35: aber wirklich dieses
00:25:36: Machen, und mit jedem Machen wächst ja auch
00:25:39: das Vertrauen, dass man es irgendwie hinkriegt,
00:25:41: und das
00:25:43: war, glaube ich, ganz, ganz wichtig,
00:25:47: und auch so ein Grundvertrauen
00:25:49: offensichtlich, dass
00:25:51: ich das schon hinkriege, also
00:25:52: das war offensichtlich dann da,
00:25:54: glaube ich, dass ich das vorher oder früher
00:25:56: nicht so hatte,
00:25:58: aber das hat sich sehr stark, glaube ich, ausgebildet
00:26:01: in diesem Freischwimmen, und es ist ja auch niemand
00:26:02: links und rechts, also
00:26:04: ich war hier dann allein, es gab nicht zehn Kollegen,
00:26:07: die ich irgendwie groß hätte fragen können
00:26:08: mit irgendetwas, und
00:26:11: da habe ich schon bei mir gemerkt,
00:26:13: offensichtlich kriege ich das auch alleine hin,
00:26:14: mit jedem kleinen Tun, aber das eben dann auch
00:26:16: zu tun und dran zu bleiben, oder auch wenn es mal
00:26:18: irgendwie ruckelig ist,
00:26:21: nicht gleich aufzugeben.
00:26:24: Ich hatte einfach auch Spaß dabei,
00:26:26: wenn man bei dem Thema angekommen ist,
00:26:29: was einem Spaß macht, ich habe vorher auch schon
00:26:31: viele Vorträge gehalten, auch in der Beratung,
00:26:33: aber was ich mir da in den Kopf geprügelt
00:26:35: habe früher, weil ich dachte, oh Gott, jetzt
00:26:36: muss ich nichts Falsches sagen oder so,
00:26:38: das ist jetzt was völlig anderes,
00:26:40: ich rede so gerne über mein Thema
00:26:42: und freue mich auch auf Rückfragen, während ich
00:26:44: früher immer dachte, hoffentlich fragt keiner irgendwas Komisches,
00:26:46: und du weißt dann nicht genau,
00:26:48: das ist wirklich was vollkommen
00:26:50: anderes, wenn man so über sein
00:26:52: Thema, über das, was man
00:26:55: wirklich selber getan hat,
00:26:56: selber aufgebaut hat,
00:26:58: und ich habe ja auch jedes Detail mitgemacht,
00:27:00: wir hatten Mitarbeiterhäuser, und ich habe dafür
00:27:02: Toaster gekauft, oder die ganzen Einrichtungssachen
00:27:04: gemacht, also wirklich jedes Detail
00:27:06: selber mit aufgebaut,
00:27:09: was
00:27:10: wird ja auch immer gesagt, wenn man es von der Pike
00:27:12: auf selber gemacht hat, dann weiß man, worum es geht,
00:27:14: und das ist, glaube ich, auch in dem Fall sehr wichtig
00:27:16: gewesen, dann kann man auch darüber
00:27:18: reden, und es macht
00:27:20: einen auch sehr frei, dass man nicht
00:27:23: so viele Ängste drumherum
00:27:24: hat, irgendwas falsch zu machen,
00:27:26: weil man die Erfahrung einfach selber gemacht hat,
00:27:28: und das muss man einfach, glaube ich, tun.
00:27:33: Ich weiß nicht,
00:27:34: ob es an der Nordsee auch so ist,
00:27:35: aber in Österreich wird sehr viel
00:27:38: geklagt darüber, dass es
00:27:39: zu wenig Personal gibt
00:27:41: überhaupt im Tourismus.
00:27:45: die Region Nordsee auch
00:27:46: dieses Thema gehabt?
00:27:49: Ja, total, das war natürlich auch ein bisschen mit
00:27:51: Grundidee des Ganzen,
00:27:53: also bevor ich gestartet bin, kam in der Tat
00:27:55: einer meiner späteren
00:27:56: Gesellschafter auf die anderen zu und sagte,
00:27:58: meine Güte, lass uns doch zum Thema
00:28:00: Mitarbeitenden lieber mal was gemeinschaftlich
00:28:02: tun, als dass wir uns Leute gegenseitig wegschnappen.
