Folge 63 - Vom Polizeidienst zur Beratung: Wie Elena Scherschneva ihren Neustart fand
Shownotes
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Folge 63 komplett
[Speaker 2]
Hallo, schön, dass du da bist zu einem Experiment. Und das ist jetzt auch wirklich eine recht spontane Angelegenheit. Eigentlich hätte diese Folge eine Solo-Folge werden sollen.
Und die ganze Zeit ist es irgendwie so hin und her gegangen. Ja, worüber soll ich sprechen und so. Und am Samstag habe ich einen wunderbaren Tag erlebt.
Beim LSB-Summit von Elena Scherschneva. Und bin noch irgendwie noch immer so beseelt von diesem Tag. Ich durfte da auch mit Alexandra Gillich-Brandstätter gemeinsam über Profiling referieren.
Und es war einfach so eine gelungene Veranstaltung. Das wollte ich irgendwie, hab mir gedacht, okay, das nehmen wir einfach jetzt mal zum Thema. Und besprechen das kurz.
Und nur, dass ihr ungefähr eine Idee habt. Also das hat 10 Stunden gedauert. Wir hatten viele verschiedene SprecherInnen.
Und da war zum Beispiel Hans-Jürgen Gaugl. Elena hat natürlich auch eröffnet. Es gab von Regina Kainz etwas über „Perfektionixmus“.
Ist ja etwas, was mich überhaupt nicht betrifft. Von Conny Exß gab es etwas über „Stabilität des Ichs“. Dann einen fulminanten Vortrag von Corinna Hintenberger, der große Begeisterung auch ausgelöst hat. Dann Karina Ehrenhöfer hat über „Widerstand als Wegweiser“ gesprochen. Sehr, sehr spannend.
Und dann kam unser Vortrag. Dann gab es eine Art Podiumsdiskussion von Verena Kainz, Elisabeth Rieder und Christian Rieder zum Thema „Tabu trifft Haltung“. Und dann einen sehr sympathischen Vortrag von Cornelia Maschler, die erklärt hat, wie sie ihre eigene Akademie gegründet hat. Und die mir so richtig Gusto auf Tirol gemacht hat. Und dann von Christina Haitzinger mit „Personal Branding für LSB“.
Und den Abschluss hat dann wieder Elena gemacht, gemeinsam mit Regina Kainz. Und einen sehr, sehr netten Abschluss gefunden. Und das Beste dazwischen, wir haben ja immer wieder mal Pausen gehabt.
Dann war so tolle Musik aufgelegt, dass Elena sogar die Playlist auch noch dazu hängen musste, zu den Unterlagen, weil wir alle danach gefragt haben. Genau. Und so haben wir einfach sehr, sehr viel mitnehmen können und auch wahnsinnig gute Stimmung gehabt.
Und es war wirklich eine Veranstaltung mit Mehrwert, weil als LSB konnten wir auch mit 10 Stunden Fortbildung aus dieser Veranstaltung gehen. Und für mich persönlich war es, glaube ich, das Highlight des Jahres.
Und genau deshalb, weil das so eine tolle Veranstaltung war, und weil ich ja schon vor einiger Zeit ein Interview mit Elena aufgezeichnet habe, möchte ich diesmal eben keinen Clip voranstellen, sondern dieses kurze Intro von mir. Und dann mit dem Interview von Elena fortfahren. Und ich wünsche dir viel Spaß dabei.
Baba Hamsterrad, Servus Berufung. Hallo und herzlich willkommen beim Podcast für berufliche Veränderung, Erfüllung und Sinn. Ich bin Claudia Scheer, deine Expertin für den Neustart mit all seinen Facetten.
Wenn du gerade merkst, dass du dich in deinem Job nicht mehr wohlfühlst, du um- oder wieder einsteigen möchtest, dann erfährst du hier alles über berufliche Perspektiven und Karrierewege. Hallo und herzlich willkommen. Und heute habe ich wieder einen wunderbaren Gast.
[Speaker 2]
Hallo, liebe Elena.
[Speaker 1]
Hallo, Claudia. Schön, dass ich heute bei dir sein darf.
[Speaker 2]
Ja, schön, dass du gekommen bist. Und magst du dich mal so in kurzen Worten noch vorstellen? Wer bist du?
[Speaker 1]
Ja, das kann ich sehr gerne machen. Mein Name ist Elena Scherschneva und ich bin psychosoziale Beraterin, Supervisorin, bin aber auch Unternehmensberaterin und habe meinen Schwerpunkt bei der traumsensiblen Begleitung und Beratung von Beraterinnen. Das heißt, ich berate Beraterinnen sozusagen.
War aber natürlich nicht immer so, darüber werden wir ja heute sprechen, was sozusagen vorher in meinem Leben passiert ist, das mich zu diesem Schritt überhaupt hingebracht hat. Vielleicht noch privat bin ich verheiratet, bin Mutter einer 14-jährigen Tochter, habe ein Pferd, mit dem ich sehr viel Freizeit verbringe und ja, das ist so einmal der grobe Rahmen, sage ich mal. Super, vielen Dank einmal für den ersten Einstieg.
[Speaker 2]
Und ja, dann, liebe Elena, kannst du dich noch erinnern, was du als Kind werden wolltest?
[Speaker 1]
Ja, tatsächlich. Also, da gab es mehrere Wünsche, aber ich wollte immer irgendwas so in Richtung Uniform machen. Also ich wollte Polizistin werden, dann wollte ich Privatdetektivin werden, irgendwann wollte ich, glaube ich, noch Pilotin werden oder so.
Aber das waren so eigentlich die Kindheitswünsche, das, was ich mir vorgestellt habe. Und ja, wir sehen werden auch das, was es dann tatsächlich geworden ist. Spoiler, die Pilotin war es nicht.
[Speaker 2]
Aber ich finde das interessant, dass du eben, weil viele Mädchen wollen ja Stewardess werden. Aber ich finde, die Piloten haben die viel coolere Uniform als die Stewardessen, oder? Hast du das auch so gesehen?
[Speaker 1]
Absolut, ja. Und ich bin grundsätzlich, ich hatte ja das Glück, in einer Familie aufzuwachsen, wo einfach klar war, dass man werden kann, was man möchte. Also grundsätzlich wäre Raumfahrt oder so auch, sage ich mal, in der Schwankungsbreite gewesen.
Und von dem her hat sich das dann irgendwie so ergeben, dass einfach der Wunschhorizont ein großer war.
[Speaker 2]
Und hast du irgendwie so eine Liebe zum Krimi gehabt oder noch immer vielleicht?
[Speaker 1]
Ja, habe ich noch immer, hatte ich auch früher. Also ich habe immer schon gern Krimis gelesen. Also auch dein Thema Profiling ist ja auch hochinteressant, passt da ja auch hinein.
Hat mich immer schon interessiert. Also ich habe als Jugendliche im Prinzip zwei Arten von Büchern gelesen. Das waren Krimis und Selbsthilfebücher.
Echt? Ich hätte eher so an Pferdebücher gedacht. Also vielleicht in einem bestimmten Alter.
Ja, genau, genau, auch. Aber das waren damals eher noch die Magazine, die hat es ja gegeben in der Trafik und so. Aber büchermäßig tatsächlich sehr früh in die Richtung abgebogen.
[Speaker 2]
Ja, ich auch. Meine Mutter hat mich irgendwann genommen und gesagt, so wir gehen jetzt in die Bibliothek, weil deine fünf Freundebücher, wenn du pro Tag ein Buch liest, wo soll ich die alle hernehmen?
[Speaker 1]
Ja, ich kann mich erinnern. Ich habe damals Geld gesammelt, also real so in Schilling und Groschen noch. Und dann bin ich immer in die Buchhandlung gegangen mit so einem Sack mit Kleingeld und habe das dann immer hingestellt und habe mir dann immer das neue Technikerbockerbandenbuch geholt.
