Folge 62 - Vom Bauchweh zur Berufung - wie Hypnose Türen öffnet - Michaela Ortmayer im Interview
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Folge 62 Hauptteil
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Baba Hamsterrad Servusberufung. Heute habe ich wieder einen sehr, sehr lieben Gast. Hallo, liebe Michaela Ortmayer.
Hallo, liebe Claudia. Danke, dass ich da sein darf. Schön, dass du bei mir bist, dass wir uns gefunden haben.
Michaela, ich überlasse es immer meinen Gästen, sich kurz vorzustellen. Magst du dich mal kurz vorstellen, bitte? Ja, sehr gerne. Ich bin Michaela Ortmayer, bin seit 13,5 Jahren Hypnotiseurin und gehe da total drin auf, weil mir das richtig viel Spaß macht, Menschen zu begleiten.
Und ich bilde auch andere Menschen aus, die Hypnose lernen möchten. Die Hauptthemen bei mir in der Praxis sind Ängste oder auch das Thema Abnehmen und das eine oder andere Thema zum Erfolgsblockadenlösen zum Beispiel oder zu kleinere Themen. Bei mir wird immer ganz individuell gearbeitet und wenn jemand fragt, können wir da irgendwas tun, dann gehe ich erstmal ins Gespräch, gucke, passt das, passt das nicht.
Und dann schauen wir, dass wir mit Hypnose rangehen und da tiefgehend eine Lösung finden. Genau, super. Und an deinem Akzent merkt man, du kommst aus Deutschland, oder? Das ist richtig, ja.
Aus welchem Teil von Deutschland kommst du her? Ich bin im Münsterland. Münsterland, okay, sehr gut. Okay, liebe Michaela, kannst du dich noch erinnern, was du als Kind werden wolltest? Als Kind wollte ich immer schon in eine Hälfte der Tätigkeit rein.
Ich hatte da noch keine genaue Vorstellung, aber andere Menschen helfen, hat mir immer schon gelegen. Und schlussendlich, als es dann dazu kam, dass ich eine Berufsaufbildung finden sollte, habe ich mich tatsächlich erstmal ein bisschen schwergetan, weil ich gar nicht so genau wusste, in welche Richtung gehe ich denn jetzt. Denn bei den helfenden Berufen gibt es ja eine große Auswahl und habe mich dann letztendlich dafür entschieden, erstmal den Beruf der Radiologieassistentin zu lernen und habe den dann auch einige Jahre gemacht.
Hast du irgendwie, weil es ist ja doch eher eine technische Geschichte, eine stark technische Geschichte, hast du schon eine Beziehung zur Technik gehabt? Ja, ein wenig, wobei ich bei der Berufswahl nicht so sehr die Technik im Vordergrund gesehen habe. Das hat sich dann erst während der Ausbildung gezeigt. Ich habe jetzt kein Thema mit Technik, aber der vorwiegende Grund war eben tatsächlich, mit Menschen zu arbeiten.
Ja, also manchmal ist es ja auch so, gerade wenn man noch jung ist oder so, man hat keine wirkliche Vorstellung von dem Beruf und man weiß nicht, was da noch dazu gehört. Aber als jemand, die schon oft genug im Röntgengerät gelegen ist, weiß ich, dass es oft recht technisch ist und dass man sich auch manchmal als Mensch sehr technisch vorkommt. Das finde ich immer sehr, sehr schade, weil es oft eh so eine unangenehme Situation ist.
Ja, das stimmt. Das habe ich dann im privaten Kontext, ich mache das ja inzwischen nicht mehr, aber auch im privaten Kontext das ein oder andere Mal beobachten dürfen. Und da kommt es halt sehr auf diese menschliche Komponente an.
Und ich war immer so die Person, die er, so gut wie es ging, im Rahmen der Zeit dann empathisch abholt und auch wirklich herzlich betreut und erklärt und so weiter. Aber da gibt es natürlich auch ganz andere, die dann sagen, ich habe jetzt hier nur zwei Minuten und das muss zack, zack gehen. Leider, das ist leider mittlerweile sehr stark da drehend.
Wie ist es dann weitergegangen mit deiner Karriere im medizinisch-technischen Bereich? Irgendwann hast du ja entschieden, das ist es nicht, oder? Ganz genau. Also es ist noch über ein paar Umwege gegangen. Ich bin dann aus der Radiologie raus, als ich meine Töchter bekam.
Und dann war ich eine Weile alleinerziehend. Und in dieser Phase wollte ich nicht so gerne Schichtdienste machen, die halt häufig anfallen, wenn man in der Radiologie tätig ist. Und habe mich dann entschieden, einen neuen beruflichen Weg zu gehen, und zwar den der Industriekauffrau.