00:28:04: Das war der Grundmerk, und der ist
00:28:06: auch wirklich großartig, weil man damit
00:28:08: diesen Konkurrenzgedanken zur Seite schiebt,
00:28:11: und das war natürlich
00:28:12: unser Ansinnen, dass wir
00:28:15: attraktiv sind als Gemeinschaft
00:28:17: noch mal mehr als jeder Einzelne,
00:28:19: um dann eben halt auch die Mitarbeitenden
00:28:21: anzuziehen, und was
00:28:22: schon spannend ist.
00:28:25: Ich muss auch einen Schritt zurück,
00:28:26: ich muss schon sagen, das sind tolle Häuser,
00:28:28: die sind gut aufgestellt,
00:28:30: die hatten jetzt auch nicht immer die ganz
00:28:32: große Not wie vielleicht andere,
00:28:34: aber da sieht man eben, sie haben auch was
00:28:36: gemacht. Sie haben sich ja wirklich auch Gedanken
00:28:38: gemacht und haben sich neue Dinge
00:28:40: überlegt, neue Maßnahmen überlegt, und das war
00:28:42: eben eine ganz große Maßnahme, und
00:28:45: die Mitarbeiter oder die
00:28:46: Menschen, die sich bei mir beworben haben,
00:28:48: waren oftmals ein anderer Typ
00:28:50: Mensch als die, die sich direkt bei den Häusern
00:28:52: beworben haben. Manchmal waren es auch die gleichen,
00:28:55: aber
00:28:56: bei mir haben sich viele auch gemeldet
00:28:58: und fanden diesen Netzwerkgedanken so toll,
00:29:00: und sogar mal so Ideen, Mensch,
00:29:02: ich bin Yogalehrerin, ich mache aber auch gerne
00:29:04: Service, kann ich beides irgendwie machen?
00:29:06: Und kann ich auch mal in die anderen Häuser
00:29:08: irgendwie reinschnuppern? Wie läuft denn das eigentlich
00:29:10: so? Also das habe ich schon gemerkt,
00:29:12: da ist auch eben, das ist auch
00:29:14: ein Bedarf, den ich getroffen habe, eben dieses
00:29:17: Netzwerkgedanken
00:29:19: auch hier in der Region
00:29:20: vielleicht zu bleiben, weil das sind ja alles
00:29:22: Häuser, die nicht so wahnsinnig groß sind
00:29:24: und dann ist der Karriereweg
00:29:26: dann auch nicht so,
00:29:28: also der ist auch irgendwie begrenzt,
00:29:30: muss man sagen. Es gibt nicht irgendwie auf einer Position
00:29:32: drei verschiedene Jobs, sondern den gibt es eben nur einmal
00:29:34: und wenn er besetzt ist, kann es nichts machen,
00:29:36: aber vielleicht in einem anderen Haus hat sich gerade
00:29:38: was getan. Und da haben wir auch so ein internes
00:29:40: Wechselmodell entwickelt, ganz transparent
00:29:42: auch gespielt,
00:29:43: dass wir möglichst viele Ansätze
00:29:46: oder Maßnahmen entwickelt haben,
00:29:48: um unsere Region,
00:29:50: unsere Häuser attraktiv zu machen
00:29:52: für die Mitarbeitenden.
00:29:54: Und hast du das Gefühl
00:29:56: oder vielleicht sogar die realen
00:29:58: Zahlen auch gehabt,
00:30:00: dass sich das
00:30:02: durchgeschlagen hat, also dass das auch
00:30:04: funktioniert hat, diese
00:30:05: Bindung?
00:30:07: Also das muss ich sagen, das werde ich oft gefragt,
00:30:10: ob es Zahlen gibt, die hatten wir nicht.
00:30:12: Ich weiß auf jeden Fall, dass sich bei mir wirklich auch
00:30:13: sehr viele beworben haben. Wir haben auch in einem
00:30:15: Podcast gemacht, wo wir unsere eigenen Mitarbeitenden
00:30:18: interviewt haben, das war in Corona,
00:30:20: eigentlich, um mit denen in Verbindung zu bleiben,
00:30:22: aber auch das war ein ganz interessantes Recruiting-Tool,
00:30:25: weil wir eben
00:30:26: über die Jobs und die Möglichkeiten gesprochen haben
00:30:28: und die Lebenswege der Mitarbeitenden.
00:30:31: Man denkt ja immer nur an
00:30:32: Küche und Service, wenn man irgendwie so an die
00:30:34: Hotellerie oder Gastronomie denkt,
00:30:36: aber es gibt so vielfältige Wege und Möglichkeiten,
00:30:38: die wir transparent gemacht haben.