Als kleines Mädchen. Und ich habe jetzt übrigens so lachen müssen, weil jetzt habe ich gesehen, dass der Thomas Brezina ein neues „Sieben Pfoten für Penny“ rausgebracht hat. Ich weiß nicht, ob du das auch als Kind gelesen hast.
Das war schon nach meiner Zeit. Ja, nein, es ist ganz, ganz spannend. Da kommen auch gleich wieder Kindheitserinnerungen hoch.
[Speaker 2]
Und wie ist es dann weitergegangen? Welche Schullaufbahn hast du dann gemacht?
[Speaker 1]
Ja, also ich habe grundsätzlich ein ganz normales Gymnasium besucht, bin aber immer schon geschwommen. Also als Kind, also nicht in der Schule geschwommen, sondern real im Wasser. Und habe sehr viel Sport gemacht eigentlich immer und habe dann gegen Ende der Oberstufe gewechselt von Schwimmen auf damals modernen Fünfkampf.
Das ist Reiten, Fechten, Laufen, Luftdruckpistolen schießen und irgendwas habe ich jetzt vergessen. Reiten, Fechten, Laufen, Luftdruckpistole und Schwimmen. Und habe dann gewechselt und das Training war in Wiener Neustadt.
Das heißt, ich bin dann mit 16 von daheim ausgezogen, bin dann nach Wiener Neustadt übersiedelt, weil das einfach mit der Hin- und Herfahrerei immer so ein Thema war. Und habe dann eben auch Schule gewechselt und bin dann ins Sportborg in Neustadt gegangen. Also immer schon sehr auf der sportlichen Seite gewesen.
[Speaker 2]
Sehr cool. Und hast du dir das bis zu einem gewissen Grad, diese Sportarten noch beibehalten oder hast du da irgendwas dann noch länger verfolgt außerhalb der Schule?
[Speaker 1]
Eigentlich nicht wirklich. Also der Sport an sich, so als Fixpunkt, ist mir geblieben. Die Pferde sind mir geblieben.
Das war irgendwie auch immer so ein Fixpunkt. Beim Schwimmen sage ich immer, ich gehe gerne ins Wasser, wenn es 35 Grad hat und mir nicht kalt wird, wenn ich mich nicht bewege. Also bewegen im Wasser will ich mich eigentlich nicht mehr wirklich.
Dafür habe ich, glaube ich, zu viel gefroren. Und ein paar Sportarten gehen mir halt schon ab, so wie das Fechten zum Beispiel. Aber das ist halt so technisch.
Da musst du wirklich regelmäßig im Training sein, damit es auch Spaß macht. Sonst hast du nur Muskelkater. Ja, aber ist geblieben.
[Speaker 2]
Und wie ist es nach der Matura dann weitergegangen?
[Speaker 1]
Nach der Matura habe ich mich hingesetzt und einmal überlegt, was ich machen möchte. Und jetzt war die Analyse nicht wirklich schwer, dass ich wusste, aber Bürojob wird es einmal nicht. Das heißt, ich bin aber auch von der Familie her so ein bisschen vorgeprägt.
Wo bei mir fast der ganze männliche Teil der Familie beim Militär war. Und das heißt, ich habe gesagt, ich möchte zum Militär, aber ich möchte nicht in irgendein Militär, sondern ich möchte zum Jagdkommando. Und dann hat mich jeder angeschaut und hat gesagt, du bist deppert.
Außerdem haben es da beim Jagdkommando noch gar keine Frauen genommen zu dieser Zeit. Also dann bin ich ja gebürtige Russin. Dann haben sie gesagt, und dann Russen nehmen es schon gar nicht.
Und auf jeden Fall, dann war irgendwie so die große Frage, was mache ich? Und dann hat mir ein Freund gesagt, nein, aber bei der Polizei, da gibt es ja auch Spezialeinheiten. Und dann könntest du ja dorthin gehen.
Und dann habe ich mir das angeschaut, habe mich damals beworben in der Polizeischule und bin auch sofort aufgenommen worden und habe quasi zwei, drei Monate nach meiner Bewerbung damals die Ausbildung dann schon gestartet. Das war dann die Berufsentscheidung.
[Speaker 2]
Wie viele Frauen waren da dabei in deinem Jahrgang?
[Speaker 1]
Weiß ich jetzt gar nicht, aber schon relativ viele. Also ich bin 2003 zur Polizei gegangen und das war schon eine Zeit, wo es tatsächlich sehr viele Mädels eigentlich gegeben hat. Also ich würde sagen, eine gute Hälfte von der Klasse waren Frauen.
[Speaker 2]
Okay, also Polizeiakademie, Police Academy schwirrt mir gerade durch den Kopf. Und wie war diese Zeit? Ja, war spannend.
[Speaker 1]
Also die Ausbildung war eigentlich wirklich interessant, war auch spannend. Es war halt immer so ein Mix aus ein bisschen Recht und ein bisschen, sage ich mal, Sportbewegung und so hat mir immer getaugt. Ich war dann auch tatsächlich relativ schnell durch meinen vergangenen Leistungssport im Polizeikader.
Das heißt, ich habe dann auch zusätzlich noch herumfahren dürfen und einfach Sport machen und war eine relativ lässige Zeit. Hat mir schon gefallen. Und dann bin ich aber rausgekommen, also wie die Schule sozusagen zu Ende war.
Die Rundausbildung hat damals 20 Monate gedauert. Und wie die dann zu Ende war, bin ich in ein Wachzimmer gekommen, ganz normal, also so wie jeder junge Polizist, jede junge Polizistin und habe dann also relativ schnell festgestellt, dass es dann vielleicht doch nicht ganz so meins, weil man einfach in der Polizei sehr hierarchisch unterwegs ist und große Überraschung, ich kann nicht gut mit strengen Führungsstrukturen, also ich bin wirklich sehr schwer zu führen, weil ich einfach wirklich einen Sinn dahinter brauche, wenn mir jemand was sagt, dann reicht es nicht, dass der einfach nur Ranghöher ist. Also dann muss schon irgendein Respekt da sein, es muss einfach ein Verständnis da sein für dieses Grundersuchen, sage ich mal und das hat mir einfach dann am Wachzimmer draußen sehr, sehr oft gefehlt. Und dann ist noch dazugekommen, ich bin in Wien aufgewachsen und sozialisiert worden, bin in Wien auch Fahrradkurier gefahren, habe mein ganzes jugendlichen Leben auf dem Fahrrad verbracht, jeder, der Fahrrad fährt in Wien, weiß jetzt, der rote Ampel ist relativ und dann steht man da als Polizist und muss genau diese Sachen strafen und ich bin dann dort gestanden und habe gedacht, nein, das macht für mich überhaupt keinen Sinn.
Also da waren einfach persönliche Herausforderungen mit dem System, nennen wir es mal so.
[Speaker 2]
Und hat sich dann irgendwas Interessantes aufgetan für dich in so Spezial- Einheiten von der Polizei, Kriminalpolizei oder so irgendwas?
[Speaker 1]
Ja, genau, also ich war dann nach drei Monaten am Wachzimmer, war ich dann kurz vor dem Verzweifeln, also ich habe mir dann wirklich gedacht, okay, ich kann das einfach nicht. Also es gibt viele Menschen, die sind super dafür geeignet, ich war es nicht. Und ich habe dann nach Fluchtmöglichkeiten gesucht, ich formuliere es mal so und wollte dann eigentlich schon in die Militärakademie wechseln, also die Idee mit der Uniform ist mir geblieben und habe dann aber in der Zeit, wo das war, ist eine COBRA-Ausschreibung gekommen und die COBRA ist die Sondereinheit der Polizei.