Habe dann in dem Moment eine Umschulung zur Industriekauffrau gemacht. Die Ausbildung an sich hat mir auch wohl Spaß gemacht, auch teilweise das Arbeiten dort. Aber es war halt dieser helfende Aspekt, der so gar nicht da war, der mich total unglücklich gemacht hat.
Also das war der eine Punkt, warum ich dann irgendwann den Sprung gemacht habe. Und der andere Punkt war, dass ich zuletzt in einem Unternehmen war, was sehr unwertschätzend mit Mitarbeitern umgegangen ist und so weiter. Und beides zusammen, also dieses Fehlen des helfenden Aspektes und dieses wenig Wertschätzende, das hat dann dazu geführt, dass ich wirklich auch krank geworden bin.
Also dass ich wirklich so eine Art depressive Verstimmungen bekommen habe, dass ich unglücklich war, unzufrieden war. Und das hat mir halt nicht gut getan. Und dann habe ich irgendwann eben gedacht, okay, du musst einen anderen Weg gehen, weil hier wirst du nicht glücklich werden.
Also Wertschätzung ist ja ein Riesenthema in Unternehmen. Meine Masterarbeit habe ich ja darüber geschrieben, warum Menschen einen Job, den sie unter Umständen schon viele Jahre lang machen, dann auf einmal, und oft beim selben Unternehmen, loslassen und was anderes machen. Und Wertschätzung war da ein riesen, riesen Thema in dieser Geschichte.
Und die Sache ist halt einfach, das ist etwas, was sich direkt gesundheitlich auswirkt. Nämlich zuerst psychisch und dann unter Umständen halt auch physisch. Woran würdest du sagen, hast du gemerkt, außer vielleicht zu einem gewissen – es freut mich gerade momentan nicht oder so, ja, es ist Montag, schon wieder Arbeitswoche – dass das jetzt eigentlich in die falsche Richtung geht? Wo hast du gemerkt, dass es jetzt wirklich Zeit ist, zu stoppen? Also das war der Moment, wo ich gemerkt habe, psychisch leide ich.
Also ich bin wirklich überhaupt nicht mehr gerne zur Arbeit gefahren, sondern wirklich mit Bauchschmerzen. Und dann war es so, dass sogar der Körper gezeigt hat, du bist im Stress, geh da nicht mehr hin. Das waren wirklich dann auch Erkrankungen, die dann auch operativ behoben werden mussten, letztendlich, weil es eine sehr starke Ausprägung hatte.
Und das hat mir dann gezeigt, okay, bis hier und nicht weiter, das kann so nicht bleiben. Und dann habe ich gesagt, du bist dir viel mehr wert als dieses Unternehmen und du darfst anfangen, umzudenken. Und das war natürlich ein Prozess, das kam nicht von heute auf morgen, sondern es war so ein Veränderungsprozess, der dann in Gang kam.
Wie lange, schätze ich, hat das dann gedauert, bis du dich für etwas anderes entschieden hast oder auch überhaupt gewusst hast, was du stattdessen machen möchtest? Ja, also bis ich den kompletten Absprung aus dem Unternehmen gemacht habe, hat es tatsächlich, das waren, glaube ich, drei Jahre gedauert, weil erst mal musste ich mir klar werden, ich möchte etwas anderes machen. Dann die Frage, was soll es denn sein? Und dann war es auch so, ich bin jetzt so ein Mensch, ich springe nicht so ganz gerne ins eiskalte Wasser. Ich wusste also irgendwann, ja, du willst eine Prognose machen, wie ich da hinkam, können wir ja gleich noch darauf eingehen.
Aber dann war es mir wichtig, nicht von heute auf morgen von angestellt auf selbstständig zu gehen, sondern habe eben nebenberuflich damit angefangen. Und in dem Moment, wo ich gemerkt habe, jetzt fühle ich mich sicher genug, komplett in die Praxis zu gehen, da habe ich dann gesagt, so jetzt höre ich wirklich auf, da habe ich auch die Kündigung rausgegeben. Und das war im Rückblick der beste Schritt, den ich tun konnte.
Denn alleine durch diese Entscheidung, ich kündige jetzt und zum nächsten 1.1. war es 2012, habe ich dann meine Praxis und auch Vollzeit. Und das war interessant, was dann passierte, denn plötzlich füllte sich mein Kalender noch mehr als vorher. Vielleicht kennst du das auch, Claudia, wenn man so Entscheidungen trifft, das Universum oder wie auch immer man es nennen möchte, bekommt es mit.