00:30:40: Also es haben sich bei mir sehr viel
00:30:42: mehr Menschen zusätzlich
00:30:44: beworben und wir haben auch
00:30:46: durch Mitarbeitergespräche
00:30:49: gehört, dass sie
00:30:50: das wahnsinnig wertgeschätzt haben, was wir
00:30:52: für sie tun und dass das natürlich
00:30:54: dann auch zu einer höheren
00:30:56: Verbindung führt,
00:30:58: dass man vielleicht nicht ganz so schnell wieder wechselt,
00:31:01: wobei wir auch
00:31:02: gemerkt haben, die haben schon eine hohe Identifikation
00:31:04: mit ihrem eigenen Betrieb und
00:31:06: das Ganze im Nordseekollektiv war nochmal ein zusätzlicher
00:31:08: Benefit, den wir geliefert
00:31:10: haben, aber es war nicht so,
00:31:12: dass die jetzt auf einmal wild zwischen den
00:31:14: Häusern gewechselt haben. Die haben gerne
00:31:15: reingeschaut, gerne geschnuppert, gerne sich ausgetauscht
00:31:18: oder sind wirklich mal gewechselt,
00:31:20: weil es der Weg
00:31:22: einfach erforderlich war
00:31:24: und es hat eben auch nochmal
00:31:26: ganz andere Menschen mehr angezogen,
00:31:28: als wenn man das nicht gemacht hätte.
00:31:30: Also von daher weiß ich, dass
00:31:31: wir das alle als durchaus erfolgreich
00:31:36: sehen.
00:31:38: Inwieweit glaubst du, dass du mit
00:31:40: diesen New Work Gedanken
00:31:42: noch
00:31:44: was verändern kannst für die Welt?
00:31:46: Ja, natürlich. Also ich glaube,
00:31:48: es ist nicht die
00:31:49: zentrale Antwort, das Thema
00:31:52: der überbetrieblichen Zusammenarbeit
00:31:54: für alles, aber ich glaube, es ist ein
00:31:56: ganz wesentlicher Baustein, um
00:31:58: in der Zukunft noch zukunftsfähig
00:32:00: zu sein für viele kleine und mittelständische
00:32:02: Unternehmen, weil
00:32:04: die Umwelt wird immer unsicherer,
00:32:06: die Budgets werden immer kleiner und wie soll
00:32:08: man es dann irgendwie auch noch machen? Also
00:32:09: gerade wo bei Unternehmen
00:32:11: der HA-Bereich
00:32:13: vielleicht vom Inhaber nebenbei mitgemacht
00:32:16: wird, die können dem gar nicht so viel Aufmerksamkeit
00:32:18: schenken. Da macht es total
00:32:20: Sinn, sich zusammenzutun
00:32:21: und auch im kleineren
00:32:24: Handwerksbetrieb, man kann ja mal jemandem
00:32:25: einen anderen Betrieb geben, der vielleicht einen anderen Schwerpunkt hat,
00:32:28: der in einer anderen Region auch ist.
00:32:29: Auch solche Netzwerke aufzubauen,
00:32:32: wo es einfach ein bisschen spannender dann eben nochmal
00:32:33: ist, wenn man neue Eindrücke bekommt.
00:32:37: Deswegen
00:32:37: dieses Verständnis von einem neuen Wir
00:32:39: weg von diesen harten Abgrenzen
00:32:42: zur Konkurrenz. Ich glaube,
00:32:44: dass da ganz, ganz viel Potenzial
00:32:46: für den Arbeitsmarkt
00:32:47: drinnen steckt.
00:32:49: Gleichzeitig kommt ja hinzu, dass
00:32:51: so viele wie noch nie wechselwillig
00:32:54: sind im Moment. Also auch da sehe
00:32:55: ich einfach ein ganz großes
00:32:57: Potenzial, dass man es besser schafft,
00:33:00: die Menschen an den richtigen Platz
00:33:01: zu bekommen. Und wenn man
00:33:03: eben es schafft, sich gemeinschaftlich aufzustellen,
00:33:06: bekommt man eine ganz andere Sichtbarkeit,
00:33:09: als wenn man
00:33:10: eben da komplett alleine unterwegs ist.
00:33:12: Und eben auch dieses Thema der Zusammenarbeit.
00:33:14: Ich hatte neulich eine
00:33:16: Anfrage von einer Physiotherapie
00:33:18: Praxis, Gemeinschaft,
00:33:20: mit verschiedenen Standorten.