Dann habe ich mir gedacht, hey, klasse, da melde ich mich an und dann schaue ich mal, ob ich das schaffe. Leistungssport war dann auch relativ frisch im Körper und wie dann aber die Aufnahmeprüfung war, hat mein damaliger Lebensgefährte eine Operation gehabt und hat zu Hause bleiben müssen, musste auch daheim betreut werden und die Aufnahmeprüfung war damals noch so richtig mit Kasernierung und so, also da hat man nicht zu Hause schlafen können und dann habe ich gesagt, okay, schweren Herzens, das geht jetzt nicht, ich muss zu Hause bleiben. Und dann habe ich mir einen sogenannten Pflegeurlaub genommen, war dann daheim mit dem und in diesem Pflegeurlaub habe ich dann einen Anruf bekommen und das war jemand, der von einer Lehrerin von mir einen Namen gehabt hat, der war vom Bundeskriminalamt und zwar von der Abteilung zur Bekämpfung der russischen organisierten Kriminalität, also Russenmafia, genau das, worüber ich tausende Bücher gelesen gehabt habe und der hat dann gesagt, hey, pass auf, du sprichst doch russisch, wir brauchen einen Dolmetscher, magst nicht zu uns kommen.
Und ich habe mir das dann überlegt, habe dann gesagt, ja, eigentlich warum nicht und habe mir dann noch in dieser einen Woche Pflegeurlaub, habe ich mir dann einen Termin ausgemacht eben mit dem Bundeskriminalamt und bin dann nie wieder ins Wachzimmer zurückgekommen. Bin dort dann Picken geblieben sozusagen, ja.
[Speaker 2]
Und ich nehme einmal an, du hast nicht nur übersetzt, oder?
[Speaker 1]
Nein, nein, also am Anfang hat das... Ich war insgesamt 13 Jahre im Bundeskriminalamt, also ziemlich lange Zeit. Ich habe angefangen tatsächlich damit, dass ich eben bei den Übersetzungen geholfen habe.
Es hat sich aber relativ schnell herauskristallisiert, dass ich in diese ganze Gruppe wirklich gut rein passe und ich war damals ja noch junge Inspektorin, also das war überhaupt nicht vorgesehen, dass ich da irgendwo im Bundeskriminalamt herum hüpfe. Und auf jeden Fall, ich bin dann relativ lang dort geblieben, ohne fixe Stelle, also das war so eine Dienstzuteilung sozusagen, da leitet man sich einfach hinaus. Und habe dann bei der nächsten Gelegenheit aber einen Kriminalbeamtenkurs gemacht, das ist so ein Fortbildungslehrgang für die mittlere Führungsebene.
Und habe dann zu dieser Zeit eben schauen müssen, dass ich wirklich auch eine Planstelle für einen fixen Posten bekomme. Und habe mich dann wegbeworben von dort, wo ich war zur Geldwäscheprävention. Also das war dann so der nächste große Schritt, dass ich dann gesagt habe, okay, dann schaue ich einfach und gehe einmal rüber.
[Speaker 2]
Geldwäsche. Wow, spannendes Thema. Erkläre mal das für den Laien.
Wie funktioniert Geldwäsche?
[Speaker 1]
Geldwäsche funktioniert im Grunde recht einfach. Da geht es einfach darum, wenn ich jetzt Straftaten begehe, also ich breche irgendwo ein oder raube irgendwen aus oder kassiere irgendwo Erpressungsgeld oder verkaufe Drogen oder so, dann habe ich ja ein Geld, das sozusagen nicht legitim ist. Also das kommt dann halt aus dieser strafbaren Handlung.
Und bei der Geldwäsche versucht man dann, dieses Geld in die Wirtschaft wieder reinzubringen, so dass ich es nutzen kann. Also wenn ein Drogenhändler sich zum Beispiel ein Lamborghini kaufen möchte, dann wird ihn vermutlich der Autohändler fragen, hey, woher hast denn du die Kohle? Und dann kann er schlecht sagen, naja, Drogenhandel lief halt gut in der letzten Zeit.
Das heißt, er braucht irgendeine Story, er braucht irgendwas, was er dem erzählen kann und genau dieser Prozess ist im Grunde Teil dieser Geldwäsche. Das heißt, es geht darum, dass ich kriminelles Geld wieder nutzbar mache für den Kriminellen. Das ist natürlich illegal, das heißt, das versucht man zu unterbinden und zu bekämpfen.
[Speaker 2]
Ohne dass du jetzt irgendwelche Geheimnisse ausplauderst, aber hast du bei dieser ganzen Geschichte mal so einen besonders spannenden Fall gehabt?
[Speaker 1]
Viele. Also ich glaube, der spannendste Fall war, wie einmal in Österreich ein durch das FBI gesuchter Verbrecher festgenommen worden ist. Das war der Dimitri Viertas, da hat es damals sehr, sehr viele Berichterstattungen gegeben, ist bei dem eine Kaution angesetzt worden und diese Kaution war eine der höchsten in der Geschichte.
Das waren 175 Millionen Euro, die er hinterlegen hat müssen. Und das hat er dann getan und das war eine Banküberweisung. Und da habe ich dann auch entscheiden müssen, kann man jetzt dieses Geld sozusagen annehmen oder geht das nicht?
Oder muss das die Bank sozusagen zurückschieben? Aber das war zum Beispiel so ein ganz großer spektakulärer Fall, weil es da einfach um viel gegangen ist, weil da auch sehr viel Geld drinnen war. Aber es waren einige spannende Fälle im Laufe dieser ganzen vielen Jahre dabei.
[Speaker 2]
Also es hört sich auf jeden Fall jetzt nicht so nach der eintönigen Schreibtischarbeit an, oder?
[Speaker 1]
Am Anfang war ich schockiert, weil ich bin gekommen aus einer Umgebung, im anderen Büro, wo wir die organisierte Kriminalität bekämpft haben, da sind wir einfach viel rausgefahren, da war viel Action dabei, Blaulicht fahren, irgendwie verdeckt ermitteln, zivil halt irgendwo in Wien um den Tumm krebsen, oder halt auch schnell einmal mit dem Hubschrauber nach Graz fliegen oder so. Das waren so Sachen, die waren normal. Und dann bin ich in diese Geldwäschemeldestelle, heißt diese Stelle, bin ich dann gekommen und habe festgestellt, okay, das reine Schreibtischarbeit, also 100 Prozent eigentlich das, was ich nie machen wollte.
Und dann war noch dazu ein Kollege mit mir im Zimmer, das war noch die Zeit, das war so 2008, 2009, der hat zwei Packl Muts am Tag geraucht. Und wenn ich rausgegangen bin aus dem Büro, mich hat es so gerissen, also es war ganz, ganz, ganz, ganz furchtbar eigentlich. Und dann habe ich eben lange überlegt, was mache ich jetzt damit?
Und das ist wirklich so weit gegangen, dass ich dann auch wirklich damals psychologische Beratung auch in Anspruch genommen habe, weil ich gesagt habe, es geht nicht. Also ich kann mich kaum mehr überwinden, dass ich in dieses Büro gehe. Ich hasse einfach alles dran.
Das war eine ganz intensive Zeit, sage ich mal. Und die Dame hat dann zu mir gesagt, na ja, du Elena, überlege mal, jetzt bist du halt in der Situation grundsätzlich drinnen, was kannst du daraus machen? Und dann habe ich mich erinnert, okay, ich habe vor einiger Zeit eben mit dem Jus-Studium angefangen, habe das dann wieder abgebrochen und dann habe ich mir gedacht, na ja, dann könnte ich das wieder aufnehmen und schauen, dass ich das schnell fertig mache.
Und das habe ich dann auch gemacht und habe dann im Zuge des Ganzen die Leitung der Geldwäschemeldestelle übernommen. Und dann ist wieder für mich deutlich lustiger geworden, weil das war wieder eine Position, die mit sehr viel Reisetätigkeit zu tun gehabt hat, auch viel Planung, viel Entwicklung und wo ich mich wieder einfach mehr bewegen konnte. Was ich ganz schlecht kann, ist, wenn ich sozusagen eine Aufgabe habe in einem bestimmten Rahmen und dann muss ich genau diese Aufgabe genauso ausführen, funktioniert mit meiner Persönlichkeit nicht.