Und plötzlich passieren Dinge, wo man gar nicht so mitgerechnet hat. Na gut, dann würde ich sagen, erzähl mal kurz, wie bist du zur Hypnose gekommen? Da gab es einen kleinen Umweg. Und zwar war ich nicht so gut zufrieden.
Es war wirklich so eine leichte depressive Stimmung, die ich hatte. Und ich brauchte etwas, was mich da so ein Stück weit rausholt. Und von Natur aus bin ich halt sehr positiv.
Und diese Positivität, das Lachen usw. hat mir gefehlt. Und dann wurde ich auf Lachyoga aufmerksam.
Und Lachyoga ist ja etwas, wo man wirklich sehr viel ins Lachen kommt, wo gute Körperchemie ausgeschüttet wird usw. Und habe da einige Treffen besucht und mich dann entschieden, ach, das kann ich auch wohl machen. Ich habe mich ausbilden lassen zur Lachyoga-Leiterin und habe hier am Ort, hier in Amstetten, wo ich wohne, einen Lachclub ins Leben gerufen.
Und das war cool, weil die Presse auch darüber berichtet hat. Und dann habe ich eingeladen zum ersten Treffen. Und es hatten sich 40 Leute angemeldet.
Und du musst dazu wissen, ich hatte Präsentationsangst. Und ich habe gedacht, ui, wie sollst du das schaffen? 40 Leute, und du stehst da vorne und willst denen etwas erzählen. Und dann habe ich gedacht, ich brauche schnelle Hilfe jetzt.
Das darf jetzt nicht lange dauern, ich kann nicht monatelange Therapie machen, sonst muss es fix gehen. Und dann habe ich im Nachbarort einen Kollegen gefunden, einen Hypnotiseur gefunden, und der hat mir wirklich in kurzer Zeit da rausgeholfen. Also ein paar Stunden haben wir zusammengearbeitet, und das war dann gelöst.
Und das hat mich so begeistert, weil es ja eine ganz alte Geschichte war. Das ist schon so in meiner Jugend angefangen. Und ich habe gedacht, was ist denn das für eine Technik, was ist das für ein Tool, wie wertvoll ist das, dass es Dinge, die so lange bestehen, auch tatsächlich lösen kann.
Und dann bin ich angefangen, mich mit dem Unterbewusstsein zu befassen, mit Hypnose zu befassen, habe erst mal gelesen usw. Und dann eben meine ersten Ausbildungen besucht. Und dadurch eben dann auch beschlossen, ich will damit anderen Menschen helfen, da kann ich meine Stärke ausleben, ich bin sehr empathisch, sehr feinfühlig, und das kann ich da wunderbar einbringen.
Und dann noch dazu dieses Tool, was eben das Unterbewusstsein absolut mit reinholt ins Boot. Und das war so der Moment, wo ich gesagt habe, das ist es, und da möchte ich hingehen, und da möchte ich auch weitergehen. Und ich war fest davon überzeugt, das funktioniert, und das hat es ja auch.
Super. Du, also vor deinem ersten Kontakt mit Hypnose, hast du da irgendwelche Vorbehalte gehabt? Oder wie bist du zu dieser Entscheidung gekommen, dass Hypnose das richtige Tool sein könnte? Ganz ehrlich gesagt, hatte ich keine Zeit für Vorbehalte in dem Moment. Kein Abbruchvorteil, oder? Genau, da habe ich gedacht, na ja, was soll Schlimmes passieren? Schlimmstenfalls bleibt alles so, wie es ist.
Also es war wirklich tatsächlich eine ganz spontane Entscheidung, zu sagen, okay, das machst du jetzt. Und noch dazu war dann der Mensch, der mich begleitet hat, mir sehr sympathisch, die Chemie hat gepasst, und deswegen habe ich mich mit Vorbehalten nicht aufgehalten, sondern bin eben losgegangen. Wann ich die allerdings durchaus hatte, diese Vorbehalte, war dann in meiner ersten Hypnoseausbildung.
Und das war dann kurz, bevor mich dort jemand hypnotisiert hat. Und da habe ich so gedacht, oh, Hypnose, was passiert wohl jetzt? Obwohl ich es schon kannte, kamen dann plötzlich diese Vorbehalte, die man eigentlich klassischerweise vor der ersten Hypnose hat. Total spannend.
Aber all diese Vorbehalte, die sind ja dann direkt widerlegt worden. Ich habe ja mitbekommen, was passiert. Ich wusste, ich kann reagieren, ich kann Einfluss nehmen auf das, was eben stattfindet.
Ich weiß auch, was wir gemacht haben im Anschluss noch. Und das hat mir dann sofort auch das Vertrauen gegeben. Also das ist ja oft so eine Sorge von Menschen, wenn sie sich in hypnotische Behandlung begeben, dass sie quasi einen kompletten Kontrollverlust haben.