00:33:22: Es war dann schon ein Konglomerat,
00:33:24: die eh schon zusammengehören, aber da sind halt
00:33:26: Festangestellte und viele Selbstständige unterwegs.
00:33:28: Und der Eigentümer sagt, er würde sehr
00:33:30: gerne dieses Team besser zusammenbringen,
00:33:32: also über die Standorte hinweg. Und gerade die
00:33:34: Selbstständigen denken ja dann oft so,
00:33:35: sie müssen alles irgendwie alleine wuppen.
00:33:38: Und das war sehr spannend. Wir haben dann einen gemeinsamen
00:33:39: Workshop-Training zusammen gemacht und bei
00:33:41: der ersten Aufgabe hat es gesagt, mischt euch bitte
00:33:44: mal insbesondere so, dass ihr
00:33:45: nicht mit den Menschen zusammenarbeitet,
00:33:48: mit denen ihr sonst zusammenarbeitet. Und da kam
00:33:50: erst, ja, das macht ja gar keinen Sinn.
00:33:51: Ich muss doch mit dem reden, mit dem ich eh immer...
00:33:54: Da war ich so, nee, nee, mach das bitte mal
00:33:55: ganz anders. Und dann kam aber relativ
00:33:57: schnell das Verständnis, das ist ja cool.
00:33:59: Das sind ja Kenntnisse,
00:34:01: von denen ich gar nicht wusste, dass wir die im Unternehmen
00:34:03: haben. Und dass wir dann eben
00:34:05: dahin gekommen sind, zu schauen, was können
00:34:08: wir denn für standortübergreifende
00:34:11: Formate
00:34:12: etablieren, damit wir in einen
00:34:13: besseren Austausch kommen, damit wir uns besser
00:34:15: gegenseitig unterstützen können.
00:34:17: Also es war ein ganz spannender Prozess, also
00:34:19: auch dafür, wirklich diese Silos
00:34:22: aufzubrechen in mittelständischen
00:34:24: und größeren Unternehmen. Da fängt
00:34:25: es nach innen eben schon an. Aber
00:34:27: genauso eben, wenn man sagt, das sind
00:34:29: einzelne Betriebe, die nicht so wahnsinnig
00:34:31: groß ist, da zu gucken, wie können wir
00:34:34: übergreifend einfach die Möglichkeiten
00:34:37: gegenseitig
00:34:37: nutzen, dass man gemeinschaftlich noch besser wird.
00:34:42: Sehr schön. Also eine wunderbare
00:34:44: Idee, finde ich ganz,
00:34:45: ganz, ganz toll. Gefällt mir unglaublich
00:34:47: und das alles in dem Nordsee
00:34:50: Ambiente noch dazu.
00:34:52: Aber ich glaube, dass ich das auch gut
00:34:55: gut
00:34:56: transportieren ließe.
00:34:58: Absolut.
00:34:59: Es ist natürlich jetzt im Tourismus recht bekannt, auch hier
00:35:01: oben in Schleswig-Holstein, was ich natürlich sehr toll finde.
00:35:03: Aber es ist halt etwas, was man
00:35:05: in allen Branchen anwenden kann. Auch ein kleines
00:35:07: Unternehmen, großes Unternehmen. Am Ende geht es um eine
00:35:09: neue Art der Zusammenarbeit.
00:35:12: Wie gesagt,
00:35:12: sich mehr zu öffnen, mehr auszutauschen.
00:35:17: Selbst ich hatte mal eine Unterhaltung
00:35:19: mit einer Architektin,
00:35:21: auch noch gerade sich selbstständig gemacht,
00:35:23: die sagte, ich kann mir jetzt endlich eine
00:35:26: Vollzeitangestellte, da bin ich
00:35:27: jetzt an dem Punkt, da kann ich das gutes Gewissens,
00:35:29: kann ich die Person einstellen.
00:35:31: Und da haben wir auch mal überlegt,
00:35:32: naja, wenn man sich jetzt mit zwei anderen
00:35:35: Architekturbüros vielleicht zusammentut,
00:35:37: könnte man sich auch
00:35:38: so jemanden teilen,
00:35:40: dass man sagt, vielleicht ist das sogar spannend für jemanden,
00:35:43: in verschiedenen Projekten mit verschiedenen Schwerpunkten
00:35:45: zu arbeiten, dass man nicht das Risiko
00:35:47: ganz alleine trägt, wenn man gerade
00:35:49: sich eben etabliert und selbstständig
00:35:51: macht und noch sehr auftragsbezogen
00:35:53: irgendwie kalkulieren muss.