Das ist eine ganz schlechte Idee.
[Speaker 2]
Das wäre meine nächste Frage gewesen. Bist du vielleicht ein ganz kleines bisschen Adrenalin-Junkie?
[Speaker 1]
Möglich. Also Adrenalin-Junkie vielleicht weniger, aber definitiv ich erschaffe gern. Ich glaube, das ist der Punkt.
Ich erschaffe gern, ich verwirkliche gern und für mich ist es einfach so, wenn ich eine Idee habe, dann möchte ich diese Idee jetzt umsetzen. Also dann möchte ich nicht drei Jahre warten und mir keine sieben Genehmigungen einholen und mir auch nicht anhören müssen, warum diese Idee jetzt blöd ist, weil ich mir dann einfach denke, also das ist in manchen Situationen ein Vorteil und in manchen ein Nachteil, wo ich mir einfach denke, okay, aber nur weil sich das Gegenüber nicht vorstellen kann, der weiß ja gar nicht, von was ich rede, wird man ja sehen, wie leidend das dann ist.
[Speaker 2]
Okay, also keine Frage dem Macher.
[Speaker 1]
Kann ich dir vielleicht ein lustiges Beispiel sagen? Im Geldwäsche-Bereich hat es in Deutschland immer so coole Konferenzen gegeben und im Geldwäsche-Bereich war das so, da war bei uns irgendwie so mei, also war niemand da und ich habe dann gesagt, okay, wir brauchen eine Geldwäschetagung in Österreich. Also wir müssen schauen, dass wir eine Sache machen, wo wir alle zusammenbringen und bin dann damit zu meinem Chef gegangen und der hat mich angeschaut und gesagt, okay, Wahnsinnige, zurück an deinen Platz.
Und ich habe dann darüber nachgedacht und bin ich zu ihm nochmal hingegangen und habe ich gesagt, du pass auf, du wirst keine Belastung haben damit, du wirst das nicht merken, ich werde dadurch auch nicht weniger arbeiten oder so. Ich habe einen ganz genauen Plan, ich weiß schon ganz genau, wen ich frage und darf ich mir zumindest einmal die Leute holen und quasi mit ihnen reden. Und dann habe ich mir diese Leute geholt, habe dann mit ihnen geredet und jeder hat die Idee toll gefunden mit dem Ergebnis, dass es jetzt, glaube ich, mittlerweile die achte Geldwäschetagung oder so gibt oder die neunte so irgendwie.
Also auf jeden Fall ist das jetzt wirklich eine regelmäßige jährliche Institution geworden, wo bis zu 300, 400 Leute aus der Branche zusammenkommen und das ziehen alle mit, alle Ministerien, die Wirtschaftskammer, das Bundeskriminalamt, ist eine tolle Sache. Und das ist zum Beispiel so ein Beispiel, dafür brauchst Raum, dafür musst du zumindest machen dürfen.
[Speaker 2]
Ja, super. Ja, aber irgendwie, irgendwann war ja dann auch Ende Gelände, oder?
[Speaker 1]
Genau, genau. Also ich war, ich überlege nur gerade, dass ich mich da zahlenmäßig nicht vertue, aber ich war sechs Jahre lang Leiterin von der Geldwäschemeldestelle und der ganze Job hat aber so ausgeschaut, dass ich im Grunde an der Spitze dort alleine war. Also ich habe keinen Stellvertreter gehabt, war aber gleichzeitig die Stellvertreterin für unseren Büroleiter, der mit einem Fußschuh in der Pension war.
Das heißt, er hat jetzt nicht mehr wirklich viel gemacht und habe übergehabt die Schulung, das ganze internationale Dienstreisen. Also ich war zwei, dreimal im Monat irgendwie unterwegs, beruflich und das Ganze war dann sehr, sehr anstrengend tatsächlich. Also ich habe einfach gemerkt, dass mir komplett der Saft ausgeht und an irgendeinem Punkt wollte ich dann einfach schon nicht mehr, weil sich dann auch die Arbeitsbedingungen ein bisschen schon geändert haben und es war halt insgesamt irgendwie nicht mehr so cool, wie es am Anfang war.
Und ich erinnere mich da an eine Situation, ich habe während meiner Zeit als Leiterin angefangen, die ganze Lebens- und Sozialberaterausbildung zu machen. Also ursprünglich bin ich eingestiegen über das NLP, das Neurolinguistische Programmieren und habe dann dort im Basisseminar direkt den ganzen Lebens- und Sozialberater dazu gebucht, weil ich einfach dort drinnen gesessen bin und mir gedacht habe, wow, ja das war wirklich mindblowing sozusagen, was ich da alles gehört habe, habe ich mir gedacht, ja das ist genau das, was ich machen möchte. Und im Zuge dieser Ausbildung kam dann auch noch so eine Persönlichkeitsveränderung ein bisschen dazu, wo ich dann einfach am Ende des Tages mir gedacht habe, okay, das ist nicht das Leben, das ich mir in den nächsten 15 oder 15 Jahren vorstelle.
Und das war aber damals gerade eine Zeit, wo mein Chef dann schon in Pension war, es ist auch um die Besetzung von der nächsten höheren Führungsebene gegangen und mir hat immer jeder gesagt, du kriegst den Job, aber es hat sich einfach nichts getan. Und ich bin dann irgendwann einmal zum Direktor gegangen und habe dann zu ihm gesagt, du pass auf, mir ist mittlerweile wurscht, wirklich egal, ob ich den kriege oder nicht kriege, aber setz dort bitte irgendwen hin, weil ich bin allein, ich mache drei Arbeitsplätze im Grunde und das funktioniert einfach nicht. Und der hat damals gesagt, du Elena, das ist ja alles ganz klar, du wirst das, also warte noch ein bisschen.
Und dann bin ich dort rausgegangen aus dem Büro und das werde ich nie vergessen und habe mir dann gedacht, scheiße. Nein, weil ich bin dann in dem Moment draufgekommen, ich hätte mir echt gewünscht, dass er sagt, keine Ahnung, bitte hau dich über die Häuser oder ich weiß es nicht, du wirst das nie werden und wir hassen dich alle, weil dann hätte ich einfach die Möglichkeit gehabt, dass ich den Hut drauf haue und dass ich dann einfach sage, okay, wenn das so ist, dann machen wir Exit-Szenarien. Und das ist aber einfach nicht gekommen.
Und dann habe ich wirklich im Büro mich hingesetzt, dann habe ich mal am Balkon, ich bin grundsätzlich nicht Raucherin, aber ich habe am Balkon einmal zwei Zigaretten geraucht, habe einmal darüber nachgedacht und habe mich dann hingesetzt zu meinem Computer und habe einen Karenzierungsantrag geschrieben. Weil ich einfach verstanden habe in diesem Moment, wenn ich diese Entscheidung für mich nicht treffe, wer anderer wird es nicht tun. Und das war so ein ganz großer Moment, da gibt es diese kleinen großen Momente im Leben, wo du genau weißt, da ist jetzt was passiert und das war genau so ein Moment.
Und ich habe dann diesen Karenzierungsantrag abgegeben, der ist dann ewig liegen geblieben, ist nicht bearbeitet worden. Ich habe den neun Monate vorher abgegeben, vor dem Zeitpunkt, weil ich gesagt habe, wegen Nachbesetzung, Einschulung ist ein komplexes Thema, ist jetzt alles nicht so einfach. Und habe dann bis drei Monate vor dem Datum noch keine Rückmeldung gehabt, ob das überhaupt möglich ist.