Genau, das ist die größte Sorge. Das ist quasi mein tägliches Brot seit über 13 Jahren. Das wird immer gefragt im Gespräch.
Und es ist es nicht. Es ist ja so, wenn ich dich jetzt hypnotisieren wollte, Claudia, dann musst du erstens damit einverstanden sein, sonst funktioniert es schon mal nicht. Und zweitens ist es ja so, ich bin lediglich die Begleiterin in die Hypnose.
Und du bist diejenige, die diesen hypnotischen Zustand herstellt. Das mache ja gar nicht ich, sondern das findet ja in dir, in deinem Körper statt. Und das ist auch der Grund, warum du dann auch jederzeit die Hypnose wieder beenden kannst.
Das heißt, du gibst ja null die Kontrolle ab. Und noch dazu ist es so, dass ich mit einer sehr interaktiven Form der Hypnose arbeite. Das heißt, bei mir kommen nicht die Menschen, die werden auf die Hypnose-Pritsche gelegt, und werden von mir die ganze Zeit zugeplappert.
Sondern wir arbeiten im Dialog. Es ist ein gemeinsames Arbeiten im Team. Und der Klient, der bei mir ist, darf auch seine eigene Lösung finden.
Natürlich bin ich Begleitung und Unterstützung und gebe auch mal Impulse rein. Aber die meisten Impulse kommen tatsächlich von meinem Gegenüber. Und das macht die Arbeit so viel tiefgehender und noch mehr wertvoll, weil es die eigene Lösung ist.
Und das Unterbewusstsein bekommt ja mit, dass du dann zum Beispiel diese Lösung entwickelt hättest. Und nimmt das auch viel lieber an und setzt das dann auch viel lieber für dich um. Sehr gut und sehr interessant.
Ich gehe davon aus, du wägelst den Leuten nicht mit einer Taschnur vor der Nase herum, oder? Nein, in der Regel nicht. Ich habe nicht mal eine. Nein, das tue ich nicht.
Es kann sinnvoll sein. Diese Uhr ist ja dafür da, dass der Blick quasi fixiert wird auf etwas Bestimmtes. Das kann manchmal sinnvoll sein, mache ich aber in der Regel nicht.
Und es geht auch ohne Uhr. Daher alles gut. Ich will jetzt nicht alle Geheimnisse herauslocken, wie du das so machst, aber es ist schon wichtig für die Menschen zu wissen, wie so ein Tool funktioniert und was es alles leisten kann.
Die Hypnose ist ein natürlicher Zustand, den erleben wir jeder von uns wirklich jeden Tag. Kurz vorm Einschlafen, vielleicht kennst du den Moment, wenn der Kopf schon mal abgeschaltet hat und dann bist du kurz vorm Ganzwegdämmern. Das ist im Prinzip ein Trance-Zustand, den wir auch in der Hypnose haben.
Das Einzige, was wir für eine Hypnose tun, ist, diesen Zustand bewusst hervorzurufen. Wir gehen über eine körperliche Entspannung, eine geistige Entspannung in diesen Trance-Zustand hinein. Du kannst dir vorstellen, dass die Dinge, die von außen zu dir kommen, nicht mehr so wichtig sind.
Die sind irgendwie gedämpfter. Dafür bist du aber innerlich hellwach. Du nimmst das, was in dir vor sich geht, viel besser wahr.
Du richtest deinen Fokus komplett auf dich und dein Innerstes. Diese Fokussierung auf dich, das ist für mich Hypnose. Dann haben wir die Möglichkeit, wenn du mit einem speziellen Thema zu mir kommst, in der Hypnose dafür zu sorgen, dass wir die Taschendampe immer auf dieses Thema halten und schauen, dass wir da für dich eine Lösung finden.
Vielleicht kennst du es sonst auch aus dem Alltag, wenn wir uns da mit einem Thema beschäftigen, da schweifen die Gedanken gerne mal ab oder man wird gestört oder Ähnliches. Wir können es nicht so richtig zu Ende bearbeiten. Das ist der Vorteil der Hypnose, dass du so auf dich fokussiert bist und wir uns so auf dieses Thema konzentrieren, dass du wirklich ganz gezielt daran arbeiten kannst.
Sehr spannend. Du hast deine eigene Hypnose-Praxis gehabt und auch eine Ausbildung als Heilpraktikerin für Psychotherapie. So heißt das in Deutschland? Genau, so heißt das in Deutschland.