00:35:55: Also ich glaube, da gibt es so viele Spielweisen,
00:35:58: dass das noch lange nicht ausgeschöpft ist.
00:36:01: Jetzt finde ich es noch sehr interessant,
00:36:04: wie siehst du denn deine Zukunft?
00:36:07: Wenn wir uns so in drei bis fünf Jahren
00:36:09: noch einmal sprechen würden, was glaubst du,
00:36:11: was ist dann passiert?
00:36:12: Wie hat es sich für dich verändert?
00:36:14: Und wie, denkst du, hat sich generell
00:36:16: die Arbeitswelt auch verändert?
00:36:19: Die Arbeitswelt ist natürlich
00:36:21: so ein bisschen Glaskugel gucken, aber ich bin
00:36:22: der festen Überzeugung, dass die ersten Anzeichen
00:36:25: der Veränderung gerade da sind.
00:36:27: Aber das sind erste Art. Ich glaube, die ganze
00:36:29: Arbeitswelt wird sich einmal auf links drehen.
00:36:31: Ich kann ja nicht sagen, wie das aussehen wird, aber
00:36:33: ich glaube, wir müssen uns wirklich von diesen ganzen
00:36:35: Konstrukten, die wir jetzt haben,
00:36:37: sehr verabschieden. Wir müssen dahin kommen,
00:36:39: viel, viel flexibler agieren zu können,
00:36:41: uns viel schneller auch Veränderungen
00:36:44: ausrichten zu können.
00:36:46: Und auch das
00:36:47: kann man viel besser, wenn man in einem
00:36:49: gemeinschaftlichen größeren Konstrukt ist,
00:36:51: dass man Dinge auffangen kann.
00:36:54: Ich glaube nicht,
00:36:55: das wird ja auch gerne gesagt, dass die
00:36:56: nachfolgenden Generationen so faul sind, die will
00:36:58: vieles nicht mehr. Ich glaube, es ist sehr
00:37:01: gesund, sich nicht mehr so auszubeugen,
00:37:03: wie man das vor viele Jahre gemacht hat.
00:37:05: Ich ja irgendwie auch mit.
00:37:07: Sondern, dass man da auf andere
00:37:09: Dinge mitachtet. Aber was
00:37:11: ich mitbekomme, ist schon auch, die wollen
00:37:13: arbeiten, aber eben in anderen Modellen.
00:37:15: Viele haben auch manchmal zwei verschiedene Jobs,
00:37:18: wollen flexibel
00:37:19: arbeiten. Und da mal genau hinzuhorchen,
00:37:21: was da an
00:37:23: Bedürfnissen nachrückt,
00:37:25: kann uns auch zu tollen neuen
00:37:28: Arbeitsformaten bringen.
00:37:29: Deswegen sehe ich das gar nicht so
00:37:31: negativ. Aber ich glaube,
00:37:33: das wird noch sehr rüttelig
00:37:34: in der nächsten Zeit werden. Ganz
00:37:37: klar haben wir hier im Land natürlich zu wenige
00:37:39: Menschen, die in Arbeit gehen.
00:37:40: Da müssen wir eben auch dran arbeiten.
00:37:42: Wir können uns ja nicht alle teilen.
00:37:46: Vieles wird
00:37:46: sicherlich auch durch
00:37:48: KI ersetzt werden.
00:37:50: Das kann ich mir vorstellen,
00:37:52: wird auch dazu führen, dass man irgendwann von diesem
00:37:54: ganz krassen Arbeitnehmermarkt wieder wegkommt.
00:37:57: Weil einfach Dinge
00:37:58: sich verschieben und sich verändern. Und eben
00:38:00: viel, viel schneller, als das vielleicht damals bei der
00:38:03: Industrialisierung war, wo auch viele
00:38:04: Arbeitsplätze weggefallen sind durch
00:38:07: den Fortschritt.
00:38:08: Das geht ja jetzt alles sehr viel schneller.
00:38:10: Aber es werden sich auch neue Dinge wieder eröffnen.