Und dann habe ich mir gedacht, okay, das funktioniert jetzt so auch nicht. Und habe dann im Grunde den Austritt erklärt. Ich habe dann den Zettel abgegeben und habe dann gesagt, dass ich mit Jänner komplett aussteige.
[Speaker 2]
Was ist das, was du dir aus deiner Zeit bei der Polizei und auch aus diesen verschiedenen Perspektiven, die du da miterlebt hast, auch mitnimmst?
[Speaker 1]
Also ich glaube, ganz stark habe ich mir mitgenommen, dass die Realität etwas sehr Relatives ist. Es gibt fast nichts, was man nicht verändern kann. Und ich habe sogar wirklich mit kleinen Ideen Gesetze verändert.
Also man kann eigentlich fast alles machen, man muss es nur tun. rein fachlich, sage ich mal, habe ich mir natürlich mitgenommen, wie einfach der ganze Behördenapparat funktioniert. Wie das Denken vom öffentlichen Dienst funktioniert.
Und das ist natürlich auch super wertvoll. Also auch jetzt, weil ich einfach verstehe, wie Behörden ticken. Das war auch so ein Punkt.
Und dieses nicht aufgeben. Also, dass man selbst im starresten Konstrukt, sage ich mal, und der öffentliche Dienst ist jetzt nicht so super flexibel. Und ich habe das im Grunde damals wirklich hinbekommen, dass ich dort ziemlich tun und lassen konnte, was ich wollte.
Das funktioniert. mit, sage ich mal, den richtigen Argumenten und so. Es ist natürlich immer ein bisschen trotzdem, das System wehrt sich dann auch.
Aber das ist so das große Learning, auch wenn es sogar dort funktioniert hat. Funktioniert alles.
[Speaker 2]
Ja, sicher. Ja, es ist oft nur mal eine Frage der Argumentation und wahrscheinlich auch, dass du an die richtigen Leute kommst und von den richtigen supported wirst. Das ist halt schon auch wichtig.
[Speaker 1]
Ja, absolut. Aber dass das manchmal gar nicht so ein großer Schritt ist. Weil sich Leute auch tatsächlich oft freuen, wenn du ihnen einfach was vorschlägst.
Wenn du auf sie zugehst. Weil viele Leute kommen auf bestimmte Ideen gar nicht. Und wenn du das denen dann aber erklärst und sagst, das ist eigentlich eine coole Idee, dann machen wir das.
[Speaker 2]
Was ich so wichtig finde an deiner Entwicklung bei der Polizei, das ist etwas, was ich auch Menschen vorschlage, wenn sie sagen, sie sind in ihrem Job jetzt unglücklich. Und was ich auch selbst in meinen eigenen Dingen mache, ich bin immer sehr lange als ein sehr loyaler Mensch. Ich bin immer sehr lange in den Firmen drin geblieben.
Aber wenn es nicht mehr so passt hat, habe ich mich intern verändert. Da habe ich immer geschaut, wo kann ich meine Kompetenzen besser einbringen. Und du hast das genauso gemacht.
Und dabei bist du auch noch die Karriereleiter nach oben gestiegen. Aber wie heißt es so schön, was ausschaut wie die Karriereleiter kann sich auch zum Hamsterrad entpuppen. Das habe ich irgendwo mal gelesen.
Ja. Aber irgendwann muss man dann eine Entscheidung treffen, wenn das sich halt auch nicht mehr ausgeht.
[Speaker 1]
Ja. Und vor allem, ich glaube halt, weil du Loyalität jetzt angesprochen hast. Man denkt halt oft, oder sagen wir so, viele Menschen, mit denen ich gesprochen habe, haben mir gesagt, dass sie dann schnell das Gefühl haben, wenn sie sich dann für etwas anderes entscheiden, dass das dann illoyal ist.
Und ich glaube, die Karin Kuschik hat das mal in ihren 50 Sätzen, die das Leben leichter machen, ich weiß nicht, ob du die kennst, wenn nicht, schaust an oder hörst an bei Audible, ist sensationell. Und die hat einmal diesen Satz gesagt, das ist keine Entscheidung gegen dich, das ist eine Entscheidung für mich. Und ich glaube, dass das so eine ganz wesentliche Komponente ist, dass man sich halt oft einfach auch für sich entscheidet und das sehr oft aber beides nebeneinander nicht möglich ist, sei es jetzt im Berufsleben, in der Beziehung, bei was auch immer.
[Speaker 2]
Ja stimmt, aber Loyalitätskonflikte sind oft so mal das Thema, warum jemand lange in einem ungesunden Arbeitsverhältnis bleibt.
[Speaker 1]
Ja.
[Speaker 2]
Bis halt dieser Punkt erreicht ist, so wie bei dir auch, also mit der Karenzierung, die softe Variante hat nicht funktioniert. Und irgendwann ist halt wirklich Schluss und dann muss man die Entscheidung treffen und die Konsequenzen ziehen.
[Speaker 1]
Absolut, ja. Und ein Loyalitätskonflikt, das habe ich ja auch erst Jahre später verstanden, da hat ja miteinander nichts zu tun, sondern das ist ja eine Geschichte, die hundertprozentig bei dir selber im Inneren stattfindet, weil halt einfach verschiedene Persönlichkeitsanteile, sage ich mal, verschiedene Dinge wollen. Das heißt, den wirst du nicht los, wenn du dich nicht darum kümmerst.
Also wenn du nicht lernst, mit deinen Loyalitätskonflikten umzugehen, selbst wenn es sich oft von allein erledigt, weil das heißt ja oft, dass Leute zum Beispiel, keine Ahnung, in einer unglücklichen Beziehung zum Beispiel drinnen sind oder eben in einem unglücklichen Berufsverhältnis und die dann einfach oft darauf warten und hoffen, dass sie entlassen werden vom Anderen, damit sie selber nicht diese Entscheidung treffen müssen.
Aber ich glaube halt, dass keine Entscheidung zu treffen ist halt auch eine Entscheidung und keine besonders gute, ganz unter uns gesagt.
[Speaker 2]
So ist es. Tatsächlich braucht es dann diese Entscheidung. Wie ist es dir dann nachgegangen?
Du bist aus dem Polizeidienst ausgeschieden und was hast du dann gedacht?
[Speaker 1]
Ach, nicht viel. Also ich bin im Dezember, ich war damals Ende Dezember ausgeschieden und habe von Jänner bis März, glaube ich, die Zeit grundsätzlich heulend auf meiner Wohnzimmercouch verbracht. Das ist jetzt wenig rühmlich, aber für mehr war einfach kein normaler Prozess.
Das heißt, ich bin einfach dort gesessen und war also sehr, sehr wenig belastbar, sagen wir es so. Und irgendwann war es aber so, also ich habe damals, wie ich dann ausgetreten bin, habe ich gesagt, okay, irgendwas muss ich machen. Es war dann von den Zahlungsmodalitäten so, bei uns wurde das Gehalt immer mit Rückstand ausgezahlt und das heißt, ich habe dann ein, zwei Monate grundsätzlich noch ein bisschen an Spielraum gehabt, einfach zum Liegen und Atmen und Nachdenken.
Und bin dann auch beim AMS ins Unternehmensgründungsprogramm reingegangen und hatte da aber eigentlich noch wirklich keine Ahnung, was ich gründen werde. Also das war irgendwie so, also ich habe gewusst, okay, Fixanstellung woanders kommt für mich nicht in Frage, weil ich das einfach auch rein emotional, energetisch von der Kraft her zu dem Moment auch überhaupt nicht geschupft hätte. Und dann habe ich eben gedacht, okay, so, dann schauen wir halt, was die Selbstständigkeit so hergibt.
Und ursprünglich war der Plan damals schon, dass ich eigentlich so in die psychosoziale Beratung irgendwie reingehe, aber ich habe aber auch gemerkt, ich bin überhaupt nicht bereit dafür.