Das ist kein Heilpraktiker für den kompletten Körper, sondern der Heilpraktiker für die Psyche. Das war mir insofern wichtig, dass ich gerne mit Menschen mit Ängsten arbeiten wollte. Ich habe selber an verschiedenen Ängsten gelitten, nicht nur an Präsentationsangst, sondern es gab noch ein, zwei mehr.
Deswegen kenne ich die Herausforderung von Menschen mit Ängsten sehr gut. Ich kann mich da gut einfühlen. Hier in Deutschland dürfen wir nur mit Menschen mit Erkrankungen arbeiten, wenn wir eine Heilerlaubnis haben.
Darum war es mir wichtig, diesen Heilpraktiker für Psychotherapie zu machen. In Österreich gibt es ja auch die Gruppe Lebens- und Sozialberater, die für diese Gruppe zuständig sind. Allerdings noch im gesunden Bereich.
Kranken dürfen bei uns nur die Psychotherapeuten machen. Du hast die Möglichkeit, aber du hast auch noch weitere Spezialisierungen gemacht. Erzähl mal, was hast du da noch gemacht? Ich habe Hypnose gelernt in ganz vielen Varianten.
Ich habe insgesamt 20 Fachfortbildungen besucht. Das ist schon eine Menge, was sich da angesammelt hat. Aber mir war es immer wichtig, einen großen Werkzeugkoffer zu haben.
Gerade wenn du individuell arbeiten willst, dann kann es sein, dass du mit einem Tool gar nicht klarkommst. Und wenn ich dann keinen weiteren Fall im Köcher habe, ist das schlecht. Darum wollte ich ein breites Portfolio.
Zusätzlich hat sich dann herausgestellt, dass es gerade bei den Menschen mit Abnehmen sinnvoll ist, wenn ich auch Erfahrungen im Bereich Ernährung habe. Sodass ich dann weitere Ausbildungen besucht habe. Das ist noch gar nicht so lange her, aber vor 1,5 Jahren habe ich dann auch die Abschlussprüfung für den Hormoncoach gemacht.
Das hatte den Hintergrund, weil ich selber keine Schilddrüse mehr habe. Und ich selber das besser verstehen wollte. Was passiert jetzt in meinem Körper? Wie können mir die Ärzte wirklich helfen? Darum habe ich diese Ausbildung besucht.
Ist aber im Umkehrschluss auch super, auch für die Klienten, die zum Thema Abnehmen kommen. Aber auch teilweise für die Menschen, wenn es dann um Ängste geht. Denn auch Ängste können ja teilweise durch hormonelle Prozesse ausgelöst werden.
Wenn wir jetzt an eine Schilddrüsen-Überfunktion denken. Das kann ja durchaus Angst und Panik auslösen. Von daher ist das wiederum wertvoll für das komplette Portfolio.
Wahnsinn. Immer schön, wenn man sieht, dass die Dinge so ineinander greifen. Ja, definitiv.
Es macht halt alles Sinn, wenn man etwas lernt. Und du hast mittlerweile auch eine eigene Akademie. Genau, die Hypnodialog-Akademie.
Weil es mir wichtig ist, das Wissen weiterzugeben, was ich über die 13 Jahre angesammelt habe. Ich arbeite unglaublich gerne interaktiv in der Hypnose, also im Dialog. Und ich bringe meinen Schülern und Schülerinnen bei, eben genauso dialogisch zu arbeiten.
Weil es macht die ganze Zusammenarbeit wesentlich wertvoller. Denn manchmal, wenn wir rein suggestiv arbeiten, ist es ja so eine Art Ratespiel. Weil wenn wir auch ein Vorgespräch geführt haben, dann erfahren wir natürlich manche Dinge.
Aber wir erfahren nicht das, was das Unterbewusstsein sagt. Und wenn wir dann rein suggestiv arbeiten, dann können wir uns überlegen, der und der Text könnte passen. Nur das Problem ist bei dieser Arbeit, dass wenn der Text zu 50 % auf dich zutreffen würde, dass das Unterbewusstsein sagt, wie langweilig, trifft die Hälfte nicht auf mich zu, was soll ich damit? Und dann gar nicht so richtig in die Umsetzung geht.
Und das ist eben, wenn du einen Dialog führst in der Hypnose, ist das ganz, ganz anders. Weil du deinem Klienten hilfst, dass er wirklich seine eigene Lösung entwickelt. Wir finden gemeinsam die Ursache für das, was ihn belastet.
Oder davon abhält, erfolgreich zu sein oder Sonstiges. Und dann gucken wir, was dürfen wir denn tun, damit sich das ändern kann. Und das funktioniert im Dialog einfach fantastisch.
Und macht richtig Spaß. Und natürlich gibt es auch Suggestionen. Suggestionen sind ja wahnsinnig wertvoll.