00:38:12: Und das wird sicherlich eine sehr ruckelige
00:38:14: Phase noch sein. Aber sie wird
00:38:16: uns zu etwas Neuem führen. Und da schaue ich
00:38:18: gerne drauf. Und wenn
00:38:20: ich da auf mich schaue, möchte ich genau
00:38:22: bei diesen Prozessen
00:38:24: mit dabei sein. Die Fahne
00:38:26: wirklich weiter schwenken für eine andere
00:38:28: Form der Zusammenarbeit. Ich selber möchte
00:38:30: wachsen. Ich möchte noch gerne
00:38:32: mit meiner Firma größer werden.
00:38:34: Gerne auch ein oder andere
00:38:36: Angestellte vielleicht zu haben oder
00:38:38: Partner, mit denen ich arbeite. Da tut sich ja jetzt
00:38:40: auch schon was, dass man auch da gemeinschaftlich
00:38:42: auftritt mit verschiedenen
00:38:44: Schwerpunkten, die man eben dann
00:38:46: zusammenbringen kann.
00:38:48: Aber ich liebe es, auch Trainings
00:38:50: und Workshops zu geben, da Unternehmen
00:38:53: voranzubringen. Und
00:38:54: wenn ich noch mehr Unterstützung
00:38:56: links und rechts habe und noch mehr Unternehmen
00:38:58: finde, die da bereits
00:39:00: schon mal offen sind für diese
00:39:02: Gedankenwelt, dann freue ich mich
00:39:04: Gas zu geben und das noch weiter in die Welt
00:39:06: hinauszutragen. Ja, sehr cool.
00:39:09: Dann wünsche
00:39:10: ich dir,
00:39:12: dass das so eintritt, wie du dir das
00:39:14: vorstellst und dass du
00:39:16: quasi die Arbeitswelt noch einmal
00:39:19: revolutionierst
00:39:20: und dass du viele findest, die
00:39:22: deinen, diesen
00:39:24: Gedanken aufgreifen.
00:39:26: Dieses Umdenken
00:39:28: muss wirklich stattfinden
00:39:30: und ich glaube,
00:39:32: dass du da auch eine gute Chance hast,
00:39:34: weil bei begrenzten Ressourcen
00:39:36: ist immer eine gewisse Innovation
00:39:38: wieder gefragt.
00:39:41: Und
00:39:42: ich bedanke mich sehr herzlich, dass du da warst
00:39:44: und dieses interessante Projekt
00:39:46: vorgestellt hast und dass du
00:39:48: auch gezeigt hast,
00:39:51: wie wichtig
00:39:52: das ist, auf die
00:39:54: eigenen
00:39:58: Arbeitsbedürfnisse
00:39:59: da
00:40:00: dran zu bleiben.
00:40:01: Dieser Bezug zum Menschen,
00:40:03: dieses
00:40:06: nicht auszulassen, auch wenn du
00:40:07: das in verschiedenen Situationen
00:40:10: quasi
00:40:12: gespürt hast,
00:40:14: das nicht auszulassen,
00:40:15: mitzunehmen und irgendwann dann umzusetzen
00:40:18: in einer Form, wie sie
00:40:19: für dich passend ist.
00:40:22: Also da bist du
00:40:24: wirklich quasi
00:40:25: eine Schandak, da gehst du voran
00:40:28: und das hast du super
00:40:29: gemacht und vielen Dank, dass du das
00:40:31: mit uns geteilt hast.
00:40:34: Super gerne, hat mir sehr viel Spaß gemacht
00:40:35: und ich rede immer gerne
00:40:37: drüber.
00:40:40: Also danke, dass du mich eingeladen
00:40:41: hast, hat mir viel Freude gemacht.
00:40:43: Sehr, sehr gerne. Ich bedanke
00:40:46: mich auch bei unserem lieben
00:40:47: Publikum, bei unseren Zuhörer
00:40:49: innen und hoffe, ihr habt da
00:40:51: auch viele neue Einblicke erhalten
00:40:53: und gute Ideen
00:40:55: und vor allem auch Motivation,
00:40:57: also die eigenen Bedürfnisse
00:40:59: wirklich auch ins Arbeitsleben
00:41:01: mitzunehmen und
00:41:03: dran zu bleiben. Ich freue mich,
00:41:05: wenn ihr in zwei Wochen wieder dabei
00:41:07: seid. Bitte empfehlt mich
00:41:09: und diesen Podcast weiter
00:41:11: und natürlich auch die Nadine weiter
00:41:14: und
00:41:15: schenkt uns ein paar Sternchen,
00:41:17: das wäre nicht schlecht.
00:41:19: Wir sehen uns in zwei Wochen.
00:41:21: Bis dahin. Baba.
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