[Speaker 2]
Und also, ja, es kommt jetzt drauf an, aber es ist eigentlich gar nicht so einfach, die Leute beim AMS davon zu überzeugen, dass man in dieses Unternehmensgründungsprogramm will, weil man ja ihnen da schon eine Idee verkaufen muss. Was hast du ihnen verkauft?
[Speaker 1]
Genau, genau, also ich habe ihnen das Einzige verkauft, was ich konnte, und das war die Geldwäscheprävention. Das heißt, ich bin dort hingegangen, habe ihnen gesagt, ich bin die allerbeste Expertin zu dem Thema, die es in Österreich gibt. Und wenn ich das nicht schaffe, mich damit selbstständig zu machen, dann schafft das einfach niemand.
Und habe denen also irgendeinen Businessplan auf den Tisch gezaubert und dann gesagt, okay, dann probieren wir es halt einmal so. Und das haben sie aber auch genommen, also die haben dann auch gesagt, ja, ist gut. Und ich hatte dann wahnsinniges Glück, weil du ja in diesem Unternehmensgründungsprogramm kannst du ja Beraterinnen und Berater kriegen, wirklich von bis.
Und ich habe damals bekommen eine Dame, die war wirklich schon, glaube ich, sogar knapp über 60 schon, also im pensionsfähigen Alter war aber noch dort, die selber in ihrem Leben jahrelang in internationalen Konzernen gearbeitet hat auf See-Ebene. Also die war in Dubai, die war irgendwo in Katar, sie war überall, also so Paris, London, New York-mäßig. Und hat bei wirklich großen Unternehmen gearbeitet und irgendwann ist sie durch einen persönlichen Schicksalsschlag in ihrer Familie draufgekommen, dass sie gern der Gesellschaft was zurückgeben würde und hat sich dann eben beim AMS für dieses Unternehmensgründungsprogramm beworben und ich habe sie dann als Betreuerin bekommen und das war halt ganz toll, weil wir da wirklich so auf einer guten Arbeitsebene uns austauschen konnten. Weil das ist, finde ich auch, das ist immer schwierig.
Ich weiß nicht, wie du das siehst, aber die Erfahrung habe ich gemacht, wenn du halt im Leben einfach schon relativ viel gesehen hast und relativ viel gemacht hast und relativ viel entschieden hast, dann ist es ganz, ganz schwierig, Menschen zu finden, die dich wirklich abholen und weiter pushen können. Also das ist nicht einfach und sie war aber genau so eine Dame und von der habe ich wahnsinnig viel gelernt. Also das war wirklich ein Geschenk und dann hat sich das halt so ein Schritt nach dem anderen ergeben, dass damals dann auch die, also meine Kundinnen, meine Kunden einfach mitbekommen haben, dass ich nicht mehr bei der Behörde bin, dass ich aber eben im Schulungsbereich jetzt anfange und das ist dann eigentlich super gut angelaufen von Anfang an.
Also du bist in den Schulungsbereich gegangen. Genau. Genau, also das ist jetzt auch so mein erstes, zweites Standbein, wie auch immer, dass ich eben Schulungen, Training mache, auch viel mit Online-Produkten.
Ich habe mir da über die Jahre hinweg jetzt eine Online-Plattform auch mit Kursen und Schulungen aufgebaut und bin da eigentlich super happy, wie sich das entwickelt.
[Speaker 2]
Aber es geht immer noch um das Thema Geldwäsche. Genau.
[Speaker 1]
Schulungen für diesen Bereich. Genau, das ist so mein Hauptstandbein momentan, weil irgendwas muss da ja auch die Rechnungen sein, sage ich mal. Ganz platt.
Aber ich habe halt auch gemerkt, dass einfach dieses Geldwäschethema, ich bin jetzt seit mittlerweile sieben Jahren selbstständig, also schon relativ eine Zeit lang. Und da habe ich dann schon gemerkt, nach fünf, sechs Jahren, das beginnt jetzt einfach wirklich stabil zu laufen. Nach dem Motto, wenn ich das Kind jetzt alleine lasse, dann verhungert es nicht.
Und jetzt habe ich seit wirklich zwei Jahren oder so den Platz und den Raum jetzt auch und wirklich, sage ich mal, auch die Energie auch dafür, das ist nicht ganz unwesentlich, dass ich jetzt das sozusagen aufbaue, was ich eigentlich immer schon machen wollte. Und das ist eben dieses gesamte Coaching- und Beratungsbusiness.
[Speaker 2]
Und da hast du dich ja auf auch ein sehr spezielles Thema.
[Speaker 1]
Genau, also traumsensible Begleitung und ich habe dann lange überlegt, wen will ich denn überhaupt begleiten? Und bin dann drauf gekommen, ich möchte Berater begleiten. Weil einfach gerade in der Beratung es urwichtig ist, dass man die eigenen Geschichten irgendwie im Griff hat.
Und die Ausbildung leistet das aber nicht, wenn wirklich viel Geschichte da ist. Also du hast in dieser Zeit, die die Ausbildung dauert, hast du keine Chance, dass du wirklich sehr, sehr tief verankerte Kindheitsgeschichten integrierst. Also in der Regel ist es so, wenn du mit der Ausbildung fertig bist, dann weißt du schon so ungefähr, was bei dir alles läuft.
Also du hast das alles einmal gesehen. Aber was ich die Erfahrung gemacht habe und auch bei mir selber einfach die Erfahrung gemacht habe, du hast überhaupt keinen Plan, wie du das jetzt noch angreifen kannst. Weil dann einfach die Grundidee da ist, okay, jetzt hatte ich 1000 Stunden Ausbildung.
Jetzt hatte ich meine, keine Ahnung, 100 Stunden Supervision und Selbsterfahrung in den verschiedensten Formen. Und wenn es jetzt noch nichts geholfen hat, dann bleibt das ja vielleicht so. Und genau da setze ich dann an.
[Speaker 2]
Und diese traumasensible Begleitung, also erklär einmal bitte für den Laien, was ist traumasensible?
[Speaker 1]
Was heißt das? Also traumasensible heißt im Grunde, im Englischen ist der Ausdruck ein bisschen schöner, das heißt trauma informed. Also trauma informiert sozusagen.
Traumasensible bedeutet nichts anderes als, dass man einfach die neurologischen Zusammenhänge kennt im Körper. Also dass man einfach weiß, was kann ich auf psychischer Ebene ansprechen. Ich formuliere es mal so.
Und wo muss ich wirklich tiefer in den Körper hineingehen, dass man auch weiß, wie Trauma überhaupt entsteht, was für Arten von Trauma es gibt, weil wir dürfen ja als LSB auch nicht mit, sage ich mal, schwer primär traumatisierten Menschen arbeiten. Also wenn jetzt jemand aus einem Kriegsgebiet kommt und dort, keine Ahnung, im Wochenrhythmus irgendwie misshandelt oder vergewaltigt wurde oder so und dann noch beide Eltern verloren hat und so weiter, dann hat er bei uns als LSB nichts verloren. Und was ich besonders anspreche, sind eben Bindungs- und Entwicklungstrauma.
Das ist etwas, was wahrscheinlich in unserer Gesellschaft eigentlich einfach auch kriegsbedingt, also wir hatten ja von nicht so vielen Generationen doch einige Kriege auch. Also alles, was in der Bindung, in der Entwicklung da sein hätte sollen, aber gefehlt hat. Und das wäre jetzt auch nichts, was der Psychotherapeut diagnostiziert.