Aber auch da, wenn wir diesen Dialog geführt haben während der Hypnose, ergeben sich die persönlichen Suggestionen. Das heißt, ich greife nicht auf Standardsuggestionen zurück, die gerade sinnvoll sein könnten, sondern ich greife die Worte, die Bilder meines Klienten auf, meiner Klientin auf, um auch da dem Unterbewusstsein während der Suggestion das Gefühl zu geben, das passt zu mir. Und zwar zu 100%.
Und dann wird es sehr gut angenommen und umgesetzt. Und das gibst du mittlerweile weiter an junge Kollegen, Kolleginnen? Genau. Oder auch an interessierte Menschen, die eben noch nichts mit Hypnose zu tun hatten, aber sagen, ich möchte Menschen helfen oder ich bin vielleicht schon Coach oder Ähnliches.
Und ich möchte mich da im Bereich Hypnose weiterbilden, um dann eben noch tiefgehender arbeiten zu können. Aber in meiner Ausbildung sind auch viele Kollegen, die haben wirklich schon jahrelang Erfahrung. Die haben aber vorwiegend suggestiv gearbeitet.
Und die merken jetzt auch, dass es auch für sie durchaus eine Herausforderung ist, das erst mal zu lernen, von diesem reinen Monolog wegzukommen hin in Richtung Dialog. Und bemerken jetzt auch, dass die Klienten da ganz anders reagieren, weil sie sich ja auch viel geachteter, wertgeschätzter, mit einbezogen fühlen. Und dann ist natürlich die Vertrauensbasis noch mal viel größer und auch die Möglichkeit des Klienten zu sagen, ja, das passt zu mir und das nehme ich gerne an.
Wenn du jetzt mal so zurückschauend auf deine bisherige berufliche Karriere blickst, was würdest du sagen, hat diese Entscheidung, sich in dem Bereich Hypnose weiterzuentwickeln, dir so persönlich gebracht? Inwiefern hat sich deine Persönlichkeit verändert oder auch dein Leben verändert? Es hat mich sehr verändert. Es war am Anfang natürlich holprig und auch ich hatte meine Erfolgsblockaden, die ich dann lösen durfte. Schlussendlich ist es aber so, es gibt eine Menge Freiheit.
Als Selbstständiger hast du natürlich auch eine Menge Verantwortung und musst bestimmte Dinge beachten. Aber es gibt so viele Möglichkeiten, mehr das zu tun, was mir persönlich liegt und wo ich Lust zu habe. Und wenn ich dann merke, jetzt möchte ich nicht nur alleinstehen und mit Personen arbeiten, sondern ich möchte jetzt mein Wissen weitergeben, dann habe ich die Möglichkeit dazu, was ich als angestellte Person wahrscheinlich nicht so hätte.
Natürlich haben wir da auch Weiterentwicklungsprozesse und Chancen, aber häufig sind die nicht so, wie wir die wirklich haben möchten. Und persönlich verändert hat es mich insofern, dass ich wesentlich selbstbewusster geworden bin und dass ich noch mehr meine Stärken leben kann. Denn im Angestelltenverhältnis war es dann manchmal so, mit meiner Empathie und dieser guten Wahrnehmung, die ich habe, dass ich da durchaus mal angeeckt bin.
Dass ich dann Sachen ausgesprochen habe, die vielleicht das Gegenüber gar nicht gespürt hatte, was ich aber mitgekriegt habe. Oder dass mir auch gesagt wurde, sei nicht so empfindlich, leg dir mal ein dickes Fell zu. Und das sagt mir jetzt keiner mehr, weil die freuen sich alle, dass ich so empathisch bin, dass ich so mitgehe, dass ich mir wirklich wünsche, auch hier helfen zu können und mich wirklich voll auf die Menschen einlasse.
Das gibt mir eine Menge Leichtigkeit und ganz viel Freude. Darum genieße ich es einfach noch viel, viel mehr als zuvor. War es für dich klar, dass du den Beruf im Bereich Hypnose selbstständig ausüben möchtest? Du hast ja auch probiert, in einem Angestelltenverhältnis.
Aber prinzipiell war da gleich von vornherein der Wunsch da, dass du irgendwann mal dein eigenes Ding machen möchtest? Du meinst vom Grundsatz im Leben? Nein, das war es nie. Das war es wirklich nie. Das war so ferner liefen, nenne ich es jetzt mal.
Das war so weit weg, das konnte ich mir gar nicht vorstellen. Es ist auch so, in meiner Familie ist keiner selbstständig. Es sind alle angestellt.