Also ja und das sind dann eigentlich, bei Trauma geht es viel um die interne Verarbeitung, das heißt jeder verarbeitet Ereignisse anders. Aber wenn du jetzt zum Beispiel als Kind sehr früh auf dich selber gestellt warst, wenn du gewisse Caring-Arbeiten zu Hause übernehmen hast müssen, weil die Eltern, keine Ahnung, den ganzen Tag berufstätig waren oder Alkoholiker waren oder vielleicht drogenabhängig oder wo vielleicht, sage ich mal, zwischen Mutter und Vater man ständig vermitteln musste oder es gewalttätige Elternteile gab, dann sind das oft so subtile Sachen, an die man sich vielleicht gar nicht unbedingt erinnert, die aber einfach in weiterer Folge in Mustern sich ausdrücken, die im Leben ständig hineinwirken. Das kann sein, dass du dich eben schlecht abgrenzen kannst, also dass du grundsätzlich sehr, sehr schlecht Nein sagen kannst.
Das kann sein, dass du, wir haben vorher das Thema Loyalitätskonflikt gehabt, dass du ständig Loyalitätskonflikte in dir hast. Es kann sein, dass du dich immer in diesen Situationen dann eher für die Bedürfnisse des anderen entscheidest, als für deine selbst. Es kann sein, dass du megaperfektionistisch wirst.
Es kann sein, dass du sehr, sage ich mal, wenig unterstützende Abwehrreaktionen entwickelst, also vielleicht schnell wütend wirst oder so irgendwas. Oder ganz im Gegenteil, du schaltest komplett ab und wirst ganz passiv, wenn dein Körper glaubt, er ist in Gefahr. Und der Körper sieht das aber aus Perspektive eines Fünfjährigen zum Beispiel.
Also das ist überhaupt nicht mehr aktuell, was da stattfindet. Und in dem ganzen Umfeld, sage ich mal, gibt es wahnsinnig viel, was man machen kann, was aber eben wirklich noch unter der Schwelle einer Traumatherapie zu einer klassischen liegt, sondern wo man wirklich sagt, das ist noch Beratung, Begleitung, da geht es wirklich darum, wenn diese ganzen Reaktionen, Mechanismen, Emotionen da sind, wie gehe ich damit um, wie integriere ich sie so, dass es im Alltag für mich einfach in Zukunft gut weitergehen kann. Weniger dieses, ich gehe jetzt in die Kindheit und bohr dort irgendwo rum, sondern wie gehe ich weiter mit dem, was ich schon in meinem Rucksack drinnen habe und wie kann ich diesen Rucksack vielleicht auch erheblich leichter gestalten.
[Speaker 2]
So ein bisschen ausmustern halt. Im wahrsten Sinne des Wortes, oder?
[Speaker 1]
Ja, was dient mir nicht mehr, was hat vielleicht seinerzeit einmal wirklich einen guten Zweck gehabt und das ist ja auch ein ganz wichtiger Punkt, weil viele Menschen kommen zu mir und sagen dann, ich bin so perfektionistisch und ich will diesen Perfektionismus loswerden. Und das funktioniert so aber nicht, weil das ja was, das hat ja irgendwann einmal den Arsch gerettet, so habe ich für den Ausdruck, aber wenn es diesen Perfektionismus nicht gegeben hätte, dann hättest du vielleicht ganz, ganz grobe Probleme schon gehabt als Kind oder wärst nicht geliebt worden oder keine Ahnung, irgend sowas, also wirklich bedrohliche Szenarien. Das heißt, da geht es auch wirklich viel darum, wie kann ich das, was da ist, einfach so integrieren, dass es okay ist, dass es da sein darf, aber nicht mein Leben bestimmt.
[Speaker 2]
Ja, sehr spannend. das heißt, du begleitest Beraterinnen, also quasi Unternehmen, machst quasi Unternehmensberaterin.
[Speaker 1]
Im zweiten Stand bin ich jetzt, oder? Ja. Es ist ein Mix, weil dadurch, dass ich ja sozusagen selber Führungskraft war, ich bin Juristin, ich habe selber Unternehmen aufgebaut, das nach sieben Jahren offenbar noch irgendwie funktioniert, eigentlich sogar sehr gut und sehr erfolgreich.
Das heißt, ja, aus unternehmerischer Sicht schon auch viel, was ich mitgeben kann und meine Begleitung ist so ein Mix, das heißt, man schaut einfach, wo habe ich als Beraterin, als Berater vielleicht noch meine Traumatrieger, meine Reaktionen, die mich einfach zurückhalten, entweder in der Interaktion mit dem Klienten, also das kann ja auch zum Beispiel so sein, dass man einfach mit Klienten zum Beispiel nur sehr schwer umgehen kann, oder dass man sich wahnsinnig schwer tut, dass man an Preis festlegt. Es kann sein, dass man Schwierigkeiten hat, zur Öffentlichkeit zu kommen, es kann sein, dass man vielleicht einfach nur rein rechtlich ansteht und sagt, okay, ich habe jetzt Doppelbelastung, weil ich bin Kindergärtnerin mit 40 Stunden und habe nebenbei die Lebens- und Sozialberaterausbildung gemacht und eigentlich würde ich gerne umsatteln, wie mache ich denn das überhaupt? Und das sind eben alles so Themen, vor allem, wie mache ich das, dass das für mich okay ist, dass das für mein Umfeld okay ist, weil natürlich der ganze Traumahintergrund da bringt ja auch mit sich, dann möchte man vielleicht ein Business aufbauen, aber man möchte zum Beispiel die Familie nicht enttäuschen, oder man weiß nicht, wie man da mit seinem Partner darüber redet, oder vielleicht gibt es dann noch Partnerinnen und Partner, die einfach sagen, du, das, was du da machst, ist völlig esoterischer Umfug, keine Ahnung, mach das bitte nicht, aber ich unterstütze dich da auf jeden Fall nicht, wie gehe ich mit sowas um? Wie finde ich da einfach generell so meinen Drive wieder, wo ich sagen kann, okay, und das bin jetzt ich, das bin jetzt auch authentisch ich, und da hat mir auch vor kurzem ist mir so der Begriff reingelaufen, so schamlos authentisches Business.
Was finde ich, was es ziemlich auf den Punkt bringt, weil es ist einfach dieses Business, ohne dabei ständig in Schuld- und Schamgefühlen zu versinken und sich ständig zu fühlen, als wäre man ein einziger Fehler. Und mit dem Gefühl laufen leider Gottes sehr, sehr viele Menschen herum, auch Beraterinnen.
[Speaker 2]
Natürlich auch. Also Beraterinnen sind ja auch Menschen. Absolut, ja, absolut.
Ja, und natürlich auch können gewisse Klientengruppen unter Umständen auch, oder einfach auch Persönlichkeiten, die einen dann auch selbst triggern.
[Speaker 1]
Absolut, ja. Absolut, ja, auch Klienten, die sich zum Beispiel die absolut grenzüberschreitend unterwegs sind, die dich vielleicht um Mitternacht anrufen und dann sitzt aber da und denkst, na ja, jetzt geht es dem halt wirklich schlecht. Und also auch diese gesunde Grenzziehung als Beraterin, als Berater, also da gibt es wahnsinnig viele Themen, die aber im Endeffekt alle so zurückzuführen sind auf, man hat halt einfach einmal was Falsches gelernt und das hat sich halt bewährt und darum macht man es immer wieder, aber eigentlich wäre es Zeit, dass man auch mal drübersteigt und weitergeht.
[Speaker 2]
Genau, sehr spannend. Also durchaus, würde ich auch sagen, ein zukunftsfähiges Thema. Wie sehen deine Pläne für die Zukunft aus?
Jetzt einmal für die nähere Zukunft und die weitere, wenn wir so in drei Jahren reden würden.
[Speaker 1]
Ja, also grundsätzlich für die nähere und weitere auf jeden Fall dieses Coaching-Business weiter auszubauen, weil das wirklich so ein herzliches Thema von mir ist und ich bin halt auch ein Vernetzungsmensch, also ich bin jemand, ich bringe gerne Menschen zusammen, ich tausche gern aus, ich finde, dass wir alle unser Wissen eigentlich teilen sollten und da habe ich jetzt auch in der näheren Zukunft und da bist du ja sogar mit an Bord sozusagen, habe ich jetzt auch einen Summit geplant, einen Online-Summit für Lebens- und Sozialberater und auch da war wiederum die Idee, dass ich gesagt habe, analog eigentlich zur Geldwäscheprävention, in Deutschland haben sie immer die coolsten Konferenzen mit den coolsten Themen, das ist super interessant, zählt bei uns meistens nicht als Fortbildung. Und die Idee war jetzt, dass ich sage, ich ziehe in Österreich so ein Online-Event auf, wo wirklich Vortragende zu den verschiedensten Themen kommen können und das ist eine Ganztagsveranstaltung mit Fortbildung, die auch durch die Wirtschaftskammer anerkannt wird. Und genau, das ist jetzt so momentan das große Projekt, das derzeit in den Startlöchern steht und auch ganz, ganz toll angelaufen ist.
Also mittlerweile, glaube ich, haben wir 55 Anmeldungen schon und das ist schon eine coole Sache, ja, bin ich schon sehr gespannt darauf.
[Speaker 2]
Ja, und man muss ja auch sagen, dass das auch gratis ist, zum zuhören, nicht? Eine tolle Gelegenheit, sich da einfach auch mal ein bisschen aufzuschlauen, quasi, was es in verschiedenen Themen und Themenbereichen gibt.
[Speaker 1]
Ja, und vor allem, wir haben da echt, also viele verschiedene Themen, das Ganze findet in drei Themenblöcken statt, das ist Persönlichkeitsentwicklung, also Beraterpersönlichkeit, dann eben Methoden und Business und ist wirklich für psychosoziale Berater maßgeschnitten. Es wird wahnsinnig spannende Themen geben, Perfektionismus, wie gehe ich mit Abwehrreaktionen um, dann natürlich eben Profiling, zum paar Beratungen wird es ein Podium geben, aber auch total interessante Themen zum Businessaufbau, also zum Beispiel wie man die Marke Ich aufbaut. Dann habe ich erst heute jetzt noch mit einer Akademie gesprochen, die auch einfach erzählen werden, wie vielfältig ist denn das Feld des Lebens- und Sozialberaters überhaupt, das heißt absolut jeder, der noch Fortbildungsstunden braucht und sich einfach bei einer coolen Veranstaltung vernetzen und weiterbilden möchte, kostenlos online, vielleicht kannst du den Link dann irgendwo nach unten droppen oder so. Genau, genau.
Ja, also kann sich jeder anmelden, wie gesagt Zielgruppe sind Lebens- und Sozialberater, wenn man jetzt sagt, man ist in Ausbildung oder so, dann ist das natürlich genauso möglich und wenn man sagt, mich interessiert das Thema einfach, dann ist jeder herzlich willkommen.
[Speaker 2]
Wie schaut deine weitere Zukunft aus, die drei Jahre, was wäre da dein Ziel?
[Speaker 1]
Mein Ziel wäre auf jeden Fall mit der Geldwäscheprovention wesentlich kürzer zu treten, also daran arbeite ich jetzt schon die letzten Jahre, dass das mehr so auf die Passive Einkommensschiene rübergleiten darf, sage ich mal und wirklich in der Beratung durchzustarten. Mein absolutes Ziel ist ja, ich möchte einmal zu Claudia Stöckl, ich möchte bei Frühstück bei mir einmal sprechen.
[Speaker 2]
Okay, naja, also am 19. September hast du ja beim Happy Business Festival die Möglichkeit sie einmal live zu erleben und wo siehst du dich da so in drei Jahren oder in der ferneren Zukunft? Was sind da deine Pläne?
[Speaker 1]
Ja, also ich sehe mich da auf jeden Fall im Coaching Business oder halt in der psychosozialen Beratung. Ich habe jetzt schon vor einigen Monaten angefangen daran zu arbeiten, dass diese ganze Geldwäsche-Geschichte so langsam ins Passive Einkommen auch rübergleiten darf und mein absolutes Traumziel ist, dass ich einmal zu Claudia Stöckl möchte, eben zu Frühstück bei mir. Das ist irgendwie so ein Fixziel, keine Ahnung wie das in meinen Kopf gekommen ist, aber das denke ich mir jedes Mal, wenn ich es höre.
[Speaker 2]
Die Claudia Stöckl kannst du jetzt am 19. September beim Happy Business Festival live sehen, von der Corinna Hindenberger.
[Speaker 1]
Ja, da muss ich schauen. Ich glaube, am Rande habe ich es mitbekommen.
[Speaker 2]
Ja, du musst schnell sein, weil die letzten Karten sind schon im Verkauf. Es ist nicht mehr allzu viel da, aber da kannst du sie live sehen und wahrscheinlich vielleicht auch sprechen mit ihr oder so.
[Speaker 1]
Das ist ein guter Hinweis. Würde ich dich dort auch sehen? Ja, natürlich.
Da freue ich mich schon seit einem Jahr. Ja, ja, ja. Und die Corinna, die ist ja der Hammer.
Was sie mit ihren Veranstaltungen so aufs Parkett bringt oder auf die Bühne, das ist ja auch total inspirierend, finde ich. Also wirklich eine tolle Powerfrau.
[Speaker 2]
Also, dann werden wir uns vielleicht dort sehen wieder. Ja, liebe Elena, vielen Dank für das, was du uns bisher erzählt hast. Wenn du jetzt noch einen wunderwürdigen Tipp hättest für unsere ZuhörerInnen, was würdest du denen raten?
Geldwäsche wird wahrscheinlich nicht so das Thema sein, aber vielleicht eher weniger.
[Speaker 1]
Nein, also ich glaube, dass es wirklich wichtig ist, wir sind irgendwie so gesellschaftlich so darauf hingetrieben, dass man sehr konform wird, sage ich mal. Und was in meinem Umfeld ich oft mitkriege, ist, dass man einfach vergisst, an sich selber zu hinterfragen, einmal die Richtungen, die ich gerade so dahinhirsche, passt die denn überhaupt noch? Und das ist etwas, das kann man, glaube ich, wirklich an jedem Punkt seines Lebens mal tun, oder sollte es sich überhaupt zur Gewohnheit machen, dass man immer wieder einmal so eincheckt mit sich selber und einfach schaut, okay, wo stehe ich jetzt, wo möchte ich denn stehen und habe mich jetzt meine letzten Schritte oder auch die nächsten Schritte, die ich plane, bringen die mich meinem Ziel näher oder führen die mich von meinem Ziel weg. Und ich glaube, wenn man das ab und zu macht, dann ist die Chance recht hoch, dass man dann nicht allzu sehr vom Weg abkommt.
Man kann natürlich auch das Ziel jederzeit anpassen, aber das grundsätzlich so, dass irgendwie deckungsgleich ein bisschen bleibt.
[Speaker 2]
Das ist ein schöner Tipp, wobei ich sagen möchte, ich möchte es noch ergänzen, dass jeder Umweg sozusagen eine kundende Umgebung ist und einen ja vielleicht auch noch ein bisschen weiterbringen kann, dass man quasi eine andere Perspektive auch einnimmt. Im Großen und Ganzen, aus meiner beruflichen Erfahrung bezüglich wie Berufskarrieren verlaufen, macht im Nachhinein alles Sinn. Also auch was jetzt einmal momentan irgendwie so als Abzweiger ausschaut, kann irgendwann mal noch mal nützlich sein.
Das möchte ich noch ergänzen dazu. Absolut, da hast du völlig recht. Gut, also vielen Dank, dass du da warst.
Vielen Dank unseren lieben HörerInnen, dass ihr wieder eingeschaltet habt. Ich hoffe, ihr konntet viel mitnehmen und ich freue mich sehr, wenn ihr in zwei Wochen wieder einschaltet. Bis dahin, Baba.
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