Ich bin quasi das Greenhorn hier in der Familie. Das war wirklich überhaupt nicht auf meinem Bildschirm. Gar nicht.
Als ich dann aber die Hypnose lernte und mich umgeschaut habe, habe ich natürlich registriert, da kannst du dich im Prinzip nur selbstständig mitmachen. Als dann aber der Gedanke kam, damit musst du quasi selbstständig rausgehen, war das für mich eine ziemliche Selbstverständlichkeit, dass ich das auch hinkriege. Natürlich gab es Verunsicherungen, das andere wäre jetzt Quatsch zu erzählen.
Ich glaube, die hat jeder, wenn er den Schritt in die Selbstständigkeit geht. Aber ich wusste, ja, du kriegst es hin. Und darum bin ich diesem Ruf, nenne ich ihn jetzt mal, auch gefolgt.
Was war denn da so eine große Blockade, die dich irgendwie aufgehalten hat, wenn du das erzählen magst? Natürlich. Ich überlege gerade, welche wohl die größte war. Immer wenn wir unsere Komfortzone verlassen, dann ist es ja manchmal, als wenn unsere Gummibänder zurückhalten.
Es wird alles anstrengend, alles schwer. Eine große Erfolgsblockade bei mir war tatsächlich, dass ich eine Umsatzschallmauer hatte. So nenne ich die gerne.
Ich musste mir so vorstellen, dass es einen bestimmten Betrag gab, den ich im Monat nicht überschreiten konnte. Das ist mir erst mal überhaupt nicht aufgefallen. Dann habe ich irgendwann gedacht, das ist doch komisch.
Weil auch da sind dann komische Sachen passiert. Diese Umsatzschwelle war erreicht oder war überschritten. Dann ist passiert, entweder ich wurde krank, die Klienten wurden krank, Termine wurden verschoben.
Und zwar bis diese Schwelle wieder erreicht war. Dann war wieder alles gut. Aber bis ich das mal gecheckt hatte, das hatte schon ein bisschen gedauert.
Das war so eine Blockade, die ich im Inneren lösen durfte, dass es okay ist, mit dem, was ich tue, diese Schwelle zu überschreiten. Und dann lief das. Wahnsinn.
Unglaublich, was das Unterbewusstsein mit einem da aufführt. Ja, tatsächlich. Es ist für mich rückblickend auch so unglaublich.
Und wie dann da auch das Universum so mit reinspielt. Plötzlich werden Termine abgesagt. Ich habe es lange nicht verstanden und lange nicht gesehen.
Als ich es gesehen habe, war es für mich irgendwie logisch, dass da das Unterbewusstsein und das Universum zusammengearbeitet haben. Und genauso logisch war dann auch der Umkehrschluss, dass es dann plötzlich weg war. Und es ging gut drüber, über diese Umsatzschwelle.
Sehr cool. Aber hast du das dann irgendwie empirisch noch überprüft? Das wäre so meine Zugangsweise. Zu schauen, in welchen Monaten lief es gut.
Und dann lief es anders? Das hat sich automatisch ergeben. Ich führe immer eine Liquiditätsplanung. Und da kommen natürlich die Umsätze mit rein.
Und dann war klar, immer wenn ich eingetragen habe, du hast so und so viele Termine, dass das da wirklich nachvollziehbar war. Vorher war es immer nur dieser Umsatz. Und dann wurde es immer mehr und mehr mit Schwankungen.
Aber diese Umsatzschwelle, die war dann wirklich auch faktisch überschritten. Es ist nicht nur ein Gefühl von mir, sondern es gibt Fakten, die das tatsächlich bewegen können. Aber das Unterbewusstsein muss ja dann irgendwie anders draufgekommen sein.
Wenn du die Fakten vorher nicht gehabt hast, hat das Unterbewusstsein irgendwelche anderen Regularien oder Zusammenhänge gesehen. Ja, genau. Ich habe das auch mit einer Kollegin bearbeitet in dem Fall.
Ich arbeite halt viel mit Selbsthypnose. Aber es gibt Themen, wenn die so tief liegen, da kommen wir selber nicht ran. Außerdem haben wir ja uns gegenüber auch gewisse Scheuklappen und sehen bestimmte Dinge nicht, die wir bei anderen Menschen sofort sehen würden.
Und wir haben tatsächlich in der Hypnose eine Situation vorgefunden. Und da hat sich bei mir ein Glaubenssatz etabliert, der ausgesagt hat, dass ich diese Umsatzschwelle eben nicht überschreiten darf. Das ist eine sehr persönliche Geschichte, deswegen gehe ich da jetzt nicht näher drauf ein.
Aber wir hatten dann die Möglichkeit, diesen Glaubenssatz zu lösen und klarzumachen, dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hat und dass es völlig okay ist, wenn ich mehr verdiene. Und das hat es dann letztendlich gelöst. Sehr, sehr cool.
Gut, ich weiß ja auch von mir und auch von meinen Kolleginnen, das Money-Mindset ist ja immer so ein großes Thema, wo wir viele Glaubenssätze mitnehmen aus unserer Prägung heraus und aus unserer Familie heraus. Und das ist ein bestimmtes großes Thema. Aber wenn sie dir jetzt die Türen einrennen, dann war es bestimmt wegen deiner Geschichte, die du jetzt erzählt hast.
Ja, genau. Du hast ja auch schon Bücher geschrieben. Genau.
Ich habe insgesamt drei Bücher geschrieben. Einmal eins zum Thema Heißhunger. Da geht es ums Gefühlsessen quasi.
Das ist allerdings inzwischen nicht mehr auf dem Markt, aber das war so der Einstieg ins Bücherschreiben, sage ich mal. Dann habe ich das Buch geschrieben mit Vollgas ins Wunschleben, wo es darum geht, wirklich zu schauen, was steht dir vielleicht businessmäßig im Weg, was auch mit vielen Übungen einfach beinhaltet ist. Sorry.
Okay, genau. Erfolgreich, aber glücklich ist eben ein Buch, wo es eher darum geht, wirklich zu gucken. Ich bin erfolgreich, ja, aber macht mich das auch glücklich? Und was da in dem Buch ziemlich cool ist, wie ich finde, ist, dass es anhand eines Retreats beschrieben wird.
Es sind dann Frauen, die sich dort treffen, Businessfrauen, die dann dort während dieses Retreats ihre eigenen Themen bearbeiten. Entsprechend lernt man über diese Geschichten, wie solche Blockierungen zustande kommen können, wie man die dann aber auch lösen kann. Das finde ich eine sehr unterhaltsame Art und Weise, das tatsächlich zu beschreiben.
Ich hatte mir überlegt, wenn du da jetzt so sachlich rangehst, das ist ziemlich langweilig. Drum bin ich auf die Idee gekommen, das in diese Geschichten zu verpacken. Das hat auch wahnsinnig Spaß gemacht beim Schreiben.
Das kann ich mir gut vorstellen. Sehr gut. Vielen Dank für deine Geschichte.
Wenn du jetzt abschließend für unsere Zuhörer einen Tipp geben möchtest, was möchtest du gerne weitergeben? Meine Empfehlung ist, achtet auf eure Bedürfnisse und auf das, was ihr euch wirklich wünscht. Wenn ihr merkt, es geht in die falsche Richtung, traut euch auch ruhig, den Weg zu verändern. Es kann ja nichts Schlimmes passieren.
Wenn ihr jetzt gerade merkt, dieser Weg, den ihr nicht geht, der macht euch wie bei mir krank, dann kann der andere Weg nicht schlimmer sein, sondern er kann ja nur besser sein. Von daher, wirklich meine Ermutigung, hört auf eure Wünsche, auf eure Bedürfnisse, schaut, was ihr daraus machen könnt, wie ihr damit umgeht. Dann sucht euch die Arbeit, die euch wirklich Spaß macht, die dann letztendlich keine Arbeit ist, wo ihr euch wohlfühlt, wo ihr gesund bleiben könnt, wo ihr einfach eine Menge Spaß habt und eure Freiheit genießen könnt.
Das sind schöne Schlussworte. Sehr, sehr schön. Liebe Michaela, vielen, vielen Dank, dass du hier warst und deine Geschichte geteilt hast.
Wir werden natürlich deine Kontaktdaten in den Show Notes verlinken und auch die Bücher, die es noch zu kaufen gibt. Ich nehme an, die kriegt man sowieso bei allen großen Buchhandlungen. Ich bedanke mich auch bei allen, die wieder dabei waren, die zugehört haben bei dieser spannenden Geschichte.
Erzählt es ruhig weiter, was es da für coole Tools gibt und für coole Menschen, die das können. Du hast ja gesagt, du machst das auch online, weil du bist in Deutschland zu Hause. Das stimmt.
Ich arbeite online mit Hypnose. Viele wissen gar nicht, dass das überhaupt geht. Aber wenn ich das dann erkläre, macht das Sinn.
Denn Hypnose arbeitet ja über die Stimme. Ob die Stimme jetzt über die Raumluft zu der Person kommt oder über ein Mikrofon, das ist völlig egal. Die Wirkweise ist genau die gleiche.
Genau. Deshalb schaltet gerne wieder ein in zwei Wochen. Bis dahin.
Baba.
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